Berliner Schloss

  • Lediglich die (öffentlich als "objektiv richtig" definierte) Sichtweise, dass die AfD-Wähler keine demokratischen Rechte haben und die AfD daher von der politischen Mitbestimmung auszuschließen ist, hat eine Koalition der nichtlinken Mehrheit verhindert.


    Also die AfD gewinnt tatsächlich einen Teil ihrer Anhängerschaft mit einem Opfermythos, der mit skurrilen Behauptungen und einem eigenartigen Demokrativerständnis am Leben erhalten wird.

    Und überall verbreitet wird...sogar in einem Architekturforum.


    AfD-Wähler haben alle demokratischen Rechte wie alle anderen Wähler auch. Jeder kann diese Partei wählen und sich von ihr mit entsprechender Stärke im Parlament vertreten lassen.


    Es besteht jedoch keine Pflicht anderer Parteien mit der AfD zu koalieren und sie an die Macht zu bringen.

    Offensichtllich will weder die CDU/CSU noch die FDP mit ihr zusammenarbeiten, selbst wenn sie dabei auf eine eigene Machtoption verzichten.


    I.Ü. würde diese hypothetische Mehrheit einer Koalition mit der AfD schnell in sich zusammenbrechen, wenn Parteien diese Option vor der Wahl nicht ausschließen würden. Sie würden massiv Wähler verlieren.

  • Ist bekannt ob Franco Stella dieses Urheberrecht voll nutzen wird?

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Das ist das Problem. Ein "Querido" haut hier eine einseitige Schmähung des Forums inclusive Verschwörungstheorie heraus, aber aus Sorge vor Konflikt und Moderator-Eingriffen, wird schon nicht mehr angemessen darauf geantwortet. So wird die Diskussion Scheibchen für Scheibchen in die gewünschte Richtung verengt.

    Hier werden ständig Verschwörungstheorien aus einer politischen Ecke verbreitet (wie die einer "linken Kampagne gegen Restaurationen" usw.) ohne dass sich jemand groß daran stört.

    Wenn nun tatsächlich einer mal eine Meinung dazu äußert, ausgerechnet diesem eine "Verschwörungstheorie", eine "Schmähung des Forums" und eine "Verengung der Diskussion" vorzuwerfen, ist schon skurril.


    Tatsächlich gibt es doch auch gar keine wirklichen Diskussionen. Es wird z.B. ein Spiegelbeitrag genannt (dazu noch hinter der Bezahlschranke), in dem sich der Autor gegen Rekonstruktionen wendet.

    Das kann man zur Info kurz machen. Entsprechende Rekonstruktionsgegner für eine Diskussion wird man in diesem Forum selbstredend nicht finden...und ist wohl ernsthaft auch nicht gewünscht.


    Stattdessen werden solche Artikel bloß als Aufhänger genommen, mal wieder ausgiebig das eigene politische Weltbild zu verbreiten, in diesem kleinen Echoraum ein paar Likes einzufangen, und dieses Forum und dasThema Rekonstruktionen allgemein als eigenes politisches Revier zu markieren.


    In der Ausgiebigkeit und Häufigkeit in der dies hier geschieht, ist das m.E. für das Ansehen von Stadtbild ein Problem (z.B. wenn sich der Verein mit Vorschlägen wie zum Molkenmarkt in Berlin einbringen will)

    Da hilft es auch wenig, wenn sich der Verein mit einem Sätzchen von Forumsmeinungen distanziert und die einseitige politische Proganda in im Grunde vollkommen sachfremden Beiträgen als "Diskussion" etikettiert wird.

  • Die Diskussion wird wie gesagt auch durch die Unschärfe der Begriffsdefintion "links" und "rechts" erschwert. Ich bin mir zum Beispiel ziemlich sicher, dass sich viele gesellschaftspolitische Positionen in den letzten Jahrzehnten sehr wohl nach links verschoben haben. Wenn man sich an die erbitterten Diskussionen um die Gleichstellung Homosexueller in den 60-90er Jahren erinnert, so kann ich mir kaum vorstellen, dass man mit diesen Themen heute noch eine relevante Minderheit hinter dem Ofen hervorlocken kann.


    Auch Themen wie die "wilde" Ehe, also Partnerschaften und Familiengründung ohne Trauschein, noch in den 70er Jahren Thema von Tuscheleien und tlw. offener Ausgrenzung, interessieren heute keinen mehr. Es gibt also sehr wohl einen nicht nur gefühlten, sondern schlicht tatsächlichen "Links"ruck, wenn man das so nennen möchte, v.a. bei gesellschaftspolitischen Themen. Die neue Mitte ist bei vielen dieser Themen definitiv "linker" als vor 30 oder 50 Jahren.


    Ich erinnere mich noch sehr gut an die Diskussionen um Merkel im Zuge der Flüchtlingskrise ("Merkel muss weg"). Das allgemeine Narrativ war, dass Merkel die CDU so weit in die Mitte/nach links geführt habe, dass sich rechts eine Flanke gezeigt hat, die die AfD, die vor 2015 im Prinzip schon wieder Geschichte war, nutzen konnte (ganz vergleichbar übrigens mit der Lücke, die die Schröder-SPD links freimachte im Zuge der Agenda 2010 und in deren Lücke dann die Linkspartei stieß). Die Geschichte war, dass die CDU so schlechte Ergebnisse einfuhr, weil sich "die Leute" eine konservativere CDU wünschten. Man wolle doch einfach nur einen Helmut Schmidt zurück (auch wenn der natürlich in der falschen Partei ist), das könne doch nicht so schwer sein.


    2021 aber stellt sich das Bild anders dar. Ich habe selbst noch 2019 gedacht, dass Friedrich Merz Spitzenkandidat der CDU werden könnte, der die CDU zu altem Glanze führen würde, echte konservative Positionen in der verweichlichten, verunsicherten, sozialdemokratisierten CDU, endlich wieder satt Wahlen gewinnen. Heute bin ich vom Gegenteil überzeugt. Schlechter als Laschet kann es nicht werden, klar, aber man sollte die Menge der städtischen, zentristischen CDU-Wähler, die Merkel gebunden hat, nicht unterschätzen. Ich glaube nicht, dass eine nach rechts rückende CDU mehr gewinnen kann, als sie in der Mitte verlieren würde. Friedrich Merz wirkt für viele westdeutsch-urbane Merkelwähler wie ein Fossil aus den 90er Jahren, kurz vor Franz-Josef-Strauß. Merkel als Spitzenkandidatin hätte die letzte Bundestagswahl haushoch gewonnen, es wäre auf eine satte Zweierkoalition aus Schwarzgrün hinausgelaufen. Die von Dir betrauerte und gleichzeitig angezweifelte "Linksverschiebung" entspricht ganz einfach der gesellschaftlichen Realität, egal wie sehr das bedauert wird. Ich habe dazu gar keine Meinung, ich beschreibe nur, was ich sehe.


    Das Problem ist, dass man von Positionen an den Rändern des Spektrums die Motivation von zentristischen Wählern zwangsläufig falsch einschätzen muss. Dann erscheint eben von rechts alles als linksgrünversifft, während im harten Linksparteilager schon viele SPD- und Grünenpositionen "rechts" sind. Die überwiegende Mehrheit der Deutschen ist politisch mittig eingestellt, weswegen Wahlen auch immer in der Mitte gewonnen werden, niemals an den Rändern. Die Linkspartei ist bereits weitgehend marginalisiert, der AfD geht es in Westdeutschland mittlerweile kaum besser.


    So ordnet sich die Mitte eben immer wieder neu und das Beklagen darüber, dass diese sich soweit nach links (oder rechts) verschoben habe, kommt eben nur von Leuten, deren politische Meinung relativ weit weg von dieser Mitte ist. Wieder keine Bewertung, nur eine Beobachtung. Ich respektiere Deine politische Meinung und kann die Unzufriedenheit darüber, dass gefühlt "linke" Positionen in Deinem Wahrnehmungskosmos dominieren, verstehen. Du musst dies aber zwangsläufig relativ sehen, eben als Wahrnehmung aus Deiner eigenen Warte. Das Beklagen eines Links- oder Rechtsrutsches gehört zur politischen Folklore beider politischen Lager dazu.

  • Ist bekannt ob Franco Stella dieses Urheberrecht voll nutzen wird?

    So eine Frage stellt sich nicht. Erst müsste es den Wunsch geben, etwas zu verändern. Wobei es um relativ konkrete Vorhaben von relevanten Akteuren gehen müsste. Die suchen dann den Dialog mit den Architekten.


    Die Idee einer Begrünung der Ostfassade wurde hier schon oft besprochen. Ich halte nichts davon. Und daher ist es gut, dass Stella dem auch nicht zustimmen würde. Das würde seine Architektur verunklaren. Es besteht ja ein Bezug zwischen der Ostfassade zur Spree, der modernen Westfassade des Schlüterhofs, den Fassaden der Passage und des großen Foyers. Von der Grundform des Rechtecks leitet sich auch das Logo des Humboldt Forums ab.


    Die Fenster der Spreefassade liegen ungewöhnlich tief in der Fassade. Das verleiht ihr Plastizität. Die guten Proportionen, die sich von den historischen Maßen des Schlosses herleiten, und die großen Fensterkreuze, deren Vorbilder wir in den barocken Schlossfenstern finden, sorgen für Monumentalität. Eine Berankung der Fassade würde keinen ästhetischen Nutzen bringen. Da ja die streng rechtwinklig angeordneten Architekturbetonflächen recht schmal sind, würde das nur schlecht funktionieren. Für eine malerische Berankung wie bei der historischen Ostseite des Schlosses braucht man einen entsprechend geeigneten Fassadengrund, auf dem sich der Wein oder Efeu dann ausbreiten kann.


    Berliner Schloss, Ansicht von Nordosten (Foto: Derbrauni, 26. März 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Mehr Grün in der Freiflächengestaltung zur Spree hin könnte ich mir dagegen gut vorstellen. Die eine einsame Trauerweide bietet doch einen gar zu traurigen Anblick. Für die Freiflächengestaltung ist aber nicht Stella verantwortlich, sondern bbz Landschaftsarchitekten.

  • Ich bin immer über die Sprache moderner Architekten schockiert und ich habe daher auch Nachfragen zu dem Beitrag oben.

    "Das würde seine Architektur verunklaren."

    Muss denn Architektur von den Formen her klar sein und das vor allem in diesem historischen Umfeld? Ich finde es völlig unklar, warum nicht ein paar Gestaltungselemente (Dach, Geländer, Portal, Eingangstor) möglich sein dürfen. Das ist doch hier kein Supermarkt oder ein Flughafen.

    "Es besteht ja ein Bezug zwischen der Ostfassade zur Spree"

    Ja und unsere wunderschöne Spree schlägt Wellen, hat verschiedene Farben. Ich sehe deswegen in dieser Fassade eben absolut gar keinen Bezug zu dem Wasser.

    "Fassade bildet das Logo des Humboldt Forums ab"

    Die Fassaden sollten aber das Aussehen des alten Schlosses abbilden. Wenn das Logo des Humboldtforums so einfältig aussieht, sollte es dringend geändert -aber deswegen doch nicht die Schlossfassade verödet werden. Wer sich mit Humboldt und seinem Erbe auseinandersetzt, wird sehen dass er diese Fassade hassen würde. Er war schwul und hat die vielfältigen Formen der Natur geliebt. Wer es genau verstehen will braucht sich nur sein Schloss oder Arbeitszimmer in Tegel anschauen.

    "Die Fenster der Spreefassade liegen ungewöhnlich tief in der Fassade. Das verleiht ihr Plastizität."

    Die Fenster sind wirklich ungewöhnlich. Das Gebäude sieht dadurch wie ein Rohbau aus -diese dunklen Schatten und Ränder -wie hier besonders gut aus dem Bild sichtbar- sind erschreckend und passen gar nicht zu einem lebendigen Museum oder dem Wasser.

    "Die guten Proportionen"

    sie sind wirklich gut, werden aber in dieser "Rohbau-Version" eher zu einer Karikatur des schönen Schlosses und das ausgerechnet auf der Seite, wo die ursprünglichen Fassaden sehr alt und kleinteilig waren.

    "sorgen für Monumentalität"

    Das stimmt. Es ist aber die Art von "unmenschlicher" Monumentalität, die an Uniformen von Soldaten erinnert und die wir ja schon bei der James-Simon-Galerie und beim Nürnberger Parteitagsgelände haben.


    Ich habe irgendwie das Gefühl, dass hier viel reininterpretiert und "schön" geredet wird. Ich, und zahlreiche andere Menschen können die Rastrelli-Beschreibung und Verteidigung der Fassade wirklich nicht nachvollziehen. Kann mir bitte jemand helfen, wo ist mein Denkfehler?

  • Ohne wirklichen Themenbezug kann die Moderation Beiträge über die Person Claudia Roths hier nicht stehen lassen. Es kann derzeit auch keinen eigenen Strang dafür geben, da leider dort angesichts der von vielen als provozierend empfundenen Personalie eine sofortige Eskalation zu befürchten wäre. Wir bitten daher, Kritik nur sachbezogen in den dazugehörigen Themensträngen zu posten.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Ohne wirklichen Themenbezug kann die Moderation Beiträge über die Person Claudia Roths hier nicht stehen lassen. Es kann derzeit auch keinen eigenen Strang dafür geben, da leider dort angesichts der von vielen als provozierend empfundenen Personalie eine sofortige Eskalation zu befürchten wäre. Wir bitten daher, Kritik nur sachbezogen in den dazugehörigen Themensträngen zu posten.

    Mit meiner - auf Grund der etwas wirr formulierten Auslassungen der taz hier eingestellten - Frage, hatte ich tatsächlich lediglich eine Antwort auf die "Aufteilung der Kosten für Fassade und Kuppel in aus Spenden bzw aus staatlichen Zuschüssen zuzuordnenden Anteile" erhofft.


    Die entscheidende Passage etwas geändert eventuell nochmals zur Freigabe gestellt (??).


  • Also, ich würde sicherheitshalber die Wörter "Grütters" und "Preußenrenaissance" noch schwärzen. Und "beförderte" klingt auch sehr politisch.


    An der Tatsache, dass Fassade und Kuppel zu 100 Prozent durch Spenden finanziert wurden, werden auch die Autoren der *** nichts ändern, da schon die Politik von *** darauf keinen Einfluss hatte, und das wird wahrscheinlich auch unter *** so bleiben.

    _______________________________________
    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Ohne wirklichen Themenbezug kann die Moderation Beiträge über die Person Claudia Roths hier nicht stehen lassen.

    Bitteschön, hier ist einer von vielen Bezügen:

    "Wie aber konnte diese Inschrift am symbolträchtigen Ort überhaupt angebracht werden, ohne dass die politisch Verantwortlichen dies ausdrücklich befürworteten? Warum gab es keine öffentliche Diskussion und keine parlamentarische Befassung? Wenn das Humboldt-Forum ein Ort der Begegnung der Kulturen und Religionen und eine gemeinsame Forschungsstätte zur Menschheitsgeschichte werden soll, dann geht das nur auf Augenhöhe und nicht unter der Prämisse dieser Inschrift. Es geht darum, den öffentlichen Diskussionsprozess endlich zu führen - in der Zivilgesellschaft und im Parlament.“

    Ist das jetzt auch wieder ein zu heißes Eisen? stickpoke:)

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Also, ich würde sicherheitshalber die Wörter "Grütters" und "Preußenrenaissance" noch schwärzen. Und "beförderte" klingt auch sehr politisch.


    An der Tatsache, dass Fassade und Kuppel zu 100 Prozent durch Spenden finanziert wurden, werden auch die Autoren der *** nichts ändern, da schon die Politik von *** darauf keinen Einfluss hatte, und das wird wahrscheinlich auch unter *** so bleiben.

    Danke - manchmal ist es nicht allzuleicht. Zumal sich nach meiner ursprünglichen Fragestellung mit anderem Screenshot eine so auch von mir nicht gewollte Diskussionsrichtung ergeben hat.

    Irgendwie bin ich immer noch der Meinung, dass auch eine Politiker von B90/Grüne nichts tun kann, was von Kanzler(in) bzw Präsident nicht gewollt wird.

    Sollte Steinmeier zB die Schirmherrschaft über die Wiedererrichtung der (auch im Artikel erwähnten) Garnisonkirche in Potsdam behalten, dann wird kein Kulturstaatsminister eine Auszahlung von Zuschüssen hintertreiben können.

    Andererseits sollte aber auch nichts hinzugedichtet werden - wie hier am Beispiel des Humboldt-Forums - was so nicht stattgefunden hat.


    ___________________


    Was die angesprochene "Einheitswippe" angeht - da sind wohl die Messen gesungen und eine Änderung der Ausführung dieser Platzgestaltung wird kaum bis gar nicht möglich sein.

  • Ich, und zahlreiche andere Menschen können die Rastrelli-Beschreibung und Verteidigung der Fassade wirklich nicht nachvollziehen. Kann mir bitte jemand helfen, wo ist mein Denkfehler?

    Du liest nicht richtig. Das ist dein Fehler. Ich hatte mich konkret zu dem in früheren Beiträgen gemachten Vorschlag geäußert, die Spreefassade zu begrünen. Darauf bist du gar nicht eingegangen.


    "Das würde seine Architektur verunklaren."

    Muss denn Architektur von den Formen her klar sein und das vor allem in diesem historischen Umfeld? Ich finde es völlig unklar, warum nicht ein paar Gestaltungselemente (Dach, Geländer, Portal, Eingangstor) möglich sein dürfen.

    Ich hatte geschrieben:

    Die Idee einer Begrünung der Ostfassade wurde hier schon oft besprochen. Ich halte nichts davon. Und daher ist es gut, dass Stella dem auch nicht zustimmen würde. Das würde seine Architektur verunklaren.

    Eine Berankung würde die Fassade teilweise verdecken. Dadurch würde eine neue Struktur über die Fassade gelegt und der architektonische Entwurf von Stella nicht mehr klar erkennbar sein. Deshalb "verunklart". Zur Möglichkeit weiterer architektonischer Gestaltungselemente habe ich mich gar nicht geäußert. Das war nicht das Thema meines Beitrags.


    "Es besteht ja ein Bezug zwischen der Ostfassade zur Spree"

    Ja und unsere wunderschöne Spree schlägt Wellen, hat verschiedene Farben. Ich sehe deswegen in dieser Fassade eben absolut gar keinen Bezug zu dem Wasser.

    Ich hatte geschrieben:

    Es besteht ja ein Bezug zwischen der Ostfassade zur Spree, der modernen Westfassade des Schlüterhofs, den Fassaden der Passage und des großen Foyers.

    Du bist der erste, der auf die absurde Idee kommt, eine ästhetische Beziehung zwischen der Ostfassade und der Spree herzustellen. Kein Wort von dir zu den anderen Fassaden, die ich erwähnt hatte. Eigentlich sollte sich inzwischen herumgesprochen haben, dass das Berliner Schloss nicht nur vier Außenseiten zur Stadt hin hat, sondern auch mehrere Hoffassaden. Die modernen Architekturteile des Schlosses tragen eine einheitliche Handschrift. Darum ging es mir. Mein Satz war nach den Regeln der deutschen Sprache eindeutig.


    "Fassade bildet das Logo des Humboldt Forums ab"

    Auch wenn du es als Zitat kennzeichnest, das habe ich nicht geschrieben, sondern:

    Von der Grundform des Rechtecks leitet sich auch das Logo des Humboldt Forums ab.


    Die Fassaden sollten aber das Aussehen des alten Schlosses abbilden. Wenn das Logo des Humboldtforums so einfältig aussieht, sollte es dringend geändert -aber deswegen doch nicht die Schlossfassade verödet werden.

    Stella hat alles rekonstruiert, was nach den Vorgaben des Bauherrn möglich war - nämlich die kunsthistorisch wertvollen Barockfassaden an drei Außenseiten und an drei Seiten des Schlüterhofs sowie die Kuppel. Zusätzlich hat Stella noch drei weitere barocke Innenportale rekonstruiert. Eine Rekonstruktion der historischen Spreeseite war vom Bauherrn ausdrücklich nicht gewünscht. Aus meiner Sicht wäre das möglich gewesen, aber wenn der Bauherr das nicht will, dann kann der Architekt nichts machen. Der Kunde ist König.


    Wie das Logo des Humboldt Forums aussieht, sollte eigentlich bekannt sein. Mir gefällt es sehr gut und ich finde, dass es zur modernen Architektur passt. Stellas Architektur wurde aber nicht vom visuellen Design des Humboldt Forums inspiriert, sondern wenn, dann war es umgekehrt.


    Die "visuelle Identität" des Humboldt Forums wurde vom büro uebele entworfen:

    uebele.com/de/projekte/visuelle-identitaet/humboldtforum


    Wie das in der Praxis genutzt wird, findest du hier: humboldtforum.org


    Wer sich mit Humboldt und seinem Erbe auseinandersetzt, wird sehen dass er diese Fassade hassen würde. Er war schwul und hat die vielfältigen Formen der Natur geliebt. Wer es genau verstehen will braucht sich nur sein Schloss oder Arbeitszimmer in Tegel anschauen.

    Wer sich mit Humboldt auseinandersetzt, sollte wissen, dass es zwei Personen sind: Alexander und Wilhelm. Ob einer von ihnen schwul war, ist völlig uninteressant.


    Es ist aber die Art von "unmenschlicher" Monumentalität, die an Uniformen von Soldaten erinnert und die wir ja schon bei der James-Simon-Galerie und beim Nürnberger Parteitagsgelände haben.

    Ich habe die Spreefassade vor Ort genau studiert und mich auch mit der James-Simon-Galerie intensiv befasst. "Unmenschlich" ist daran nichts. Die Einbettung in die umgebende historische Bebauung sorgt dafür, dass die Dimensionen nicht zu groß geraten.


    Hier noch Bilder der modernen Fassaden des Schlosses:


    Die moderne Ostfassade des Berliner Schlosses. Die Freiraumgestaltung davor ist hier noch nicht fertig

    (Foto: GodeNehler, 3. November 2018, CC-BY-SA-4.0)


    Die moderne Westfassade des Schlüterhofs (Foto: Ernstol, 25. August 2018, CC-BY-SA-4.0)


    Die Passage. Blick Richtung Breite Straße. Links davon liegt der Schlüterhof, rechts das Foyer (Foto: Geoprofi Lars, 19. Juli 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Das Foyer an der Stelle des einstigen Eosanderhofs, Blick Richtung Osten, zur Passage (Foto: Fridolin freudenfett, 14. August 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Die Überdachung des Foyers, hier noch im Bau (Foto: DCB, 3. November 2018, CC-BY-SA-4.0)

  • Wir können alle froh sein wenn die Wappenkartusche aufgehängt wird. Im aktuellen politischen Umfeld kann ich mir vorstellen, dass dies noch verhindert wird.

    Ganz richtig!

    Auf so was warte ich schon die ganze Zeit!

  • Toll dieses Forum. Selbst wenn die Schloßgegner noch nicht auf diesen Gedanken, die Wappenkartusche zu verhindern, gekommen sind. Sie brauchen nur in dieses Forum zu schauen und schon bekommen sie neue Nahrung. Neue Projekte die es zu verhindern gilt.

    Warum kann man mit solchen Beiträgen nicht warten bis die Wappenkartusche montiert ist?

    Jetzt ist es nur eine Frage der Zeit bis in einem der einschlägigen Käseblätter die Überschrift prangt:

    " Forum für Weltreligionen bekommt absolutismusverherrlichende Wappenkartusche des imperialistischen Kaiserreiches über dem Haupteingang."

    Na denn: proost Mahlzeit. Ick bin raus.

  • Beiträge wurden entfernt.

    Bitte auf Begriffe wie "fundamentale Gutmenschen" "Rechtspopulisten" etc verzichten. Und bitte auch nicht vom Hundersten ins Tausende kommen.

    Danke.


    Kaiser Karl, ich glaube, Du überschätzt die "Macht des Forums". Bist aber nicht der Einzige

    Friedlich, Freundlich, Frei ¯\_(ツ)_/¯

  • Was habt Ihr denn alle? Das Wappen ist doch schon angebracht.


    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)