Berliner Schloss

  • Das sind großartige Neuigkeiten. :) Vor allem durch die Rekonstruktionen der Durchfahrten wird das Schloss nämlich enorm gewinnen. Nur so vergeht der Anschein einer vorgehängten Fassade. Bei den bisher nicht rekonstruierten Durchfahrten, besonders der sich noch im Rohbau befindenden Durchfahrt IV, drängt sich nämlich noch dieser Gedanke auf.
    Es ist natürlich alles nur Fassade vor einem modernen Zweckbau, aber dass muss man ja nicht direkt erkennen. Das Berliner Schloss wird eher wieder als solches angenommen, wenn man da etwas mogelt. ;)

  • Bilder sind in diesem Strang ja immer wieder gern gesehene Gäste. Hier einige Aufnahmen vom 19. Juli.


    Portal III (Eosanderportal) mit Kuppel (Foto: Geoprofi Lars, 19. Juli 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Portal IV (Foto: Geoprofi Lars, 19. Juli 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Portal IV, Durchgang zur Passage (Foto: Geoprofi Lars, 19. Juli 2021, CC-BY-SA-4.0)


    In der Passage, Portal II, Hofseite (Foto: Geoprofi Lars, 19. Juli 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Im Schlüterhof, Portal I, Hofseite (Foto: Geoprofi Lars, 19. Juli 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Im Schlüterhof, Portal V, Hofseite (Foto: Geoprofi Lars, 19. Juli 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Blick von der Karl-Liebknecht-Brücke auf die Ostseite des Schlosses, rechts Portal V (Foto: Geoprofi Lars, 19. Juli 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Blick über den Lustgarten zum Schloss (Foto: Geoprofi Lars, 19. Juli 2021, CC-BY-SA-4.0)

  • Günstig ist es nicht, aber das Café im Dom gegenüber war geschlossen. Offiziell nur mit 3G Regel Einlass, aber...


    In der Ecke spielt ständig eine Art Band mit völlig verzerrter Anlage, die nur Tiefen ohne Mitten oder Höhen produziert.


  • Bei meinem Besuch in der Münchner Residenz bin ich auf das Prunservice von Marie von Preussen gestoßen, das diese anlässlich ihrer Heirat mit dem bayerischen Thronfolger Maximilian II. nach München brachte. Eine der Blumenvasen zeigt ein uns allen wohl bekanntes und hochverehrtes Bild:

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Ein ärgerlicher Artikel, der an der Rekonstruktion des Berliner Schlosses kaum ein gutes Haar lässt. Diesmal vom Londoner „Guardian“.


    Wie bei vielen Artikeln zum Thema Architektur stelle ich leider fest, dass meine Meinung oft diametral von der des Verfassers abweicht.


    Tröstlich sind dann zumeist die Leserbriefe, die

    mir bestätigen, dass ich doch nicht so weit vom Kurs abgekommen bin.


    Auch in diesem Fall entschädigt das Lesen der Zuschriften für den Verdruss, den der Artikel bereitet.


    https://www.theguardian.com/cu…lin-museum-humboldt-forum





  • Habe lange nicht mehr so einen Mist gelesen.


    Shop:

    The museum gift shop has never been such an ideological battleground

    So wie der frühere Palast der Republik


    Schlossgeschichte:

    The city’s former royal palace, which was bombed to pieces in the second world war. Genau! Pulverisiert. Siehe Bild.

    https://berliner-schloss.de/en…/01/20090521184829444.jpg.


    Ostfassade:

    It greets the River Spree with a stripped-back concrete grid, giving chilling echoes of the more recent fascist past.

    Und das auf dem Boden der früheren Hauptstadt der DDR!


    Schloss:

    The Frankenstein complex

    "Wollte er sein Wesen anfangs noch schön und wohlproportioniert formen, konzentrierte sich Viktor in seinem Eifer zu sehr auf sein eigentliches Ziel, Leben zu erschaffen, sodass er diesen Bereich vernachlässigte". Damit ist diese Bezeichnung eine Fundamentalkritik an der modernistischen faschistischen Ostfassade. Denn die anderen 3 sind schön und wohlgeformt.


    Architekt:

    Stella was a surprising choice. More used to designing villas, he has never built anything on this scale, and it shows.

    Kein Wort über die ganzen Ostdeutschen Kunsthandwerker, die die Fassade in mühevoller Arbeit wiederhergestellt haben.

    Kein Wort über die erstaunliche architektonische Finesse, welches das Schloss letztlich zeigt, bei einem Architekten, dem man offenbar in UK nichts zutraut. Aber Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Siehe Brexit.


    Verharmlosung der DDR:

    The whole experience makes it easy to be nostalgic for the Palast der Republik.

    Das kann man nur schreiben, wenn man absolut gar keine Ahnung hat, wenn man nicht einen Tag im real-existierenden Sozialismus genossen hat. Wenn man nicht weiß, dass man früher um vom P-Berg nach Wedding zu fahren, einen Ausreiseantrag stellen musste und heute einfach wieder mit der Straßenbahn fahren kann. Oder wenn man nicht weiß, dass selbst für Erichs-Lampenladen nie ausreichend Ersatzglühbirnen zur Verfügung standen und der Stromverbrauch verglichen mit heutiger Technologie immens war. Aber Hauptsache die eigene Ideologie nimmt keinen Schaden!


    Geschichtsexpertise:

    The Soviet building (Palast der Republik)

    Was ist an dem Betonklotz Ostdeutscher Prägung bitte ein Sowjetisches Haus???

    Klingt damit ebenfalls abwertend. Offenbar widerspricht sich der Autor hier wieder mal selbst.


    Fazit: Der Autor liefert eigentlich eine Steilvorlage, weil sein Text an vielen Stellen die Modernisten mit Faschisten gleichsetzt.


    Am besten ist dieser Satz von der Zeitung selbst:

    Tens of millions have placed their trust in the Guardian’s high-impact journalism.

    Wie bitte? Typisch Westen - Überheblichkeit bis zum Geht-nicht-mehr.

  • Es gibt leider nur wenige Schlosskritiker die jetzt sagen,schön das es wieder da ist.Aber die meisten Schlossgegner bleiben auch jetzt noch bei ihrer hartnäckigen Meinung.

    Es zeugt von Stärke und Einsicht von einem festgefahrenen Standpunkt abzuweichen wenn das was sie immer ablehnten und verbal bekämpften dann ein voller Erfolg wird.Aber das können die wenigsten.

  • Frau Zeidler hat an der Humboldt-Uni Kunstgeschichte und Theaterwissenschaften studiert und viel über DDR-Moderne, u.a. eine Geschichte der Prager Straße in Dresden geschrieben. Da ist das Ergebnis recht vorhersehbar.

    Es ist nur erschreckend welche Qualitätsblätter diesen unsinn immer wieder drucken.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Aus dieser Perspektive sieht man ganz deutlich,wie sehr dem Schlossplatz die angemessene Möblierung fehlt,und ein bissel Grün.

  • Das Schöne an diesem Portal ist das originale schmiedeeiserne Geländer. Oder wurde das unter der DDR damals auch rekonstruiert? Das ist wesentlich prachtvoller als die neuen rekonstruierten Geländer. Außerdem (wie am Vorkriegszustand) ist es komplett vergoldet. Warum das an den neuen Geländern nicht auch so gemacht wurde verstehe ich nicht.

  • Das Schöne an diesem Portal ist das originale schmiedeeiserne Geländer. Oder wurde das unter der DDR damals auch rekonstruiert? Das ist wesentlich prachtvoller als die neuen rekonstruierten Geländer. Außerdem (wie am Vorkriegszustand) ist es komplett vergoldet. Warum das an den neuen Geländern nicht auch so gemacht wurde verstehe ich nicht.

    Das Gitter hier ist das gleiche, wie es auch im 1. OG des neu rekonstruierten Portal IV zu finden ist (siehe Rastrellis Bilder höher auf dieser Seite). Es ist außerdem dort nur minimal weniger vergoldet. Dadurch, dass nicht das komplette Gitter vergoldet wurde, kommen die Ornamente, die vergoldet wurden, besser zur Geltung.

  • Habe mir gestern den neuen Hirmer-Bamnd zum Berliner Schloss gekauft. Nicht seeeeehr dick, aber für 20,-- € dennoch ein Schnäppchen.


    Mit sehr, sehr vielen schönen Aufnahmen der Fassaden von allen Seiten, bei Streiflicht (Scharruren!!!), im Winter, bei Nacht und natürlich in unendlich vielen Details.


    Der Haupttext ist von Peter Stephan und geht über die Schlüter-Esosanderschen Fassadenkonzeptionen und die Ikonographie. Dann gibt es noch andere Beiträge (mit tollen Bildern) zu den Steinmetz- und Bildhauerarbeiten.

    Einen Text von Y. Stuhlemmer zur Frage, wie die Reko im Plan mit diesen unendlich vielen, aber wichtigen Unregelmäßigkeiten entstanden ist, vermisse ich aber nach wie vor im Umfeld der Schloss-Literatur. Denn er hat mindesten einen genausogroßen Anteil an dem Werk wie von Boddien, Stella und die Bildhauer (und die Spender natürlich) .


    Sehr zu empfehlen. Quasi das "Berliner Schloss für zuhause".


    Einmal mehr wird mir, der ich das Schloss noch nicht im "Original" in Berlin gesehen, habe, klar, was da für eine Giganten-Arbeit geleistet worden ist (oder waren es die Zyklopen? Bin mir gerade nicht sicher). Jedes, auch auf gewissen Seiten immer wieder gern geübte Jammern über die nicht vorhandenen Innenräume erübrigt sich erst einmal, wenn man dieses unfassbare Architekturwunder sieht.


    Danke Wilhelm von Boddien!!