Berliner Schloss

  • Weil die „bösen Kolonialherren“ in diesem Schloss wohnten, vermute ich mal.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Weil die „bösen Kolonialherren“ in diesem Schloss wohnten, vermute ich mal.

    Ja, aber das ist doch eine peinliche Argumentation. Selbst, wenn ein Teil aus Kolonien finanziert wäre, würde man deswegen doch nicht einem Gebäude dafür dann die Schuld geben und es abreißen symboltrabend. Das ist genauso, wie die Leute, die mir ins Gesicht sagen, dass ich verantwortlich bin für die Taten meines Großvaters. Oder reißen wir ab jetzt die Häuser von verfehlten Menschen ab? Verbrennen ihre Gegenstände, da sitzt der Teufel drin? Wegen solch einem lächerlichen Mist wird es bald keine Erinnerungskultur mehr geben, da sagt doch jeder, da ziehe ich mich komplett raus aus so einem Narrentum.

  • Ja, aber das ist doch eine peinliche Argumentation. Selbst, wenn ein Teil aus Kolonien finanziert wäre, würde man deswegen doch nicht einem Gebäude dafür dann die Schuld geben und es abreißen symboltrabend. Das ist genauso, wie die Leute, die mir ins Gesicht sagen, dass ich verantwortlich bin für die Taten meines Großvaters. Oder reißen wir ab jetzt die Häuser von verfehlten Menschen ab? Verbrennen ihre Gegenstände, da sitzt der Teufel drin? Wegen solch einem lächerlichen Mist wird es bald keine Erinnerungskultur mehr geben, da sagt doch jeder, da ziehe ich mich komplett raus aus so einem Narrentum.

    So ist es mit denen leider...

    Zumindest wirkt das auf mich so.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Freunde, beruhigt Euch. In unserem Staat darf man jeden Blödsinn behaupten und die Demo (Bild) hat immerhin gezeigt daß Palastfans und die "Dekolonisize"-Truppe nicht mal 50 Menschen auf die Beine bringen und damit nur über die Medienresonanz lebt. Zudem zeigt die Demo, daß mit Anti-Reko-Sein allein kein Staat zu machen ist - ohne Benin-Bronzen und Mohrenstraße kommen nichtmal die 50 People zusammen.


    Also: Entspannt Euch.


  • Auch ich war ein Gegner des Schlosswiederaufbaus, natürlich auch weil der Palast der Republik dafür abgerissen werden musste. Für mich als geborener DDR- Bürger ein Akt von Siegerwillkür, alles was DDR war, sollte weg. Doch mittlerweile habe ich mich mit dem Schloss, äh Humboldtforum angefreundet, ich staune über die herrlichen Fassaden, den Schlüterhof, das Eosanderportal.

    Nun mal ein Vorschlag, den ich schon mal gemacht habe. Warum nicht den Palast der Republik ERNEUT aufbauen, auf dem Platz des Marx- Engels - Forums? 180° gedreht würde er einen passenden Abschluss des Fernsehturmsgelände geben und auch zur modernen Ostfassade des Humboldforums bilden. Auch der PdR gehört zu Berlin. Genutzt wurde er ja immer, nicht nur zu Parteitagen. Viele, auch ich persönlich, verbinden schöne, unvergessliche Erinnerungen an ihn, mit ihm.

    Das ist nur ein persönlicher Vorschlag.

    In der Architektur muß sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten

  • Die Idee ist wirklich eigentlich nicht schlecht.


    Die Fassaden würden bezahlt durch die Spenden, die der lustige Palastverein gesammelt hat.


    Natürlich muss man auch hier an die wichtigen "Brüche“ denken! Um diese deutlich zu machen, bekommt der Palast zur Spreeseite eine Fachwerkfassade!

  • Die Idee ist wirklich eigentlich nicht schlecht.


    Die Fassaden würden bezahlt durch die Spenden, die der lustige Palastverein gesammelt hat.


    Natürlich muss man auch hier an die wichtigen "Brüche“ denken! Um diese deutlich zu machen, bekommt der Palast zur Spreeseite eine Fachwerkfassade!

    Ich erkenne den Sarkasmus.

    In der Architektur muß sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten

  • Auch ich war ein Gegner des Schlosswiederaufbaus, natürlich auch weil der Palast der Republik dafür abgerissen werden musste. Für mich als geborener DDR- Bürger ein Akt von Siegerwillkür, alles was DDR war, sollte weg. Doch mittlerweile habe ich mich mit dem Schloss, äh Humboldtforum angefreundet, ich staune über die herrlichen Fassaden, den Schlüterhof, das Eosanderportal.

    Nun mal ein Vorschlag, den ich schon mal gemacht habe. Warum nicht den Palast der Republik ERNEUT aufbauen, auf dem Platz des Marx- Engels - Forums? 180° gedreht würde er einen passenden Abschluss des Fernsehturmsgelände geben und auch zur modernen Ostfassade des Humboldforums bilden. Auch der PdR gehört zu Berlin. Genutzt wurde er ja immer, nicht nur zu Parteitagen. Viele, auch ich persönlich, verbinden schöne, unvergessliche Erinnerungen an ihn, mit ihm.

    Das ist nur ein persönlicher Vorschlag.

    Warum Siegerwillkür?

    Das Berliner Schloss war doch auch ein Teil der Geschichte der Vorfahren der DDR Bürger und nicht West-Deutschlands!


    Und was wäre Berlin ohne den Fernsehturm ? Und der ist ja mal sowas von DDR!


    Was ich auch ganz schrecklich an diesen Abriss-Aktivisten finde ist, dass der Kraftaufwand und die handwerkliche Kunst die dort hinein geflossen sind mit solchen Aktionen diffamiert wird. Und den Künstlern unrecht angetan wird.


    Und was soll der Vorwurf, dass das Geld woanders besser investiert wäre? Die Fassade wurde privat finanziert!

    Einmal kann es ja sein, dass diese Menschen sich auch anderweitig wohltätig engagieren und auch wenn nicht, kann man ihnen ja wohl kaum vorschreiben wo sie ihr privates Geld auszugeben haben.


    Und ja Berlin ist so groß, eigentlich ist doch wirklich Platz für alle da. An anderer Stelle kann von mir aus der "Palast" der Republik wieder aufgebaut werden.

    Übrigens, wäre der "Palast" im Stil der Karl Marx Allee gebaut worden wäre er sicher nicht abgerissen worden.

  • Den PDR wiederaufzubauen halt ich für wirklich nicht schlecht, und damals wäre mir eine Translozierung - ähnlich wie in DD mit dem KP - als beste Lösung erschienen. Freifläche, die man nicht sinnvoll zu gestalten in der Lage ist, gibt es ohnedies genug. Dazu passt der PDR einfach gut zum Dom und zum Fernsehturm. Gegenüber der Stellafassade könnte der PDR ganz sicher keinen Schaden anrichten und wäre sogar eine Aufwertung. Ich fürchte, dass man dies nicht tun wird und zwar aus dem Grund heraus, weil man damit einen Fehler eingestehen würde, den man ja gar nicht gemacht hat.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • bekommt der Palast zur Spreeseite eine Fachwerkfassade!

    Nein, er bekommt die historische Ostfassade des Schlosses, an deren Stelle nun die Stella-Fassade steht. Das wäre mal richtig interessant.


    Bloß, den Demonstranten, die "Konstantindegeer" verlinkt hat, geht es mit Sicherheit nicht um den Palast der Republik. Die spielen nur etwas mit der Ostalgie einiger Ex-DDR-Bürger. Es geht ihnen vielmehr um die neomarxistische Dekonstruktion jeder nationalen Freude der Deutschen. So lange die Erwähnung des PdR dafür irgendwie nützlich ist, wird er erwähnt, danach kräht von denen ohnehin kein Hahn mehr danach.

  • Der rbb bringt eine umfassende Doku zum Berliner Schloss und Humboldt Forum. In einer Stunde Sendezeit werden die verschiendensten Aspekte des Humboldt Forums beleuchtet. Zahlreiche Akteure kommen zu Wort. Sehr interessant.


    Das Humboldt Forum - rbb / ardmediathek.de (verfügbar bis 21. Juli 2022)


    Hartmut Dorgerloh sagt am Schluss, heute würde man wohl über einen möglichen Abriss des Palastes der Republik anders diskutieren als kurz nach dem Mauerfall. Das meint wohl, man würde den PdR erhalten. Ich meine: Die Auseinandersetzung mit den kommunistischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts ist derzeit nicht gerade populär. Vor diesem Hintergrund erscheint es mir um so wichtiger, dass gleich vor dem Humboldt Forum das Freiheits- und Einheitsdenkmal gebaut wird. Es erinnert an eine Revolution, die schon fast vergessen zu sein scheint. Selbst unser "kaffeesachse" leidet ja unter massiven Erinnerungsstörungen. Die Umdeutung der Geschichte, die von Egon Krenz mit der Prägung des Begriffs "Wende" erfolgreich begonnen und von seinen politischen Erben kontinuierlich weitergeführt wurde, zeigt beachtliche Erfolge. Dass die absurde Forderung nach einer Reko des PdR gestern durch den öffentlich-rechtlichen rbb als ernsthafte Meldung verbreitet wurde, sollte nachdenklich stimmen. Dorgerloh deutet an, dass er das Kreuz lieber nicht auf der Schlosskuppel hätte.


    Dorgerloh: "Man kann nicht unschuldig rekonstruieren."


    Am Anfang der Doku sind Wilhelm von Boddien und Klaus-Dieter Lehmann zu sehen, die die Idee für die Schlossreko und für deren inhaltliche Ausgestaltung als Humboldt Forum einst entwickelten. Seitdem hat sich der Zeitgeist in Deutschland doch sehr gewandelt.

  • Das ist richtig, es gibt heute mehr Befürworter für die DDR Architektur als kurz nach dem Mauerfall.

    ( siehe Potsdam).Heute würde auch härter um die Existenz des PdR gerungen werden als damals.

  • Selbst unser "kaffeesachse" leidet ja unter massiven Erinnerungsstörungen.

    Was soll das denn heißen? Weil er gute Erinnerungen an den Palast der Republik hat? Weil er sein Leben in einem Staat leben musste, den er sich, wie jeder andere Mensch, bei seiner Geburt nicht ausgesucht hat? Komisch, wenn unsere Großeltern sagen, im Dritten Reich war ja nicht alles schlecht, dann nicken viele und sagen: Klar, die sind da aufgewachsen, die wussten es nicht anders. Und ganz schlecht war ja sicher auch nicht alles. Aber wenn ein DDR-Bürger dasselbe sagt, wird er hier im Forum von allen Seiten torpediert. Absurd. Dieses Forum strotzt nur so von Widersprüchen.

    Es ist nervig, wie hier die eigenen Vorstellungen immer als absolute Wahrheiten dargestellt werden. Es wäre wünschenswert, wenn man konsensfähiger werden würde. Und sollte das nicht gelingen, wäre es super, wenn hier einige lernen würden, einfach die Klappe zu halten. (Ich übe das, wenn ich beispielsweise auf die Kommentare von Heimdall zum Klimawandel einfach nicht mehr antworte ;-) Spart Zeit und Nerven. Und man merkt, dass man viel öfter den Mund halten und damit leben sollte, dass andere ihre eigene Meinung haben und in ihrer eigenen Welt leben.)

  • Vor diesem Hintergrund erscheint es mir um so wichtiger, dass gleich vor dem Humboldt Forum das Freiheits- und Einheitsdenkmal gebaut wird. Es erinnert an eine Revolution, die schon fast vergessen zu sein scheint.

    Es ist fraglich, ob es heute überhaupt noch entstünde. Man beachte, wie viele Jahre ein solches (überarbeitetes) Denkmal in Leipzig, nach der Ablehnung der (für mich infantilen) bunten Hocker, nun schon bewusst verschleppt wird. Selbst ein Geschenk, wie das kleine Denkmal von Miley Tucker-Frost, wird dort mit (für mich organisierten) Shitstorms abgelehnt. In Frankfurt am Main wurde selbst die Errichtung einer kleinen Gedenkstele zur Deutschen Einheit vor wenigen Jahren abgelehnt, mit Stimmen von der Linken bis zur CDU.


    Die Erinnerung an 1989/90 passt den Kreisen, die den Überbau kontrollieren, nicht. Folglich soll sie möglichst aus dem kollektiven Gedächtnis verschwinden und zur Bierstand-Feier kleingeschoben werden. Das ist übrigens bei der Erinnerung an die Vertreibung nicht anders. Sie erfährt nur im Rahmen einer allgemeinen Migrations-Propagierung eine klitzekleine Renaissance.


    P.S.: "Grimminger", nur eine kleine Randbemerkung zu Deinem Posting. Wenn Du wüsstest, wie oft auch ich meine "Klappe halte", weil ich mir sage, dass es sich ohnehin nicht lohnt, etwas dazu zu äußern. Auch hier im Forum. :zwinkern:

  • Ich würde mal behaupten, dass wenn jemand tatsächlich öffentlich sagte, im Dritten Reich sei nicht alles schlecht gewesen und man solle doch bitte die Neue Reichskanzlei als Teil einer Ära, in der viele Deutsche sozialisiert wurden, rekonstruieren, seinen Job und das Gros seiner Freunde los wäre und auf linksradikalen Plattformen seine Adresse veröffentlicht würde. Bei der DDR findet hingegen eine Verniedlichung und ein politisch-mediales Wohlwollen statt, das 40 Jahre Anpassungsdruck, Bespitzelung, Misstrauen, Angst und die Zerstörung von Existenzen bagatellisiert. Diesen Vergleich halte ich daher für absurd.

  • Das Grundstück des PdR ist inzwischen überbaut. Der Palast müsste deshalb wo anders errichtet werden. Da könnte man ihn auch in Japan nachbauen oder auf dem neuen Berliner Flughafen. Dort würde er meiner Meinung nach sogar sehr gut hinpassen. Er würde sehr zentral liegen und böte allen ehemaligen DDR-Bürgern die Möglichkeiten, dort ihre Erinnerungen aufzufrischen.

    Allerdings ist es kein Grund, ein abgerissenes Gebäude zu rekonstruieren, nur weil viele Bürger gute Erinnerungen an dieses Haus haben.

    Ich habe meine Frau im Oberberghof in Ulm kennengelernt. Der wurde abgerissen, weil er der Universität im Wege stand. Kann ich deshalb erwarten, dass das Gebäude wegen meiner guten Erinnerungen irgendwo erneut aufgeführt wird? Das sieht man doch, wie unsinnig solche Gedanken sind.

  • Ich würde mal behaupten, dass wenn jemand tatsächlich öffentlich sagte, im Dritten Reich sei nicht alles schlecht gewesen und man solle doch bitte die Neue Reichskanzlei als Teil einer Ära, in der viele Deutsche sozialisiert wurden, rekonstruieren, seinen Job und das Gros seiner Freunde los wäre und auf linksradikalen Plattformen seine Adresse veröffentlicht würde. Bei der DDR findet hingegen eine Verniedlichung und ein politisch-mediales Wohlwollen statt, das 50 Jahre Anpassungsdruck, Bespitzelung, Misstrauen, Angst und die Zerstörung von Existenzen bagatellisiert. Diesen Vergleich halte ich daher für absurd.

    Ich halt diesen Vergleich nicht für absurd. Ich empfinde beispielsweise die Bauten am Fehrbelliner Platz, das Haus der Kunst in München, die Bauten auf dem Reichsparteitagsgelände etc. für durchaus gelungene Bauten, die ich mir auch gerne anschaue. Mir gelingt es offenbar, die Architektur aus einem ästhetischen Gesichtspunkt zu betrachten und das Politische auszublenden. Kaffeesachse verbindet hierzu noch positive Erlebnisse, die für ihn ebenfalls völlig unpolitisch sein dürften, mit dem Gebäude. Im Übrigen würde ich mir auch wünschen, die Kolonnaden der Zeppelintribüne wieder zu rekonstruieren. Natürlich ohne jedwede Hoheitszeichen.

  • Da wäre meine ganz persönliche rote Linie überschritten. Aus Diktaturen deren ja auch doch immer ideologisch aufgeladenen Architektur wiederherzustellen, also neu zu bauen, ist bei allem Ethos für die Suche nach der besten Architektur für den jeweiligen Ort nicht mit mir selbst vereinbar. Das macht ja gerade Diktaturen auch aus, dass sie Architektur missbrauchen, wie alles, um ihre Macht zu demonstrieren, zu festigen, eine Art der Selbstvergewisserung, und das deutlich prägnanter, als wenn irgendwelchen Architekturtrends die Masse individuell folgt.

  • Nein, er bekommt die historische Ostfassade des Schlosses, an deren Stelle nun die Stella-Fassade steht. Das wäre mal richtig interessant.


    Bloß, den Demonstranten, die "Konstantindegeer" verlinkt hat, geht es mit Sicherheit nicht um den Palast der Republik. Die spielen nur etwas mit der Ostalgie einiger Ex-DDR-Bürger. Es geht ihnen vielmehr um die neomarxistische Dekonstruktion jeder nationalen Freude der Deutschen. So lange die Erwähnung des PdR dafür irgendwie nützlich ist, wird er erwähnt, danach kräht von denen ohnehin kein Hahn mehr danach.

    wenn ich das alles so lese denke ich nur : Gibt es denn so viel Selbsthass in Deutschland? jedenfdalls Hass auf der Deutschen Geschichte? auch der vergangenen 75 Jahren? ( also die Zeit nach 1945 bitte)


    Uebrigens konnte man de PdR in Marzahn z.B wiederaufbauen:

    da gab es "" frueher"" ganz viele Freunde de SED Nachfolge Partei...weiss garnicht ob das jetzt, anno 2021 , noch so ist,?