Berliner Schloss

  • ArthurV.Aragon

    Du hast den "Witz" an der Sache nicht verstanden. Die Fotos sind gestellt. Die Kinder gehören Mitarbeitern des Hufos und haben in deren Auftrag zu Marketingzwecken posiert. Also ein Fall von Kinderarbeit.


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    Stiftungssprecher Mathis weist die Vorwürfe zurück: „Die Bildserie ist keine explizite Aufforderung, sondern sie zeigt symbolisch, dass das Humboldt Forum ein Ort für alle und insbesondere für Kinder und Familien ist. Bei vielen Menschen gibt es im Hinblick auf Kulturinstitutionen und Museen als ‚Tempel der Künste‘ nach wie vor Zurückhaltung für einen Besuch.“ Er versichert: „Es ist nicht zu Schäden und Verschmutzungen gekommen.“

    (Quelle beider Zitate: bz-berlin.de/kultur/muss-das-sein-das-berliner-schloss-ist-doch-kein-kletter-spielplatz


    Die Bildserie ist also rein symbolisch und soll signalisieren, dass Kinder im Hufo willkommen sind. Der Text dazu:

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    NIMM PLATZ! Rambazamba statt Etepetete: Berlins schönster Platz wartet auf das Leben. Kinder zeigen, was auf dem Schlüterhof alles geht.

    bezieht sich ausdrücklich auf eine spezielle Ausstellung für Kinder - "Nimm Platz!" -, die zu den Eröffnungsausstellungen des Hufos gehört.


    Dem kulturaffinen Zeitgeistdeutschen dürfte sich beim Anblick der Fotos die Frage aufdrängen, warum kein Kind mit sichtbarem Migrationshintergrund dabei ist. Insofern erscheint der Marketinggag schon wieder zu kurz gesprungen.


    Zu begrüßen wäre auch eine Dekorierung des Schlüterhofs mit Regenbogenfahnen. Und warum nicht in der Mitte des Hofs einen Kaiser Wilhelm als Pappkameraden auf dem Kopf stehend platzieren und von den Kiddies mit Eiern bewerfen lassen? Dekolonisierung als Kindergeburtstag. Ja, man kann sich noch viele lustige Sachen fürs Hufo ausdenken. Die Party beginnt ja gerade erst.


    Die Farbenkreise im Schlüterhof haben sicher eine Funktion bei der Eröffnungsveranstaltung (wie Resurrectus schon vermutete) und kommen dann wieder weg.


    (Disclaimer, bevor es zu Missverständnissen kommt: Ich finde die Fotoaktion mit den herumturnenden Kindern total bescheuert.)



    PS: Es ist euch hoffentlich nicht entgangen, dass das niederländische Königspaar vor einigen Tagen zu einem Staatsbesuch in Deutschland weilte und dabei auch dem Berliner Schloss einen Besuch abstattete.

  • Die Kletterei der Kinder und die bunten Punkte am Boden sind Respektlosigkeiten ersten Grades.

    Da rackern sich Künstler ab, und man kann mit deren Gewerken machen, was man will. Man kann drauf rumturnen, sie ins lächerliche ziehen und Kinder können sich sowieso benehmen, wie sie gerade wollen. Peinlich !

  • Das ist leider bei ganz vielen Bauwerken oder Denkmälern der Fall. Ich habe schon mehrfach das Holocaustmahnmal besucht, aber bereits beim ersten Mal musste ich enttäuscht erleben, dass es von (zu) vielen Besuchern als Fangen-und Versteckwiese oder als Möglichkeit zum Sonnenbaden missbraucht wurde. Ich habe es damals als regelrechte Entweihung dieses eigentlich würdigen Mahnmals empfunden. Aber so ticken wir heute nun mal, es muss aus allem ein Event gemacht werden. Aus vielen alten Denkmälern oder eben auch solchen, die gerade gebaut werden...

    (Off topic aus)

  • Noch schlimmer ist die Nutzung des Holocaustdenkmals als Urinal. Aber so ist nun man unsere Spaßgesellschaft....

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Noch schlimmer ist die Nutzung des Holocaustdenkmals als Urinal. Aber so ist nun man unsere Spaßgesellschaft....

    Leute die das Holocaust-Denkmal als Urinal nutzen, sind aber eher dem sehr rechten oder besoffenen Rand der Gesellschaft zu zuordnen. Falls ich mich irre und solch eine Respektlosigkeit bereits seinen Weg in die Mitte der Gesellschaft gefunden hat, dann frag ich mich wirklich wie die Zukunft aussieht...

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Leute die das Holocaust-Denkmal als Urinal nutzen, sind aber eher dem sehr rechten oder besoffenen Rand der Gesellschaft zu zuordnen.

    Eher dem Teil der Gesellschaft, der nur dem gerade anstehenden Bedürfnis nachgehen will ohne sich im geringsten Gedanken zu machen was sein Verhalten für Folgen hat oder es auf andere wirkt. Dass einer an das Holocaust Denkmal uriniert um damit ein politisches Statement zu setzten (außer dem ich darf alles immer und wo auch immer) dürfte doch recht selten vorkommen.


    Diese Kinderkletteraktion ist dagegen noch eher eine harmlose, wenn auch aus meiner Sicht (wie so oft) lächerliche Werbemaßnahme. Vielleicht sollten sich Museen bei ihrer Außendarstellung nicht so sehr von Werbeagenturen die sonst versuchen überflüssige Artikel an den Kunden zu bringen beraten lassen, sondern mit dem werben was sie zu bieten haben. Ob Menschen ein Museum besuchen, weil es als "cool" im Umgang mit Kindern daherkommt, wage ich zu bezweifeln.

  • Ich sehe das Problem mehr im Denkmal selbst. Ein Denkmal das zu abstrakt ist, um als Denkmal erkannt zu werden ist keines. Es muss von sich aus Würde ausstrahlen. Klar, hat da jeder seine eigene Wahrnehmung bis zu einem gewissen Grad, aber ich hätte noch nie gehört, dass beispielsweise das Holocaustdenkmal in Dachau geschändet worden wäre durch solche Taten, die ja offenkundig aus Unwissenheit stattfinden. Genauso die Missinterpretation als Spielplatz.

  • Ich sehe das Problem mehr im Denkmal selbst. Ein Denkmal das zu abstrakt ist, um als Denkmal erkannt zu werden ist keines.

    Das ist kein Argument. Das Holocaustmahnmal ist als Denkmal erkennbar, beschriftet und sollte eigentlich jedem Berliner und Berlin Touristen bekannt sein Aber selbst wenn es sich um kein Denkmal handeln würde, uriniert man nicht einfach dahin!

  • Das ist kein Argument. Das Holocaustmahnmal ist als Denkmal erkennbar, beschriftet und sollte eigentlich jedem Berliner und Berlin Touristen bekannt sein Aber selbst wenn es sich um kein Denkmal handeln würde, uriniert man nicht einfach dahin!

    Ich sehe es einfach pragmatisch. Ich finde das auch abstoßend, aber wenn es eventuell an Toiletten mangelt passiert wohl soetwas mal. Ich war an dem Mahnmal vor vielen Jahren und da war es nicht ersichtlich, dass es sich um ein Mahnmal handelt. Das war einfach ein Feld mit schwarzen Quadern. Eine Kunstinstallation vielleicht. Wenn das heute besser kommuniziert wird ist das gut, es lädt trotzdem, wenn seine Funktion nicht ganz klar ist, ein es ,,falsch zu benutzen".

  • es lädt trotzdem, wenn seine Funktion nicht ganz klar ist, ein es ,,falsch zu benutzen".

    Ehrlich gesagt finde ich es etwas befremdlich, dass wir hier über so etwas überhaupt diskutieren müssen. Da muss man sich auch nicht wundern wenn Menschen die sich nicht so für Kunst und Geschichte interessieren wie die hiesigen Foristen überall urinieren oder Abfall hinwerfen.

  • Ehrlich gesagt finde ich es etwas befremdlich, dass wir hier über so etwas überhaupt diskutieren müssen. Da muss man sich auch nicht wundern wenn Menschen die sich nicht so für Kunst und Geschichte interessieren wie die hiesigen Foristen überall urinieren oder Abfall hinwerfen.

    Also mit Verlaub, aber das ist jetzt ja mal unerhörter Quatsch, so nach dem Motto soso der Herr Majorhantines goutiert das Verhalten und provoziert somit, dass uriniert und vermüllt wird. Ich habe lediglich den Standpunkt vertreten, dass ein Vorwurf hier leicht formuliert ist, es aber Umstände gibt, die eben nicht zu einer Skandalisierung taugen. Z.B. nannte ich eben, wenn dort womöglich keine Toiletten weit und breit vorzufinden wären oder auch kann ich mir vorstellen, dass Kinder Schwierigkeiten haben, das Konzept hier zu verstehen und auf den Steinen herumklettern. Und es tut mir leid, aber die Ausgestaltung ist insofern einfach nicht ideal für städtische Räume. Man hat dort viel (ja auch geplante) uneinsehbare Bereiche, gleichzeitig eine Anordnung, die draufklettern gerade einlädt. Ich kann auch eine Metallinstallation in eine Stadt stellen, die scharfkantig ist, und dann mich beschweren bei verletzten Menschen, dass man Kunst nicht anfasst.

  • Jeder halbwegs gut erzogene Mensch weiß, dass man nicht einfach irgendwo hinuriniert, Denkmal oder nicht. So etwas mit fehlenden Toiletten zu entschuldigen ist peinlich. Es gibt genügend Hotels, Bars und Restaurants im Umkreis, wo man dieses Bedürfnis stillen kann, dazu noch öffentliche Bedürfnisanstalten. Und in der allergrößten Not gäbe es auch noch den Tiergarten auf der anderen Straßenseite mit jeder Menge Bäumen (was aber auch schon grenzwertig ist).

  • Nee - die ist nicht abgebrochen - die ist nur verdreht.

    War sie nun in den 50ern verdreht oder erst neuerdings ?

    Was ist historisch richtig ?