Berliner Schloss

  • Da will ich dir gar nicht widersprechen. Ich hoffe, dass die Menschen den Blick auf dieses schöne Stück Berlins bald von vielen Stellen aus entspannt genießen werden. Ich freue mich allerdings auch, dass die Leute den Blick von da oben aus in aller Ruhe auskosten können. Worauf ich hinaus will, ist, dass das, was wir da oben sehen, was manchen stört, an sich doch etwas Positives ist. Man erkennt einen Ort auf dem Dach, den die Leute genießen werden. Es handelt sich nicht um schnöde Abluftrohre oder Toiletten, sondern das, was wir da erblicken, wird mit Sicherheit einer der Lieblingsorte vieler Freunde des Humboldtforums. Deshalb kann ich das Phänomen der sichtbaren Dachterrasse nicht so negativ bewerten.

  • Das Dachrestaurant offenbart die heutige Funktions des Ortes. Es ist ein Bau für die breite Gesellschaft. Und ja, im vermeintlichen Schloss wird auch mal ein Kaffee getrunken. Da oben werden die Menschen fröhlich auf die herrliche Umgebung blicken, bevor sie später von einem schönen Tag im neuen alten Schloss erzählen. Ich gehe davon aus, dass diese Terrasse inklusive Café ein positiver und beliebter Ort sein wird, und dieser darf für mich dann auch ein bisschen sichtbar sein

    Berlin Stadtschloss 7.11.20


    Leider (zer)stört das Dachrestaurant ausgerechnet die bedeutendste klassische Sichtperspektive des alten Berlins, nämlich die von den Linden in Höhe Friedrich-Denkmal in Richtung Schloss. Es gibt in Berlin nicht viele Blickperspektiven, bei denen das Auge eigentlich nur auf Schönes, Altes, Klassisches trifft, in der sich die spezifische Baukultur der Stadt in einem einzigen Anblick erschließt. Mit der Schlossrekonstruktion wurde dieser Anblick mühevoll wiederhergestellt - und mit dem Dachrestaurant gleich wieder versaut. Vermutlich weil die maßgeblichen Planer, die dieses Desaster hätten verhindern können, im entscheidenden Moment nicht ausreichend aufgepasst haben. Nun wird es vorerst nur schwerlich zu korrigieren sein, und das ist schlimm genug.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Ich finde nicht, dass es die Sache "zerstört". Denn dann "zerstören" auch der Bus auf dem Bild und die anderen Autos die gesamte Ansicht. Nicht zu vergessen der U-Bahn-Eingang , die Ampel, die Straßenschilder und vieles, vieles mehr. Man muss das Café nicht mögen, aber man muss auch das sehr, sehr große Wort der "Zerstörung" der gesamten Perspektive nicht wählen.

  • Das ist doch ein Vergleich zwischen Apfel und Birnen.

    Busse, Autos, Ampeln, Verkehrsschilder (deren Flut man allerdings stark einschränken könnte) sind nun mal

    Attribute der modernen Gesellschaft im Zentrum einer Hauptstadt, auf die man nur schwerlich verzichten kann.

    Auf das Dachcafé an dieser Stelle hätte man sehr wohl verzichten können.

    Leider scheint auch der U-Bahn-Eingang stilistisch an dieser Stelle ein Fehlgriff zu sein. Im Untergrund ein Märchen mit Sternenhimmel, auf der Straße klobig und aufdringlich. Den Aufzug zur Schaffung der Barriefreiheit hätte sich mit gutem Willen sicherlich auch an nicht so exponierter Stelle errichten lassen.

  • Den Freßwürfel auf dem Dach hätt es nun wirklich nicht gebraucht!


    Es wirkt wie eine häßliche Akne in einem ansonst schönen Gesicht.

  • Optisch etwas entschärfen könnte man das Dachrestaurant im nachhinein mit der kleinen Routunde die ja beim Orginal dort auf der Ecke mal stand.Aber man muss erst einmal alles anlaufen lassen und dann weiter sehen.Das Dachcafe wird, denke ich, dauerhaft dort oben bleiben.Architektonische Nachbesserungen sind aber immer möglich.

  • Vermutlich weil die maßgeblichen Planer, die dieses Desaster hätten verhindern können, im entscheidenden Moment nicht ausreichend aufgepasst haben....

    Also ohne an Paranoia zu leiden, aber mir fällt es schwer, da an Zufall zu glauben.


    Auffällig ist doch, dass quasi von allen Seiten krampfhaft irgendwelche ahistorischen und disharmonischen "Zutaten" erfolgen.

    Wir haben die Ostfassade, die natürlich so gebaut ist, dass sie auch als ein Stück der Nord- und Südfassade zu sehen ist.

    Vor die Westfassade kommt die Einheitswippe. Am Boden an der Lustgartenseite diese seltsamen Einfassungen mit den Birken. Und Quasi als "Krönung" noch die Dachterrasse.

    Es ist also trotz der großartigen Rekonstruktion faktisch von keiner Seite möglich, den ursprünglichen Zustand pur zu sehen, noch nicht mal von oben.

  • Das Eckrondell.

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    Aufgefallen ist mir, dass die Werksteinarbeiten hier im unteren Bereich mit einem Spalt abschließen.


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    Das ist sicherlich nichts Schlimmes, aber es ist doch auffällig, wenn man genau hinsieht; es fällt durchaus auch schon in der Gesamtsicht auf.


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    Weiter oben ab dem 2. OG sind dann aber die Gesimszwischenräume verschlossen worden.

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    Dann noch zum Thema Ausblühungen des Sandsteins. Dies war an den Sockelsteinen aufgetreten und ließ vermuten, dass Feuchtigkeit hochgestiegen war. Heute fiel mir jedoch an Portal IV auf, dass es auch höherliegende Bereiche betreffen kann.



    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Was die Zwischenräume am Eckrondell angeht, so ist das sicherlich vergessen worden zuzuspachteln. Finde ich sehr ärgerlich.

    Könnte /sollte man denen doch mal mit freundlichem Hinweis melden....

  • Kann es sein, dass die hier markierten Sandsteine ursprünglich auch verputzt waren? Das würde zumindest stimmiger wirken.



    Mantikor, ich hoffe es ist ok, wenn ich dein Bild hier verwende.

  • Könnte auch eine der zahlreichen Dehnungsfugen sein, die, wenn überhaupt wahrscheinlich eher mit einem flexiblen Dichtmaterial verschlossen werden. Ist meine Annahme!?

    Die Ausblühungen am Balkon rühren wahrscheinlich daher, daß das Regenwasser nicht senkrecht abtropft von der Kupferverblechung darüber, d.h. vielleicht ist die Tropfkante zu nah am Sandsteingesims und ungeeignet geformt. Dann rinnen die Tropfen übers Gesims entlang den Fugen auf die Unterseite. Kann mir nicht vorstellen, das die Oberfläche, also die Oberseite der Platte undicht wäre.

  • An einigen Stellen der Fassade findet man leider diese auffälligen und unschönen Fugen, nicht nur am Runden Eck. Geht es wirklich nicht ohne Dehnungsfugen? Warum hat das denn hunderte Jahre zuvor geklappt? Gerade diese fetten Fugen sind es, die moderne Bauten auf mich so billig und unbeständig erscheinen lassen.

  • Dann liefer mal einen realistischen Gegenvorschlag, der zeigt, dass es so überflüssig ist und hätte anders geamcht werden können.

  • Mich befremdet die Tiefgarage am Rondell. Das hätte man sich echt sparen können.

    Hätte man nicht. Irgendwo muss es eine Einfahrt geben. Wenn die Höfe vom Autoverkehr freigehalten werden sollen, die Spreeterrasse ebenfalls, dann bleiben nur die Übergänge zwischen der Ostfassade und den Barockfassaden an Nord- und Südseite für Ein- und Ausfahrt. Dort im Osten des Schlosses waren infolge des Baus des Palastes der Republik keine historischen Keller mehr vorhanden. Da konnte man eine Tiefgarage und Anlieferungszone hinbauen. Denk nur mal daran, dass das Humboldt Forum eine ganze Menge Müll produziert! Du siehst aber nirgends Mülltonnen.