Berliner Schloss

  • Hm, kann mal einer unserer wagemutigen Berliner bei Nacht die beleuchtete Rampe runtergehen und sich als Testperson zur Verfügung stellen. Blendet das "Leuchtkreppband" nicht tüchtig und läßt Einem ständig die Hand vor die Augen halten, oder ne Sonnenbrille aufsetzen? Drumherum sieht man dann nichts außer verwaschene graue Schleier.

    Ja ist schon gut, schon wieder mecker, mecker! Aber wie einfach wäre es gewesen unter den Rand der überkragenden Decksteine das Lichtband zu integrieren. 2 Fliegen mit einer Klappe: Schutz der Mauer und blendfreies Lichtband, das mehrheitlich den Weg beleuchtet und die Mauer mit und nicht nach oben streut. Zudem könnte sich kein Schmutz daran festsetzen, so wie am Boden.

    Wieso nur verachten die heutigen Archis das offensichtliche Praktische, über Generationen gut Erprobte mit dem Ästhetischen zu verbinden!?

    Na, damit wir hier wieder was genüßlich auseinander nehmen können, oder? Macht ja Spaß das Ungeliebte ad absurdum zu führen und wenn's auch nur Tegulas indoktrinierte, ideologisch nett gemeinten HeileWeltFantasien sind. :cool::biggrin:

  • Ich denke, auch euch ist schon aufgefallen, wie gut besucht das Schlossumfeld ist, wie viele Menschen es von allen vier Seiten umgehen. Für Corona-Zeiten finde ich das bemerkenswert. Und Passage und Schlüterhof sind geschlossen, weil man eine Überfüllung befürchtet. Das zeigt doch schon jetzt eine ganz beachtliche Akzeptanz!

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Ich finde die gelbliche Farbe des Lichtbandes der Rampe, wirkt auf mich wie zurückgelassenes Tesa Kreppband.

    Liegt vermutlich einfach daran, dass sie bei Tagesicht angeschaltet sind. Abends kommt dann die Belichtungszeit usw. dazu. Am besten schaut man es sich mal vor Ort an, statt mal wieder Haare in der Suppe zu suchen.

  • Ich denke, auch euch ist schon aufgefallen, wie gut besucht das Schlossumfeld ist, wie viele Menschen es von allen vier Seiten umgehen. Für Corona-Zeiten finde ich das bemerkenswert. Und Passage und Schlüterhof sind geschlossen, weil man eine Überfüllung befürchtet. Das zeigt doch schon jetzt eine ganz beachtliche Akzeptanz!

    Schon merkwürdig, nach der Presse ist das ganze Gebäude doch höchst umstritten. :wink:

    "Moderne Architektur heißt seit über 50 Jahren: Rechtwinklig, weiß, kahl, leer, gebaut von immer schwarzgekleideten Architekten."

    -Gerhard Kocher

  • Ich war in den letzten Tagen jetzt mehrmals am Schloss (hatte ich schon seit Jahren vor, aber ich brauche manchmal etwas länger), und erstens fiel mir auf: Ja, es gibt ein reges Interesse, das sieht man an den zahlreichen Menschen, vor allem aber auch an denen die fotographieren. Diese excessiven Knips-Aktivitäten sah ich in dem Ausmaß noch nicht so oft in Berlin.


    Und zweitens fiel mir auf, wie grausam karg dort das Umfeld ist. Ich wusste, dass dort auch ein paar "nicht so tolle" Sachen stehen, aber es ist trostloser als ich dachte. Der Blick auf die Spree Richtung Süden ist schon so brutal sachlich dass es weh tut, Richtung Norden stehen zwar angenehmere Gebäude, aber sehr weit weg. Im Sommer und mit Pflanzen wird das ganze natürlich ganz anders, besser wirken.


    Allerdings , was ist das für eine armselige Architektur (gemeint ist das Umfeld), die Pflanzen benötigt um nicht völlig leblos zu wirken......nur mal so am Rande.


    So, genug gemeckert - das Projekt ist trotzdem einmalig und ein Glücksfall.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Der ehrenwerte Herr Beuth ist wieder zugegen und doziert vorm kaiserlichen Schlosse.


    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Snork

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  • Ja, auf den Bildern von Dropdead sieht es tatsächlich "interessant" aus. Aber ich muss gestehen, wenn man dort um das Gebäude herumläuft, sieht es in real nicht so toll aus. Nähert man sich dem Gebäude von der Rückseite, also vom Alexanderplatz kommend, sieht es sogar richtig übel aus.


    Aber ich will nicht das Schloss immer nur negativ kritisieren (obwohl mir die pseudomoderne Wand doch sehr misfällt), denn generell, und das kann ich immer nur wiederholen, ist es einfach fantastisch dass das Schloss wieder da ist.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).



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    Beleuchtete Sicherheitstreppe, falls der Lieferverkehr zu flott rein- oder rausfährt, während man auf dem Weg zur Kuschelecke ist. Einen Gully gibt es dort auch! Weitere Ideen?




    Lichtbändereien


    Ja, die Kohäsionskräfte von Wasser - Stunden nach dem Niederschlag. Der Handlauf begeistert mich immer mehr.



    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • img_13496qjqj.jpg


    Beleuchtete Sicherheitstreppe, falls der Lieferverkehr zu flott rein- oder rausfährt, während man auf dem Weg zur Kuschelecke ist. Einen Gully gibt es dort auch! Weitere Ideen?

    "Kuschelecke", der Hammer!ablachen:)


    Ich persönlich sehe diese fantastische Treppenanlage gleichwohl eher als weiteren pompösen Höhepunkt der Südfassadenlandschaft; nur auf den ersten Blick sinnlos erscheinend; die Brüche zwischen Neubau und historischer Fassade klar betonend; in ihrer Brutalität und Technizität so dominant und doch so zurückhaltend; sozusagen eine Art Anti-Gigantentreppe!!


    Aber im Ernst: Dieser Käse hat doch sicher was mit (der Sache nach berechtigten, nur halt plump ausgeführten) Vorschriften bzgl der Erreichbarkeit der dortigen Feuerwehranschlüsse (?) zu tun, oder? A la "Der Feuerwehrmann soll nicht erst zum Anschluss klettern müssen"

  • @Mantikor


    Die Treppe ist doch ein nettes / bizarres Détail.


    Auch wenn ich die Gestaltung von BBZ im Ganzen in Ordnung finde, der Handlauf ist wirklich Nutzerunfreundlich. Solche technischen Détails sind ein Unding.

  • Mantikor - das erste Bild Deiner letzten Serie ist der Hammer! Eine wunderschöne Ansicht.


    Ich dachte genau das gleiche! Seine Fotos sind genial, er hat auch offenbar ne gute Cam und Gespür für Perspektiven. Da kann ich nicht so gut mithalten. ;) Vor allem aber das erste Foto, Top! Mir drängte sich mir sofort der Vgl. mit einer Stadt des lateinischen Kulturkreises d.h. Südeuropa auf.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Auf dem Video sieht die Umbauung des Schlosses einfach besser aus: an der Ostseite laufen die Rampen nicht einfach durch, sondern machen eine Kehrwende, was nicht nur interessanter aussieht, in der Mitte auch Platz für eine doppelläufige Treppe schafft. Über diese kann man von der Terrasse bis ans Wasser gelangen, wohin weitere kleine Treppen führen. Es gibt keine massiven Brüstungen, welche die Sicht versperren ; an der Nordseite befinden sich die breiten Schlossterrassen, welche die Architektur in den Stadtraum überführen: mit den Rossebändigern, welche den Zugang zur Passage über die PortaI IV inszenieren; ferner mit vorgelagerten Rasenflächen , die den Übergang zum Lustgarten vollziehen.


    Aber stattdessen durften sich Landschaftsplaner selbst verwirklichen, die mit dem Schlossbau nicht umgehen konnten oder wollten.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Interessante und erstaunlich ausgewogene Diskussion zum HuFo im Berliner Regional-TV. Gäste: Ralf Schönball (Tagesspiegel), Ulrich Paul (Berliner Verlag) und Christine Richter (Chefredakteurin Berliner Morgenpost):



    Frau Richter hat übrigens vor ein paar Tagen einen sehr guten Kommentar geschrieben.

    „Die Freiheitsliebe ist bei den Deutschen nicht entwickelt“ (Madame de Stael)