Berliner Schloss

  • Keine Schmäh zu haben würde ich als anständig bezeichnen.


    "Schmäh haben" - das ist irgendwo zwischen Witz haben / gewitzt sein und Esprit beweisen.

    Einen "Schmäh führen" , das ist dann mehr eine Neckerei, ein Streich oder eine (evtl. auch etwas derbere) Gaudi.


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    Es ist toll, daß Kuppel und Laterne wieder da sind, aber organisch wirkende Zutaten zum barocken Baukörper sind es nach meinem Empfinden nicht.

  • Fischerinsel


    Märkisches Ufer



    Alexanderplatz


    Karl-Liebknecht-Straße


    Spandauer Straße


    Namenloser Platz



    Karl-Liebknecht-Straße, Höhe Hirtenstraße

    Das war's.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Ich weiß, dass meine Frage das ein oder andere Gemüt erhitzt, weil sie kontrovers ist bzw. eventuell schon beantwortet wurde: Wäre es anhand der vorliegenden Archivalien und Platzverhältnisse möglich, die Ostfassade originalgetreu zu rekonstruieren? I


    Hallo Solinger,


    träumen darf man ja :)

    Die Dokumentation des Ostflügels ist vollständig. Es gibt sogar Fotos vom Parkett. Was die Platzverhältnisse betrifft, bin ich nicht so optimistisch. Wenn vom Ostblock ein stück abgeschnitten wird, kann man den Schlossgarten problemlos wiederherstellen, die Erasmuskapelle kommt schon sehr nahe an die Brüstung heran, die dort im Weg steht, und alles was nördlich davon ist, würde mit dem spreeseitigen Gedöns was man gerade aufbaut, nicht zu vereinbaren sein. Das müsste weg.

    Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

  • Namenloser Platz

    Mensch, Mantikor, da biste aber ne ziemliche Strecke herum gekommen. Hast Du das alles mit dem Fahrrad abgeklappert?

    DANKE!!!

    Der Neptun schaut sehnsuchtsvoll über seine Schulter Richtung Schloß und wünscht sich seinen alten Standort im Schatten der Schloßfassaden zurück, so scheint es ... .

    Wobei diese Ansicht gar nicht so schlecht wirkt. Stellas Fassade frontal von Bäumen eingegrenzt und auf die Fensterkreuze direkt geblickt, läßt sie doch recht angenehm erscheinen.

    In den ersten Entwürfen waren die Fensterkreuze gar in goldfarben dargestellt. Das hätte seinen Reiz gehabt und das "Ostblockregal" sehr viel leichter und freundlicher wirken lassen? Aber es mußten halt mal wieder die Dunkelmänner, äh Modernisten nach der derzeitigen Mode entscheiden!

  • Danke für die wirklich schönen Bilder!

    Die Schlosskuppel bereichert das Berliner Stadtbild ungemein.

    Ich möchte das mit der Kuppel der Dresdner Frauenkirche vergleichen. Man hat erst gemerkt, wie sehr sie das Stadtbild prägte, als sie wieder erstanden ist. Und man findet auch immer wieder neue Perspektiven und Blickwinkel in der gesamten Innenstadt, die durch sie bereichert werden.

    So geht es mir nun auch beim Betrachten dieser Bilder.

  • Auch von mir vielen lieben Dank für die wunderbaren Photos. "Das Schloss lag nicht in Berlin - Berlin war das Schloss". Nun darf es bald wieder heißen, "Berlin IST das Schloss". Die hier gezeigten Bilder, machen das sehr eindrucksvoll deutlich.

    (...) Der Neptun schaut sehnsuchtsvoll über seine Schulter Richtung Schloß und wünscht sich seinen alten Standort im Schatten der Schloßfassaden zurück, so scheint es ... . (...)

    Das stimmt. Neptun denkt sich, "So ein Mist! Jetzt ist schon die Laterne auf dem Schloss, und meine Rückkehr steht noch in den Sternen". Sollte es tatsächlich zur Versetzung des Brunnens kommen, wäre das einfach phänomenal. Man hätte dann einen Brunnen auf drei Seiten des Schlosses. - Lustgarten, Schinkelplatz und Schlossplatz. Wenn es dann einen Ersatzbrunnen auf dem Platz ohne Namen geben sollte, sind es sogar vier Brunnen in der Nähe.

  • Bild hat ein ganz schönes und informatives Video auf Youtube über den Laternenaufsatz bereitgestellt:



    Die Kommentarsektion besser ignorieren... ;)

  • Die Anstrengungen um dieses Schloss sind wirklich gigantisch!! Ein super Leistung. Alt und Modern vereint in einem Gebäude. Eine Leere in der Mitte endlich gefüllt. Schreckliche Wunde geheilt. Das Schloss ist bestimmt, mit Kuppel und Laterne, schon das schönste Bauwerk Berlins.....

  • Die eitlen Kritiker aus den Feuilletons schäumen, weil sie nicht um ihre Meinung gebeten wurden.


    Nun man kann heilfroh sein, dass die Verantwortlichen die Kreuz und Spruch nicht an die Große Glocke gehängt haben... Man stelle sich vor Minister, Intendanten oder Bauleiter hätten eine "breite öffentliche Debatte" gefordert, wie es ja manchmal durchaus üblich ist. Selbstredend wäre diese dann in den selbstreferenziellen "Feuilleton-Kreisen" nie und nimmer "breit" und "öffentlich" geworden sondern dort hängengeblieben, und das einfachste Argument Schönheit zählt ja dort schon gleich überhaupt nichts. Am Ende hätte man wieder irgendwelche verqueren und angestrengten Kompromisse gehabt mit denen keiner glücklich ist.


    Bekanntlich sind es heute die Amtskirchen selbst, die schnell bereit sind eigene Vorstellungen, Identität und Symbole schnell aufzugeben, wenn forsche anti-christlichen Kräfte sich auf den Schlips getreten fühlen. ecclesia militans ist nicht mehr.

    So verwundert folgender Artikel auf dem (mit Kirchsteuer finanzierten) Portal der Deutschen Bischofskonferenz katholisch.de (mit Bezug auf SüZ ud FR (sic!)) auch nicht mehr:

    Kein Wort über Sinngehalt, frohe Botschaft des Kreuzes etc., nur dass sich andere (u.a. sich sowieso überwiegend antichristliche gerierende Blätter sich gestört fühlen)... Armselig!

  • Bedauerlicherweise wurde die sogenannte Kreuz-Debatte von vielen Tageszeitungen online künstlich verstärkt und problematisiert.


    Ich habe zahlreiche Kommentarspalten durchgearbeitet (beispielsweise beim ZDF-Beitrag auf Instagram) und habe fast ausschließlich Kommentare gesehen, die sich für das Kreuz aussprechen (geschätzt 90-95%) oder sich verwirrt fragen, was das für eine sinnlose Debatte sei. Diese Kommentare erhielten bei ZDF 200 bis 300 Likes. Diesen extremen Zuspruch für das Kreuz kann man als neutralen Querschnitt durch die Bevölkerung werten, da sie das HeuteJournal abonniert haben und keine Schlossliebhaber oder sonstiges zu sein scheinen.

    Auch bei der RBB-Umfrage sprachen sich ja knapp 70% für das Kuppelkreuz aus.


    In den kritischen Zeitungsartikeln wurden dagegen die wenigen Meinungen einzelner Kritiker an die große Glocke gehangen und so wiedergegeben, als sei deren Meinung der überwiegende Konsens in der Bevölkerung.

    Hier wurde meines Erachtens also stark manipuliert. Natürlich stellt erst einmal niemand in Frage, wenn mehrere Zeitungen von einer "kontroversen Debatte" sprechen. Diese Debatte fand dann aber nicht in der Bevölkerung statt, sondern bei wenigen abgehobenen Historikern oder irgendwelchen eingebildeten Vorsitzenden sonstiger kleiner Vereine.


    Ich bin mir also sicher, dass die Laterne mit Kreuz, trotz der hetzenden Zeitungsartikel, auf großen Zuspruch in der Bevölkerung stößt und in den kommenden Jahrzehnten wieder zu einem Wahrzeichen an der Skyline Berlins wird.

  • Die geifernden Spruch- und Kreuzeskritiker sollten sich vielleicht einmal mit dem Begriff der Demut befassen und sich fragen, was dieser bedeutet und ob sie Demut in ihrem eigenen Leben als eine tugendhafte Einstellung zum Leben und dem Nächsten gegenüber verstanden haben. Dann könnten sie auch dem Spruch einen neuen Sinn abgewinnen ... !

  • Ich habe gerade mal ein Kommentar geschrieben bei "rbb24". Dort kann man noch Kommentar schreiben ohne sich einloggen zu müssen bzw. registriert zu sein.

  • Hallo und guten Tag an alle,


    ich finde die Kreuzdebatte sehr spannend und würde mir generell einen "wissenschaftlicheren" Diskurs wünschen. Leider sehe ich eine starke Konfrontation, bei der das Kreuz nur der Auslöser zwischen zwei Fronten zu sein scheint.


    Alle Argumente sind doch durchaus fundiert. Es ist schwierig ohne Beigeschmack 100% für oder gegen das Kreuz zu sein. Ich finde halt persönlich, dass die Argumente -für- das Kreuz gewichtiger sind; einfachmachen kann man es sich halt nicht und Empathie für Leute mit anderer Meinung, bzw. hier Empfindungen (damit meine ich die der Nachfahren in Kolonien, weniger polit. Grundauffassungen) ist immer wichtig. Die Welt ist nunmal nicht einfach. huh:)


    Kreuz und Spruchband sind halt nicht banal. Man darf nicht vergessen, dass der Geist dessen es uns unmöglich machen würde, hier im Forum, aber auch generell, kontrovers zu diskutieren.

    Sie sind aber schlichtweg entkoppelt von Ästhetik und vom Grundgedanken "Rekonstruieren, dann aber richtig" eine Chance für eine Reflexion der mit Kreuz und Spruchband verbundenen Folgen, sowie mit dem Hier und Jetzt als Humboldtforum. Spannend!


    Interessant finde ich, dass die Wippe, die ich ablehne, in diesem Zusammenhang sogar wieder passt, da sie im Bezug zum Diskurs Humboldtforum --> Religionen/Kulturen --> Unterdrückung durch das Christentum/Kreuz/Spruchband sowohl auf Völker in Kolonien wie auch hier im damaligen Deutschen Reich passt, da die Wippe der Gegenentwurf ist ("Wir sind das Volk"--> wir lassen uns nicht in die Knie zwingen!).

    Das ist für mich eine Salbe auf die Wunde des Ärgers, schließlich hätte ich mir das Naheliegenste und vom Denkmalschutz her einzig Richtige gewünscht:


    Rekonstruktion der Kolondaden + Restaurierung der Mosaike + Diskussion über die Rekonstruktion des Reiterdenkmals mit den vielen Für und Wieders. Ich hätte es z.B. auch gutgeheißen, wenn statt des Reiterdenkmals das Mosaik erweitert worden wäre durch ein Mosaik der Bundesrepublik Deutschland.

    Didaktisch wäre dies grandios gewesen, sowohl für Erwachsene wie auch für Schulklassen: Deutschlands Geschichte wäre begeh- und nachvollziehbar gewesen! Gerne nochmal mit eingefassten Daten der BRD, der DDR und dem 3.10.1990.


    Entschuldigt die Abschweifung zur Schlossumgebung, aber sonst schien mir mein Beitrag etwas inkohärent und schließlich ist das Schlossumfeld wieder ein Teil des Schlosses und das soll ja jetzt angegangen werden.

  • Kein Wort über Sinngehalt, frohe Botschaft des Kreuzes etc., nur dass sich andere (u.a. sich sowieso überwiegend antichristliche gerierende Blätter sich gestört fühlen)... Armselig!

    Das Problem ist schlichtweg, dass in diesem Kontext das Kreuz nicht dir frohe Botschaft darstellte.

    Es war sicherlich einerseits das Kreuz auf der Kappelle und somit nicht diskussionsbedürftig.

    Andererseits ist der Spruch der Banderole nicht anders zu interpretieren als er gemeint und verstanden wird.


    Insofern ist es nicht antichristlich. Es ist schlichtweg nicht einfach. Das Christentum an sich hat "im Sinne Gottes" Verbrechen begangen, die gekoppelt waren mit den Verantwortlichen, die für die Banderole gesorgt haben.


    Deshalb plädiere ich dafür, dass dies aufgearbeitet wird und für diese Aufarbeitung ist die vollständie Rekonstruktion wichtig und damit auch der Erhalt.


    Ein ständiges Wechseln religiöser Symbole auf der Kuppel ist vollkommen naiv, da erstens der Bau als solcher verändert wird und auch der Aufwand nicht in Relation stünde.

  • Wenn man die Kreuz- und Spruchbanddebatte verfolgt, ohne je vor Ort gewesen zu sein (was ich bei vielen Feuilletonisten unter den Gegnern vermute) stellt man sich wahrscheinlich ein gewaltiges, zehn Meter hohes goldenes Kreuz und ein riesiges breites und hohes Spruchband rund um das ganze Schloss vor.


    Stattdessen haben wir eher ein Kreuzlein, oben auf einer gewaltigen Kuppel, das man ob der Opulenz des Barockbaus kaum wahrnimmt, wenn man nicht gezielt danach sucht.


    Das gleiche mit dem Spruchband. Man kann es vom Boden aus zwar sehen aber den gescholtenen Text kann man von unten überhaupt nicht vollständig lesen!


    Ich glaube zudem nicht, dass sich irgendein Besucher des Humboldtforums daran stören wird, dass hier die "Weltkulturen" unter einem Kreuz gezeigt werden - es ist doch nur ein Christenkreuz, aber manche tun als wärs das Hakenkreuz!


    :gehtsnoch: