Berliner Schloss

  • Morgenglanz der Ewigkeit,

    Licht vom unerschaffnen Lichte,

    schick uns diese Morgenzeit

    deine Strahlen zu Gesichte

    und vertreib durch deine Macht

    unsre Nacht.


    (EKG 450, Christian Knorr von Rosenroth 1654/1684)

    Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...

  • Stef-Berlin: ganz genau!! :smile:

    Also würden Laternen am Dom auch diese schöne Ausstrahlung bewirken. Kleine Details sind unglaublich wichtig, wie auch zum Beispiel das Dach am Staatsbibliothek. Modernen verzichten auf Details, deswegen sind ihre Bauten langweilig.

  • Weiß jemand, wann die Gerüste am Eosanderportal verschwinden?

  • Ich werde sicherlich nicht der einzige sein, aber bei dem strahlenden Wetter werde ich mich gleich einmal mit meiner Kamera auf den Weg machen. 8)

  • Ja, bitte unbedingt neue Fotos reinstellen, welche möglichst die Athmospähre von verschiedenen Sichtachsen einfängt.


    Anbei noch ein Artikel aus der Welt:


    Quote

    Auf die Kuppel des weitgehend fertiggestellten Humboldt Forums in Berlin ist am Freitag das umstrittene Kreuz aufgesetzt worden. Laterne mitsamt Kreuz erhöhen das 644 Millionen Euro teure Kultur- und Ausstellungszentrum um zwölf auf 68 Meter.

    Unter Beobachtung zahlreicher Schaulustiger vor dem Stadtschloss wurde mit einem Schwerlastkran das 17,4 Tonnen schwere Ensemble aus Balustrade mit acht Engeln sowie Dach aus Palmwedeln mit dem Reichsapfel und dem Kreuz aufgesetzt. Die Arbeiten wurden immer wieder von spontanem Beifall begleitet. Die zunächst für den Morgen geplanten Arbeiten waren wegen der Windverhältnisse verlegt worden.

    https://www.welt.de/kultur/art…loss-um-zwoelf-Meter.html

  • Aktuelles Interview mit Wilhelm von Boddien über den Stand der Schloßreko und vor allem zur Frage von Kreuz und Laterne!


    Quote

    Die Schlosskapelle nebst Kreuz ist in den 1840er Jahren durch den Architekten Friedrich August Stüler hinzugefügt worden – ein Umstand, der in den zurückliegenden Jahren eben auch zu der von Ihnen erwähnten Kritik geführt hat; kann man diese sakrale Aufladung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts doch auch als Kritik an der 1848er-Revolution und als bewusstes Symbolprogramm für das „Gottesgnadentum” der Preußischen Könige interpretieren. Wie wichtig sind solche historischen Einbettungen bei der Rekonstruktion von geschichtsträchtigen Gebäuden?

    Ich halte sie für herbeigesucht, um so die Rekonstruktion solcher symbolhaften Teile zu verhindern. Die Planung der Kuppel ist älter als die Revolution. Die Kuppel war bereits im Bau, als die Unruhen 1848 in Berlin begannen. Das kann man auf zeitgenössischen Kupferstichen erkennen. Somit liegt der Beschluss auch für das Kreuz zeitlich vor der Revolution; es ging ja auch darum, unter der Kuppel eine große christliche Schlosskappelle zu errichten. Auch die von ihnen genannten Deutungen spiegeln unsere Geschichte wider; und die bleibt, auch wenn man sie durch Weglassungen verdrängen wollte. Gerade bei einem der Weltkulturen gewidmeten Gebäude wie dem Humboldt Forum besteht über das Symbol des Kreuzes eine wunderbare Chance, dessen eigentlich urchristliche Bedeutung wieder hervorzuheben. Das Kreuz steht für den Tod Jesu, der freiwillig die wohl brutalste Todesstrafe der Antike auf sich genommen hat. Zuvor hatte der selbe Mann in der Bergpredigt sein Vermächtnis mit acht Seligpreisungen formuliert, die besser als alle anderen Botschaften die Liebe zu den Menschen, die Demut und die christlichen Verheißungen formulieren. Mehr Nächstenliebe geht nicht! Meiner Meinung nach symbolisiert gerade das Kreuz auf der Kuppel diese Einstellung und ruft die Kulturen der Welt zur Versöhnung auf.

    Aber ich verstehe auch, dass das Kreuz in seiner heutigen atheistischen Deutung für viele Menschen ein Symbol für Krieg und Machtmissbrauch ist. Seine Botschaft und seine Autorität ist von den Herrschenden missbraucht worden, die ihre eigenen Interessen damit verbunden haben. Nicht Jesus, sondern Herrscher, Diktatoren und sogar Demokraten haben Gottes Segen für Ihre „gerechten Kriege“ herbeigefleht. Mit dem Kreuzeszeichen wurden Kanonen gesegnet und dann Menschen in mörderische Schlachten geschickt. So sollte das Kreuz auf der Kuppel des Humboldt Forums, wenn man es nicht nur aus denkmalgerechter Sicht betrachtet, auch als Ermahnung an alle Völker zu mehr Frieden und Nächstenliebe verstanden werden. Es täte gerade auch dem Westen gut, diese Mahnung im Umgang mit anderen Völkern zu verstehen.

    https://berliner-schloss.de/bl…-zeichen-der-versoehnung/

  • So liebes Forum, Tag 1:


    Höhe BND der Blick die Chausseestraße runter, durch die Kräne der Tacheles-Baustelle



    Unter den Linden








  • Fotos alle natürlich von mir, das wars. Und ja, es fühlte sich an, als wenn es eine kleine Zeitreise gewesen wäre, jetzt steht es komplett und schon bald wird es aussehen, als wenn es schon hunderte Jahre dort steht.

  • Die weithin im Stadtbild sichtbare städtebauliche Wirkung der Kuppel samt Laterne wirkt heilend fürs geschundene Stadtbild als auch ebenso großartig wie harmonisch. Auch dessen bin ich davon überzeugt, dass die große Mehrheit der Menschen angesichts der ausstrahlenden Schönheit und Harmonie dieser Schlosskuppel mit Laterne das ebenso empfinden werden.

  • Die Laterne ist wieder einmal ein Beleg dafür, wie Details einem großen Baukörper Leichtigkeit verleihen. Wie wunderbar wird es erst, wenn der Figurenschmuck an der Kuppel und über den Portalen hinzukommen. Wie plump und schwerfällig wird die Ostseite dann erst wirken. Aber das ist eben die hochgelobte moderne Architektur, die über einen Schuhkarton nicht hinaus kommt.

    Hoffen wir das der Domgemeinde beim Anblick der Schlosskuppel noch ein Licht (oder eine Laterne) aufgeht, um wie viel der Dom bei Rekonstruktion der ursprünglichen Gestaltung aller fünf Kuppeln gewinnen würde.

    Ein Gebäude hört nicht am Gesims auf, sondern die Dachlandschaft ist immens wichtig für die Gesamtwirkung. Ein Negativbeispiel hierfür sind leider auch die Türme des Reichstages, die ihn heute schwer und wuchtig erscheinen lassen. Aber wem sage ich das in diesem Forum eigentlich - da sind wir uns alle wohl einig.

    Wünsche einen schönen Pfingstspaziergang zum Schloss.

  • Ludolf Herzlichen Dank für die wundervollen Fotos. Ich fühle mich inspiriert und ermutigt, am Pfingstmontag, wenn das Wetter mitspielt und ich die Kraft dazu aufbringe zum Schloss zu fahren und selbst Bilder zu machen.

  • Friedenau: ganz einig. Hoffentlich folgt bald der Dom und wer weiss vielleicht auch noch die Hedwigskathedrale.
    Kuppel, Laternen, Schornsteine oder Giebel beeinflüssen in höchstern Maße das Bild eines Gebäudes.

  • Die Laterne ist wieder einmal ein Beleg dafür, wie Details einem großen Baukörper Leichtigkeit verleihen. Wie wunderbar wird es erst, wenn der Figurenschmuck an der Kuppel und über den Portalen hinzukommen. Wie plump und schwerfällig wird die Ostseite dann erst wirken. Aber das ist eben die hochgelobte moderne Architektur, die über einen Schuhkarton nicht hinaus kommt.


    Hierzu passt mein Signatursatz von Sir William Scott ganz wunderbar und zeigt anhand des zurückgekehrten Kreuzes am Berliner Stadtschloss, wie recht die großen Meister der Architektur doch hatten: „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur!“


    Mich würde es überhaupt nicht wundern, wenn ein kleiner Junge oder sogar auch ein Mädchen, der/das den Wiederaufbau des Stadtschlosses jetzt mitverfolgen durfte, den Drang entwickelt in Zukunft auch einmal wieder wunderbare Gebäude zu erschaffen! Vielleicht ist die öde Ostseite nicht einmal schlecht, denn so hat, wer die Wahl hat keine Qual ;-)!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Seht mal her, was ich beim Aufräumen gefunden habe. Passt doch auch irgendwie zum Thema. :biggrin:


    PDR2


    PDR1


    Die Kuppel des Schlosses hat eine ganz wunderbare Wirkung in der Stadt. Aus so vielen verschiedenen Ecken ist sie zu sehen. Einfach nur schön, schön, schön! Danke Ludolf, für die stimmungsvollen Photos.

  • Die kurze Epoche der Kommunisten wird man bald nur noch als dunkles, kurzes Kapitel in Erinnerung haben..., als die NVA über die Betonwüste des platt gemachten Schlosses marschiert...



  • Hier ein Link zum Film von Dieter Wieland aus den 80ern in puncto Dach.

    Viele kennen den Beitrag sicherlich - aber vielleicht ist er für den Einen oder Anderen auch noch unbekannt.