Berliner Schloss

  • Nee, in 5 bis 10 Jahren entwickelt sich heutzutage nicht mehr die typisch grüne Patina. Z.B. die Haube der Dresdener Frauenkirche und die Kuppel des Bodemuseums bestehen beide schon 13 Jahre und sie haben sich gerade einmal dunkelgrau verfärbt. Das dauert eher 20-25 Jahre.

  • naja, möglich daß zur rascheren Vergrünung noch andere Umweltfaktoren eine Rolle spielen - nur sollte da doch gerade das böse NOx welches die Dieselfahrzeuge ausstoßen , eher beschleunigend wirken :D


    Aber das nur mal nebenher am Rande.


    Ich weiß nicht wie man mit des Schlosses Kuppel verfahren wird, ob man die Vergrünung der Natur überlässt oder mittels chemischer Behandlung nach hilft - auch dieses wurde bereits bei KupferBedachung angewendet. Hielte ich fast für sinnvoll wenn das Dachkupfer mit Nickel gestreckt wurde, ein Metall welches die rasche Patina Bildung im.Kupfer erheblich verzögert.

  • Die Kupferblechabdeckungen an den Fassaden (Fenster und Brüstungen) sind auch schon grün. Und die sind letztes Jahr montiert worden.

    Heilen ist besser als Wunden offenhalten!

  • Nur zum Zeitvertreib mal eine kleine Rechenübung am frühen Sonntagmorgen: :lehrer:
    Was wiegt eigentlich das gerade entstehende Kupferdach der Schlosskuppel bei einer Blechstärke von 0,8 mm so ungefähr? Ausgehend von einer Halbkugel von ca. 25 Meter Durchmesser errechnet sich eine Oberfläche von ca. 1000m² (Überhang mit eingerechnet). Das wären dann 0.8 m³ Kupfer mit einem Gewicht von 7.100 kg und dementsprechend einem reinen Materialwert von ca. € 36.600 Euro. Die verwendeten Kupferbleche sind wesentlich teurer (ca. € 150/m²).
    Die kunstvollen Arbeiten der Klempner haben allerdings einen unschätzbaren Wert!

  • Interessantes Rechenspiel!

    Nur zum Zeitvertreib mal eine kleine Rechenübung am frühen Sonntagmorgen: :lehrer:
    ...
    Die kunstvollen Arbeiten der Klempner haben allerdings einen unschätzbaren Wert!

    Wobei es wahrscheinlich noch deutlich Richtung 8 Tonnen tendieren wird, da die Kuppel unten elliptisch, oben kreisrund ist, und die ganzen Wülste, Traufen und Rippen, Ochsenaugenverkleidungen (die kunstvollen Arbeiten der Spengler!) etc. noch dazu gerechnet werden müssten und sicher noch einige hundert Kilo zusammen ausmachen!

  • Gestern vom Europahaus (Ministerium füt wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) anläßlich des Tages der Offenen Tür bei der Bundesregierung aufgenommen.


    Schön hebt sich die Schlosskuppel, wenn auch noch ohne Laterne, wunderbar gegen den Himmel ab und bereichert die Silhouette Berlins.



    Und hier nochmals etwas 'bereinigt' dank Photoshop:


  • Ich habe in einem oberen Beitrag ein Bild der Breiten Straße in Berlin am Stadtschloss (HuF) gesehen. Gibt es denn von der Breiten Straße noch weitere Bilder, das war ja ein tolles Viertel.

  • Das dauert eher 20-25 Jahre.

    Locker! Selbst der Turm der Marienkirche hier bei mir in Neubrandenburg, der schon in den 1980ern rekonstruiert wurde, hat erst ein ganz leichtes Grün an einigen Stellen angesetzt. Wie hier auf diesem Bild von 2018 zu sehen.


    Und die Patinierung scheint eher immer länger zu dauern, so rein wie das Material heute verarbeitet wird.



    Und hier nochmals etwas 'bereinigt' dank Photoshop:

    Wirklich tolles Bild! Wobei der Dom in dieser Form und Perspektive wirklich irgendwie provinziell und elaste-plastemäßig wirkt, wie ein vereinfachtes Spielzeugmodell. Bestärkt mich nur wieder, dass da die Originalkuppel- und laternen wieder rauf müssen. Es ist einfach nicht als klassizistischer Bau wie St. Paul's konzipiert, sondern als historistische Zuckergusstorte wie z.B. das ungarische Parlamentsgebäude. Mit weithin sichtbar emporstrebender Vielgestaltigkeit.

  • Stänkerst du schon wieder gegen die Domkuppel, @erbse ? Ich finde, dass die Domkuppel in der Fernsicht sehr gut wirkt. Und mit Plaste und Elaste hat das überhaupt nichts zu tun. Billige Diffamierungsstrategie. Die Domkuppeln waren seit ihrem Neubau 1981 grün. Offenbar hatte die DDR das Know-how für grüne Kupferdächer. Beim Französischen Dom war die Kuppel aber in den achtziger Jahren dunkel.


    Schau dir mal die Kuppel beim ungarischen Parlament an! Die ist vergleichsweise schlicht und geradlinig in die Höhe strebend und hat nur eine schmale Spitze als Abschluss. Das gesamte Gebäude ist schon recht zuckrig, aber die Kuppel gerade nicht. Beim Berliner Dom sind die Fassaden neobarock und damit relativ klassisch und nicht überzuckert. Die neue Kuppel in Anlehnung an klassische Vorbilder passt da recht gut.


    Aber hier geht es ja um das Berliner Schloss, und deshalb will ich dazu auch was sagen: Der Eindruck der Kuppel wird sich mit dem Aufsetzen der Laterne noch erheblich verändern. Die Laterne ist ja relativ groß und kunstvoll gearbeitet.


    Zum Dachrestaurant: Den jüngsten Mantikorschen Fotografien können wir entnehmen, dass die Fassade des Dachrestaurants dem Stil der übrigen Stella-Fassaden folgt. Die Betonteile sind mit Sandstein verkleidet worden, die Fenster alle verglast. Das Dach wird vermutlich mit Kupfer gedeckt werden oder aber so, wie die umgebenden Flachdachbereiche. Vom Boden aus können wir diese Flachdächer nicht sehen. Betrachtet man das Gebäude eher als Humboldt Forum, dann wird man sagen, dass sich das Dachrestaurant gut einfügt. Wer sich dagegen vor allem am historischen Berliner Schloss orientiert, wird es sicher ablehnen. Meiner Ansicht nach ziehen die barocken Schlossfassaden die Aufmerksamkeit auf sich, und das Dachrestaurant wird von der Straße aus kaum auffallen (weil das Auge zwischen interessanten und weniger interessanten Motiven unterscheidet). Mit der Fertigstellung der Schlosskuppel wird sich der Eindruck vom Dachrestaurant auch noch mal verändern. Deshalb meine ich, dass sich das Dachrestaurant noch nicht abschließend bewerten lässt. Offen ist für mich auch noch die Wirkung von Besuchern auf der Dachterrasse. Wird man sie von der Straße oder aus bestimmten Fernsichten wahrnehmen können? Menschen ziehen allgemein die menschliche Aufmerksamkeit auf sich. Am Ende könnten Personen, die sich auf dem Dach bewegen, den Eindruck mehr stören als das unauffällige und unbewegliche Restaurant. Zu bedenken ist auch, dass das Restaurant bei Dunkelheit beleuchtet wird. Das wird die Wirkung des Schlosses beeinträchtigen. Auf dem Dach eines Barockschlosses erwartet man keine Lichter.

  • Interessantes Rechenspiel!
    Wobei es wahrscheinlich noch deutlich Richtung 8 Tonnen tendieren wird, da die Kuppel unten elliptisch, oben kreisrund ist, und die ganzen Wülste, Traufen und Rippen, Ochsenaugenverkleidungen (die kunstvollen Arbeiten der Spengler!) etc. noch dazu gerechnet werden müssten und sicher noch einige hundert Kilo zusammen ausmachen!

    SchortschiBähr, anscheinend legst Du Wert auf die Berufsbezeichnung Spengler. Hierzu der folgende Eintrag bei Wikipedia:
    "Klempner, Spengler, Flaschner und Blechner sind Berufsbezeichnungen für Handwerker, die Bleche bearbeiten und zu Bauteilen im Bauwesen oder zu Handelswaren verarbeiten. In weiten Teilen Süddeutschlands (vor allem in Altbayern), in der Schweiz und Österreich ist Spengler die offizielle Bezeichnung für diesen Handwerksberuf".
    Greiz in Thüringen liegt bekanntlich oberhalb des Weißwurst-Äquators. Demzufolge nennen diese Handwerker sich dort Klempner. ;)
    Der Begriff Klempner ist übrigens eine Ableitung aus dem niederdeutschen Verb 'klempern', was 'Blech hämmern' bedeutet.

  • Billige Diffamierungsstrategie.

    Es ist einfach meine Meinung. Kein Grund, so zu urteilen. Ich finde die DDR-Lösung einfach mies, in Anbetracht des Originals. Daran ändern deine Worte herzlich wenig.


    Und klar geht's hier um das Schloss, aber das steht nunmal nicht im luftleeren Raum. Alles nimmt hier auf das Schloss Bezug und will man diesen Ort wirklich verstehen, sollten alle Teile möglichst wieder so hergestellt werden, wie sie erdacht wurden. Erst dann erschließen sich die Zeitschichten richtig. Das finde ich gerade rund um den Lustgarten und das Forum Fridericianum essenziell für das historische Verständnis und den Gesamteindruck. Deshalb will ich auch unbedingt die Spreebrücken rekonstruiert sehen, genauso wie die Bürgerhauszeilen an der Burgstraße (direkt an der Spree im Marienviertel), mitsamt dem kaiserzeitlichen prächtigen Eckbau.


    Und deshalb halte ich auch eine zeitnahe Reko der Schlossapotheke für absolut vordringlich, noch vor irgendwelchen Innenrekonstruktionen im Schloss - der Städtebau ist das prägendere Element und immer zu priorisieren!

  • Die Kupferblechabdeckungen an den Fassaden (Fenster und Brüstungen) sind auch schon grün. Und die sind letztes Jahr montiert worden.

    Vermutung:
    Die Blechbauteile werden ja anscheinend in der fleckig- braunroten Farbe verbaut - also ungebeizt.
    In dieser Farbigkeit wird wohl nirgendwo ein Kupferdach nach Fertigstellung belassen.
    Wenn, dann gebeizt und damit gleichmäßig hell kupferfarben. Beizen jedoch kann man nur mit entsprechender Temperatur in einem Beizbad - also vor der Montage.
    Dies spricht dringend dafür, daß hier beendend, chemisch gegrünt wird.

  • Bei @Spreetunnels Bildern muss ich wieder an die unterschiedlichen Wahrnehmungen bezüglich des Dachrestaurants denken.


    Kaum einen der Restaurantbesucher wird die Architektur stören, während sie aus der Vogelperspektive die Sehenswürdigkeiten Berlins genießen werden. Beim Blick von außen auf das Schloss hingegen fragt man sich, was dieser modernistische Kasten auf dieser ansonsten so liebevoll detaillierten Rekonstruktion zu suchen hat.


    Mich erinnert das an eine Autobahn-Fahrt durch die Alpen: Man schaut nach rechts und links und denkt „Was für malerische Berghöfe!“ Und auf genau diesen Berghöfen denkt man sich: „Jetzt leben wir so weit draußen in den Alpen, und dann läuft uns die blöde Autobahn direkt vor der Nase entlang…“

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Schön hebt sich die Schlosskuppel, wenn auch noch ohne Laterne, wunderbar gegen den Himmel ab und bereichert die Silhouette Berlins.

    Berlin, einer Stadt der Kuppeln. Dom, Stadtschloss, St. Hedwig, Gendarmenmarkt Dome, Bodemuseum, Altes Stadthaus, Neue Synagoge, Reichstag...

    Wie war! Beeindruckende Silhouette aus der Perspektive! Für meinen Geschmack wirkt die Domkuppel aus der Entfernung zwar imposant, jedoch offensichtlich reduziert. Gut, dass das Schloss seine originale Kuppel wieder bekommt. Tolles Panorama!

    "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"

  • @ Bobbes, jetzt ist es klar! In dem von Dir verlinkten Filmbericht wird das Gesamtgewicht des zur Eindeckung der Kuppel verwendeten Kupfers genannt: 18 Tonnen!

  • Hier an der Westfassade ist leider ein auffallender Farbunterschied zu erkennen. Oder ist das vielleicht nur Schattenwurf?