Berliner Schloss

  • Aus dem Wörterbuch über "Hass".

    Quote

    „Hass“: Feindselige Abneigung, starkes Gefühl der Ablehnung und Feindschaft.


    Der Psychologe Georg Juckel über Hass:

    Wut ist ein allgemeines Gefühl, eher eine Stimmung. Hass ist auf ein ganz bestimmtes Objekt gerichtet, in der Regel auf eine Person. Es handelt sich um ein sehr starkes, negatives Gefühl der Aggression, gekennzeichnet durch einen Vernichtungswillen.

    Das kulturpolitische Totaldesaster namens "Humboldt Forum" tritt nun, so scheint es, in eine Phase der High-End-Bizarrerie ein. … Man muss es so deutlich formulieren: Das wichtigste deutsche Kulturprojekt seit der Wiedervereinigung ist in die Hände einer Mesalliance von Reaktionären und Planlosen geraten. Es braucht in Deutschland neben neuer politischer Entschlossenheit wohl nun vor allem auch schweres Gerät, um sich den symbolpolitischen Zumutungen ultrakonservativer Stadtbildlobbyisten zu erwehren.

    Hm, wie sind solche Äußerungen einzuordnen? Was ist das nun? Hass auf das Schloss, Wut, Abneigung oder sachliche Kritik? :/ Ach wär' ich doch Psychologe... :wink:


    Wie auch immer, der o.g. Psychologe hat einen Tipp zur Überwindung von Hass:

    Quote

    Bei starken Hassgefühlen kann man sich vorübergehend Luft verschaffen, etwa durch Musik hören, Bewegung oder durch andere Reize, die ablenken.

    Das ist doch die ultimative Lösung für alle Schlosshasser … äh Schlosskritiker! Sobald man an den schrecklichen Kuppelspruch, den provokativen absolutistischen Fürstenprunk oder die entführten Südseeboote denkt und die Emotionen wieder so richtig hochkochen: Einen Waldlauf machen, den Garten umgraben oder Modern Talking oder Florian Silbereisen hören. Vielleicht auch „Highway to hell“. Alles wird gut!:ueberkopfstreichen:

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Quote

    Das Humboldt Forum in den Händen von Reaktionären und Planlosen

    Quote

    Das Humboldt Forum im Berliner Schloss, immerhin das aktuell wichtigste deutsche Kulturprojekt, hat mit seinen Geldgebern zu kämpfen. Darunter: AFDler und Neo-Nazis

    Wow … Allein schon Überschrift und Teaser bei dem Artikel im Standard sind ein Knaller. In der Stiftung Humboldt-Forum arbeiten einige renommierte Kultur-Institutionen zusammen, u.a. die SPK, die Humboldt-Uni, das Ethnologische Museum, die Stiftung Humboldt-Forum … usw. Die Akteure dieser Einrichtungen begreifen sich explizit als weltoffen, fortschrittlich und alles andere als (extrem) rechtsstehend … Diese versammelte Mannschaft mal so eben als „reaktionär“ und „planlos“ zu beschimpfen ist schon ein starkes Stück.


    Ich denke, diese Herr-/Frauschaften sind entsprechend ihres Selbstbilds alle naturgemäß hoch empfindsam, was Kuppelspruch, Kuppelkreuz, Bödecker-Engagement usw. angeht – und zucken entsprechend sofort zurück, wenn irgendjemand in diese Kerbe haut. Angesichts solcher Artikel könnte ich mir aber nun gut vorstellen, dass denen nun tatsächlich das „Zäpfle steigt“ (wie man bei uns im Schwäbischen sagt) – und der Eindruck wächst, dass da jemand gewaltig überdreht. Mir fehlt die Fantasie, dass die das ernsthaft auf sich beruhen lassen – und vermute, dass entsprechend nun auch sehr ernsthafte Gespräche mit der PR-Abteilung des Hauses darüber geführt werden, wie auf solche unsachliche Gemeinheiten reagiert werden kann …


    Auch der Teaser von dem Artikel ist inhaltlich Stuß: Der Autor möchte auf den Förderverein einprügeln – nennt aber das Humboldt Forum IM Berliner Schloss, das angeblich mit seinen Geldgebern kämpfe. Das HF im Schloss wird doch vom Förderverein gar nicht finanziert …


    Und zuletzt (es gäb ja noch vieles ...): Was soll der Versuch, den Bau des alten Schlosses mit dem Hinweis auf Sklaverei als mutmaßliche Geldquelle zu desavouieren? Auch wenn dieser Vorwurf der Wahrheit entspräche: Würde dies als Messlatte an die Schlossbauten des europäischen Absolutismus angelegt werden, müsste man moralisch jeden dieser Bauten zur Disposition stellen – denn letztlich war ALLES was damals gebaut wurde mit dem gebaut, was auf verschiedenen Wegen irgendwelchen armen Seelen abgepresst wurde … mithin Leibeigenen, deren Lebenssituation sich von echter Sklaverei nur marginal unterschied …

  • Aus dem Wörterbuch über "Hass".


    Der Psychologe Georg Juckel über Hass:

    Hm, wie sind solche Äußerungen einzuordnen? Was ist das nun? Hass auf das Schloss, Wut, Abneigung oder sachliche Kritik? :/ Ach wär' ich doch Psychologe... :wink:

    ...

    Ich hatte 2019 das "Vergnügen" Trüby bei seiner Rechte-Räume-Tournee im Frankfurter Mousonturm zu erleben. Eine sehr verstörende Veranstaltung, die einen Bogen von Hitlers Geburtshaus und Mussolini-Bauten zu den Frankfurter Altstadtbauten spannte. Trüby kam sympathisch rüber - gebildet aber nicht eingebildet und sehr charismatisch. Ein Menschenfänger, mit dem man sich wahrscheinlich prima über alle möglichen Themen, abseits von Rekonstruktionen, im IC unterhalten kann. Es waren einige Rekobefürworter im Publikum, die zumeist sachlich argumentierend sich zu den teils irritierenden Vorträgen äußerten. Trüby brauchte auf die meisten Einwände nicht eingehen. Seine Helfer (oder vielleicht besser gesagt "Jünger") übernahmen das und hielten die Diskussion teils sachlich, teils aggressiv in Schach.

    Das ist vielleicht auch das erstaunliche, dass man Trüby mit seiner ansonsten zurückhaltenden, zivilisierten Art, dieses Geschwurbel nicht zutrauen würde. Seine Anhänger allerdings haben teilweise den aggressiven Tonfall, den er in seinen Meinungsartikeln hat übernommen.

    MODERNExit: Mehr Altstadt wagen!

  • Ein ganz aktuelles Interview mit der neuen Berliner Senatsbaudirektorin Kahlfeldt:


    https://www.welt.de/debatte/ko…-europaeische-Stadt.html?


    Da hinter der Bezahlschranke hier das Wesentliche:


    Quote from Die Welt

    WELT: Sie waren Mitglied der Jury im Wettbewerb um den Wiederaufbau des Berliner Schlosses. Ist der Neubau von Franco Stella so geworden, wie Sie sich das vorgestellt hatten?


    Kahlfeldt: Die Jury hat Franco Stella einstimmig den ersten Preis verliehen, weil sein Entwurf konzeptionell bei Weitem am überzeugendsten war, vor allem bei der Durchlässigkeit zwischen Schlossplatz und Lustgarten. Aber schon in der Jury gab es Stimmen, die auf eine Überarbeitung der strengen Ostfassade drängten. Stella sieht sich dort in der Tradition des italienischen Rationalismus. Er hat sich so entschieden. Vielleicht ist es an zukünftigen Generationen, das noch einmal neu zu bewerten.


    Quote from Die Welt

    WELT: Sie kennen die Debatten und Lager in Ihrer Zunft gut. Hat Sie die Heftigkeit der Kritik an Ihrer Berufung trotzdem überrascht?


    Kahlfeldt: Nicht die Heftigkeit, aber die Form und der Inhalt. Damit wurde dem Bild unseres Berufsstandes nicht gedient, das war beschämend. Und es hat das Amt der Senatsbaudirektorin beschädigt: In Zukunft wird sich jeder Kandidat und jede Kandidatin fragen, ob er oder sie die Kraft hat, als Zielscheibe von Diffamierungen und Unterstellungen in den Ring zu treten.


    Quote from Die Welt

    WELT: Wann beginnt der Wiederaufbau von Schinkels Bauakademie gegenüber dem Schloss? Sollte sie äußerlich originalgetreu rekonstruiert oder zeitgenössisch interpretiert werden?


    Kahlfeldt: Das ist ein Bauvorhaben des Bundes, das Land Berlin ist nur einer von vielen Beteiligten. Der Gründungsdirektor der Bundesstiftung Bauakademie, Guido Spars, steht im engen Kontakt mit allen Akteuren. Die frühere Bausenatorin Katrin Lompscher wünschte sich „So viel Schinkel wie möglich“. Das ist auch mein Motto!


    Super Interview, einer großartigen Frau und ich vermute einmal die Beste personelle Entscheidung der Oberbürgermeisterin von Berlin!


    Die Kommentare sind ausschließlich pro Kahlfeldt, was ich genauso gut finde:


    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ich will ja hier nicht Wasser in den Wein über die Freude für Frau Kahlfeld gießen,aber mit der neuen Senatsbaudirektorin ist es meiner Meinung nach für die Alte Mitte Berlins fast schon ein kleines bisserl zu Spät .Vieles was unter ihrer Vorgängerin, ich sage mal ,auf lange Sicht vermasselt wurde, kann sie jetzt auch nicht mehr ändern. Hoffnung wäre jetzt nur noch am Schinkelplatz die Bauakademie ,die Bebauung am Molkenmarkt.....aber mit den jetzt entstehenden MODERNEN Schlossterassen Lustgartenseite ist wohl auch nicht mehr zu hoffen pro Rossbändiger ,Adlersäule usw...-da wird sie auch nicht mehr das Steuer herumreißen können.

    Wir sollten nicht im Vorfeld die Erwartungen an Frau Kahlfeld allzu hoch setzen. Lassen wir sie erst mal ihre Arbeit machen.,und dann werden wir sehen.

  • ^zum Thema Rossebändiger vor den Schlossterrassen meine ich mich zu erinnern, dass die aktuellen Schlossterrassen eine Wiederaufstellung der Rossebändiger nicht behindern würden.

  • Bautradition,aber letztendlich passt bei einer möglichen Aufstellung der Rossbändiger, Adlersäule und Oranierfürsten das alles nicht mit der modernen Grünanlage zusammen.Diese jetzige Grünanlage ist keine Terasse mehr mit einigen Stufen und einer Sandsteinbalustrade sondern Ebenerdig und völlig anders errichtet.Die historische Terasse stand im harmonischen Einklang mit diesen Figurengruppen und Adlersäule.Diese Harmonie kann bei einer Neuaufstellung so nie wieder erreicht werden .

  • "kann ..... nie wieder erreicht werden ."

    Ich bin da etwas zuversichtlicher -wo man doch sogar so ein riesengroßes Schloss wieder errichten konnte. Meine Hoffnung wird auch gestärkt durch die Äußerungen der neuen Senatsbaudirektorin und den Geschmack der Bürgermeisterin z.B. in Hinsicht auf den Neptunbrunnen....

  • dermont,ja ok, die Zuversicht sollte man immer in sich tragen.Wir sind gespannt, wie die neue Senatsbaudirektorin ihre Arbeit macht.:smile:

  • Das Humboldtforum bemüht sich redlich, jedem linken Zeitgeist in der Kulturszene hinterherzuhecheln und bekommt von jemandem wie Trüby trotzdem rechte Unterwanderung attestiert. Das ist doch irgendwie amüsant.

  • Das Denkmal für Moritz von Oranien steht wieder im Depot der Staatlichen Schlösser und Gärten. Es hat keinen Arm mehr und würde sich für die Ausstellung zur Geschichte des Ortes eignen.


    Für die Lustgartenfassade jedenfalls würde sich das Denkmal für Wilhelm von Oranien eignen. Keine historische Persönlichkeit verkörpert die deutsch-niederländischen Beziehungen so gut wie er, der "Schweiger". Eine Kopie des ehemaligen Berliner Denkmals steht übrigens vor der Wiesbadener Marktkirche.

  • ^Das Modell hat der Berliner Bildhauer Andreas Hoferick gemacht.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Da werden sich einige Mäuler unserer bekannten " Architekturkritiker" bei der Aufstellung der großen Wappenkartusche wieder zerreißen. Das werden wir aushalten ! :thumbsup:


  • Auch ich habe mich für dieses Gutachten interessiert, denn über Jahrzehnte war es verschwunden. Nun habe ich lange im Netz recherchiert und siehe da, das Bundesarchiv hat mir weitergeholfen. Dort ist nämlich das Gutachten inzwischen hinterlegt und kann für jeden eingesehen werden.

    [...]

    https://www.bundesarchiv.de/DE/Content/Virtuelle-Ausstellungen/Gutachten-Zu-Den-Wiederaufbaukosten-Des-Berliner-Stadtschlosses/001__gutachten-wiederaufbaukosten-berliner-schloss_PDF.pdf?__blob=publicationFile

    (Quelle: Bundesarchiv)

    Gehört das Gutachten heute dem Bundesarchiv?

    Ich dachte eine Privatperson hatte das Gutachten in zwei Teilen noch zu DDR Zeiten über die Grenze geschmuggelt und damit sei es in Privatbesitz. Dann müsste es verschenkt bzw. verkauft worden sein an das Bundesarchiv.

  • Hetzkampagnien werden von psychisch nicht ausgeglichenen Menschen geführt.

    Sie entlarven sich damit selbst, nicht ganz ausgeglichen zu sein, mentale Defizite zu haben.

    Dafür gibt es Therapieangebote. Es wäre daher zielführend, auf Hetzartikel mit der Zusendung einer Liste von Therapeuten zu antworten.

  • Ich denke,nicht die kritisierten Gebäude sind ein Problem, sondern diese kurz und klein Kritiker haben mit SICH selbst ein Problem.

    Nicht die Gebäude sollten Kritisch unter die Lupe genommen werden,sondern mal deren notorischen Gegner.🔍🔎

    Zitat: "Du siehst die Welt so,wie DU bist"

    Verbissene und verbitterte Menschen,können sich sogar Gebäude zu einem Feindbild machen,an dem sie dann ihre eigene innere Unzufriedenheit:angry: auf das von ihnen bestimmte jeweilige("Feindliche")Gebäude projizieren.

    Solche Menschen (notorische Kritiker,Gegner)glaube ich,werden als Persönlichkeit (Charakterlich) insgesamt schwierige und intolerantere Zeitgenossen sein.