Berliner Schloss

  • Also, ich würde sicherheitshalber die Wörter "Grütters" und "Preußenrenaissance" noch schwärzen. Und "beförderte" klingt auch sehr politisch.


    An der Tatsache, dass Fassade und Kuppel zu 100 Prozent durch Spenden finanziert wurden, werden auch die Autoren der *** nichts ändern, da schon die Politik von *** darauf keinen Einfluss hatte, und das wird wahrscheinlich auch unter *** so bleiben.

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Ohne wirklichen Themenbezug kann die Moderation Beiträge über die Person Claudia Roths hier nicht stehen lassen.

    Bitteschön, hier ist einer von vielen Bezügen:

    "Wie aber konnte diese Inschrift am symbolträchtigen Ort überhaupt angebracht werden, ohne dass die politisch Verantwortlichen dies ausdrücklich befürworteten? Warum gab es keine öffentliche Diskussion und keine parlamentarische Befassung? Wenn das Humboldt-Forum ein Ort der Begegnung der Kulturen und Religionen und eine gemeinsame Forschungsstätte zur Menschheitsgeschichte werden soll, dann geht das nur auf Augenhöhe und nicht unter der Prämisse dieser Inschrift. Es geht darum, den öffentlichen Diskussionsprozess endlich zu führen - in der Zivilgesellschaft und im Parlament.“

    Ist das jetzt auch wieder ein zu heißes Eisen? stickpoke:)

    „Die Freiheitsliebe ist bei den Deutschen nicht entwickelt“ (Madame de Stael)

  • Also, ich würde sicherheitshalber die Wörter "Grütters" und "Preußenrenaissance" noch schwärzen. Und "beförderte" klingt auch sehr politisch.


    An der Tatsache, dass Fassade und Kuppel zu 100 Prozent durch Spenden finanziert wurden, werden auch die Autoren der *** nichts ändern, da schon die Politik von *** darauf keinen Einfluss hatte, und das wird wahrscheinlich auch unter *** so bleiben.

    Danke - manchmal ist es nicht allzuleicht. Zumal sich nach meiner ursprünglichen Fragestellung mit anderem Screenshot eine so auch von mir nicht gewollte Diskussionsrichtung ergeben hat.

    Irgendwie bin ich immer noch der Meinung, dass auch eine Politiker von B90/Grüne nichts tun kann, was von Kanzler(in) bzw Präsident nicht gewollt wird.

    Sollte Steinmeier zB die Schirmherrschaft über die Wiedererrichtung der (auch im Artikel erwähnten) Garnisonkirche in Potsdam behalten, dann wird kein Kulturstaatsminister eine Auszahlung von Zuschüssen hintertreiben können.

    Andererseits sollte aber auch nichts hinzugedichtet werden - wie hier am Beispiel des Humboldt-Forums - was so nicht stattgefunden hat.


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    Was die angesprochene "Einheitswippe" angeht - da sind wohl die Messen gesungen und eine Änderung der Ausführung dieser Platzgestaltung wird kaum bis gar nicht möglich sein.

  • Ich, und zahlreiche andere Menschen können die Rastrelli-Beschreibung und Verteidigung der Fassade wirklich nicht nachvollziehen. Kann mir bitte jemand helfen, wo ist mein Denkfehler?

    Du liest nicht richtig. Das ist dein Fehler. Ich hatte mich konkret zu dem in früheren Beiträgen gemachten Vorschlag geäußert, die Spreefassade zu begrünen. Darauf bist du gar nicht eingegangen.


    "Das würde seine Architektur verunklaren."

    Muss denn Architektur von den Formen her klar sein und das vor allem in diesem historischen Umfeld? Ich finde es völlig unklar, warum nicht ein paar Gestaltungselemente (Dach, Geländer, Portal, Eingangstor) möglich sein dürfen.

    Ich hatte geschrieben:

    Die Idee einer Begrünung der Ostfassade wurde hier schon oft besprochen. Ich halte nichts davon. Und daher ist es gut, dass Stella dem auch nicht zustimmen würde. Das würde seine Architektur verunklaren.

    Eine Berankung würde die Fassade teilweise verdecken. Dadurch würde eine neue Struktur über die Fassade gelegt und der architektonische Entwurf von Stella nicht mehr klar erkennbar sein. Deshalb "verunklart". Zur Möglichkeit weiterer architektonischer Gestaltungselemente habe ich mich gar nicht geäußert. Das war nicht das Thema meines Beitrags.


    "Es besteht ja ein Bezug zwischen der Ostfassade zur Spree"

    Ja und unsere wunderschöne Spree schlägt Wellen, hat verschiedene Farben. Ich sehe deswegen in dieser Fassade eben absolut gar keinen Bezug zu dem Wasser.

    Ich hatte geschrieben:

    Es besteht ja ein Bezug zwischen der Ostfassade zur Spree, der modernen Westfassade des Schlüterhofs, den Fassaden der Passage und des großen Foyers.

    Du bist der erste, der auf die absurde Idee kommt, eine ästhetische Beziehung zwischen der Ostfassade und der Spree herzustellen. Kein Wort von dir zu den anderen Fassaden, die ich erwähnt hatte. Eigentlich sollte sich inzwischen herumgesprochen haben, dass das Berliner Schloss nicht nur vier Außenseiten zur Stadt hin hat, sondern auch mehrere Hoffassaden. Die modernen Architekturteile des Schlosses tragen eine einheitliche Handschrift. Darum ging es mir. Mein Satz war nach den Regeln der deutschen Sprache eindeutig.


    "Fassade bildet das Logo des Humboldt Forums ab"

    Auch wenn du es als Zitat kennzeichnest, das habe ich nicht geschrieben, sondern:

    Von der Grundform des Rechtecks leitet sich auch das Logo des Humboldt Forums ab.


    Die Fassaden sollten aber das Aussehen des alten Schlosses abbilden. Wenn das Logo des Humboldtforums so einfältig aussieht, sollte es dringend geändert -aber deswegen doch nicht die Schlossfassade verödet werden.

    Stella hat alles rekonstruiert, was nach den Vorgaben des Bauherrn möglich war - nämlich die kunsthistorisch wertvollen Barockfassaden an drei Außenseiten und an drei Seiten des Schlüterhofs sowie die Kuppel. Zusätzlich hat Stella noch drei weitere barocke Innenportale rekonstruiert. Eine Rekonstruktion der historischen Spreeseite war vom Bauherrn ausdrücklich nicht gewünscht. Aus meiner Sicht wäre das möglich gewesen, aber wenn der Bauherr das nicht will, dann kann der Architekt nichts machen. Der Kunde ist König.


    Wie das Logo des Humboldt Forums aussieht, sollte eigentlich bekannt sein. Mir gefällt es sehr gut und ich finde, dass es zur modernen Architektur passt. Stellas Architektur wurde aber nicht vom visuellen Design des Humboldt Forums inspiriert, sondern wenn, dann war es umgekehrt.


    Die "visuelle Identität" des Humboldt Forums wurde vom büro uebele entworfen:

    uebele.com/de/projekte/visuelle-identitaet/humboldtforum


    Wie das in der Praxis genutzt wird, findest du hier: humboldtforum.org


    Wer sich mit Humboldt und seinem Erbe auseinandersetzt, wird sehen dass er diese Fassade hassen würde. Er war schwul und hat die vielfältigen Formen der Natur geliebt. Wer es genau verstehen will braucht sich nur sein Schloss oder Arbeitszimmer in Tegel anschauen.

    Wer sich mit Humboldt auseinandersetzt, sollte wissen, dass es zwei Personen sind: Alexander und Wilhelm. Ob einer von ihnen schwul war, ist völlig uninteressant.


    Es ist aber die Art von "unmenschlicher" Monumentalität, die an Uniformen von Soldaten erinnert und die wir ja schon bei der James-Simon-Galerie und beim Nürnberger Parteitagsgelände haben.

    Ich habe die Spreefassade vor Ort genau studiert und mich auch mit der James-Simon-Galerie intensiv befasst. "Unmenschlich" ist daran nichts. Die Einbettung in die umgebende historische Bebauung sorgt dafür, dass die Dimensionen nicht zu groß geraten.


    Hier noch Bilder der modernen Fassaden des Schlosses:


    Die moderne Ostfassade des Berliner Schlosses. Die Freiraumgestaltung davor ist hier noch nicht fertig

    (Foto: GodeNehler, 3. November 2018, CC-BY-SA-4.0)


    Die moderne Westfassade des Schlüterhofs (Foto: Ernstol, 25. August 2018, CC-BY-SA-4.0)


    Die Passage. Blick Richtung Breite Straße. Links davon liegt der Schlüterhof, rechts das Foyer (Foto: Geoprofi Lars, 19. Juli 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Das Foyer an der Stelle des einstigen Eosanderhofs, Blick Richtung Osten, zur Passage (Foto: Fridolin freudenfett, 14. August 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Die Überdachung des Foyers, hier noch im Bau (Foto: DCB, 3. November 2018, CC-BY-SA-4.0)

  • Wir können alle froh sein wenn die Wappenkartusche aufgehängt wird. Im aktuellen politischen Umfeld kann ich mir vorstellen, dass dies noch verhindert wird.

    Ganz richtig!

    Auf so was warte ich schon die ganze Zeit!

  • Toll dieses Forum. Selbst wenn die Schloßgegner noch nicht auf diesen Gedanken, die Wappenkartusche zu verhindern, gekommen sind. Sie brauchen nur in dieses Forum zu schauen und schon bekommen sie neue Nahrung. Neue Projekte die es zu verhindern gilt.

    Warum kann man mit solchen Beiträgen nicht warten bis die Wappenkartusche montiert ist?

    Jetzt ist es nur eine Frage der Zeit bis in einem der einschlägigen Käseblätter die Überschrift prangt:

    " Forum für Weltreligionen bekommt absolutismusverherrlichende Wappenkartusche des imperialistischen Kaiserreiches über dem Haupteingang."

    Na denn: proost Mahlzeit. Ick bin raus.

  • Beiträge wurden entfernt.

    Bitte auf Begriffe wie "fundamentale Gutmenschen" "Rechtspopulisten" etc verzichten. Und bitte auch nicht vom Hundersten ins Tausende kommen.

    Danke.


    Kaiser Karl, ich glaube, Du überschätzt die "Macht des Forums". Bist aber nicht der Einzige

  • Was habt Ihr denn alle? Das Wappen ist doch schon angebracht.


    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • So eben heute in den Nachrichten gehört, die Kuppelinschrift soll abgeändert werden. Ich kann es nicht glauben, aber heute ist ja auch nicht der 1. April ! . :kopfwand:

  • https://www.berliner-zeitung.d…rscheinungsbild-li.198494


    Quote

    Mit Hilfe der Initiative Leuchtturm Berlin soll das Spruchband nun künstlerisch bearbeitet werden. [...] Dazu soll nach bisherigen Entwürfen ein Netz von Leuchtdioden vor das weiter sichtbare Spruchband montiert werden. Bei Einbruch der Dunkelheit sollen Auszüge aus Grundgesetz und Menschenrechtserklärung als Laufschrift vor dem Bibelspruch zu lesen sein.

  • Dadurch wird ein Widerspruch zwischen Menschenrechten und Christentum suggeriert, den ich nicht ganz nachvollziehen kann. Zumal die Menschenrechte in letzter Konsequenz auf christlichen Werten fußen. Aber letztlich geht es nicht ums Christentum, sondern nur darum, dass die Mehrzahl der Deutschen christlich geprägt ist und es alleine deswegen abzulehnen ist. Weil: alles, was die eigene kulturelle Prägung unterstreicht, ist per se ‚diskriminierend‘ und gehört sukzessive abgeschafft. Ob die Wappenkartusche und die Reliefs tatsächlich noch kommen, wage ich immer mehr zu bezweifeln.

  • Quote

    Mit Hilfe der Initiative Leuchtturm Berlin soll das Spruchband nun künstlerisch bearbeitet werden. [...] Dazu soll nach bisherigen Entwürfen ein Netz von Leuchtdioden vor das weiter sichtbare Spruchband montiert werden. Bei Einbruch der Dunkelheit sollen Auszüge aus Grundgesetz und Menschenrechtserklärung als Laufschrift vor dem Bibelspruch zu lesen sein.


    Das ist so unfaßbar dekadent, daß man gar nicht mehr weiterweiß. Und es zeigt eben auch, wie unglaublich infantil ein bestimmtes Milieu ist. Das muß man doch aussprechen können.


    Die Frage lautet auch: Warum ist der bisherige Spruch "umstritten"? Es gibt kaum eine bessere Figur als Jesus Christus, auf die man sich auf einem ethnologischen Museum beziehen kann. Da scheint es gewisse Bildungslücken zu geben hinsichtlich des Wirkens und der Aussagen Jesu Christi.


    Für mich ist diese "Initiative" absolut benausenhaft und Ausdruck der Fake-Moral, die ich jüngst hier ansprach, die aber dem Rotstift zum Opfer fiel - obwohl dieser Beitrag ganze 11 positive Bewertungen bekam.


    Ich finde es schwierig, auf bestimmte Begriffe zu verzichten, wenn diese 1A auf die Situation passen. Ich bin wie gesagt selbst politisch linksliberal einzuordnen. Aber im linken Milieu gibt es heute leider viele, denen ihr subjektiver Gewissenshaushalt und ihre moralischen Zwangsneurosen wichtiger sind als Ästhetik, Authentizität, Gemeinwohl und Respekt vor der historischen Tradition. Wir machen uns als deutsche ***menschen vor aller Welt lächerlich. Solche Aktionen werden im Ausland eher als neuer deutscher Moralimperialismus wahrgenommen und erreichen eher das Gegenteil dessen, was das woke Milieu so behauptet bzw. sich einbildet.


    Es ist wahrscheinlicher, daß Ausländer es für viel selbstverständlicher erachten, wenn wir den Original-Jesus-Spruch verwenden würden, und daß sie dabei gar nichts finden würden, weil das in ihrer Heimat eben auch selbstverständlich wäre.


    Es darf nicht unausgesprochen bleiben, daß diese Cancel Culture auf einer eingebildeten Moral basiert, auf Postulaten, die sehr leicht zu "dekonstruieren" sind. Und es ist heutzutage erste Bürgerpflicht, diesen Kulturbanausen paroli zu bieten und ihre infantilen Moralinszenierungen als das zu benennen, was sie sind.


    PS: Ich bange, ob dieser Kommentar von mir regelkonform ist. :)

  • Von wem ist das beschlossen und wo ist die demokratische Legitimation. Wie kann eine für mich kleine Minderheit diesen Unfug verzapfen.

    Ich bin schwer enttäuscht.


    :gutenacht: Deutschland und das ist wörtlich gemeint.

  • Hier wurde eindeutig eine Rote Linie überschritten. Als nächstes steht nun das Kuppelkreuz und der zahlreiche absolutistische Fassadenschmuck im Fadenkreuz, auch die Anbringung der Wappenkartusche dürfte in Frage stehen. Wetten dass? Das devote Einknicken und Appeasement gegenüber der "Woke"-Bewegung, dem diese Entscheidung zugrunde liegt, wird diese fanatische aber lautstarke Minderheit aber nicht zufriedenstellen. Das ist sicher. Erbärmlich, aber gleichwohl typisch für den gegenwärtigen Zustand der in Dekadenz und Selbsthass untergehenden westlichen Zivilisation.


    Die aktuelle Entscheidung wird vom Stiftungsrat der Stiftung Humboldtforum beschlossen worden sein, und hierbei besonders auf Hartmut Dorgerloh zurückzuführen sein. Dorgerloh hat in letzter Zeit immer wieder geäußert dass er weder die Barockfassaden ("man kann nicht unschuldig rekonstruieren") noch die ethnologischen Sammlungen im Inneren mag (dazu ein aktueller Link zu Youtube). Als man 2018 den bisherigen "Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg" zum Intendanten des Humboldtforum berief, war man davon überzeugt eine gute Wahl getroffen zu haben. Leider entpuppte sich diese Personalie aber zunehmend als Trojanisches Pferd der "Woken".


    Nebenbei gesagt: Optisch wird das Laufband mit Grundgesetz-Zitaten eine absolute Katastrophe für das Gebäude werden, da könnte man auch gleich einen Coca-Cola-Schriftzug anbringen. Zudem hat es das Grundgesetz wirklich nicht verdient als Alibi für den aktuellen arroganten Moral-Imperialismus missbraucht zu werden. Die Leute die diese Entscheidung getroffen haben, haben den Geist des Grundgesetztes doch gar nicht verstanden.


    Ich hoffe auf energischen Widerstand des Fördervereins und der Spender!!

    „Die Freiheitsliebe ist bei den Deutschen nicht entwickelt“ (Madame de Stael)