Berliner Schloss

  • Beim Weißen Saal geht es doch um die Ostasiensammlung. Die wird sowieso nicht von "Rückgaben" betroffen sein. Und generell ist die Vorstellung, die einige offenbar von der Sache haben, ziemlich albern. Nämlich der Gedanke, dass die Museen soviel ins Ausland abgeben könnten, dass ihnen nichts bliebe, das sie ausstellen könnten, woraufhin sie "kampflos" die Säle freigeben würden und ihr dann irgendwelche Schlossräume rekonstruieren dürftet. Das ist wirklich albern. So funktioniert der Kulturbetrieb nicht. Die Museen haben riesige Depotbestände und die Möglichkeit von Leihgaben. Und wie groß der Widerstand gegen Rekonstruktionen gerade in Berlin und in Bezug auf das Stadtschloss ist, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben.

  • Ob das der richtige Ansatz ist die Entscheidungsträger von der Rekonstruktion einzelner historischer Räume zu überzeugen sein dahin gestellt:

    Das spricht eigentlich dafür, die Leutchen von den "decolonial studies" nach Kräften zu unterstützen. Ich finde auch, dass diese Art von "kultureller Appropriation", bei der der geraubte Kunst aus Afrika und Asien im bösen Preußenschloss ausgestellt wird, ein ungeheuerlicher Skandal ist! Recht haben sie! :biggrin:

  • Hier müsste also die Zwischendecke entfernt werden, bevor man anfangen kann, was gleich zwei Räume des Humboldt-Forums beansprucht, und zwar richtig große Räume.

    Ich vergaß, der Saal war ja zweistöckig. :D

    "Moderne Architektur heißt seit über 50 Jahren: Rechtwinklig, weiß, kahl, leer, gebaut von immer schwarzgekleideten Architekten."

    -Gerhard Kocher

  • Seufz, Ironie versteht ihr beiden anscheinend auch nicht ...

    Ist halt die gleiche Art Ironie wie die mit dem Abriss des Humboldt Forum und Reko Palast der Republik nach 30 Jahren. Gefällt mir nicht.

  • Der Andersdenkende kam mir doch glatt zuvor - wollte grade dasselbe posten.


    Schon ziemlich absurd, die Mädels, oder.....? Besonders viel Gespür für urbane Vernunft oder für Architektur scheinen die nicht zu haben.....

    Gott sei dank wird sich so etwas nicht durchsetzen - wer will denn diesen Betonkasten wieder haben? :lachentuerkis::lachentuerkis::lachentuerkis:


    (Die ANTIFA vielleicht.......)


    https://www.facebook.com/watch/?v=135831582021896

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • wer will denn diesen Betonkasten wieder haben?

    Es geht um (vermeintlichen) "bürgerlichen Konsens stören", bloßstellen, nationales Selbstvertrauen zersetzen, provozieren, in die Medien kommen... Und natürlich (wie stets seit 68) Spaß dabei haben. Denn es gibt ja seit Jahrzehnten keine Gegenwehr. Würden nur fünf handfeste Jungs dort erscheinen, oder morgen ein paar negative Online-Berichte mit Namensnennungen/Adressen veröffentlicht, würden die sich da nie wieder hinstellen... (Und wer diesen Gedanken undemokratisch und kriminell findet, der muss nur beim Sympathisanten-Umfeld solcher Aktionen gucken. Bei denen ist das seit Jahrzehnten gern gesehene Praxis.)


    Nochmals: Der PdR ist dabei nur momentanes Mittel zum Zweck. Aus gegebenem Anlass.

  • Ah, OK, verstehe was du meinst. Daran hatte ich gar nicht gedacht.


    Stimmt, hier geht es offenbar ums gezielte Stören und Provozieren - zum Destabilsieren des Schlossprojekts.


    Die selben Typ*innen, Dam*innen und Herr*innen sind möglicherweise die selben die uns dann in den Foren "rückwärtsgewandt/heimattümler/Disneyland" oder gar "rechtspopulistisch" nennen. .....Man sollte sich durch das nette Lächeln dieser Dam*innen nicht täuschen lassen.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • In welchen Foren sind solche Leute denn aktiv? Ich würde gerne ein bisschen lachen.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Ist halt die gleiche Art Ironie wie die mit dem Abriss des Humboldt Forum und Reko Palast der Republik nach 30 Jahren. Gefällt mir nicht.

    Die Ironie liegt in der Sache selbst; ich muss da nichts dazu erfinden:

    Szene 1, Deutscher Bundestag im Jahre 2002:
    - "O.k., Leute wir rekonstruieren das Schloss."

    - "Aber so ein Schloss ist doch reaktionär und nationalistisch. Das ist doch politisch voll inkorrekt. So einfach kann man das doch nicht rekonstruieren."

    - "Stimmt auch wieder. Hm, dann setzen wir doch nach der Rekonstruktion die ethnologischen Sammlungen da rein. Das ist total politisch korrekt, weltoffen und international."

    - "Ja, das ist es! Damit tun wir Buße dafür, dass wir das Schloss rekonstruieren. Und die Gegner des Schlosses sind auch zufrieden, weil dann wenigstens die Innenräume nicht rekonstruiert werden können."


    Szene 2, Berlin im Jahr 2021:
    - "Kunst aus Afrika und Asien im Schloss auszustellen ist voll rassistisch!"


    Die Ironie habe ich mir nicht ausgedacht. Die haben die Akteure ganz alleine selbst produziert.

  • Bin 64ger Baujahr, kann mich also gut an die ,, Wendezeit'' erinnern, war damals bei der NVA und habe die Auflösung der Strukturen der DDR miterlebt. Für mich war es unglaublich, wie sich mein Leben von heute auf morgen verändert.

    Offtopic:


    Danke lieber Kaffeesachse dafür, dass Du hier persönliches teilst. Ich selber bin Jahrgang 1966. Anfang der 80er Jahre habe ich mit meinen Eltern einmal eine Wanderung längs der Grenze östlich von Ratzeburg (SH) gemacht.


    Wir kamen an eine Stelle, wo die Grenze eine Landstraße unterbrochen hatte. Auf der DDR-Seite standen da, wo sich der Kolonnenweg und die unterbrochene Straße kreuzten, 2 Soldaten. Meine Mutter war ein fröhlicher und kontaktfreudiger Mensch, sie hat beide Arme hochgenommen und gewunken. Eine Weile passierte nichts, die beiden unterhielten sich - und winkten dann zurück.


    Keine Ahnung,ob die beiden damit gegen irgendwelche Dienstvorschriften verstoßen haben. Aber sie haben eines erreicht: Der geheimnisvolle Dunkelstaat hinter der undurchdringlichen Grenze wurde für mich ein Teil unser Nachbarschaft und unseres eigenen Landes.

  • Es geht um (vermeintlichen) "bürgerlichen Konsens stören", bloßstellen, nationales Selbstvertrauen zersetzen, provozieren, in die Medien kommen... Und natürlich (wie stets seit 68) Spaß dabei haben. Denn es gibt ja seit Jahrzehnten keine Gegenwehr. Würden nur fünf handfeste Jungs dort erscheinen, oder morgen ein paar negative Online-Berichte mit Namensnennungen/Adressen veröffentlicht, würden die sich da nie wieder hinstellen... (Und wer diesen Gedanken undemokratisch und kriminell findet, der muss nur beim Sympathisanten-Umfeld solcher Aktionen gucken. Bei denen ist das seit Jahrzehnten gern gesehene Praxis.)


    Nochmals: Der PdR ist dabei nur momentanes Mittel zum Zweck. Aus gegebenem Anlass.

    Wenn man die Homepage dieses Vereins betrachtet erkennt man aber, dass es sich um Satire handelt und nicht etwa darum wirklich das Humboldt Forum durch eine Rekonstruktion des Palastes der Republik zu ersetzen.


    Ob die Absichten die sind die heimdall vermutet, weiss ich natürlich nicht. Jedenfalls ist das ganze weder sonderlich provokant und ob es " nationales Selbstbewusstsein" gibt, braucht oder dieses davon abhängig ist welches Gebäude am Schloplstz in Berlin steht, sei einmal dahingestellt.


    Alles an allem eine sinnlose Aktion über die auch nur in angemessenem (kleinen) Rahmen berichtet und die im übrigen ignoriert werden sollte. (Das mit den handfesten Jungs ist übrigens völlig daneben)


    Die Damen sollten dich allerdings mal Gedanken darüber machen wie sie sich verhalten, wenn wirklich einer Geld zum Bau des Palastes der Republik spenden sollte. Aber das sollte nicht unser Problem sein.

  • Das mit den handfesten Jungs ist übrigens völlig daneben

    Um das klarzustellen. Das war kein Aufruf dazu, sondern sollte nur aussagen, dass "Kunstaktionen" und "Polit-Happenings" (denn hier geht es nicht nur um Architektur, sondern auch um Politik) dieser Coleur immer mit Gefahrlosigkeit zu tun haben. D.h., sie riskieren nichts. Sie können sich ihre "Späße" machen, aber ihnen passiert nichts, weder körperlich noch karrieretechnisch. Im Gegenteil. Das läuft seit Jahrzehnten so, und das ist auch an den amüsierten, sicheren Gesichtern auf den Fotos zu den Aktionen ablesbar.

    Das ist bei anderen Leuten ganz anders. Mache mal ein derartiges Happening unter anderen Vorzeichen vor einer Lokalität, die diesem Umfeld gar nicht schmeckt, oder auch nur einen Wahlkampf-Infostand einer "falschen" Partei, und Du hast eine gewisse Wahrscheinlichkeit, relativ schnell handfeste Jungs kennenzulernen. In der Presse wird es im besten Fall einen sachlichen Bericht geben, nur wenige Kommentare werden das als "völlig daneben" brandmarken. That´s it, werden sie denken.

  • Ich hätte mal eine Frage : weiss jemand wann die letzten Ergänzungen im Aussenbereich der West-und Sûdfassade (Pflasterung und restlische Grünfläsche) stattfinden werden? Auf alle Bilder sehe ich nach wie vor diese provisorische Asphaltierung. Und ich konnte nichts auf die Webseite des Humboldt Forums oder des Fördervereins finden.

    Bleibt es so bis die Bronzetafeln und die Bundessaucière angebracht / fertiggestellt werden?

  • Diese Gestör......ähm, Entschuldigung, wollte sagen, diese ver-störten DDR-Nostalgiker erinnern mich ein bischen an das "Zentrum politischer Schönheit", kennt das jemand?


    Das sind übersaturierte Zivilisationsprodukte die wenig Ahnung von Politik haben, dies aber laut zum Thema machen - und sich offenbar nie darüber Gedanken machten warum sie tonnenweise sauberes Trinkwasser aus ihrem Hahn erhalten und die glauben, Lebensmittel erscheinten von magischer Hand im Supermarktregal. Es sind relativ unreflektierte Wichtigtuer mit inhaltsleeren und zum Teil beleidigenden Forderungen, Hauptsache laut. (Die werden in den nächsten Jahren ein böses Erwachen haben).

    Ein französischer Philosoph sagte vor Kurzem: "Die langen Zeiten des Friedens führen zur Infantilisierung, geistiger Verflachung und Verdummung der Bevölkerung".


    Sarah Wagenknecht nennt diese Leute "Lifestyle-Linke", denen es nie um die Sache geht ("humanitär" etc.), sondern die sich gerne narzistisch selber aufwerten wollen.


    Gott sei dank muss man sie nicht allzu ernst nehmen. Sie haben einen gewissen Unterhaltungswert!

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Code
    Das Humboldt Forum ist enttäuschend, die Außenarchitektur ist schön, aber der Landschaftsgarten ist noch NICHT fertig. Sieht aus wie ein Parkplatz. Im Inneren sind nur die unterirdischen Ruinen des alten Palastes sehenswert. Der Rest ist eine moderne langweilige Ausstellung.
  • Ist das deine Meinung? Das wird mir irgendwie ganz komisch angezeigt.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Code
    Das Humboldt Forum ist enttäuschend, die Außenarchitektur ist schön, aber der Landschaftsgarten ist noch NICHT fertig. Sieht aus wie ein Parkplatz. Im Inneren sind nur die unterirdischen Ruinen des alten Palastes sehenswert. Der Rest ist eine moderne langweilige Ausstellung.

    Ich denke, sehenswert wird die Ausstellung vor allem wegen der - noch nicht zugänglichen - Ostasien-Sammlung sein.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Ich sehe das Problem an des Stadtschloss (HuF) an einer anderen Stelle. Es fehlt mir das Nutzungskonzept. Eigentlich war vorgesehen dass neben dem Museum noch die Berliner Zentralbibliothek einzieht was ja bereits wieder hinfällig ist. Somit hat man Freiflächen die entweder leer bleiben oder wo man Rekonstruktionen vornehmen könnte.


    Noch ein ganz kurzes Wort zur Erinnerungskultur und ich möchte auch Vergleiche ziehen. Auch ich bin DDR Bürger Baujahr 1979. Trotzdem sehe ich den PdR Berlin oder das Hotel Mercure in Potsdam nicht als erhaltenswert an. Als Hasso Plattner allerdings in Potsdam das Hotel "Mercure" abreissen wollte um dort eine Kunsthalle zu bauen, regte sich Widerstand.


    Es wurden Unterschriften gesammelt und das Hotel steht heute noch, weil viele Bürger mit dem Hotel persönlich gute oder schöne Erinnerungen dazu haben (Hochzeit, Silvester, schöne Feste). Und so ist es beim PdR sicher auch. Man kann sicher ausführen ob es richtig war im Jahr 1973 den Berliner Sportpalast abzureissen.


    Jeder hat einen andere Verbindung zu diesen obengenannten Gebäuden aber die Erde dreht sich weiter, auch wenn die Gebäude erstmal nicht mehr da sind.