Berliner Schloss

  • Mir gefallen viele Eurer absurden Beiträge, bei denen sogar einige von Euch vor Gewaltäusserungen nicht zurückschrecken (wurde gemeldet), auch nicht.

    So langsam reicht's mir aber mit Euch und Eurem Hochmut.

    Du solltest dich nicht darüber echauffieren dass man dich für fragwürdige Bemerkungen, die du als Ironie bezeichnest, kritisiert. Das ist kein "Hochmut", und erst recht kein Grund hier dermaßen beleidigt rumzupoltern. Und dann noch Forumskollegen "Gewaltäußerungen" zu unterstellen geht wirklich deutlich zu weit.

    Du hast hier wunderbare Fotos gepostet, aber mit deiner blinden Wut macht du dir alles selber kaputt. Beruhige dich einfach mal.

  • Du solltest dich nicht darüber echauffieren dass man dich für fragwürdige Bemerkungen, die du als Ironie bezeichnest, kritisiert. Das ist kein "Hochmut", und erst recht kein Grund hier dermaßen beleidigt rumzupoltern. Und dann noch Forumskollegen "Gewaltäußerungen" zu unterstellen geht wirklich deutlich zu weit.

    Du hast hier wunderbare Fotos gepostet, aber mit deiner blinden Wut macht du dir alles selber kaputt. Beruhige dich einfach mal.


    Der Beitrag, in dem jemand in Ermangelung meines Konterfeis seinen Monitor mit der Tastatur zertrümmern wollte, weil ich es gewagt hatte unsere Regierung zu kritisieren (es war nicht off-Topic sondern ging um Klüngelei zwischen Politik und Bauherren d.h. Korruption im Baugewerbe etc.) wurde von mir gemeldet und auch zu Recht von den Admins sehr schnell entfernt. Deswegen kennst du die Beiträge dieses "Forumskollegen" offenbar nicht, sonst würdest du nicht behaupten, sie existierten nicht. Solche Beiträge gab es sehr wohl, und so was lasse ich mir nicht gefallen. Der Admin sah das offenbar genau so wie ich.


    Du hast jetzt mit deinen Mitstreitern, die angeblich nicht herumpoltern, gefühlte 100 Mal meine Beiträge "fragwürdig" genannt. Ich habe das jetzt verstanden. Ihr müsst es nicht weitere 100 Male wiederholen.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Ist nicht einmal OT, denn gerade den "Majestäten" haben wir dieses Schloß und fast alles Schöne rundherum sogar noch dazu originär zu verdanken! Und Hand aufs Herz, wenn wir noch eine Monarchie hätten, dann wären uns Nationalsozialismus und Kommunismus mit allen ihren Grauslichkeiten, die wir tagtäglich wahrnehmen müssen, erspart geblieben und wir würden vermutlich noch in märchenhaftschönen Städten leben. Petersburgs 2027 kann von mir aus wirklich gerne kommen ;-)

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ja, in dem Artikel hat sich jemand mal richtig Luft machen müssen.

    Dazu eine Frage:


    Zitat: "Völlig bizarr wird es in einem der Säle, wo ovale Öffnungen in der Wand unterhalb der großen Fenster auftauchen, weil die Geschossebene abgesenkt wurde und nun nicht mehr zur Fassade passt. "


    Ist das wirklich so? Die Fenster sind doch alle wie Perlen an der Schnur aufgereiht, warum sollte es also ursprünglich in bestimmten Bereichen eine andere Geschosshöhe gegeben haben?

    Ursprünglich hatte es wohl im Südflügel im Bereich westlich von Portal 2 ein Entresol, als Zwischengeschoss gegeben. Bisher dachte ich, das wäre mit rekonstruiert worden. Kann es sein, dass man es wegließ und dadurch der Eindruck entstand, der Fußboden wäre abgesenkt worden?

  • Ja, es ist tatsächlich so, dass der Boden in diesem Bereich im Vergleich zum alten Schloss abgesenkt wurde und dadurch der Effekt entstanden ist, dass man im Saal die ovalen Fenster und darüber die "richtigen" hat.


    Ist mir auch bei den Tagen der offenen Tür aufgefallen vor Ort, es wirkt in der Tat echt seltsam von innen.


    Da man es aber von außen nicht erkennt ist es mir wurscht.


    Von innen ist es sowieso zeitgenössisch und Museum. Letztendlich ist es ja im ganzen Gebäude so, dass innen und außen verschieden sind.

  • Ich denke nicht, dass das "Petersburg" im Sinne einer festen Zahl gemeint hat, sondern im sprichwörtlichen bzw. allgemeineren Sinne. Z.B. wie "den halben Tag hast Du nur faul auf der Haut gelegen", "der halbe Supermarkt ist ausverkauft" usw.


    Im übrigen befremdet es mich etwas, dass sich einige über einen harmlosen Witz bzw. eine Phantasie zum Kaiser und seinen Grazien in solcher Weise aufregen können. Etwas mehr Lockerheit wäre angebracht, denke ich. huh:)

  • Ich hatte keine Lust auf Scharmützel an Heiligabend und deshalb einen Beitrag von mir gleich wieder gelöscht. Aber da Heimdalls Antwort nun schon dasteht und es auch nicht verkehrt ist, dem Monarchiekitsch entgegenzutreten, kann ich auch noch mal was dazu schreiben. Heimdalls Antwort oben bezog sich auf folgende Äußerung von mir:


    Übrigens, die halbe EU sind Monarchien, anscheinend mangelt es auch hier wieder an Wissen

    Mit Großbritannien waren 7 von 28 Mitgliedstaaten der EU Monarchien, also ein Viertel. Betrachtet man alle Staaten Europas, ist der Anteil der Monarchien unter ihnen noch geringer.


    Jetzt ergänze ich:


    Die folgende Äußerung von Petersburg sollte nicht übersehen werden:

    Diese haben aber keine politische Macht. Monarchie wäre, so ich sie überhaupt favorisierte - was mich niemand hat sagen hören - heute eine reine Stilfrage. Die Queen in England schreibt kein einziges Wort ihrer Reden selber, sie ist nur Repräsentant des Staates und mindestens so schön wie Herr Steinmeier, hat aber genau so wenig politische Macht wie er. In Britannien ist das der PM,. bei uns der Kanzler. Echte Monarchie in Europa gibt es schon lange nicht mehr. Jemand , der fordert dass eine Familie nur qua Geburt und nicht Qualifikation alleine herrschen solle, hat meiner Meinung nach nicht alle Tassen im Schrank.

    Dem schließe ich mich voll und ganz an. Aus demokratietheoretischen Gründen ist die Monarchie ein Auslaufmodell. Es gibt sie in Europa nur noch da, wo sie noch vorhanden war. In Spanien war die Monarchie zwischen 1931 und 1975 gewissermaßen suspendiert. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde keine einzige Monarchie in Europa neu begründet.


    Ist nicht einmal OT, denn gerade den "Majestäten" haben wir dieses Schloß und fast alles Schöne rundherum sogar noch dazu originär zu verdanken! Und Hand aufs Herz, wenn wir noch eine Monarchie hätten, dann wären uns Nationalsozialismus und Kommunismus mit allen ihren Grauslichkeiten, die wir tagtäglich wahrnehmen müssen, erspart geblieben und wir würden vermutlich noch in märchenhaftschönen Städten leben. Petersburgs 2027 kann von mir aus wirklich gerne kommen

    Bei Exilwiener habe ich zuweilen den Eindruck, dass sie zu viele Sissi-Filme gesehen hat.


    Schauen wir uns die Realität an: Die für den Ersten Weltkrieg verantwortlichen Mächte waren bis auf Frankreich Monarchien. Adelsforscher ergötzen sich an den Verwandtschaftsverhältnissen zwischen den europäischen Herrscherhäusern. In der Krise des Sommers 1914 waren sie nichts wert. Als das Desaster des Weltkrieges offenkundig war, fanden die drei Kaiser keinen Ausweg. Es hatte schon seinen Grund, dass sie 1917/18 gestürzt wurden.


    Im Zweiten Weltkrieg gehörten zu den Mächten des faschistischen Blocks mehrere Monarchien: das japanische Kaiserreich sowie die Königreiche Italien, Rumänien und Bulgarien. In Italien gab es während der Mussolini-Diktatur immer einen König. Die Monarchie wurde dort erst 1946 abgeschafft. In Rumänien wurde König Carol II., der zeitweilig selbst diktatorisch regierte, 1940 von den Faschisten zur Abdankung gezwungen. Während der folgenden Antonescu-Diktatur blieb die Monarchie unter König Mihai formell bestehen.


    Auch die Geschichte der jugoslawischen Monarchie (bis 1941) war von Konflikten und einer zeitweiligen Königsdikatur geprägt. Monarchien stehen nicht automatisch für innenpolitische Stabilität. Und sie taugten in den Staaten, in denen entsprechende Voraussetzungen bestanden, nicht als Bollwerk gegen den politischen Extremismus. Exilwieners Annahmen lassen sich bei Betrachtung der europäischen Geschichte nicht bestätigen.

  • Zunächst an dieser Stelle allen ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest.


    Was die Monarchie-Diskussion betrifft, so hast Du, lieber Rastrelli , Petersburg mit dem Hinweis zitiert, dass die Queen keinerlei politischen Einfluss habe. Der Einfluss des englischen Königshauses war freilich 1914 freilich nicht viel größer. Somit ging die englische Politik, die für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges maßgebliche Mitschuld trug, vom Unterhaus aus. Ähnlich würde ich es von Zar Nikolaus sagen: auch er war in erster Linie ein Getriebener. Wenig machtpolitischen Einfluss besaß auch der italienische König unter Mussolini. Nun kann man darüber spekulieren, wie weit die Handlungsspielräume Wilhelms II. und der deutschen Bundesfürsten reichten. Aber auch da waren Militär, Öffentlichkeit und Ministerialbürokratie nicht ohne Einfluss. Wilhelm II. jedenfalls wollte den Krieg nicht.

    Ich bin kein Monarchist, möchte aber betonen, dass die nationalstaatlichen Republiken und Demokratien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts mit ihren völkisch-nationalistischen Ressentiments keineswegs besser waren und einige von ihnen nicht imstande waren, die Machtübernahme totalitärer Parteien zu verhindern.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Rastrelli


    Ich verstehe leider nicht zu 100%, worauf Du genau hinaus möchtest? Wenn ich Dich hoffentlich verstanden habe, dann versucht Du glaublich darzulegen, dass Monarchien den Faschismus in manchen Ländern nicht verhindern konnten, dann ist das für manche von Dir aufgezählten Ländern natürlich richtig, aber für manche wiederum nicht - das ist aber nicht Schuld der Monarchien, denn das kann man den Republiken ebenfalls vorhalten. Denn auch GB oder Dänemark, Belgien, Norwegen oder die Niederlande waren Monarchien (und sind es auch heute noch) und diese kämpften gegen den Faschismus. Der Vergleich hinkt daher aus meiner Sicht, wenn man das ganze Bild betrachtet und nicht nur herausgepflückte Teilstücke davon, die einem passen.


    Wenn ich versuche, es wie Du zu sehen, dann wäre doch der logische Schluss, dass Republiken noch gefährlicher sind, dass es zu Gewaltdiktaturen kommen kann. Für Hitler-Deutschland wäre dies die Weimarer Republik und für die Stalinistische Diktatur die Sowjetische Räterepublik. Da diese schlimmsten Ideologien direkt aus Republiken hervorgingen, müsste man hier besondere Vorsicht walten lassen. Ich würde diesen Vergleich aber nicht direkt aufstellen. Trotzden bleibe ich dabei, dass eine in der Bevölkerung verankerte Monarchie ein Garant dafür ist, dass es zu keiner faschistischen und/oder sozialistschen Diktatur kommen kann.


    Anstatt Unterhaltungsfilme zu schauen, lese ich aktuell "Die Schlafwandler" von Clark. Kann ich übrigens wirklich empfehlen, denn da wird sehr gut und nachvollziehbar dargelegt, wer die eigentlichen Kräfte waren, die in die Urkatastrophe des 1. Weltkrieges führten. Ich will die Spannung aufrecht halten, aber soviel kann ich schon verraten, Kaiser Wilhelm II. war alles andere ein Kriegstreiber...es waren hier vor allem "revisionistische, republikanische Kräfte" aus Frankreich und...

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Mit Großbritannien waren 7 von 28 Mitgliedstaaten der EU Monarchien, also ein Viertel.

    Mit Großbritannien waren 28 von 28 Mitgliedsstaaten der EU Monarchien oder Teile von Monarchien, also 100%.

  • Anstatt Unterhaltungsfilme zu schauen, lese ich aktuell "Die Schlafwandler" von Clark. Kann ich übrigens wirklich empfehlen, denn da wird sehr gut und nachvollziehbar dargelegt, wer die eigentlichen Kräfte waren, die in die Urkatastrophe des 1. Weltkrieges führten. Ich will die Spannung aufrecht halten, aber soviel kann ich schon verraten, Kaiser Wilhelm II. war alles andere ein Kriegstreiber...es waren hier vor allem "revisionistische, republikanische Kräfte" aus Frankreich und...

    Das Buch ist wirklich gut, das kann ich bestätigen. Wilhelm 2 war - trotz seiner großen Klappe - alles andere als ein Kriegstreiber, das verdeutlicht übrigens auch sehr gut diese Doku. Trotzdem war dieser Kaiser in der Summe eine Person, die weder den Charakter, noch die Besonnenheit, noch das Verständnis für die Probleme der damaligen Zeit hatte, die tatsächlich nötig gewesen wären, angesichts seiner herausgehobenen Stellung in der Verfassung. Das ist der Nachteil an der Staatsform (konstitutionelle) Monarchie, dass vielfach nicht die größten Leuchten das Staatsschiff lenken. Wobei ich gerne zugebe dass das in Republiken auch oft nicht besser ist.

  • Können wir uns vielleicht darauf einigen, dass weder die monarchische noch die republikanische Staatsform Frieden und Demokratie garantieren? Schweden ist eine Monarchie und Frankreich eine Republik, trotzdem ist Schweden demokratischer verfasst als Frankreich. Die französische Republik hat den Ersten Weltkrieg genauso betrieben wie das monarchische Russland, und die Weimarer Republik fiel genau wie das Königreich Italien in die Hände undemokratischer Kräfte. Ich mag die monarchischen Zeremonien in London genau wie die republikanischen in Paris, weil beide eine Atmosphäre von Geschichte transportieren, die den deutschen, oft sehr nüchternen Staatstraditionen fehlt. Das ist aber auch schon alles.

  • Ja, ich wende mich ganz einfach gegen die Idealisierung der Monarchie.


    Und um nun wieder auf das Berliner Schloss zurückzukommen: Es ist doch gut, dass diese Rekonstruktion uns zu vielfältiger Beschäftigung mit Fragen der Kunstgeschichte wie der politischen Geschichte anregt. Der Ort, an dem preußische Könige und deutsche Kaiser regiert haben, ist nun wieder greifbar, konkret materialisiert in der Stadt vorhanden.

  • Der Titel dieses Strangs lautet: Berliner Schloss, aktuelles und Baugeschehen...


    Können wir bitte wieder zum Thema zurückkehren und - wer's braucht - die Monarchiedebatte woanders führen? disgust:)

  • Ist nicht einmal OT, denn gerade den "Majestäten" haben wir dieses Schloß und fast alles Schöne rundherum sogar noch dazu originär zu verdanken! Und Hand aufs Herz, wenn wir noch eine Monarchie hätten, dann wären uns Nationalsozialismus und Kommunismus mit allen ihren Grauslichkeiten, die wir tagtäglich wahrnehmen müssen, erspart geblieben und wir würden vermutlich noch in märchenhaftschönen Städten leben. Petersburgs 2027 kann von mir aus wirklich gerne kommen ;-)

    Vor allem sind die Schlösser, Gärten wohl u.a. den damaligen Baumeistern, Palieren, Handwerkern sowie Landschaftsplanern, Gärtnern usf. zu verdanken.

    Das Geschichtliche was wäre wenn und heute, wenn das und das nicht, ist Kaffeesatzleserei, erst recht vor dem Hintergrund der vielfältigen Veränderungen, die die vergangenen etwa 100 Jahre in verschiedenen Bereichen mit sich gebracht haben. Ich bin jedenfalls ganz froh darum, dass die entwickelten Staaten nicht mehr von Monarchen in entscheidender Position gelenkt werden und in einem wenngleich wohl nicht perfekten, jedoch demokratisch verfassten, Rechts- und Sozialstaat zu leben.


    Was die Monarchie-Diskussion betrifft, so hast Du, lieber Rastrelli , Petersburg mit dem Hinweis zitiert, dass die Queen keinerlei politischen Einfluss habe. Der Einfluss des englischen Königshauses war freilich 1914 freilich nicht viel größer. Somit ging die englische Politik, die für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges maßgebliche Mitschuld trug, vom Unterhaus aus. Ähnlich würde ich es von Zar Nikolaus sagen: auch er war in erster Linie ein Getriebener. Wenig machtpolitischen Einfluss besaß auch der italienische König unter Mussolini. Nun kann man darüber spekulieren, wie weit die Handlungsspielräume Wilhelms II. und der deutschen Bundesfürsten reichten. Aber auch da waren Militär, Öffentlichkeit und Ministerialbürokratie nicht ohne Einfluss. Wilhelm II. jedenfalls wollte den Krieg nicht.


    Rastrelli

    Wenn ich versuche, es wie Du zu sehen, dann wäre doch der logische Schluss, dass Republiken noch gefährlicher sind, dass es zu Gewaltdiktaturen kommen kann. Für Hitler-Deutschland wäre dies die Weimarer Republik und für die Stalinistische Diktatur die Sowjetische Räterepublik. Da diese schlimmsten Ideologien direkt aus Republiken hervorgingen, müsste man hier besondere Vorsicht walten lassen. Ich würde diesen Vergleich aber nicht direkt aufstellen. Trotzden bleibe ich dabei, dass eine in der Bevölkerung verankerte Monarchie ein Garant dafür ist, dass es zu keiner faschistischen und/oder sozialistschen Diktatur kommen kann.


    Anstatt Unterhaltungsfilme zu schauen, lese ich aktuell "Die Schlafwandler" von Clark. Kann ich übrigens wirklich empfehlen, denn da wird sehr gut und nachvollziehbar dargelegt, wer die eigentlichen Kräfte waren, die in die Urkatastrophe des 1. Weltkrieges führten. Ich will die Spannung aufrecht halten, aber soviel kann ich schon verraten, Kaiser Wilhelm II. war alles andere ein Kriegstreiber...es waren hier vor allem "revisionistische, republikanische Kräfte" aus Frankreich und...

    Nicht übersehen werden sollten die kolonialen Gewaltherrschaften insbesondere auch europäischer Großmächte, Monarchien wie Republiken, denen neben ökonomischen und weiteren Motiven wohl auch rassenideologische begründet wurden, welche außerdem zu territorialen Streitigkeiten außerhalb Europas führten sowie die innereuropäischen Spannungen im beginnenden 20.Jahrhundert verschärften.

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    Was das Zustandekommen des ersten Weltkriegs betrifft, gab es, glaube ich, keine relevanten bzw. hinreichend einflussreichen Kräfte in den beteiligten Staaten, die diesen wirklich mit aller Kraft vermeiden wollten gepaart mit Fehleinschätzungen beteiligter Akteure. Wilhelm II. nahm den Krieg wohl billigend in Kauf. Ich halte da aber von einseitigen Schuldzuweisungen an einzelne Staaten und deren Entscheidungsträger relativ wenig.

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    Nach dem was ich gelesen habe, begünstigte die autokratische Haltung Zar Nikolaus II. bis 1917 gegenüber anderen politischen Kräften und gewählten Vertretern im Russischen Reich zur damaligen Zeit nicht unbedingt die Aufrechterhaltung der Zarenherrschaft. Aus dem Zarenreich mündete, wenn auch gleichwohl über Umwege, die Herrschaft der Bolschewiki, wobei ihm und seiner Familie in der Folge der Oktoberrevolution ein umrühmliches Schicksal zuteil wurde.

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    Was sich mir nicht ganz erschließt, ist, was eine in der Bevölkerung verankerte Monarchie darstellt? Eine parlamentarische oder repräsentative Monarchie wie im Vereinigten Königreich, den BeNeLux-Staaten u.a.?


    Rastrelli


    Ich verstehe leider nicht zu 100%, worauf Du genau hinaus möchtest? Wenn ich Dich hoffentlich verstanden habe, dann versucht Du glaublich darzulegen, dass Monarchien den Faschismus in manchen Ländern nicht verhindern konnten, dann ist das für manche von Dir aufgezählten Ländern natürlich richtig, aber für manche wiederum nicht - das ist aber nicht Schuld der Monarchien, denn das kann man den Republiken ebenfalls vorhalten. Denn auch GB oder Dänemark, Belgien, Norwegen oder die Niederlande waren Monarchien (und sind es auch heute noch) und diese kämpften gegen den Faschismus. Der Vergleich hinkt daher aus meiner Sicht, wenn man das ganze Bild betrachtet und nicht nur herausgepflückte Teilstücke davon, die einem passen.

    Die Monarchien hatten, wie ich es interpretiere, ihre Legitimität als Herrschaftsform in nicht unerheblichen Teilen der Gesellschaft verloren. An Stelle der alten Ständegesellschaften traten neue ökonomische Ungleichheiten, Schichten und Klassen, andere Legitimationsformen von Herrschaft sowie Ideologien hervor, die sich spätestens im 19.Jahrhundert sowie im Zuge der Industrialisierung entwickelten und viele Menschen hinter sich versammeln konnten. Gerade aufgrund deren Machtkämpfe blieben nach meiner Auffassung sowohl die Monarchien als auch die (jungen) Demokratien in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts instabil.

    Das Ergebnis des ersten Weltkriegs bereitete überdies wenn auch mittelbar gemeinsam mit den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise den Boden für das Scheitern der Weimarer Republik und für den zweiten Weltkrieg in Europa.

    Das Buch ist wirklich gut, das kann ich bestätigen. Wilhelm 2 war - trotz seiner großen Klappe - alles andere als ein Kriegstreiber, das verdeutlicht übrigens auch sehr gut diese Doku. Trotzdem war dieser Kaiser in der Summe eine Person, die weder den Charakter, noch die Besonnenheit, noch das Verständnis für die Probleme der damaligen Zeit hatte, die tatsächlich nötig gewesen wären, angesichts seiner herausgehobenen Stellung in der Verfassung. Das ist der Nachteil an der Staatsform (konstitutionelle) Monarchie, dass vielfach nicht die größten Leuchten das Staatsschiff lenken. Wobei ich gerne zugebe dass das in Republiken auch oft nicht besser ist.

    Ein Vorteil demokratisch gewählter Staatenlenker ist immerhin oder sollte es demokratietheoretisch wenigstens sein, dass diese für ihr Handeln gegenüber dem Souverän in Verantwortung stehen und wieder abgewählt werden können, sowie die Bevölkerung direkt oder indirekt selbst für die Personen in staatsführender Position verantwortlich ist. Eine Herrschaft auf Lebenszeit bzw. eine qua Geburt und Abstammung bestimmte traditionelle Herrschaft ist nach meinem Eindruck mit einer pluralen Gesellschaft und Medienlandschaft auf Dauer heutzutage eher bzw. vermutlich nicht überein zu bringen.

    Ich mag die monarchischen Zeremonien in London genau wie die republikanischen in Paris, weil beide eine Atmosphäre von Geschichte transportieren, die den deutschen, oft sehr nüchternen Staatstraditionen fehlt. Das ist aber auch schon alles.

    Das hat freilich mit der jüngeren deutschen Geschichte zu tun. Zudem ist der neunte November, an dem die innerdeutsche Mauer überwunden wurde, ein Datum, dass durch weitere Ereignisse geprägt wurde. Die Revolution 1848/1849 ist darüber hinaus ja gescheitert.

    Grundsätzlich kann ich diesen Zeremonien auch etwas abgewinnen, jedoch werden mir, und ich war an dem Tag schon vor Ort, zum 14.Juli in Paris die militärischen Streitkräfte zu sehr ins Zentrum gerückt.

  • Die Neue Züricher Zeitung (NZZ) hat sich am 23.12.2020 in einem Artikel mit dem Wiederaufbau des Stadtschloss Berlin und auch mit der Ausstellung bzw. der Kunstsammlung die im Schloss einzieht beschäftigt.


    Das Schloss kommt in den Artikel nicht gut weg. Ich weiß immer nicht, wenn man dort einen modernen Bau hingestellt hätte mit großen Fenstern und viel Beton hätte es sicher jeder gefeiert. Aber wenn man in Potsdam und Berlin bzw. Braunschweig ein Schloss rekonstruiert, dann wird nur kritisiert.


    Gut, wenn man sich die Ostfassade, das Umfeld bzw. die Dachterrasse anschaut kann man Kritik üben aber ich bin mit dem Schloss trotzdem ganz zufrieden.


    https://www.nzz.ch/feuilleton/…in-streitpunkt-ld.1593362

  • Der Artikel hat Stärken und Schwächen. Die "multikulturelle" Befindlichkeit in dem (und zukünftig womöglich um das) Humboldt-Forum und die "postkoloniale" Debatte werden von der Autorin durchaus kritisch bewertet. Auch in der Kritik von Stellas Lochfassade werden sich einige Forums-Diskutanten wiederfinden können.


    Dämlich sind einige Äußerungen indes, z.B.

    Quote

    Geschichtsklitterung

    Ein Vorwurf, der in der Kritik von Rekonstruktionen mittlerweile dem "Disneyland"-Spruch den Rang abzulaufen scheint. Ausgesagt wird dadurch eigentlich nur, dass es nur einen Fortschritt in eine Richtung gibt. Was weg ist, ist weg. Etwas wieder herzustellen (oder auch zur reparieren?), ist falsch. Ist dem Künstler die Tonskulptur aus der Hand gefallen und zerbrochen, darf er sie nicht nochmals herstellen, denn das würde ja möglichenfalls suggerieren, dass der Vorgang des "aus der Hand fallens", der ja auch "Geschichte" ist, nicht ausreichend optisch nachvollziehbar wäre.


    Dann das:

    Quote

    Aber Geschichte kann man nicht ungeschehen machen. Im schlimmsten Fall wiederholt sie sich. Für das Schlossprojekt musste der Palast der Republik abgetragen werden, als hätte es vierzig Jahre DDR nicht gegeben – noch eine Beschädigung im deutschen Seelenhaushalt.

    Es wird behauptet, durch eine Rekonstruktion würde Geschichte "ungeschehen gemacht". Was natürlich Schwachsinn ist. Sie ist ja geschehen, insofern allenfalls durch den Einsatz einer Zeitmaschine "ungeschehen" machbar. Zudem wird der Palast der Republik für den Seelenhaushalt der Deutschen auf eine Ebene mit dem Stadtschloss gehoben. Schauen wir doch mal, wer in zehn Jahren, wenn sich die Kulturjournalisten abgeregt und neue Themen gefunden haben, noch dem PdR hinterhertrauern wird. Diesbezüglich bin ich sehr entspannt. Zudem wird der PdR mit "40 Jahren DDR" in Verbindung gesetzt. Der PdR ist aber erst 1976 fertiggestellt worden. Bereits 1990 wurde er geschlossen. Das heißt, er hat nur 14 Jahre seine Funktion ausgefüllt. So viel zur großen Geschichte im Gegensatz zur Schloss. Lächerlich.


    Schließlich versteckt sich Claudia Schwartz hinter einen Zitat der Ikone Libeskind:

    Quote

    Diese leblose Rückwärtsgewandtheit werde der kreativen und jungen Atmosphäre Berlins nicht gerecht.

    Erstens müsste man hinterfragen, ob Berlin wirklich (noch) von einer "kreativen und jungen Atmosphäre" geprägt ist?

    Zweitens müsste man fragen, ob diese "kreative und junge Atmosphäre" mittlerweile einen Absolutheitsanspruch auf die Stadt erhebt? Ist es also nicht mehr erlaubt, Häkeldecken zu kaufen? Darf man kein Barockgemälde mehr in seine Wohnung hängen? Kann man noch etwas gegen Graffiti äußern? Muss man seine Mozart- und Wagner-Schallplatten entsorgen und stattdessen Drum´n´bass hören? Oder ist Drum´n´bass auch schon nicht mehr der kreativen Atmosphäre der Stadt entsprechend? Nun, dieRegierenden der jungen Parteien SPD, Linke und "Grüne" werden sich womöglich diesbezüglich einige Verordnungen einfallen lassen. Darin sind sie ja geübt.

    Drittens müsste man fragen, was "rückwärts" und was "vorwärts" ist? Sind Sichtbeton, krumme Achsen oder Libeskind "vorwärts"? Und wer bestimmt das eigentlich? Frau Schwartz dürfte es jedenrfalls nicht sein. Dazu sind ihre Gedanken nicht eigenständig genug.