Berliner Schloss

  • Es tut mir leid: Ich ertrage solche Spinnereien (sorry Barocksurfer) einfach nicht mehr.


    Jetzt ist mit unendlichen Mühen v. a. Herrn von Boddiens nach 30 Jahren harter arbeit dieser Bau wiedererstanden und man will immer noch mehr und mehr und mehr? .


    Hat denn niemand gelesen wie dermaßen kritisch die (linke) Presse dieses Landes zu diesem Bau immer noch beurteilt? Heute wäre die Bundestagsentscheidung pro Schloss NIEMALS mehr möglich gewesen...


    Die Museen werden sich 100%ig in diesem Bau festbeißen und festsetzen. Außer bei Haubrich nicht ein einziges positives Wort über die epochale Bedeutung dieses großartigen Barockbaus. Nicht eines. Ja klar, man kann durch die Höfe wieder schön auf das Alte Museum und in die Breite Straße durchgucken, es ist ja auch nur der städtebau (und nur der), was wir wollten. Das hätte ein Neubau mit den Öffnungen an den richtigen Stellen doch sicher auch hingekriegt, oder?


    Nein im Ernst.....Wenn/falls Boddien die gigantentreppe hier noch durchbekommt wäre das schon viel. Die Außenskulpturen auf den Balustraden, die Durchfahrten und die rossebändiger werden sicher auch kommen. Aber den Oftlügel abreißen, den Zwischenbau und dann auch die Agora im Inneren in Frage stellen? Ja super... das geht ganz schnell... per Mausklick und ferttig isses.


    Lieber sich abends ans Bettchen knien und beten "Lieber Gott, danke, dass wir all dieses Tolle hier erleben durften"

    Würde der Glaubwürdlgkeit des aph gut tun.

    Nur meine Meinung

  • Das ist vollkommen richtig. Ich empfinde es auch als Wunder, dass der größte Barockbau nördlich der Alpen wiederauferstanden ist. Hinter dieser Rekonstruktion steckt unendlich viel Arbeit, Forschung, Planung, Auswertung tausender Fotos….


    Wir können mit dem Erreichten wirklich sehr zufrieden sein. Alle Innenrisalite, die Tordurchfahrten, das Eckrondell und die Kuppel sind zusätzliche Geschenke.


    Die Giganentreppe wird ein sehr wichtiger Zugang zum Humboldtforum, weil er die kunstvollen Fassaden nach innen aufnimmt und so den Schock zu denn tristen Museumsräumen etwas abmildert.

  • Die Giganentreppe wird ein sehr wichtiger Zugang zum Humboldtforum, weil er die kunstvollen Fassaden nach innen aufnimmt und so den Schock zu denn tristen Museumsräumen etwas abmildert.

    Richtig! Und von Boddien wird das wohl auch noch schaffen. Aber ich fürchte, es sollte allen klar sein, dass es mehr eben nicht werden wird (ich spreche jetzt nicht von den Außenstatuen und Durchfahrten, die ja schon fest eingeplant sind). Selbst für den Rittersaal sehe ich eher schwarz. Aber der Apotheker- und Zwischenflügel????


    Ich finde Stella hat die Aufgabe sehr gut, zeitgemäß und v. a. würdevoll gemeistert. Auch ihm gebührt ein Riesendank! Soweit ich es auf den Bildern sehe, sind die Museumsräume auch nicht einfach nur triste, sondern haben durchaus ihre Qualität.


    Halt: Es twas ganz Wichtiges müsste nach meinem Dafürhalten aber dringend rekonstruiert werden: Die kleine süße Windfahne, die auf sämtlichen alten Bilder links oben auf dem Innenportal V steht. Ist auch sicher nicht zu teuer...!

  • Huch, da habe ich ja einen schönen Shitstorm losgetreten! :schockiert:


    Nein. Ich bin sicher, dass es irgendwann weiter geht, natürlich nicht so schnell wie eben skizziert, aber wahrscheinlich erlebe ich noch, dass die modernen Anbauten ernsthaft in Frage gestellt werden.

    Schon während der Bauzeit wurde das Schloss zum Selbstläufer. Noch während der Bauzeit kamen mehrere schon erwähnte Teile zur Reko hinzu.

    Jetzt ist es fertig, und es wird bereits laut über die Gigantentreppe geflüstert.


    Es war eben kein Ankämpfen gegen große Widerstände, nachdem die Fassade mit den bedruckten Folien erst mal aufgestellt war. Danach brauchte es nur noch Beharrlichkeit. Die Fassade PLUS mehrere Zusätze wie die Kuppel als prominentestes Beispiel sind verwirklicht worden! Klar, natürlich gegen "große Widerstände", die aber alle aus der Politik kamen, von der kaum ins Gewicht fallenden Minderheit derer, die glauben, als Gewählte die Entwicklung im Griff zu haben.


    So funktioniert Geschichte: Der eine glaubt, jetzt wäre der Endzustand erreicht und will ihn verteidigen, der andere sieht nur einen Übergang. Und vorbei an beiden vorbei vollzieht sich - unbewusst - der Wandel der Paradigmen, die die Debatten über Rekos und viele andere, noch wichtigere Themen beherrschen.


    Ein rein technisches Argument wird bald die Frage nach Rekonstruktionen überlagern: Was wird, wenn sich der Beton mal als solcher geoutet hat? Wenn das Unvermeidliche, aber stets gern Verdrängte feststeht: Wenn der Beton mit Moos und Algen bewachsen ist und gereinigt werden muss und man dabei feststellt, dass er zu bröckeln beginnt.

    Beton ist immer ephemer.

    Er hat - anders als das römische opus caementitium - eine begrenzte Lebensdauer. Sandstein verfärbt sich, aber Beton mit Eisen drin geht unweigerlich kaputt, wenn er der Witterung ausgesetzt ist, und zwar innerhalb einer menschlichen Lebenszeit. Dann stellt sich die Frage, was man statt dessen hinstellen will.

  • Die Frau ist ja zum ---Admin---

    Auch wenn ich da in gewisser Hinsicht bei Dir bin, aber hier bewegen wir uns langsam im Bereich des StGB zu, daher habe ich mal das würfelhustende Wort entfernt :wink:

  • Liebe Leute, Liebe Leute hört auf mit den Phantasien.

    Erst muss das Humboldtforum erst mal zum laufen kommen und wenn dann die hoffentlich zahlreichen Besucher kommen und sich erkundigen wie sahen den die Schlossräume früher aus, erst dann kann ein Umdenken im beschaulichen Maße einsetzen. Deshalb muss eine vorzügliche Präsentation der alten Schlossräume innerhalb der vorgesehenen Ausstellung des Schlossbauvereins erfolgen. :trommeln:

    Mir ist es viel lieber das Umfeld wird neu gestaltet, und ich glaube die Macher dieser Steinwüste werden sich noch genügend Kritik anhören müssen.

    Schon diese Verschaukelungswippe vor einer historisch korrekten Fassade wird garantiert ein Ärgernis werden.

    Und wenn Herr Boddien in den nächsten Jahren den Aufbau der Gigantentreppe durchsetzen kann, dann ziehe ich den Hut vor ihm! :anbeten:

  • War grade auf der falschen Seite, ist wohl schon paar Tage her aber muss ich dennoch sagen:

    Diese Kuppel! Der Moment, als die Kuppel mit dem Kreuz daraufgesetzt wurde. Meine Güte, ist das schön.


    Ich hatte schon mehrere Leute gesprochen in Berlin, die sagten, sie seien gegen das Schloss. Sorry, das kann ich nicht verstehen. Was hätten die lieber gewollt? Einen weiteren seelenlosen "modernen" Klotz?


    Einfach genial, dass das wieder steht. Müsste schon längst mal hinfahren und Fotos machen.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Wieso haben die Mauerkronen keine auskragenden Decksteine? Wäre da auf beiden Seiten ein überstehender Rand mit Tropfkante würden die Mauern von herabtriefendem Regenwasser oder Schmelzwasser geschützt. So bilden sich über die Jahre schwarze Striemen und der Stein ist nicht geschützt und optisch sieht es dann bald schäbig aus.

    Das ist auf der Ostseite auch heute bereits in Ansätzen zu beobachten. Man wird dort entweder alle paar Jahre aufwändig reinigen müssen oder diesen Anblick hinnehmen.


    Einige Ansichten der Durchfahrt von Portal I, wo die Schäden doch einigermaßen erheblich sind.

    img_1260twj17.jpg


    Die rechte Säule hat sogar einen zarten Sprung, der hoffentlich nur oberflächlich ist.

    img_1261wtjmv.jpg


    img_1263ydja8.jpg


    Der aktuelle Anblick der Durchfahrtshalle Richtung Schlüterhof.

    img_1262x5k2x.jpg


    img_126579k64.jpg


    Blick zurück durch den östlichen Seitendurchgang zum Schlossplatz und Neuen Marstall.

    img_1266lfjxx.jpg

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Einige Ansichten der Durchfahrt von Portal I, wo die Schäden doch einigermaßen erheblich sind.

    Ich vermute ja, dass das dort wohl weniger vom "Feuer" (so viel wars ja nicht), sondern von den dort eilig reinrammelnden Löschfahrzeugen herrührt....


    Aber danke für diese interessanten Bilder. Einmal mehr wird klar, wie dermaßen wichtig die rekonstruierten Durchfahrten sind, damit der Bau überzeugend als "historisch" rüberkommt.

    Na, soll ja wohl alles noch gemacht werden. Sind quasi die ersten "Innenräume" vom Schloss.

  • Oh Verzeihung Onkel Henry, ich hatte etwas Ähnliches erst vor kurzem gelesen und dachte das wäre in Ordnung. Ich werde es in Zukunft unterlassen.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Wenn jemand in den nächsten Tagen mit einer guten Kamera an Portal III vorbei geht, könnte er dann einmal möglichst gute Detailaufnahmen von den kupferverkleideten Plinthen der Figuren machen, damit man erkennt, welche Bewandtnis es damit genau hat? Danke!

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Werter Herr von und zu Seinsheim, ich habe eine Cam und wollte dort schon ewig mal hin. Allerdings macht ihr Kunsthistoriker immer den Fehler zu glauben, jeder sei so detailliert ausgebildet wie ihr. Ich bin lediglich ein Architektur-interessierter Laie , die kunsthistorische Terminologie ist mir nicht im Detail geläufig. Was bitte sind "Plinthen"??


    Und Portal III, woran erkennt man das?


    (Sorry für meine Unkenntnis, aber so sehr ich das Schloss verehre und enthusiastisch bin über dessen Wiedererscheinen, so habe ich dies doch nur am Rande verfolgt da ich ein bekennender Dresden-Fanatiker bin und mein Focus bisher eher dort lag. Ich werde mich aber nun mehr mit dem Schloss beschäftigen, da es einfach TRAUMHAFT aussieht).

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Lieber Petersburg : Eine Plinthe ist die Sockelplatte einer Säule oder einer Figur.

    Die Portale des Schlosses werden, beginnend an der Rathausbrücke, von rechts nach links gezählt. An der Südseite Portal I und II, an der Westfassade Portal III, an der Lustgartenseite Portal IV und V, letzteres vis-à-vis vom Dom. Und dann zählen manche noch den großen Risalit im Schlüterhof als Portal VI.


    Bei den Figuren des Westportals (III) mit dem Triumphbogenmotiv wurden die Plinthen und wohl auch die Füße der Figuren mit Kupferblech verkleidet, jedenfalls scheint es so. Die Figuren sehen jetzt aus, als wären sie wie Waffeln in Kuvertüre getaucht. Darum wäre es großartig, wenn man das anhand guter Nahaufnahmen näher betrachten könnte.


    Leute wie ich sind zwar halbwegs mit der kunsthistorischen Terminologie vertraut, besitzen aber leider keine gescheite Kamera und sind daher auf Leute wie Dich angewiesen. Im Voraus besten Dank! :thumbsup:

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Maestro, ich danke für die schnelle Antwort. Danke ebenso für die Aufklärung, ich ziehe bereits jetzt in Erwägung ein kunsthistorisches Seminar bei ihnen zu belegen. :wink::blumen::lehrer:


    Kann noch nicht genau sagen wann ich in der Gegend sein werde (Berlin ist verflucht groß) , aber wie gesagt, hatte schon lange vor dort endlich mal Fotos zu machen. Wenn der Speicherplatz reicht, eventuell ein Video . (hatte eines über Potsdam gemacht, war 2017 und wollte ich eigentlich veröffentlichen, ich glaube ich schiebe irgendwie die Dinge zu lange vor mir her....).


    Übrigens, Walter Ulbricht dreht sich wahrscheinlich im Grabe wenn er sieht anstatt seines "sozialistischen Palast der Republik" das Schloss wieder dort steht....... aber ich finde es wunderbar.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Petersburg


    Hallo und herzlich willkommen in diesem Forum,

    für Sie und alle neu dazugekommenen Schlossfans nochmals eine Darstellung des barocken Schlosses vor der sinnlosen Sprengung 1950. Hier sieht man besonders gut die Lage der Portale.

  • [...] Detailaufnahmen von den kupferverkleideten Plinthen der Figuren machen, damit man erkennt, welche Bewandtnis es damit genau hat [...]

    Ich schlussfolgere mal, dass man sich die unschönen Halterungen zwischen den Figuren und der Außenwand sparen will und sie stattdessen an ihren Füßen "zusammen getackert" hat. Bei den noch kommenden Figuren auf der Balustrade wird das sicherlich auch so ausgeführt werden. Sofern das nicht schon vorgesehen ist sollte das auf alle Fälle noch farblich angepasst werden, damit die optische Verbindung zwischen ihnen und der darunterliegenden Architektur erkennbar ist.


    EDIT: Des Rätsels Lösung war dann doch eine andere, siehe Folgebeiträge.

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

  • ^

    Dann bleibt aber die Frage, warum man das im Schlüterhof anders gemacht hat. Dort sind die Figuren tatsächlich mittels Halterung an der Wand befestigt, und haben nicht dieses üppige Blech über dem gesamten Sockel.


    https://www.stadtbild-deutschl…-img-4637-autoscaled-jpg/


    Entspricht das Blech an den Eosander-Figuren vielleicht dem Original? Kann man das auf historischen Bildern erkennen?


    Sieht für mich aber eher nicht danach aus:


    https://www.stadtbild-deutschl…-img-8766-autoscaled-jpg/