Berliner Schloss

  • irgendwie habe ich das Gefühl, das der Ausleger des großen Kranes für die Aufstellung der beiden Skulpturen auf der Ballustrade der Kuppel nicht reicht oder die Webcam täuscht vielleicht ?huh:)

    Auf die Ballustrade der Kuppel? Ich dachte die Figuren 5 und 6 kommen auf die oberen Ecken des Eosanderportals, also dort wo jetzt noch diese kleinen Sicherungsgitter stehen.

  • Ein Kommentar zur Eröffnung des Humboldtforums ("leider" hinter der Bezahlschranke):


    https://www.mittelhessen.de/ku…-humboldt-forums_22792527


    Die lesbare Einleitung fasst aber gut alles was noch kommt zusammen. Fast alles am Humboldtforum ist nach Auffassung des Autors schlecht. Da ist wirklich für jeden was dabei.


    Die Barockfassade erinnert den Autor nur an den Beginn des ersten Weltkrieges. Die Ostfassade sei langweilig. Kuppel und "Christenkreuz" symbolisieren für den Autor wohl das Böse schlechthin. Der Inhalt des Museums bestehe nur aus zusammengeklauten Trophäen preußischer Herrscher. Der "Berliner" fände das als "Staatsschloss" bezeichnete Bauwerk ohnehin doof.


    Gut sei einzig und allein das Dachrestaurant und zwar deswegen, weil man vom Dach "ins brandenburgische" sehen könne.


    Immerhin: Über die Fahrradständer hat er sich nicht ausgelassen (:wink:)


    Alles in allem: Da ist wohl einer mit sehr schlechter Laune aufgestanden und mit sich und der Welt unzufrieden.

  • Quote from Andreas

    Ein Kommentar zur Eröffnung des Humboldtforums ("leider" hinter der Bezahlschranke):

    https://www.mittelhessen.de/ku…-humboldt-forums_22792527

    Fast alles am Humboldtforum ist nach Auffassung des Autors schlecht. Da ist wirklich für jeden was dabei. Die Barockfassade erinnert den Autor nur an den Beginn des ersten Weltkrieges


    Wie gesagt, nicht wenige Medien berichten derzeit missgünstig und kommen aus ihren alten 68-er-Schützengräben wieder nicht heraus. Der ganze kalte Kaffee von vor zwanzig Jahren wird wieder aufgewärmt, reaktionäre Fassaden (selbstverständlich ohne jegliche Kenntnis über deren kunsthistorische Bedeutung), Nachjammern hinter Erichs Lampenladen oder einem vermeintlich 'besseren' futuristischen Gebäude, moralinsaure Predigten über eine angeblich ganz schreckliche Sammlung aus Kolonialzeiten (über die sie wohl ebenfalls wenig Sachkenntnis haben und über die sie nie ein Wort verloren haben, als diese noch in Dahlem "verborgen" war). :blah:

    Aber abseits des nervenden Haltungsjournalismus gibt es auch immer wieder erfreuliche Kommentare wie von Rainer Haubrich in der "Welt" oder Dirk Klose in der "Preußischen Allgemeinen". Man muss sie nur ein wenig suchen, in der weltanschaulich nicht allzu vielfältigen deutschen Presselandschaft.


    Ich gönne den Haltungsjournalisten von Herzen ihre "Qualen" beim Anblick der barocken Herrlichkeit und verweise erneut auf Rainer Haubrich, der sehr treffend schreibt:

    Quote from Rainer Haubrich

    ...Heute stehen nicht nur die einstigen Protagonisten dieser bunten und kreativen Zwischennutzung des Palastes der Republik, sondern auch viele Architekten und Denkmalpfleger ratlos und teils mit Abscheu vor den rekonstruierten Schlossfassaden und fragen sich: Warum ist es uns nicht gelungen, das zu verhindern?" :biggrin:

  • ... moralinsaure Predigten über eine angeblich ganz schreckliche Sammlung aus Kolonialzeiten ...

    Das ist überdies ein hübsches Beispiel für den Wahnsinn der immer radikaler um sich greifenden political correctness. Denn das Konzept, im HuFo Kulturgüter aus aller Welt zu zeigen, kam ja wohl zustande um "weltoffenheit" zu zeigen, mithin Wertschätzung für andere Kulturen zu demonstrieren und somit den linken "Weltumarmern" entgegen zu kommen. Wer konnte auch ahnen, dass sich die linke Irrsinnsspirale innerhalb weniger Jahre so rasch und konsequent weiterdreht :gehtsnoch:

  • Der ganze kalte Kaffee von vor zwanzig Jahren wird wieder aufgewärmt, reaktionäre Fassade (selbstverständlich ohne jegliche Kenntnis über deren kunsthistorische Bedeutung), Nachjammern hinter Erichs Lampenladen oder einem vermeintlich 'besseren' futuristischen Gebäude, moralinsaure Predigten über eine angeblich ganz schreckliche Sammlung aus Kolonialzeiten (über die sie wohl ebenfalls wenig Sachkenntnis haben und über die sie nie ein Wort verloren haben, als diese noch in Dahlem "verborgen" war). :blah:

    Viel Kenntnisüber die kunsthistorische Bedeutung sowohl der Schlossfassaden, als auch der darin ausgestellten Sammlungen scheint in der Tat nicht durch. Man könnte ja auf den Gedanken kommen, dass die früher in Dahlem ausgestellten gemeinsam mit den schon jetzt auf der Museumsinsel gezeigten dazu dienen "fremde" Kulturen bekannt zu machen und zu deren Verständnis beitragen. Aber soweit wird ja dann oft nicht gedacht (weshalb ich auch der Meinung bin, dass sich die Gedanken von 1968 hier allenfalls rudimentär und nicht verstanden widerspiegeln).


    Der Palast der Republik und der Platz davor kommen in dem Kommentar übrigens auch nicht gut weg. Wie ich schrieb: Es ist für Jeden was dabei (der meckern möchte).


    Aber wie von Maecenas im Übrigen gut zusammengefasst: Blah, blah.

  • Denn das Konzept, im HuFo Kulturgüter aus aller Welt zu zeigen, kam ja wohl zustande um "weltoffenheit" zu zeigen, mithin Wertschätzung für andere Kulturen zu demonstrieren

    So ist es, ich finde die Idee nach wie vor super. Und die dort zukünftig ausgestellte Sammlung ist von ausgesuchter Schönheit und Qualität, ich habe sie in Dalhem oft und gerne besucht.

    Auffällig ist aber regelrecht dass diese Sammlung erst unter Beschuss durch die linken Haltungsgenossen gekommen ist, als der Beschluss gefasst wurde, sie hinter den "reaktionären" Barockfassaden unterzubringen. Dabei ist es gar nicht zu leugnen dass nicht wenige Ausstellungsstücke unrechtmäßig bzw. durch Raub im Rahmen des Kolonialismus in die Sammlung gekommen sind, und von daher über Restitutionen bzw. faire Verhandlungen ernsthaft nachgedacht werden muss (z.B. im Falle der Benin-Bronzen). Die Mehrheit der ausgestellten Objekte ist aber keinesfalls unrechtmäßig in die Sammlung gekommen, das hat die Stiftung Preußischer Kulturbesitz immer wieder betont. Nur leider sind unsere moralinsauren Bessermenschen nicht zu solchen Differenzierungen bereit. Ein trauriges Beispiel dafür lieferte erst vor wenigen Tagen wieder die Krawallbürste Jan Böhmermann. :aufdenkopf:

  • So ist es, ich finde die Idee nach wie vor super. Und die dort zukünftig ausgestellte Sammlung ist von ausgesuchter Schönheit und Qualität, ich habe sie in Dalhem oft und gerne besucht.

    Das sehe ich genauso. Auch ich habe die Sammlung oft besucht, schon allein, weil an einem Tag die ganze Sammlung überhaupt nicht wahrgenommen werden kann. Gleiche gilt auch für das Museum islamischer Kunst.

    Auffällig ist aber regelrecht dass diese Sammlung erst unter Beschuss durch die linken Haltungsgenossen gekommen ist, als der Beschluss gefasst wurde, sie hinter den "reaktionären" Barockfassaden unterzubringen.

    Da bin ich mir nicht so sicher. Dagegen spricht, dass Vergleichbares in vielen Ländern der Welt derzeit geschieht. Was aber sein kann, dass bis zu dem geplanten Umzug in das Humboldtforum die Sammlungen in der Öffentlichkeit nicht oder kaum präsent waren.


    Dabei ist es gar nicht zu leugnen dass nicht wenige Ausstellungsstücke unrechtmäßig bzw. durch Raub im Rahmen des Kolonialismus in die Sammlung gekommen sind, und von daher über Restitutionen bzw. faire Verhandlungen ernsthaft nachgedacht werden muss (z.B. im Falle der Benin-Bronzen). Die Mehrheit der ausgestellten Objekte ist aber keinesfalls unrechtmäßig in die Sammlung gekommen,

    So ist es und darüber muss auch verhandelt werden. Selbstverständlich kann es nicht dauerhaft so bleiben, dass in einigen Ländern von deren kulturellen Erbe überhaupt keine Spitzenstücke zu sehen sind. Hier sind auch Objekte zurückzugeben, zumal dann, wenn diese auf "zweifelhafte Weise" in die Sammlungen gelangt sind. Dies betrifft aber nur einen geringen Teil der Ausstellungsstücke. Es sind auch nicht alle Objekte von gleich wichtiger Bedeutung für das Ursprungsland, wenngleich sie für den Besucher in Berlin einen sehr guten Überblick über die jeweilige Kultur ermöglichen.

  • Also ich schlage vor, wir schaffen jetzt mal punkto Kunstgütern eine zeitlich und räumlich umfassende Gerechtigkeit. Da sind zunächst all die Obelisken, welche die römischen Kaiser den Ägyptern geraubt haben, angefangen vom vatikanischen Obelisken. Die müssen natürlich sofort an den Nil zurück.

    Dann haben wir jede Menge griechische Kunst in unseren Museen. Ab nach Athen! Und zwar nicht nur die Elgin-Marbles aus dem Britischen Museum, sondern auch Figuren wie die Krieger von Riace, die sich derzeit in Neapel befinden. Schließlich steht zu vermuten, dass die damals von den Römern aus Griechenland gestohlen wurden.

    Der Pergamonaltar? Dessen Reste würden heute vermutlich nicht mehr existieren, die Marmorplatten wären entweder zu Kalk gebrannt oder anderweitig als Spolien verbaut worden, aber was soll's. Herr Erdogan wird sich über eine neue Touristenattraktion freuen.

    Die Nofrete darf natürlich auch nicht in Berlin bleiben. Zwar hatten die in Ägypten lebenden Araber lange Zeit an den antiken Kunstschätzen ihres Landes allenfalls ein materielles Interesse (Grabräuber) und die Wertschätzung ihrer kulturellen Vergangenheit erst von den Europäern gelernt, aber auch das hat nichts zu bedeuten.

    Und dann haben wir selbstredend auch die ganze Beutekunst der Kreuzfahrer von 1204 zu restituieren, besonders die Pferde von San Marco, aber auch endlos viele Elfenbeintäfelchen, Reliquiare usf. Freilich stellt sich die Frage, wohin damit? Das byzantinische Konstantinopel gibt's nicht mehr, die Türken haben sich die Stadt ja 1453 höchst unrechtmäßig angeeignet. Aber auch das sollte uns egal sein. Hauptsache wir sind mit diesen Objekten nicht mehr moralisch belastet.

    Natürlich müssen sich auch die Kölner von den Gebeinen der Heiligen Drei Könige trennen, denn die gehören nach Mailand. Und die Schweden geben bitteschön ihre Beutekunst aus dem Dreißigjährigen Krieg an die Tschechen zurück.

    Im Gegenzug darf deutsche Beutekunst selbstverständlich in Moskau oder den USA bleiben, wir haben ja noch ein wenig abzubüßen....

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Dropdeaded209 Super, ganz herzlichen Dank. Das ist wunderbar für diejenigen, die nicht vor Ort sein können!

    :thumbsup:

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)