Berliner Kirchen (Galerie)

  • Katholische St. Elisabeth-Kirche in Berlin-Schöneberg.


    In der Berliner Kolonnenstraße liegt eher unauffällig, da in die Häuserfront inegriert, die katholische St. Elisabeth-Kirche von 1910. Äußerlich im Neugotischen Stil gehalten wirkt sie sehr karg, wächst aber durch ihre Höhe über die umliegenden Häuser hinaus.


    Da ich heute das Grab des Bildhauers Reinhold Begas suchte, welches sich auf dem gegenüber liegenden Alten 12-Apostel-Kirchof befindet, stieß ich zufällig auf eine geöffnete Kirche, was ja eher selten ist, aber da heute Sonntag und ein englschsprachiger Gottesdienst für Afrikaner oder Farbige Amerikaner stattfand nutzte ich die Gelegenheit zum kurzen Besuch, um auch das Innere mal zu sehen.


    Der Architekt war der Kölner Dombaumeister Bernhard Hertel.


    Kirche von außen:



    Der Vorraum mit dem ehemaligen Tauferker:



    Eingang ins Kirchenschiff:



    Blick zum Altar, :



    Die Kanzel und Holzrelief mit der Szene 'Josefs Tod':



    Nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges modern gestaltete Kirchenfenster, Fassadenfenster und Fenster an der Seite:



    Blick zur Orgel und Szene 'Jesus segnet die Kinder' unter der Oreglempore:



    Blick auf die Decke des Kirchenschiffs:


    Wer mehr wissen will, hier auf der Wikipediaseite:


    St.-Elisabeth-Kirche


    Beiträge mit reinem Galeriecharakter bitte in diesen Strang. Mod.

  • Aus einer etwas früheren Zeit entstammt die Auenkirche in Wilmersdorf vom Architekten Max Spitta. Eigentlich ist sie die Dorfkirche von Wilmersdorf und steht auch dort wo einst das Dorfkirchlein stand. Aber wegen des enormen Wachstums der Stadt, Wilmerdorf ist eine der ehemals 10 selbstständigen Städte des heutigen Berlins, fiel sie etwas größer aus. Die Kaiserin Auguste Viktoria (Kirchenguste) setzte sich für den Bau zahlreicher Kirchen ein und so stand auch die Gunst der Kaiserin bei der Auenkirche Pate.


    Auenkirche


    Evangelische Kirchenbauverein



    Zum Tag des 'Offenen Denkmals' fanden Führungen in der ganztägig geöffneten Kirche statt. Hier ein paar Fotos:


    Und nun aus dem Inneren.

  • Im Zusammenhang mit der Auenkirche sei an den ehemaligen Wilmersdorfer See erinnert, welcher sich etwa bis zum Ende des 1. WK an der Wilmersdorfer Dorfaue befand.
    Der See war der östlichste Ausläufer einer sumpfigen glazialen Rinne, welche heute mit dem benachbarten Fennsee abschließt. Heute befinden sich dort Sportplätze und ein Teil des Volksparks.


    Wilmersdorfer See mit Auenkirche um 1900, Aufnahme von W. Titzenthaler, gemeinfrei.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)


  • Das Kircheninnere war vor dem Krieg noch besser:



    https://www.pinterest.es/pin/496592296397888062/




    Es scheint, dass es in der Nachkriegsverrücktheit absichtlich vereinfacht wurde.

  • Man lese bei Wikipedia nach:


    'Durch die Kriegszerstörungen im Jahr 1943 brannte die Kirche aus. Dabei gingen wesentliche Elemente des Innenraums verloren. Bis 1961 wurde die Kirche weitestgehend instandgesetzt. Aber erst bei der umfangreichen Sanierung von 1990 bis 1991 konnten die letzten Kriegsschäden beseitigt werden.'

  • Offenbar ist der figurative Schmuck und das Beleuchtungssystem ja nicht komplett rekonstruiert worden. Das wäre also ein Projekt für die Zukunft, zumal es finanziell überschaubar erscheint.

  • Die Marienkirche ist für mich einer der wunderbarsten und schönsten Orte von Berlin. Tritt man aus dem irren präcoronalen Gewühl der Millionenstadtein in die älteste Kirche dieser Stadt, so begibt man sich an einen wunderbar friedlichen und erhabenen Ort der scheinbar ganz unbeeindruckt blieb von den vielen gesellschaftlichen und städtebaulichen Verwerfung und es eröffnet sich uns eine großartige Symbiose eines klaren, hellen gotischen Kirchenraums mit einer großartigen barocken Ausstattung. An diesem sonst so geschundenen Unort ist ein wunderschöner Teil des alten Berlins unbeschädigt erhalten geblieben. Wenn dann noch die Wagner-Orgel (Joachim Wagner war Schüler Silbermanns) erklingt und die Toccatti und Preludes virtuos durch den Raum wirbeln und klingen, dann ist das Eintauchen in das alte sakrale Berlin perfekt. Es ist wirklich ein unglaublicher Gewinn für die Stadt, dass dieser Ort so wunderbar erhalten blieb. Leider habe ich die Kirche nicht vollständig dokumentiert, aber ein paar Impressionen gibt es :)


    Das innere der Wagner Orgel mit dem Prospekt aus 1742 (von Johann Georg Glume) ist eine Rekonstruktion. Nach zahlreichen Umbauten im Laufe der Jahrhunderte musste man sich 1996 zu einem Neubau entscheiden, die alte Orgel war nicht mehr zu retten und so entschied man sich unter Verwendung alter Pfeifen dazu, die 40 registrige Disposition Wagners nachzubilden.

    Die Orgelempore selbst entstammt der Regotisierung unter Herrmann Blankenstein 1893/94.


    Die aufwendige Alabasterkanzel von Andreas Schlüter dürfte eine der bedeutensten Barockkanzeln Norddeutschlands sein. Sie entstand 1703.

    Die aufwendige Alabasterkanzel von Andreas Schlüter dürfte eine der bedeutensten Barockkanzeln Norddeutschlands sein.



    Eigentlich habe ich für Putti nie viel übrig gehabt, aber dieser hier zerreißt einem schon das Herz.








    Omnipräsent zieht sich das Memento-Mori Motiv über die meisten teils sehr eindrücklichen Epitaphien.


    Weitere bedeutende Ausstattungselemente sind beispielsweise der Altar, der spätgotische Taufstein und Teile des Berliner Totentanzes.


    https://schiffsmond.net/index.php/der-berliner-totentanz/

  • Gern noch einige Ergänzungen mit Bildern aus dem Jahr 2012.











    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Gegen die Marienkirche kann natürlich die St. Matthiaskirche auf dem Winterfeldplatz nicht anstinken, aber gerade weil man sich bemüht hat, mit Spendenmitteln übrigens, das Äußere wieder dem Zustand vor der teilweisen Zerstörung im II. Weltkrieg anzupassen, lohnt es sich immer wieder mal einen Blick auf das Gotteshaus zu lenken.


    St. Matthias


    Trotz Corona ist die Kirche geöffnet und gestern waren dort einige Gläubige, die mit gehörigem Abstand ihrer Andacht nachgingen.


    Berliner Kirchen


    Berliner Kirchen


    Berliner Kirchen


    Berliner Kirchen


    Berliner Kirchen


    Berliner Kirchen


    Berliner Kirchen


    Noch sind nicht alle neugotischen Fenster wiederhergestellt, vielleicht auch gar nicht geplant, aber vielleicht wird eines Tages, wenn wieder genug Geld zusammengespart wurde, auch die Vorderseite dran sein. Vom Wiederaufbau der Turmspitze möchte ich gar nicht reden.

  • Danke für die Bilder! Hier kann man übrigens für die Balustrade mit den gotischen Fialen spenden, man ist schon ziemlich weit, noch aber ist das gewünschte Spendenaufkommen nicht ganz erreicht:

    https://st-matthias-berlin.de/balustrade.html


    Ein paar Fotos zur Herstellung der Elemente findet man hier:

    https://www.bnb-potsdam.de/bet…-winterfeldtplatz-berlin/


    Wäre schön, wenn der Turm auch irgendwann wieder vervollständigt wird.

  • In diesen schwierigen Zeiten spendet manchem der Glaube Trost und dazu gehen viele in die Kirche. Da aber das Zusammentreffen größerer Gruppen von Menschen nicht erlaubt ist, muss man auf Ideen kommen. So gibt es den klassischen Take Away jetzt ja auch bei normalen Restaurants und warum nicht auch in der Kirche.


    So in Friedenau, da bietet ein Geistlicher den ganzen Ostersonntag an, dass Gläubige sich das sog. Abendmahl, also im Katholischen die Hostie abholen können. Er ist anwesend und spricht die Leute an, die alle weit voneinander Platz genommen haben. Es ist ein Kommen und Gehen, aber es ist kein Gottesdienst im landläufigen Stil, also nicht verboten.


    St. Marien Unter dem Kreuz:


    St. Marien unter dem Kreuz


    St. Marien unter dem Kreuz


    St. Marien unter dem Kreuz


    St. Marien unter dem Kreuz


    St. Marien unter dem Kreuz


    St. Marien unter dem Kreuz


    St. Marien unter dem Kreuz


    St. Marien unter dem Kreuz


    St. Marien unter dem Kreuz


    St. Marien unter dem Kreuz


    St. Marien unter dem Kreuz


    St. Marien unter dem Kreuz



    An den Kapitälen umlaufend als Text das 'Magnifikat' ein Lobpreis auf Maria:


    Hier die Textstelle 'Timentibus eum' (die ihn fürchten):


    St. Marien unter dem Kreuz



    und 'deposiut potentes de sede' (Er stößt die Gewaltigen vom Stuhl)


    St. Marien unter dem Kreuz

  • Mal ein wenig in die äußeren Ortsteile, obwohl Oberschöneweide gar nicht sooo jwd liegt.


    Die ev. Christuskirche(1908 fertiggestellt) ist schon von weitem zu sehen, hier von Nordwesten.

    dsc017602cjiv.jpg


    Von Südwesten aus der Firlstraße, welche beidseitig um die Kirche herumführt und einen Platz ausbildet.

    dsc01762utk4b.jpg


    Errichtet wurde die Kirche, nach Plänen des heute nicht mehr weitläufig bekannten Robert Leibnitz, der jedoch ein recht beeindruckendes Oeuvre vorzuweisen hat.


    Westseite

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    Der Vierungsturm weist eine Höhe von 56 m auf. Es folgt eine Umrundung im Uhrzeigersinn.

    dsc01764vckou.jpg


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    dsc017674pjyx.jpg


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    Trotz Kriegsbeschädigungen ist im Innern noch einiges erhalten, so auch eine Sauer-Orgel.

    Bilder aus dem Innern


    Extrabild: Das expressionistische (frühere) Gemeindehaus aus dem Jahr 1926.

    dsc0176920j92.jpg

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Schade dass am vielen Berliner Kirchen die einst so schöne hohen Turmspitzen (oder 4 kleine Seitenspitzen) fehlen.

  • Einige Impressionen der Kreuzkirche am Hohenzollerndamm in Berlin-Schmargendorf. Die im expressionistischen Baustil 1927 bis 1929 erbaute evangelische Kirche geht auf Entwürfe von Ernst Paulus und seinem Sohn Günther Paulus zurück.

    Wikipedia

    Im Artikel finden sich auch zwei Aufnahmen des recht schlichten Innenraumes. Die Verglasungen stammen aus der Nachkriegszeit. Die Kreuzkirche ist auch die Schulkirche des nahebei gelegenen Gymnasiums zum Grauen Kloster.


    Ansicht vom Hohenzollerndamm:


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Bekrönung einer der Turmspitzen:


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Der recht massige, an romanische Kirchenbauten erinnernde Turm aus der Nähe:


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Portalvorbau mit blauglasierter Keramik:


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Details:


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Portal:


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Geschraubte Ziegelsäulen an den Turmecken - bewundernswerte Handwerkskunst:


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Keramikskulpturen in den Ziegelsäulen:


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Hier wirkt jedes Detail künstlerisch durchdacht:


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Rückseite des Turms:


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Schiff:


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Chor:


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Rückwärtiger Bereich:


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Pfarrhaus:


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Kreuzkirche Berlin-Schmargendorf


    Übrigens sollte man die Kreuzkirche nicht verwechseln mit der ebenfalls im backsteinexpressionistischen Stil 1930-34 erbauten Kirche am Hohenzollernplatz. Siehe hierzu auch die weiter oben im Strang gezeigte Fotostrecke von Spreetunnel.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Heute baut die Kirche nicht mehr so attraktiv

    Obwohl alle Bauflächen am ehemaligen Flughafen Tempelhof tabu sind, hat die Kirche Baugenehmigungen bekommen. Es handelt sich um Gebäude in der Einflugschneise in der Hermannstraße 84. Stehen die Lichtmasten der ehemaligen Befeuerung unter Denkmalschutz? Es wird ein sehr großer Aufwand betrieben ein Gebäude um diese Masten herum zu bauen. Warum konnte man sie nicht einfach auf dem neuen Dach anschrauben? Wie kann es sein, dass die Kirche an diesem sozialen Brennpunkt solche bunkerartigen Grabsteine baut? Gegenüber bei der Nr. 122 wurde schon ein schwarzer Holzkasten gebaut, obwohl sich dort historische kirchliche Arkaden mit einem Cafe befinden. Ich trete jetzt aus der Kirche aus, da ich nicht möchte dass mit meinem Geld das Stadtbild entstellt wird.

    Bildquellen: eigene Fotos und Abbildung des öffentlichen Baustellenschild