Karlsruhe (Galerie)

  • Aus der Deutschen Bauzeitung 1872.


    Privatbauten in Carlsruhe:


    Villa Schmieder:

    Die Treppe im Vestibül ist untypisch für diese „italienischen Villen“. Das übliche Oberlicht scheint vorhanden gewesen zu sein.

  • Architektonische Rundschau 1907.

    Doppelwohnhaus in Karlsruhe:


    ... und ich durfte einst drin wohnen! Das Treppenhaus ist auch eine Wucht. Leider habe ich keine Bilder davon.

    In der Zwischenzeit wurde das Haus im Vergleich zu St. Petris Foto allerdings saniert und das Dachgeschoss mit einer Maisonette-Wohnung ausgebaut. Glücklicherweise wurden keine modernen Gauben gewählt, sondern das Äußere gewahrt.

  • Lieber Novaearion,


    herzlichen Dank für deine Nachricht. Das ist ja eine Wucht, dass du mal in diesem schönen Haus in Karlsruhe gewohnt hast. Ich hatte mir schon überlegt, wie denn wohl das Treppenhaus und die Stuckdecken ausgesehen haben mögen. Großartig, dass dieses sehr schöne Haus erhalten geblieben ist.


    Was mich betrifft, so wohnte vom Herbst 1972 bis Sommer 1973 in Karlsruhe, Bachstraße 23, in der Weststadt und zwar in der Villa Nikolai. Es war eine sog. "Doppelvilla" also quasi zwei Villen nebeneinander gebaut, mit einer Brandmauer dazwischen, ähnlich wie bei der Villa in der Weberstraße, in welcher du einst gewohnt hattest. Es gab einen Vorgarten und einen sehr schönen, parkartig angelegten Garten hinter dem Haus. Die Villa Nicolai lag in der Nähe der südlichen Hildapromenade.


    Das Haus war ein Traum. Nikolais hatten mich mal abends zu einem Fläschchen Kaiserstühler Wein zu sich eingeladen. Bei dieser Gelegenheit durfte ich alle Räume (d. h. die Repräsentationsräume) besichtigen. Da kam ich aus dem Staunen kaum mehr heraus. Herr Nicolai war Jahrhang 1890. Der Vater von Herrn Otto Nikolai war badischer General, der nach dem I. Weltkrieg auf Befehl des Großherzogs die badischen Truppen aufzulösen hatte. Ein Vorfahr des Herrn Nicolai hatte übrigens 1592 in Königsberg , mitten während der schrecklichen Pest, das bekannte Adventslied, entweder komponiert, oder aber den Text gedichtet, das weiß ich heute nicht mehr so genau, "Wachet auf, ruft uns die Stimme, der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf du Stadt Jerusalem...". Mehr zu berichten, würde hier den Rahmen sprengen. Hoffentlich habe ich damit niemanden gelangweilt.

  • Ich halte dieses Haus architektonisch für keinen großen Wurf. Die Mischung aus Renaissance und Heimatstil wirkt alles in allem recht unausgegoren. Die mansardenartigen Doppelaufsätze sind für die verhältnismäßig kleinen Erker viel zu schwer und erdrücken diese förmlich. Die Ansätze der Volutengiebel sind dafür, dass sie nur Stückwerk bilden dürfen, also formal letztlich ohne Funktion sind, zu überladen und darin unmotiviert. Dass der Oberteil des Feuermauer-Giebels als Trennungslinie zwischen den beiden Haushälften verloren gegangen ist, scheint wohl auch nicht von Vorteil. Wahrscheinlich hätte der Giebel die Wucht des Mansardendaches ein wenig gemildert. Ob sich das Bossenwerk mit der Gesamtkomposition so überaus gut verträgt, erscheint mir ebenfalls fraglich, vor allem bei den "Zierleisten". Interessant, dass es im Entwurf weit weniger "wild", also unbehauen dargestellt wurde. Fazit: ganz bemüht gefällig, aber ganz sicher nicht allererste Sahne.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Musst du einem denn immer alles schlecht reden. Sei doch einfach mal zufrieden.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Architektonische Rundschau 1907.

    Doppelwohnhaus in Karlsruhe:


    Man muss die Intention des Architekten beachten. Das Bauwerk orientiert sich wahrscheinlich auch an dem Haus im Hintergrund mit der stark auskragenden Fachwerksetage mit steinernem Untergeschoss. Ziel war es dann wahrscheinlich, ein burgähnliches Gebäude zu errichten mit rustifiziertem Untergeschoss(en) und aufgesetzten Fachwerkshäusern, wie es in der Gegend wohl häufiger gibt oder gab. Natürlich entsteht so ein eklektizistisches Bauwerk nach dem gotischen Geschmacke, aber das war dann eben Mode und es ist wohl zudem auch sehr funktional.

  • Oh! Die Villa Ruh ist ja schön ! <3<3<3

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Ich glaube, in einem Punkt können wir uns einig werden. Karlsruhe ist eine angenehm unaufgeregte Stadt, das habe ich bei jedem meiner Besuche so empfunden. Eine Stadt die eine freundliche Ausstrahlung hat und gut in den Süden Deutschlands passt.

    Das kann ich so bestätigen und werde auch in Kürze deshalb dort hinziehen. Ganz unabhängig davon, dass die Innenstadt nicht überall nur schön ist, fühlt man sich in Karlsruhe einfach unheimlich wohl.


    Was die Stadt unter anderem ausmacht, ist zum einen die auch durch den speziellen Grundriss bedingte Großzügigkeit mit sehr schönen Plätzen und Grünanlagen einschließlich des Schlosspatzes- nebst Garten. Dazu gibt es in der Innenstadt (gerade in den Fächerstraßen) viel schöne Gastronomie. Die interessanten Stadtteile Weststadt, Oststadt, Südstadt, Südweststadt und ganz besonders Durlach sind eigentlich eine Art Verlängerung der Innenstadt mit abwechslungsreicher, historischer Architektur und kleinen Geschäften, Cafés u.s.w.. Dazu ist Karlsruhe eine der wärmsten und sonnigsten Großstädte Deutschlands (was natürlich auch nicht jeder mag), wodurch im Sommer sehr viel Leben in der Stadt herrscht. Trotz allem ist es dort einfach nie hektisch, sondern es herrscht eine Grundgelassenheit.

  • Was die Stadt unter anderem ausmacht, ist zum einen die auch durch den speziellen Grundriss bedingte Großzügigkeit mit sehr schönen Plätzen und Grünanlagen .....

    Die Stadt ist wohltuend sauber und die Grünanlagen werden engagiert und aufwendig gepflegt (z.B. Kolpingplatz)


  • Nun, das kam dann vermutlich auf die Vorschriften der jeweiligen Städte bzw. Gemeinden an.


    Was ich weiß ist, dass viele Kommunen verpflichtend verlangten, dass die Eigentümer um deren bebaute Grundstücke bzw. um deren Garten Einfriedungen aus geschmiedetem Eisen anbringen mussten. Oft wurden diese eisernen Zäune auf einem Mäuerchen von vielleicht 40 cm Höhe angebracht. Pavillons gab es in den Villengärten freilich auch, aber nicht nur an Kreuzungsecken, sondern auch sonst in den Gärten, die bei größeren Grundstücken häufig in der Art einer Parkanlage gestaltet wurden.

  • Aber man kann sich wenigstens zurückhalten.

    An und für sich eine Ohnverschämtheit ersten Ranges. Warum soll man sich in einem Architekturforum hinsichtlich einer architektonischen Würdigung zurückhalten? Nur weil eine bestimmte Meinung einem anderen nicht passt?

    Worüber diskutieren wir hier eigentlich? MUSS jedes von 1920 errichtete Bauwerk eo ipso schön sein? Halte dich doch eher selber zurück. Mir ist beispielsweise nichts Bemerkenswertes von dir in Erinnerung.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.