Abriss und andere schlechte Meldungen in Kurzfassung

  • http://www.dnn.de/Region/Umlan…Weg-zu-einem-Stadtzentrum


    Hier noch eine Ansicht: Hier Klicken
    (gibt's die direkte Einbindung per Link nicht mehr?)


    Gezeigt wird die bessere Ansicht, von hinten sieht das Gebäude doch sehr ruinös aus. Trotzdem ist es schade. Ich hab noch keine Informationen dazu gefunden, wie das kommende "Bürgerzentrum mit Mühlenpark" aussehen soll. Aber ich mache mir ehrlich gesagt keine großen Hoffnungen, dass da etwas Attraktives entstehen wird.

  • Ich hab noch keine Informationen dazu gefunden, wie das kommende "Bürgerzentrum mit Mühlenpark" aussehen soll. Aber ich mache mir ehrlich gesagt keine großen Hoffnungen, dass da etwas Attraktives entstehen wird.

    ich habe auf die schnelle leider nur dieses hier gefunden: https://www.saechsische.de/plu…rik-aussehen-5064216.html


    Natürlich ist das Gebäude völlig ruinös, aber warum wäre nichts anderes möglich gewesen? die Straßenseitige Fassade hätte doch möglicherweise in die Pläne mit eingebunden werden können.

  • Naja so wie immer, man will es einfach nicht. Damit kann man sich als Lokalpolitker ja schlecht verewigen. Ich kann mich dem Kommentar in der DNN nur anschließen.

  • Womöglich wäre der Versuch einer zukünftigen Lösung, Verfahren zu entwickeln, traditionelle Architektur möglichst günstig zu errichten. Z.B. als Fertighäuser oder mit Hilfe von 3-D-Druck.


    Ansonsten, ein schlimmes Beispiel aus Rotenburg. Vor allem, weil sich in der Region eigentlich ja Fuchs und Hase gute Nacht sagen, somit gar nicht so viel mit Rendite ist. Dass Rotenburg etwas Einwohnerzuwachs hatte, dürfte vor allem mit der Erstaufnahmeeinrichtung zu tun haben.

  • Eine unfassbare Sauerei hat sich kürzlich in Berlin in unmittelbarer Nähe des Schlachtensees abgespielt: der Abriss eines sehr schönen, gut erhaltenen, um 1900 errichteten Hauses mit Sichtfachwerk - und das unter den Augen des Landesdenkmalamts, welches bereits 2017 vom Bezirk Steglitz-Zehlendorf um die Unterschutzstellung des Hauses gebeten wurde und diese abgelehnt hat!


    Hier der Artikel aus der B.Z. von heute


    Darin auch eine Visualisierung des geplanten monströsen Neubaus in dieser historischen Villengegend.


    Die Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski erklärte der Zeitung, ihre Untere Denkmalschutzbehörde habe versucht, den Bau unter Denkmalschutz zu stellen, aber die Obere Denkmalschutzbehörde habe es nicht als denkmalwürdig eingestuft. Die Zeitung konfrontierte die Obere Denkmalschutzbehörde mit diesem skandalösen Sachverhalt und erhielt folgende Auskunft:


    Zitat B.Z.:

    Eine Sprecherin der Obersten Denkmalschutzbehörde sagt dagegen: „Im Landesdenkmalamt Berlin ist kein offizieller Auftrag auf Denkmalprüfung eingegangen.“


    Dem gegenüber steht die Pressemitteilung von Cerstin Richter-Kotowski von heute:


    "Die Untere Denkmalschutzbehörde hat das Landesdenkmalamt per E-Mail von Februar bis September 2017 auf das Gebäude am Elvirasteig 26 aufmerksam gemacht und um Prüfung gebeten, ob das Gebäude den Denkmalstatus erfüllt. Weiterhin wurde erklärt, dass der Abbruch droht und Eile geboten ist. Die Unterlagen zum Gebäude wurden ebenfalls übersandt. Leider wurde unserem Ersuchen seitens Landesdenkmalamt nicht entsprochen."


    Und wer sagt da jetzt die Unwahrheit?


    Hier die Ansicht des letzte Woche abgebrochenen Hauses in StreetView


    Denkmaldatenbank-Eintrag des benachbarten historischen Holzhauses Elvirasteig 28 - bei dem abgebrochenen Nachbarhaus handelte es sich offenbar um das Chauffeurshaus.


    Da kann ein 34-jähriger Grundstückseigentümer mit Genehmigung des Bezirks und Billigung der Obersten Denkmalbehörde einen gründerzeitlichen Sichtfachwerkbau aus der Erbauungszeit der Schlachtenseer Villenkolonie plattmachen, wie es ihm gefällt.

    Eine monströse Schweinerei!

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Ein Versagen auf ganzer Linie. Das Versagen der Behörden, der Abriss, der Entwurf des Neubaus, der Neubau in solch einer Umgebung... An der Meldung ist alles schrecklich. Ich habe im Frankreich Urlaub in der Normandie einen dreistöckigen Feuerleitbunker gesehen, der dem Neubau sehr ähnelt. Wenn man aus Streetview in die 3D Ansicht wechselt, sieht man, dass das Nachbargebäude ebenfalls schon in einen Atomschutzbunker umgewandelt wurde.

  • Zu den Denkmalbehörden fällt mir nur noch ein, wer solche Freunde hat braucht keine Feinde mehr. Dort wie vielerorts sitzt (nach dem Marsch durch die Institutionen) eine neue Generation an den Schalthebeln, die Bausünden der Nachkriegszeit unter Schutz stellt und dagegen historisch wertvolle Architektur zum Abschuss freigibt. Natürlich völlig unideologisch. :wink:

  • Die schlechten Nachrichten reißen aus Berlin reißen nicht ab.
    Die Lange Brücke in der Altstadt, direkt am Köpenicker Schloss gelegen, wird abgerissen. Der Denkmalstatus für die 1892 gebaute Brücke wurde bereits aufgehoben:


    https://www.berliner-woche.de/…ereits-aufgehoben_a248515


    Die Geschichte hat eine doppelte Ironie: Die Brücke wurde in den 1990er Jahren denkmalgerecht saniert. Gleichzeitig wurden die Behelfsbrücken für die Sanierung danach nicht zurückgebaut, sondern sollten bis zur Vollendung der Altstadtumfahrung stehen bleiben. Diese wurde dann auch in den 2000er Jahren in zwei Bauabschnitten errichtet. Man stellte jedoch fest, dass die Altstadtumfahrung allein noch nicht genug Verkehr abzieht (das alte Thema - neue Straßen schaffen neuen Verkehr, sie reduzieren ihn nur selten) sondern knüpfte den Abriss der Behelfsbrücken nun an die zweite Umfahrung zwischen Straße an der Wuhlheide und Bahnhofstraße. Diese wurde bis heute nicht errichtet.


    Mittlerweile hat man sich darauf festgelegt, dass der Verkehr auch nach dieser Maßnahme auf der Relation Spindlersfeld - Altstadt Köpenick - Müggelheim immer noch zu groß für die schmale Lange Brücke wäre, weshalb ein Ersatzneubau für das Baudenkmal notwendig wurde. Meines Erachtens kommen hier die statischen Mängel sehr gelegen, um einen breiteren und vierspurigen Brückenneubau zu erreichen.


    Hinzu kommt, dass die SPD in Treptow-Köpenick unter Oliver Igel eine sehr autofreundliche Politik verfolgt. Folgenden Blick wird es jedenfalls bald nicht mehr geben:


    https://www.fotocommunity.de/p…-bluedreamberlin/37881899

  • Mich hat die Nachricht auch ziemlich erschrocken, aber nüchtern betrachtet kann ich sie schon nachvollziehen. Bei der Sanierung in den 1990'ern - bin dort nämlich zur Schule gegangen und habe die Brücken jeden Tag benutzt - hat man die Fahrbahn der Langen Brücke verbreitert, in der Folge sind die gemauerten Bögen kaum noch wahrnehmbar, da sie weit unter der auskragenden Fahrbahn im Schatten stehen. Die "Behelfsbrücken" sind nun selbst bald 30 Jahre alt und haben einen gewissen Bestandsschutz. Das ganze Konglomerat an Brückenbauten - die mehrfach und mittlerweile zur Unkenntlichkeit verbreiterte historische lange Brücke und die an sich gar nicht hässliche "Behelfsbrücke" - bilden vis à vis des Köpenicker Schlosses ein merkwürdiges Gesamtbild. Mit dem Neubau besteht die Chance das Bild wieder geradezurücken. Wenn es wieder eine Bogenbrücke wird, womöglich noch mit Mauerwerk verblendet - perfekt.


    Nachtrag: Da fällt mir ein, im Kunstunterricht haben wir damals die Gegend um das Köpenicker Schloss oft als Bildgegenstand genutzt. Ich habe noch zwei Bilder aus dieser Zeit bei mir, die das "Ensemble" aus Behelfsbrücke und Barockschloss zeigen bei mir gefunden.

  • Gehört nicht hierher, aber weiß man eigentlich, wie das damals gehandhabt wurde, als ganze Straßenzüge plattgemacht wurden für Speers Germania oder auch beim Abbruch der Häuser an der Schlossfreiheit? Wurde das in den Medien reflektiert? Vom Angebot von Ausgleichswohnungen ist ja sicher nicht auszugehen. Architektur ist doch auch niemals losgelöst vom Gesellschaftssystem.