Rekonstruktion als Anti-Faschismus

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    • Ich darf zu dem von Pagentorn verlinkten Artikel über den Umgang mit dem historistisch veränderten Hechinger Rathaus während der NS-Zeit einen im gleichen 'Nachrichtenblatt der Denkmalpflege in Baden-Württemberg‘ erschienenen Artikel über den 1958 fertiggestellten Neubau hinzufügen:

      journals.ub.uni-heidelberg.de/…ticle/viewFile/15135/9017

      Ohne auf die wahre Motivation zum Umbau in den 30er-Jahren einzugehen, heißt es darin: „Zum Glück“ (!) „waren die Architekturteile aus Sandstein schon nach wenigen Jahrzehnten so schadhaft, daß man an eine durchgreifende Instandsetzung denken mußte.“
      Die Urteile, die der Autor – selbst Denkmalpfleger – für den historistischen Umbau findet, offenbaren jedoch eine Kontinuität im Denken, die man – unbeschadet von den jeweils herrschenden politischen Systemen – seit Anbeginn des 20. Jh. bei eigentlich allen als progressiv sich dünkenden Meinungseliten über den Historismus wiederfindet:
      „überreich gestaltet“, „protzige Architekturteile“, „blutleerer Historismus“; verräterischer dann die „landfremden Schieferplatten“ der Dachdeckung (wohlgemerkt in einem Artikel aus dem Jahr 1958).
      Der Umbau von 1934 hingegen wird beschrieben mit den Worten:

      „eindrucksvoller liebenswürdiger Bau“, „schlichte, anheimelnde Erscheinung“ – Worte, die wir nicht unbedingt mit Architektur der NS-Zeit assoziieren, und das reduzierte Erscheinungsbild wird unter Auslassung etwaiger ideologischer Motive schlicht mit den „knappen Mitteln“ begründet.

      Dies vermutlich, um den in der Nachkriegszeit wiederbeauftragten Architekten Schmitthenner aus einer nicht mehr opportunen Traditionslinie herauslösen zu können.

      Daß die Ablehnung des Historismus über Jahrzehnte in allen politischen Lagern beheimatet war, haben hier schon Philon und Heinzer herausgearbeitet und andere ergänzt. Allerdings hatte die Ablehnung des Historismus durch die Nazis noch einen ganz bestimmten perfiden Unterton, nämlich einen antisemitischen, der heutzutage, wo wir im Zusammenhang mit Nazis und Kunstablehnung vorrangig an „Entartete Kunst“, also die Ablehnung der Klassischen Moderne, denken, etwas vergessen ist. Letztere wurde nicht nur aus Unverständnis abgelehnt, sondern, wie wir alle wissen, vornehmlich aus rassistischen Gründen, weil zahlreiche Schöpfer, Auftraggeber und Sammler dieser Kunst Juden waren.

      Ähnlich galt den Nazis der Historismus als wenigstens jüdisch geprägt, weil zahlreiche seiner Prachtbauten – insbesondere die Großkaufhäuser - vom wirtschaftlichen Erfolg des emanzipierten jüdischen Bürgertums in der Kaiserzeit kündeten und es zahlreiche jüdische Architekten gab (in Berlin allein ca. 500).

      So erschien in den 30er Jahren in Freiburg eine Postkarte, die zwei „Juden“ (gezeichnete Karikaturen in Stürmer-Manier) vor der späthistoristischen Fassade des Kaufhaus Knopf in der heutigen Kaiser-Joseph-Str. zeigte. Zweifelsohne wollte man hiermit nicht nur das - angebliche - Geschäftsgebaren von Juden diskreditieren, sondern auch eine bestimmte Art der Architektur.

      Diesen Umstand der antisemitisch beeinflußten Ablehnung des Historismus durch die Nazis las ich einst in einem Beitrag des oben bereits erwähnten vierteljährlich erscheinenden 'Nachrichtenblattes der Denkmalpflege in Baden-Württemberg', finde ihn aber auf die Schnelle nicht (ich habe alle Ausgaben seit 1974…).

      Die in den Folgebeiträgen von Pagentorn und Kaorou aufgeführten Beispiele von „Entschandelungen“ oder gar Abrissen derartiger Kaufhausbauten nach ihrer „Arisierung“ dürfte dies bestätigen.


      Zu der Ansicht von Pagentorn, daß „die Geringschätzung des Historismus (…) ein kontinental-europäisches Phänomen“ sei und „seiner angelsächsischen Spielart, dem Viktorianismus (…) nie dermaßen mit zerstörerischen Verachtung begegnet worden“ sei, möchte ich sagen, daß diese leider nicht dem Abgleich mit der Realität standhält. Man mag die Briten für konservativer als den Rest Westeuropas halten und mit einer positiveren Einstellung zu ihrem Kaiserreich, aber auch dort manifestierte sich mit Beginn des 20. Jh. die Kritik am Historismus und ähnlich wie bei uns begann in den 20er Jahren eine erste Abrisswelle, die dann in den 50er bis 70er Jahren ein durchaus vergleichbares Ausmaß wie bei uns annahm.

      Hierzu bieten die Bücher von Gavin Stamp „Lost Victorian Britain: How the Twentieth Century destroyed the Ninetienth Century’s Architectural Masterpieces“ und das - was den Ursprung der aufgeführten Bauten und Stadtbilder betrifft - zeitlich breitgefächertere “Britain’s Lost Cities: A Chronicle of Architectural Destruction” reichlich und sattsam erschreckendes Anschauungsmaterial.


      Fruchtbar machen für eine Revision dieser Ansicht kann man sich auch die Internetseite lostheritage, die – auf Schlösser und Landsitze beschränkt – zahlreiche Beispiele von in den 50er bis 70er Jahren abgerissenen Historismusbauten bringt, auch wenn insgesamt der erfaßte Zeitrahmen größer ist (von 1800 bis heute), der architektonische Rahmen nahezu alle Stile seit dem Mittelalter umfaßt und die Gründe für den Verlust vielschichtiger sind: also nicht nur stilistische Ablehnung, sondern auch Verlust etwa durch Brand, Beschädigungen durch Requirierung während des Krieges, und natürlich sozio-ökonomische (hohe Erbschaftssteuern und Wegbrechen des Dienstbotenberufs, der für den Unterhalt eines großen Hauses unumgänglich notwendig ist).

      lostheritage.org.uk/
    • Den letzten beiden Beiträgen von Seinsheim kann ich nur in jeder Hinsicht zustimmen.

      Aus der Abneigung der Nazis gegen den Historismus herzuleiten, dass Rekonstruktionen "antifaschistisches Bauen" seien, scheint mir doch sehr weit hergeholt.

      Erstens, weil es eben um den Historismus geht und nicht um mittelalterliche und frühneuzeitliche Architektur, bei der in D der bei weitem größte Rekonstruktionsbedarf besteht.

      Zweitens, weil die Ablehnung des Historismus damals nichts für die Nazis Spezifisches war, sondern in der Zeit von ganz links über die politische Mitte bis ganz rechts verbreitet war.

      Drittens finde ich das Etikett "antifaschistisch" genauso eine abstruse Politisierung der Architektur wie umgekehrt das Etikett "rechtspopulistisch". Wir sollten uns auf das Niveau nicht begeben.

      Was man allerdings machen kann, ist auf die inhaltlichen und personellen Kontinuitäten zwischen den NS-Planungen für den Wiederaufbau und dem faktischen Wiederaufbau der 50'iger und 60'iger Jahre Jahre hinzuweisen. Dass der Wiederaufbau nicht unerheblich von Vorstellungen und Personen geprägt wurden, die auch und gerade bei den Nazis Karriere gemacht hatten, scheint mir inzwischen ziemlich eindeutig und ist eigentlich schon ein recht schlagendes Argument. Dazu braucht man aber den Schlenker über den Historismus nicht.
    • Noch ein Wort zum Historismus selbst: Auch da teile ich Seinsheims Einschätzung weitgehend.
      Natürlich ist der Historismus immer noch besser als so ziemlich alles, was heute gebaut wird. Aber gleichzeitig sollte man auch nicht über die Schwächen und Probleme des Historismus hinwegsehen:

      Zwar gibt es im Historismus immer wieder herausragende Einzelbauten, die von einer außergewöhnlichen Kreativität im Umgang mit historischen Vorbildern zeugen. Je kleinteiliger dabei die Bebauung ist, umso qualitätvoller ist sie dann auch in der Regel.
      Auf der anderen Seite gibt es aber auch und gerade in der Gründerzeit extrem viel billige ("billig" im ökonomischen wie ästhetischen Sinn), nichtssagende Massenware, bei der an einen Schuhkarton-artigen Baukörper einfach ein paar Ornamente aus dem Musterbuch geklatscht wurden. Gerade Berlin ist voll von dieser historistischen Billigarchitektur. Auch unter den monumentalen Einzelbauten gibt es neben herausragenden Beispielen wie der Semperoper auch ziemlich viel Monumentalkitsch, der ästhetisch eher ungefüg ist und bei dem einfach nur Ornamente angehäuft wurden statt sie in einen sinnvollen Zusammenhang zueinander und zum Baukörper zu bringen.

      Des Weiteren darf man nicht vergessen, dass der Historismus in der Tat für eine nicht unerhebliche Zerstörung mittelalterlich-frühneuzeitlicher Altstädte in Deutschland verantwortlich ist. Die Rede von der "Ersten Zerstörung der deutschen Altstädte" zur Gründerzeit trifft es da schon ganz gut. Das Köln des Jahres 1910 hatte mit dem noch mittelalterlichen Köln des Jahres 1810 schon nicht mehr viel gemeinsam. Ähnliches gilt für Berlin oder Hamburg und viele andere größere Städte in Deutschland.

      Wie rücksichtslos gerade in der Gründerzeit mit dem geschichtlichen Erbe umgegangen wurde, sieht man z.B. daran dass in Königsberg 1893 das Wohn- und Arbeitshaus Immanuel Kants abgerissen und durch ein gründerzeitliches Warenhaus ersetzt wurde. Das ist auch 125 Jahre später eigentlich noch unfassbar, aber nur ein Beispiel von vielen für den rücksichtlosen Umgang der Gründerzeit mit der Geschichte.

      Vom barbarischen Abriß der fast gesamten mittelalterlichen Pariser Altstadt auf der rive droite und großer Teile auf der rive gauche durch Haussmann - der schlimmste Verlust an historischem Erbe in Westeuropa vor dem 2. Weltkrieg - will ich gar nicht erst reden. Victor Hugo hat dieser Akt übelster Barbarei bekanntlich zur Abfassung von "Notre Dame de Paris" veranlasst, um der ausgelöschten Pariser Altstadt, die bis dahin die größte Europas war und die von den Wikingerüberfällen über die geistige Hochblüte der Sorbonne im Mittelalter und das Zeitalter Ludwigs XIV. bis zur Französischen Revolution so viel Geschichte erlebt hat, ein Denkmal zu setzen.
    • Auch wenn wir zunehmend vom Thema abdriften, möchte ich dem Historismus doch eines zugute halten, nämlich die Intention die dahinterstand. Man wollte die Städte noch größer, repräsentativer und glanzvoller machen als sie zuvor waren. Ohne Frage ist das zumeist gelungen, auch wenn teilweise der Verlust kostbarer älterer Bausubstanz der Preis war (ich denke da beispielsweise an Wien). Eine solche Intention kann ich beim Städtebau der Nachkriegszeit allerdings überhaupt nicht erkennen. Hier ging es gerade um die Abkehr von diesen Begriffen, die im Nachhinein mit Größenwahn assoziiert wurden. Dieser Vorwurf lastet noch heute auf dem Historismus, auch hier wäre Aufklärungsarbeit angesagt.
      In dubio pro reko
    • Ist hier Jemandem bekannt, ob die Nationalsozialisten jemals Gebäude in dem Sinne wie wir es gegenwärtig verstehen 'rekonstruiert' haben, also ex nihilo und originalgetreu ?

      (Von der Rekonstruktion vorgeschichtlicher germanischer Siedlungen aufgrund archäologischer Erkenntnisse soll hier ausdrücklich nicht die Rede sein ! Ebenso wenig wird man an die 'Stedingsehre' bei Bookholzberg denken dürfen, die ja nur eine fiktive Freilichtbühne war. Und der Wiederaufbau des partiell zerbombten, ehemaligen Kgl. Opernhauses Unter den Linden während des Krieges kann ja wohl eher als Reparatur gelten.)

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    • Ich finde die letzte Beiträge von und sowie den Hinweis ausgesprochen spannend.

      @etinarcadiameo : Der Hinweis auf die Assoziation des Historismus mit dem Judentum durch die Nazis ist etwas ganz Wichtiges. Denn diese bildet das Gegenstück zur Gleichsetzung des Historismus mit dem Militarismus der Kaiserzeit durch die 'Linken'. Beide Lager nutzten den Historismus als Projektionsfläche für ihre Feinbilder.

      @Philon: Die Zerstörung der Altstädte durch den Historismus ist ebenfalls ein elementarer Aspekt, der sicherlich - ungeachtet der eben erwähnten ideologischen Vorurteile - die Ablehnung dieser Stilrichtung erheblich gefördert hat. Hinter der "Entschandelung" stand zum Teil auch das legitime Bedürfnis, die Stadtbilder wieder ihrem ursprünglichen Zustand anzugleichen. In Freiburg i. Br. zum Beispiel war diese Tendenz sehr ausgeprägt (Karl Gruber, Joseph Schlippe).

      Dies führt mich zu weiteren Fragen:
      Wann war bzw. ist die Ablehnung des Historismus ideologisch, wann ästhetisch motiviert? Wo verlaufen die Grenzen?

      @Stuegert Wie wäre die Entwicklung der Städte infolge der Industrialisierung verlaufen, wenn es statt des Historismus eine andere Architektur gegeben hätte? Genauso wie nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Moderne? Mit anderen Worten: Wäre der brutale Umbau à la Haussman nicht sowieso erfolgt? Und wäre er ästhetisch befriedigender ausgefallen? Ästhetischer, weil nicht so überladen und mit zum Teil sinnentleerter Ornamentik - oder hässlicher, weil mit noch weniger Bezügen zur historischen Architektur?

      Und gibt es neben den ökonomisch-technischen noch einen anderen Grund für die Abriss- und Umwandlungswut des Historismus? Glaubte man, weil man historisierende Formen verwendete, man könnte die alte Bausubstanz opfern, weil ja doch das mittelalterliche bzw. historische Erscheinungsbild irgendwie gewahrt bliebe? Oder weil man gar glaubte, es noch besser machen zu können als die Alten?

      Je mehr ich darüber nachdenke, desto spannender und vielschichtiger finde ich das Phänomen Historismus und desto mehr denke ich, man könnte das unabhängig von der "Faschismusfrage" diskutieren, weil diese Aspekte einen Erkenntniswert an sich haben, der über die Auseinandersetzung mit den Trübis und Consorten weit hinausgeht.
    • Um noch auf das Hechinger Rathaus zurückzukehren: Betrachtet man die Rückseite aus Fachwerk, so kann man zweierlei überlegen:
      Vielleicht wirkte sie aus der Sicht um 1900 als nicht mehr repräsentativ genug, vielleicht wollte man dem Zollernschloss auf dem Berg auch einen "würdigen" Rathausbau im Sinne einer selbstbewussten Bürgerschaft entgegenstellen.
      Sicher bedauerten dennoch viele die Beseitigung dieser Fachwerkarchitektur. Und so 'rächte' man sich eine Generation später.

      Und noch ein ganz anderer Gedanke: Womöglich hat die Industrialisierung mit den durch sie bewirkten sozialen Umwälzungen die Menschen mental überfordert. Daher suchten sie nach einer Architektur, die einerseits den gestiegenen technischen, sanitären und praktischen Ansprüchen genügte, aber eben doch "pro forma" einen Bezug zur Vergangenheit behielt. Wieder eine Generation später, v.a. nach dem Ersten Weltkrieg, wurde das als Lebenslüge angesehen, von der man sich befreien wollte. Um gleichsam "reinen Tisch" zu machen und endlich ganz in der Moderne anzukommen, verbunden mit einer Rückbesinnung auf die Geschichte, die mehr auf Maßstäblichkeit usf. achtete.

      Wir erliegen in der Geschichte vielleicht oft dem Irrtum, dass wir den Pendelschlag einer Entwicklung zu selten als Reaktion auf den vorangegangen Pendelschlag begreifen. Wir hören das Letztgesagte, das uns extrem vorkommt, weil wir nicht beachten, worauf es antwortete. Und irgendwann wird Antwort auf das Vorige auch nicht mehr verstanden werden.
    • Eine bestimmte Generation hat vor der Baugeschichte versagt !

      Geschätzter Seinsheim,

      in verdienstvoller Weise lenken Sie unseren Blick auf die Motivationslage, der in ihrer jeweiligen Zeit jeweils baulich gestaltenden Generation und schaffen es dadurch, uns Verständnis für diese zu vermitteln, sodaß man nicht vorschnell den Stab über sie bricht.

      Mal ganz abgesehen davon, daß es im Grunde immer einfacher und wohlfeil ist, eine Sachlage ex post zu beurteilen, als als Verantwortlicher Entscheidungen treffen zu müssen, deren Auswirkungen man noch nicht völllig übersehen kann, so sind die Handlungsweisen aller von Ihnen beschriebenen Generationen in der Tat nachvollziehbar; auch die, der in den 30er Jahren aktiven Baupolitiker und Architekten. Denn ihre Tätigkeit kann man durchaus – einmal ganz wertungsfrei - als ‚Rückschnitt’ von überbordendem 'Wildwuchs' deuten. Das vorhandene ‚bauliche Reservoir’ war zu dieser Zeit eben noch randvoll angefüllt. Mit dem Rückschnitt wurde dieses nicht wirklich wesentlich geschmälert.

      Daß aber dieselbe Generation nach den Verheerungen des Krieges ihr Verhalten – trotz der nun fundamental veränderten Rahmenbedingungen - nicht modifizierte, sondern im Grunde genommen genau dort weitermachte, wo man Anno 39 gezwungen war aufzuhören, das muß man allerdings dieser Generation zum Vorwurf machen. Sie hätte in den nun traurigen Resten unserer Innenstädte nicht fürderhin grobschlächtig einholzen dürfen – auch und gerade nicht unter den überlebenden Großbauten des Historismus –, sondern hätte sich mit Vehemenz aufs Rekonstruieren verlegen müssen. Daß sie das nicht tat, ist ihr als weiterer Malus anzukreiden ! Ob dies aufgrund von ideologischer Verbohrtheit oder aus Mangel an Flexibilität geschah, ist zweitrangig. Fest steht, daß diese Generation für das verunstalte Erscheinungsbild vieler unsere Innenstädte die Verantwortung trägt ! Bezeichnenderweise war diese Generation - soweit ich das einschätzen kann - die erste, die in verbissener Weise, ideologische Feindbilder (welcher couleur auch immer) auf die ihr vorausgehende Stilepoche projiziert hat.
    • Dort, wo der Historismus in altstädtische Strukturen eingriff, sie sogar größtenteils überformte (wie in Paris oder Wien), muss man ihn kritisch betrachten (wohl weniger aus ästhetischer als aus städtebaulicher und kunsthistorischer Sicht). An der gründerzeitlichen Ergänzung durch repräsentative Plätze, Straßen oder ganzer Stadtviertel (ein schönes Beispiel ist Straßburg) kann man allerdings kaum etwas aussetzen. Dadurch wurden diese Städte doch unzweifelhaft bereichert.
      In dubio pro reko
    • Lieber @Pagentorn, ich kann Ihnen in allem nur zustimmen. Der Begriff des Rückschnitts gefällt mir übrigens außerordentlich gut.
      Ja, warum nur hat man nach dem Krieg nicht versucht, wenigstens das Erhaltene zu bewahren und zumindest in Teilen zu rekonstruieren?
      Das ist vielleicht auch eine Anfrage an den Psychologen. Flucht nach vorn? Verdrängung? Um sich nicht eingestehen zu müssen, wieviel man verloren hat, hat man es abgewertet, hat das, was man schnell und einfach stattdessen bekommen konnte, überbewertet.
      Mir kommt da der Vergleich mit einen Menschen in den Sinn, der aus einem sehr religiösen Elternhaus kommt, dann Missstände erlebt: die Bigotterie seiner Eltern, das Fehlverhalten eines Priesters, die Naivität der Leute in seiner Gemeinde. Er fängt an zu zweifeln, merkt, dass sein Kinderglaube der Erwachsenenwirklichkeit nicht standhält. Er wird zum Atheisten und sagt sich von seiner Religion ganz los. Weil die Religion aber immer noch emotional in ihm verankert ist, wird er zum regelrechten Glaubensfeind. Er verbrennt die Heiligenbildchen, die ihm seine Großmutter geschenkt hat, wirft die Kommunionkerze weg, schreibt vielleicht sogar giftige Artikel gegen den 'Aberglauben'. Und er redet sich ein, dass für ihn nun als Atheisten alles besser wird. Dass er viel Wertvolles aufgegeben hat, will er nicht wahrhaben. Erst aus einer Distanz von vielleicht 30 oder 40 Jahren, wenn er den alten Glauben ganz losgelassen hat (oder der Glaube ihn losgelassen hat), kann er wieder ein neues Verhältnis dazu aufbauen.
      Nun kann man innerhalb dieses Vergleichs den Glauben ersetzen durch eine enttäuschte Liebesbeziehung ... oder, bei allen Unterschieden, durch eine Stilrichtung.
    • Man missachtet heutzutage eben gerne, dass der Faschismus nicht lediglich als konservative Ideologie zu verstehen ist. In gewisser Weise versuchte der Faschismus, die beiden Gegenpole Tradition und Moderne miteinander zu vereinen, in einem einheitlichen Weltbild die Spannungen der Zeit aufzulösen. Das sieht man zum Beispiel an Hitlers Plänen für die Zukunft: Einerseits sollte auf den Trümmern der Sowjetunion ein mittelalterlich anmutendes deutsches Bauerntum herangezüchtet werden, andererseits erging man sich ebenso in Vorstellungen von den zu errichtenden futuristischen Metropolen, die als Wunderwerke moderner Technik die Überlegenheit der deutschen Menschheit beweisen sollten. In gewissen Belangen mochten die Nationalsozialisten dasselbe fordern wie die typisch konservativen Rechten, doch die Beweggründe waren meist ganz andere, oft sogar eigentlich solche, die man als im Grunde modernistisch bezeichnen könnte. Das Fundament des Nationalsozialismus war schließlich purer Modernismus, die Betrachtung der Welt wurde kältester verwissenschaftlicher (aus damaligem Stand) Pragmatik unterworfen und wenngleich die Nazis gerne gegen den Materialismus der "westlichen Plutokratien" wetterten, so war ihre eigene Gedankenwelt doch höchst materialistisch. Mit einer wirklich konservativen Weltsicht, die auf christlich-abendländischen Prinzipien ruht, hat das alles reichlich wenig zu tun. Ich erinnere nur hieran: "Dann setzte Hitler zu einem gespenstischen Monolog an. Der feindliche Luftterror sei schlimm, "insbesondere für unsere mittelalterlichen Städte"; aber er habe doch "auch insofern etwas Gutes, als er diese Städte überhaupt für den modernen Verkehr aufschließt". Städte wie Regensburg würden in absehbarer Zeit sowieso nur noch Museumsstücke sein. Schön, ein paar davon zu haben, meinte der Kriegsherr, aber in ihrer Vielzahl "würden sie einer gesunden Entwicklung unseres modernen Verkehrs- und Wirtschaftslebens nur immer wieder hindernd in den Weg treten"". spiegel.de/spiegelspecial/a-290234.html. Es ist ja kaum verwunderlich, dass die nationalsozialistische Architektur, zumindest was die Großbauten anbelangt, monumentale, einschüchternde, rationale Architektur ist. Da wirkt es wieder etwas hanebüchen, dass die Nazis einerseits das Bauhaus als Signum kulturellen Verfalls ablehnten, andererseits ihr eigenes Bauen nur minimal von dem verfemten Stil abwich. "Eure vermeintliche gotische Verinnerlichung paßt schlecht in das Zeitalter von Stahl und Eisen, Glas, Beton, von Frauenschönheit und Männerkraft, von hochgehobenem Haupt und trotzigem Sinn", mit diesem Zitat rechtfertigte Hitler die Abschaffung der Frakturschrift, die ja, obwohl das heutzutage gerne so kolportiert wird, keinesfalls eine "Nazischrift" ist. Das Ideal der Nazis war eben nicht die alte Welt mit ihren verschnörkelten Fassaden, der Kleinteiligkeit, der Überladenheit und Unordnung, die im Kulminationspunkt Historismus eine letzte gesteigerte Repräsentanz gefunden hat. Den Nazis (zumindest den obersten Köpfen) schwebte das Gegenteil hiervon vor, totale Klarheit, kühle Ordnung, die stählerne Ästhetik der Moderne. In Italien war das noch viel stärker ausgeprägt, nicht umsonst war der Begründer des Futurismus, Filippo Tommaso Marinetti, ein Faschist. Wenn man diese Elemente der Ideologie begreift, so erscheint die nationalsozialistische Ablehnung des Historismus als geradezu zwingend. Und angesichts dessen versteht man auch, wie paradox es ist, wenn heutzutage historische Architektur in die Nähe von Faschismus gerückt wird.
    • Der Nationalsozialismus hat die bürgerliche Kultur gehasst. Er hat die Frakturschrift abgeschafft, das humanistische Gymnasium, hat die Kirchen bekämpft. Darin war er durchaus sozialistisch, mit dem Unterschied, dass er diese Einheitsgesellschaft rassisch definierte: Volk nicht als soziale Einheit wie im Kommunismus, sondern als ethnische.
    • Die Pendelbewegung als Reaktion auf eine vorangegangene Epoche und Generation, von der Seinsheim schreibt, kann man durchaus für den Bereich der Kunstgeschichte konstatieren, etwa wenn auf die ostentative Geste des Barock der Rückzug ins Intime des Rokoko folgt, dessen kraus die Wände überwuchernde Ornamentik wiederum vom nüchternen Klassizismus abgelöst wird, dessen „dürre Armseligkeit“ (Georg Hirth) seinerseits in die Pracht des Historismus mündet.

      Allerdings wurde der Historismus von einem in seiner Ornamentik noch exzessiveren Stil abgelöst, nämlich dem Jugendstil, bevor das Pendel weiter ausschlug und sich tatsächlich die Abkehr vom Ornament durchzusetzen begann (wir alle kennen die Kritik eines Adolf Loos, die just in jenen Jahren vom Übergang des Historismus zum Jugendstil formuliert wurde und nicht erst in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg, als man quasi „reinen Tisch“ machen wollte, wie Seinsheim formuliert).

      Freilich gab es schon bedeutend früher kritische Stimmen, die jeweils aus ganz unterschiedlichen Gründen mit dem Historismus haderten: da waren gewisse Intellektuellen- und Künstlerzirkel, die die „Nachäffung“ vergangener Stile als unproduktiv und unkünstlerisch empfanden, Theoretiker und Praktiker (etwa William Morris) kritisierten den Niedergang des Kunsthandwerks durch die Industrialisierung – und der Historismus ist ja der erste Stil und die erste Epoche, in der breitesten Massen eine kultiviert erscheinende Häuslichkeit finanziell möglich wurde, auch um den Preis, daß viele der Produkte von ungenügender Qualität waren, weil das Design nicht den maschinellen Fertigungsmethoden angepaßt war, die eben ein ornamental reduziertes Design erfordert hätten.

      Daß der Historismus als Projektionsfläche für die jeweiligen Feindbilder herhalten muß (es wurden hierfür ja schon zahlreiche Beispiele aufgeführt) zeigt sich etwa auch darin, daß der oben schon genannte Georg Hirth in seiner Publikation „Das Deutsche Zimmer“ die deutsche Renaissance nicht nur als nationalen, sondern auch als „gesunden“ Stil zur Nachahmung empfahl , während man wenig später bereits (und dieses Urteil findet sich auch in der Ablehnung bei den Nazis wieder) die ganze Epoche als schwach, angekränkelt und überspannt empfand und zur Therapie auf Onkel Sigmunds Sopha empfahl.

      Pagentorns exzellentes Wort vom „Rückschnitt“ paßt an dieser Stelle gut, denn das ganze späte 19. Jh. wurde oft genug von den Zeitgenossen wie in der Nachschau durch die Treibhausmetapher charakterisiert und der bevorstehende, tatsächlich von vielen sogar herbeigesehnte Krieg sollte quasi als „reinigendes Gewitter“ wirken.

      Doch der Rückschnitt begann schon früher, und ein wichtiger Impuls hierzu geschah durch eine von vielen sicher nicht vermutete Schicht.

      Stile sind immer auch Moden, und Moden gingen durch die Zeitläufte hindurch fast immer von den kulturellen und wirtschaftlichen Eliten aus (der Hof, die Kirche, das Großbürgertum), erst im 20. Jh. hat sich das bis zu einem gewissen Maße verkehrt.Ich denke, daß das Ornament seinen Todesstoß empfing, als diese Eliten mitansehen mußten, wie jahrhundertelang ihnen vorbehaltene architektonische Würdeformen und Dekore aufgrund billigster Fertigungsmethoden im Zuge der Industrialisierung an Arbeitermietskasernen und deren Einrichtungsgegenständen auftauchten und quasi vulgarisiert wurden.

      Das Wort „Dekor“ hat seinen Ursprung im Lateinischen und meint das Schickliche, Angemessene, das sich Ziemende. Zahllose Architekturtheoretiker haben sich über die Jahrhunderte dazu geäußert, welche Dekore für welchen Stand angemessen sind (ein ähnliches Phänomen sind die Kleiderordnungen, die in manchen Gegenden noch bis ins 18. Jh. aufrechterhalten wurden), wie Raumfolgen zu gestalten sind, durch die man hindurchzuschreiten hat, bis man endlich vor dem Würdenträger steht.

      Und plötzlich war es möglich, diese Dekore und Würdeformen der Architektur wie des Interieurs dem Kleinbürger und Arbeiter zur Verfügung zu stellen, wenn auch nur in Ersatzmaterialien wie Fassadenstuck, Zinkspritzguß und Guttapercha-„Schnitzereien“.

      Darauf folgte die Hinwendung der Eliten zu einem noch exklusiveren Stil, dem Jugendstil, dessen bedeutendste Förderer Großindustrielle (wie Wärndorfer in Wien), Großherzöge (Hessen-Darmstadt) und Grafen (Harry Graf Kessler) waren. Allzubald hatte sich die Industrie freilich auch dessen Ornamenten bemächtigt und verbreitete diese an die Massen.

      Wer sich nun von diesen abgrenzen wollte, konnte dies eigentlich nur in einem weitgehenden Verzicht auf das Ornament tun - und stellte zu seiner Freude fest, daß ihm der nach (vermeintlich) Höherem strebende Kleinbürger und Arbeiter dorthin erstmal nicht folgen mochte, sondern weiterhin den gemütlichen Stil-Ohrensessel neben dem Gummibaum besitzen wollte.

      Die negative Einschätzung des Historismus, die letztlich in den größeren Zusammenhang der Ablehnung des Ornaments gesetzt werden muß, speist sich also, wie hier in den diversen Beiträgen deutlich wurde, aus sehr unterschiedlichen Quellen.

      Es gibt vermutlich jedoch auch einen ganz pragmatischen Grund, und dieser mag noch vor den ideologischen wie ästhetischen oder pekuniären Motiven dazu geführt haben, daß wir keine Rückkehr des Ornaments mehr erlebt haben: es gibt kein Personal mehr, daß die Samtportieren ausklopfen und die gedrechselten Möbel und den Nippes abstauben würde, und die Emanzipation und Berufstätigkeit der Frau führte dazu, daß der Haushalt, der so lange ihre auferlegte Pflicht war, heutzutage möglichst rasch erledigt sein will; da sind glatte Flächen und „buddhistisch“-karge Räume ein Vorteil.


      Was immer man dem Historismus auch vorwerfen mag – man sollte nie vergessen, daß genau in dieser Epoche erst die „moderne“ Stadt mit ihrer ganzen, im 20. Jh. kaum erweiterten Palette an Infrastruktur kreiert wurde, die das Modell Stadt zukunftsfähig gemacht hat.
    • Pagentorn wrote:

      Sommer, Ingo: ‚Zwischen Tradition und Moderne. Wilhelm II. und die Baukunst’
      (in: Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte. Neue Folge 25. Band. 2015. Heft 2, S.157-209) hier: S.174-176.

      Ich bitte um Verzeihung für die mäßige Qualität der Abbildungen, aber das Heft ist broschiert und hat keine Fadenheftung, sodaß ich es nicht scannen, sondern nur abfotografieren konnte.

      (Im Übrigen ist der gesamte Aufsatz – wie auch die anderen Beiträge in dem Heft – sehr lesenswert !)
      Wobei ich anmerken muss, dass diese Vereinfachung von Paul Schultze-Naumburg zum NS-Kulturfunktionär seiner Person nicht gerecht wird. Schultze-Naumburg hat sich sicher in die NS-Kulturpolitik verstrickt, aber er spielte nach der Machtergreifung eher am Rande eine Rolle, wurde mehr oder minder kaltgestellt. Er fiel rasch in Ungnade bei der moderneren NS-Führung und erhielt ab 1935 keine größeren Aufträge mehr. Er war aber bereits seit dem Kaiserreich ein Vertreter der Reformarchitektur, und in diesem Rahmen hat er viel geleistet. Ich habe seinerzeit fasziniert in seinen "Kulturarbeiten" gelesen, die durchaus eine Offenbarung für Stadtbild-Freunde sind. Sie schärfen nämlich den Blick für die Veränderung unserer Städte und Landschaften durch die einziehende Moderne (und zwar bereits im Historismus) sowie den damit einhergehenden Verlust an Tradition und Poesie. Schultze-Naumburg hat sich intensiv z.B. mit Fragen der eleganten Treppengestaltung an Hängen auseinander gesetzt, oder wann eine Straße gerade und wann in einer Kurve gestaltet werden sollte. Er hat Dinge bereits am Anfang wahrgenommen, unter denen wir heute in viel extremerer Weise leiden.

      Eine ausführliche Biographie ist: Norbert Borrmann: Paul Schultze-Naumburg 1869–1949. Maler, Publizist, Architekt. Vom Kulturreformer der Jahrhundertwende zum Kulturpolitiker im Dritten Reich. Ein Lebens- und Zeitdokument. Bacht, Essen 1989

      Das soll seine negative, repressive Rolle, die er später einnahm, nicht rechtfertigen, aber ihn in ein ausgewogeneres Licht setzen.

      Hier ein kleiner Einblick in die "Kulturarbeiten": pimath.de/saaleck/paul_schultze_naumburg/kulturarbeiten.html
    • etinarcadiameo wrote:

      Wer sich nun von diesen abgrenzen wollte, konnte dies eigentlich nur in einem weitgehenden Verzicht auf das Ornament tun - und stellte zu seiner Freude fest, daß ihm der nach (vermeintlich) Höherem strebende Kleinbürger und Arbeiter dorthin erstmal nicht folgen mochte, sondern weiterhin den gemütlichen Stil-Ohrensessel neben dem Gummibaum besitzen wollte.
      Was sich heute ja wieder verändert hat. Heute wird in den Neubausiedlungen das Bauhaus für Jedermann präsentiert, also vor allem den zahlungsbereiten Kleinbürger.

      Zum Beispiel am Riedberg in Frankfurt: goo.gl/images/yZ8c3U
      Oder "An den Eichen" in Offenbach: goo.gl/images/FaiqTH

      Magazine bieten an... "How to get: Der Bauhaus-Stil für Zuhause in 5 Schritten"
      vonwilmowsky.com/magazin/how-to-get-den-bauhaus-stil/

      Da müssten sich die Eliten aber etwas einfallen lassen, um sich davon wieder abzugrenzen.
      Indes, wird es ihnen schwerfallen, denn Bauhaus ist der reduzierte, globalistische Stil schlechthin. Da die Eliten aber den Globalismus vertreten, können sie nicht so einfach ästhetisch von diesem Abschied nehmen.
    • Noch ein Gedanke: das Ornament in seiner Fülle wie materiellen und qualitativen Ausformung diente in der Menschheitsgeschichte stets auch der deutlichen Abgrenzung höhergestellter Schichten von den niedrigeren.

      Vielleicht haßten die Nazis den so reich ornamentierten Historismus gerade auch deshalb, weil sie eine nicht durch Schichten sich innerlich voneinander abgrenzende „Volksgemeinschaft“ kreieren wollten, die zwar von einer Führungselite geleitet, aber sonst aus „Gleichen“ bestehen sollte, die sich nach außen abgrenzten.

      Vielleicht wäre das Rekonstruieren von ornamentgeschmückten Bauten daher tatsächlich antifaschistisch???
    • Das ist ein interessanter Gedanke, @etinarcadiameo. Der Verzicht aufs Ornament als Ausdruck kleinbürgerlicher Gleichschaltung! Gilt ja auch für den Kommunismus.
      Ein weiterer Aspekt könnte sein, dass das Ornament anti-monumental wirkt, weil es Flächen und Volumina in kleinere Formen herunterbricht und sie irgendwie menschlich macht. Das Ornament ist verspielt, manchmal launisch und poetisch, aber auf jeden Fall anti-heroisch.