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Königsberg in Bayern (Galerie)

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    • Königsberg in Bayern (Galerie)

      Königsberg in Bayern zählt zu den reizvollsten Kleinstädten in Franken und ist bekannt für den Reichtum an Fachwerkhäusern. Das Städtchen liegt im unterfränkischen Landkreis Haßberge und hat etwa 1700 Einwohner (im 16. Jahrhundert waren es offenbar etwa 2000), mit eingemeindeten Dörfern etwas über 3600 Einwohner.

      Durch die Jahrhunderte gehörte Königsberg u.a. den Andechs-Meraniern, später zu Henneberg, fiel kurzzeitig an Würzburg und schließlich um 1400 an das Haus Wettin. Es blieb bis 1920 als Enklave bei Sachsen-Coburg und Gotha. Erst dann kam das Städtchen aufgrund einer Volksabstimmung zu Bayern.

      Aufgrund schwerer Zerstörungen im 30-jährigen Krieg durch zwei Stadtbrände 1632 und 1640 findet sich entsprechend kaum mittelalterliche Bausubstanz, der heutige Baubestand innerhalb der einstigen Stadtmauern stammt aber zu einem großen Teil aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

      Leider kommt man heutzutage nicht mehr mit dem Zug nach Königsberg, da die Nebenstrecke von Haßfurt nach Hofheim 1995 stillgelegt wurde.

      Zu Königsberg gab es im APH, wenn ich mich recht erinnere, schon mal eine Galerie, die offenbar wie so viele andere nicht mehr vorhanden ist.
      Einige Aufnahmen gibt es aber hier: Quer durch Franken
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    • Das Rathaus auf der Westseite des Marktplatzes wurde 1632 schwer beschädigt. Der massive Unterbau geht noch in das 15. Jahrhundert zurück, das Fachwerkobergeschoss und die Giebel stammen aus der Zeit um 1660/70, wobei das vereinfachte Fachwerk zumindest der südlichen Traufseite wohl auf Veränderungen um 1900 zurückgeht.



      Giebel Nordseite

      Der Königsberger Roland von 1605 am Rathaus:



      Marktplatz mit Rathaus und evangelischer Stadtpfarrkirche
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    • Der hübsche Kirchturm war 1446 vollendet, oberstes Geschoss und Haube stammen vom Ende des 17. Jahrhunderts.


      Auf dem Marktplatz der Regiomontanus-Brunnen.
      Regiomontanus, der „Königsberger“, hieß eigentlich Johannes Müller und war ein bedeutender Mathematiker und Astronom. Er wurde 1436 in Königsberg geboren.


      Marktplatz nach Südosten zum südwärts ansteigenden Salzmarkt.




      Rückblick vom Salzmarkt über den Marktplatz zur Stadtpfarrkirche. Hinten rechts das Unfinde(ne)r Tor, eines von drei erhaltenen Stadttoren.

      Weiter geht es dann demnächst voraussichtlich am Salzmarkt.
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    • Marktplatz mit dem Unfinde(ne)r Tor, die Aufnahme knapp 20 Jahre alt (so wie die nächste).

      Weiter geht es nun am Salzmarkt.

      Ostseite. Rechts im Hintergrund die Nr. 9 das sogenannte Tilly-Haus.

      Westseite.

      Der Salzmarkt steigt südwärts in Richtung zum Schlossberg an und ist nahezu vollständig mit Fachwerkgebäuden umstanden.

      Ostseite ab der Nr. 11 aufwärts

      Auf der Westseite die Nr. 6 das sogenannte Regiomontanushaus, in einem Vorgängerbau soll der berühmte Astronom geboren sein. Die Fassade mit den Schnitzereien und Butzenscheiben stammt von 1881 und wurde einem älteren Bau vorgesetzt.

      Wer die Tafel nicht entziffern kann, im Wikipedia-Artikel ist sie größer abgebildet.



      Und wer dort übernachten möchte: Regiomontanushaus
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    • @Clarenthaler

      Deine Begeisterung in allen Ehren für diese wirklich schöne Stadt aber selbst mir als Nichtfachwerkexperten fällt da direkt Marburg oder Tübingen ein.

      Marburg ist für eine westdeutsche Stadt extrem geschlossen und von den Dimensionen her vermutlich heute in Deutschland unter den Top 3. Wenn man bedenkt, dass Hildesheim, Frankfurt oder Nürnberg nochmal ungleich mehr Bestand hatten, wird einem erst bewusst, welche Qualität und Quantität in Deutschland verloren gegangen ist.
      APH - am Puls der Zeit
    • @Suebicus

      Bitte auch die Tschechei und auch Rumänien nicht vergessen! Dort gibt es Perlen wie Teltsch, Olmütz, Krumau, Bäderdreieck... oder Deutsch Weißkirch, Schäßburg, Birthälm, Meschendorf, Hermannstadt, Deutsch Kreutz, Malmkrog...gehörte die längste Zeit bzw in RUM teil noch immer zum Teil auch zum deutschsprachigen Kulturraum!
      „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)








    • Zeno wrote:

      Exilwiener wrote:

      Meschendorf
      ?(
      Gibt es das? Meinst du vielleicht Meschen?

      Wenn ja, bitte ausbessern und mir mitteilen, damit ich den vorliegenden Beitrag anschließend löschen kann.
      Ja, Meschendorf! Ein lieblicher sächsischer Ort mit einer vor Kurzem fertig sanierten Kirchenburg! Leider mit nur noch wenigen Sachsen dort. Aber wenn es den Sachsen einmal in Deutschland zu kunterbunt geworden ist, dann kehren sie hoffentlich wieder in ihre Heimat zurück, die in dieser Hinsicht diese Farbnuance tatsächlich wieder vertragen würde.




      „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)








      The post was edited 1 time, last by Exilwiener ().

    • Allein in Franken gibt es schon noch ein paar weitere Orte in vergleichbarer Größe und ähnlichem Erhaltungsgrad, z.B. Sulzfeld am Main, Frickenhausen, Marktbreit, Prichsenstadt oder Seßlach. Iphofen, Spalt oder Wolframs-Eschenbach hätte ich bis vor ein paar Jahren auch noch dazu gezählt, die sind aber zwischenzeitlich gehörig versaut worden. Da muss man schon immer froh sein, wenn so wie z.B. in Königsberg die Modernisten noch nicht wüten dürften...



      Blick aus den Weinreben unterhalb der Burgruine auf das Städtchen. Am westlichen Stadtrand das Gewerbegebiet mit den Fränkischen Rohrwerken Gebr. Kirchner, dahinter Hellingen.

      Fuchsloch 2 oberhalb vom Salzmarkt
      Das Fachwerk sieht älter aus, in der Denkmalliste heißt es dazu „wohl 16. Jahrhundert“.


      Über die Pfaffengasse geht es dann wieder zurück auf den Marktplatz:





      Die malerische Nr. 2

      Davon zwischendrin mal wieder eine ältere Aufnahme:




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    • An der Pfarrkirche geht es über die Kirchgasse in den Westteil der Altstadt (der ältere Kernbereich liegt um Marktplatz und Salzmarkt).

      Es geht weiter in der Manggasse:






      Ein erhaltener Rest der Stadtmauer, mit Blick zur kath. Pfarrkirche und den Schlossberg:



      Dieser Straßenzug nennt sich tatsächlich Goldene Röhre.
      Auch eine nette Adresse und möglicherweise nicht so häufig vorkommend...




      Goldene Röhre 1 (bezeichnet 1707), ein Fachwerkgebäude welches ein wenig oberfränkisch aussieht.

      Generell kommt einem Königsberg schon recht thüringisch vor, was ja nicht weiter verwundert bei der Nähe und der jahrhundertelangen Zugehörigkeit zu Coburg. Auch Hornburg finde ich ein wenig ähnlich, natürlich nicht vom Fachwerk, sondern wohl vor allem aufgrund der geschlossenen Straßenzüge und der vorherrschenden Traufseithäuser.
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    • Königsberg gehörte viele Jahrhunderte zu Thüringen. Ab der Neuregelung der Ernestinischen Linien im Jahre 1826 gehörte Königsberg bis 1918 zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha. Vielleicht hat die lange Zugehörigkeit zu Thüringen sich auch in architektonischen Einflüsssen geltend gemacht. Als die Stadt zu Bayern gelangte (1. Juli 1920), wurde übrigens aus der bisherigen Bezeichnung Königsberg in Franken nunmehr offiziell Königsberg in Bayern.

    • Die Eduard-Lingel-Straße verläuft in W-O-Richtung, westlicher Abschluss ist das Haßfurter Tor.


      Über dem Eingang des linken Hauses eine Gedenktafel an den Königsberger Schuhfabrikanten, Ehrenbürger und Wohltäter Eduard Lingel, der in diesem Haus am 17. April 1849 das Licht der Welt erblickte.

      „Im Haus „Zum Krummen Hecht“ am Fischersand 9 in der Erfurter Altstadt gründete er 1872 seinen ersten Betrieb in vier kleinen Produktionsräumen mit 5 Arbeitern.“
      Eduard Lingel - Wikipedia


      1999






      Eduard-Lingel-Str. 14 und 12

      Rückblick mit Stadtpfarrkirche und Rathaus:
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    • Stadtseite des Haßfurter Tores, früher Falltor genannt. "Erbaut um 1450, 1658 eingestürzt, 1715 wiederhergestellt", so steht es auf der Tafel am Tor.


      1999

      Feldseite

      Rückblick durch das Tor ostwärts:


      Die Einbiegung der Marienstraße in die Eduard-Lingel-Straße gehört zu den attraktivsten Ecken der Stadt, heutzutage zeitgemäß deutlich verparkter als noch vor knapp 20 Jahren.

      1999

      Das wohl bekannteste Fachwerkhaus von Königsberg, Marienstraße 36, ist das sogenannte Uhrmacherhaus.
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    • Das Uhrmacherhaus, bezeichnet 1733, stammt vom Zimmermeister Jörg Hoffmann und ist offenbar sein letztes Werk, ein Jahr vor seinem Tode. Das Rathaus von Burgkunstadt oder das ehemalige Zunfthaus der Brauer in Scheßlitz sind weitere bekannte Werke des aus Zeil am Main stammenden Meisters.

      Burgkunstadt - Jörg Hoffmann

      Scheßlitz, ebenfalls APH-Galerie


      Der Eckpfosten als gedrehte Säule ausgebildet. Die Fratze über dem Torbogen sieht ganz besonders böse aus, möge sie alle Modernisten vom Hause fernhalten und dem Haus ein ähnliches Schicksal ersparen wie dem gleichnamigen in München-Giesing...

      Halbsäulen mit Blumen zwischen den Fenstern sowie unterschiedlich gestaltete Fratzenköpfe im Bereich der Brüstungsvertäfelungen zieren das schmucke Gebäude. Beachtenswert im übrigen auch die Rokokotüre.


      1999
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