Karstadt am Hermannplatz (Rekonstruktion)

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    Jahreshauptversammlung 2019: 1. und 2. Juni in Balingen/Zollernalb. Mach mit!

    • Karstadt am Hermannplatz (Rekonstruktion)

      Karstadt Chef Herzberg plant den Wiederaufbau des Karstadt-Warenhauses am Herrmannplatz, vielleicht sogar mit der historischen Fassade.
      Link zum Interview: immobilien-zeitung.de/143247/vision-am-hermannplatz

      Im Wiki Artikel über den Herrmannplatz sieht man schön die aktuelle Situation :( und die vor 1945 :)
      de.wikipedia.org/wiki/Hermannplatz

      Es war wohl vor 1945 das größte Kaufhaus Europas. Wäre ne tolle Sache, wenn das tatsächlich wieder kommen sollte.
    • Karstadt Hermannplatz war einmal die Adresse schlechthin. Allein der Dachgarten mit Restaurant und dem Blick über Kreuzberg und Neukölln. Das hatte was. Ob die Nicht-Berliner dieses alles überhaupt nachvollziehen können? Da geht es doch nur um Flächenvermarktung. Um Effizienz der Kapitalströme. Nicht um Schönheit, Tradition oder Dingen, die mit Lebensqualität zu tun haben. Ein Wiederaufbau wäre ein starkes Signal und würde wesentlich zur Gesundung von Karstadt beitragen. Geschichte und Geschichten sind die Alleinstellungsmerkmale der Zukunft.
    • StanValckx wrote:

      Karstadt Chef Herzberg plant den Wiederaufbau des Karstadt-Warenhauses am Herrmannplatz, vielleicht sogar mit der historischen Fassade.
      Mensch, das wäre ja klasse.

      Den Karstadt am Hermi finde ich aber eh ganz gut, muss ich sagen. Die haben ne gute Lebensmittel-Abteilung. Wenn wir uns im Sommer in der Hasenheide treffen, holen wir da oft Feinkostsalate, Dipps und Feinkostsalate fürs Picknick. Mit echt Berliner Pflanzen hinter der Theke.
      "Schlage die Trommel und fürchte dich nicht"

      *gelesen bei Maria Gräfin von Maltzan, geschrieben von Heinrich Heine
    • Der SIGNA Konzern hat da was vor:

      tagesspiegel.de/berlin/oesterr…u-in-berlin/14646064.html

      Die schreiben:


      Signa wrote:

      Im Rahmen der Projektentwicklung werden Wohn- und Parkhaus rückgebaut und die Geschosshöhen des geschaffenen Neubaus harmonisch an das bestehende Warenhaus angegliedert. Das Bestandsgebäude wird, unter Erhalt der denkmalgeschützten Fassade, kernsaniert. Die Bestandsfläche wird im Rahmen der Entwicklungsphase um ca. 1/3 auf rd. 126.000 m² Bruttogeschoßfläche erhöht.

      Beziehungsweise:

      Im Rahmen der Projektentwicklung wird das Bestandsgebäude neu errichtet und um ca. 1/3 auf rd. 126.000 m² Bruttogeschoßfläche erhöht. Die Rekonstruktion des Gebäudes erfolgt in der alten Kubatur im klassischen Art déco Stil.



      Man kann daraus entnehmen, dass es in der Tat ein Projekt zur Entwicklung der Karstadtimmobilie am Hermannplatz gibt, das rekonstruierend ist. Wirtschaftlich scheint es Sinn zu machen, denn der Hermannplatz ist ein sehr dynamischer Ort und das aktuelle Bauwerk nutzt den Raum direkt am Platz nicht optimal aus.
    • Das wäre in der Tat eine geniale Sache für Berlin! Habe ich richtig gelesen, dass die Fassade des Karstadt am Hermannplatz rekonstruiert werden soll?!?!?!

      Erwartet uns in Bälde womöglich bald wieder dieser grandiose Anblick?:



      kreuzberged.de




      welt.de



      Das wäre tatsächlich der Oberhammer! Danke Signa, kann man da nur sagen, (wenn ich das hoffentlich richtig verstanden habe)!
      Weniger EU ist mehr Europa!








    • Interessant. Bitte noch in das Bild die Straßenbahn einarbeiten.

      Als Location für Music-Clubs, ein Dachrestaurant, ein Art-Deco-Museum und verschiedene Mode-Label oder Architekturbüros wären die Türme des Hauses die perfekte Adresse.

      Das zweite Bild von Exilwiener ist übrigens seitenverkehrt eingestellt worden (u.a. erkennbar am Karstadt-Schriftzug des Turms).
    • Großartig! Im Grunde dürfte hier eine Rekonstruktion auch recht einfach zu bewerkstelligen sein, es war ja eine sehr streng gegliederte, gleichmäßige imposante Fassade. Für mich einer der wenigen echten modernen Weltstadtbauten des Vorkriegsberlins. Wäre grandios, wenn das klappt.

      Besonders habe ich immer Nachtaufnahmen vom Karstadtbau bewundert:


      berlin-hermannplatz.de/karstadt/pic2x.jpg

      Quelle mit interessanten Fakten und Ansichten: berlin-hermannplatz.de/karstadt/


      Auf diesen Luftbildern werden die Dimensionen deutlich:





      Quelle und weitere interessante Stories: neukoellner.net/zeitreisen/neukoellner-zeitreisen/
    • Dieses Kaufhaus (Karstadt) war zwar groß und "amerikanisch", aber gehört eigentlich schon zur Moderne. Wirkliche Altbauromantik will bei mir da nicht so recht aufkommen.Von den Berliner Großkaufhäusern war es das modernste.

      Wirklich großartig wäre es, wenn das Kaufhaus am Alexanderplatz rekonstruiert werden würde. denn das gehörte zu den schönsten, wie ich finde:




















      Allerdings wird das für immer illusorisch bleiben, da es zu schön für die heutige Zeit und den Zeitgeist der Architekten wäre.

      Daher freue ich mich auch auf eine eventuelle Rekonstruktion des Karstadt.
    • Ich finde das Projekt des ehemaligen Karstadt Baus ja sehr interessant, weil es solche Bauten hier in Europa ja heute kaum noch gibt bzw. auch früher kaum gab. Der Bau hat ja fast etwas Futuristisches, fast comichaft. Um ehrlich zu sein war er von des Proportionen damals etwas zu groß geraten und auch optisch hat der Bau die ein oder andere Schwäche, aber hey, er wäre heute trotzdem ein absoluter Knaller.
      Ich hoffe daher, dass es um eine ernsthafte Reko geht, und nicht eine freie Interpretation, die am Ende außer losen Anlehnungen nix mehr mit dem historischen Bau zu tun hat.
      Denn die Absicht des Bauaherrn ist ja klar, er will über die Reko an viel viel mehr Fläche kommen, die Türme wären da für Lofts natürlich besonders attraktiv. Bin mal gespannt, ob er das nach geltende Recht hier dürfte oder ob er über die Reko versucht, sich so die Zustimmung beim Bezirk zu erkaufen. Wenn dem so wäre, sollte es auch äußerlich eine exakte Reko werden, denn die Fassade ist doch sehr einfach gehalten und sollte ohne Mehrkosten im Vergleich zu einer normalen Natursteinfassade zu bezahlen sein.
      Ich hoffe sehr, dass es klappt, dieser Bau wäre ein weiteres Ausrufezeichen. Triforium hat gestern sehr schön beschrieben, wie viele Zeitshcichten in Berlin präsent sind, darunter auch einige wirklich spezielle Bauten. Diese Rekonstruktion würde einen Gebäudetyp rekonstruieren, den es heute kaum wo in Europa zu sehen gibt und er würde die städtebauliche Situation im Vergleich zu heute extrem verbessern, also bitte baut das Teil :thumbsup:
      APH - am Puls der Zeit
    • Hab' in meiner Berlin-Edition einen Nachdruck eines alten Karstadtprospekts gefunden:






      daraus vergrößert:






      und der Text dazu:

      Prospekt für Karstadt in Berlin, 1935.


      An der Grenze zwischen den einstigen Berliner Stadtbezirken Kreuzberg und Neukölln am Hermannplatz 10 gelegen, war in den Jahren von 1927 bis 1929 von dem Architekten Philipp Schaefer der wohl größte Warenhausbau der Weimarer Republik errichtet worden, der sich durchaus mit Alfred Messels „Warenhaus Wertheim" am Leipziger Platz von 1896 bis 1906 vergleichen lassen durfte: Das „Warenhaus Karstadt am Hermannplatz" im Berliner Postzustellbezirk SW 29.


      Sein Schöpfer, der Architekt Philipp Schaefer (1885-1952), ist 32 Jahre lang als Chefarchitekt bei Karstadt tätig gewesen. In Berlin hat er 1930 auch das Verwaltungsgebäude der Karstadt AG an der Neuen Königstraße (später „Präsidium der Volkspolizei" an der Hans-Beimler-Straße) und 1935 das Karstadt-Hauptkontor am Fehrbelliner Platz errichtet. Sein sechsgeschossiger Stahlbetonbau am Hermannplatz wurde seitlich durch zwei markante Türme begrenzt, auf deren Dächern jeweils eine hohe Lichtsäule stand.


      Zwischen diesen Türmen lag ein 4000 Quadratmeter großes populäres Dachgartenrestaurant, dessen günstige Preise viele Menschen anzogen. Das gesamte Bauwerk war mit fränkischem Muschelkalk verkleidet. Die Fassaden in einem Stilgemisch aus Neugotik und Expressionismus konnten sich durchaus an amerikanischen Vorbildern messen lassen. Auch mit seiner technischen Ausstattung, den 21 Rolltreppen und den 20 Fahrstühlen, wirkte das Karstadt-Haus am Hermannplatz ausgesprochen modern.


      Als besonderer Clou galt seine direkte unterirdische Verbindung zum Kreuzungsbahnhof Hermannplatz der städtischen Untergrundbahn. Offenbar gingen die Berliner manchmal auch nur zu Karstadt, um den „großartigen Fernblick" zu genießen, so daß man den Zugang vorsichtig begrenzen mußte. Schmunzelnd lesen wir die Zeile: „Dieser Prospekt berechtigt zum kostenfreien Besuch unseres Dachgartens."


      Das bunte Faltblatt informierte nicht nur über die Aufteilung des Gebäudes mit seinen 60 Fachabteilungen, sondern verstand sich auch als kleiner Reiseführer für Berlin-Besucher und für Ausflügler in die Mark Brandenburg. Besonders hübsch sind die Darstellungen der zehn wichtigsten Berliner Bahnhöfe anzusehen, von denen „Schnell-Verbindungen aus allen Bezirken Groß-Berlins" zum „Karstadt-Bahnhof" am Hermannplatz bestanden. Auf dem kleinen U-Bahn-Netzplan finden wir als Zeichen der Zeit die Bahnhöfe „Adolf-Hitler-Platz" und „Horst-Wessel-Platz" eingetragen.


      Karstadt war, obwohl dieses Haus zu Kreuzberg und Neukölln gehörte wie Eckkneipe und Faßbrause, ursprünglich kein Berliner Gewächs. Die Rudolph Karstadt AG galt in der Vorkriegszeit als größtes deutsches Warenhausunternehmen. Sie war aus einem kleinen, im Jahre 1881 in Wismar gegründeten Manufakturwarengeschäft hervorgegangen, dessen Standorte sich allmählich in Norddeutschland verteilt hatten.


      1920 hatte Karstadt die Warenhäuser von Theodor Althoff in Münster, 1926 die Einzelhandelsgeschäfte der Firma M. J. Em-den Söhne in Hamburg und 1929 die Lindemann & Co. AG in Berlin übernommen. Erst 1932 wurde der Verwaltungssitz des Unternehmens von Hamburg nach Berlin verlegt. Im Jahre 1937 belief sich das Aktienkapital der Karstadt AG auf 36 Millionen Reichsmark; der Konzern beschäftigte etwa 20000 Menschen.


      Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus am Hermannplatz weitgehend zerstört. Der Wiederaufbau durch den Architekten Alfred Busse begann 1950. Weitere Aus- und Umbauten schlossen sich in den Jahren 1954 und 1976 an, leider alle im gesichts- und geschichtslosen Kaufhausstil ihrer Zeit. Nur drei Fensterachsen an der Hasenheide sind von dem beeindruckenden Originalbau erhalten geblieben und erinnern noch heute an das bedeutende Werk des Architekten Philipp Schaefer für Karstadt.





    • Auf der verlinkten Seite steht nicht nur, daß das Gebäude seine alte Kubatur erhalten soll, sondern einleitend folgender Satz:

      "Eine Projektentwicklung der besonderen Art ist die als „Karstadt Hermannplatz“ bekannte Warenhausimmobilie im Bezirk Kreuzberg/Neukölln. Das Gebäude, das von SIGNA zu einem flexiblen Multi-Use-Objekt umgebaut wird, erhält seine ursprüngliche Größe und sein Aussehen aus den 20ern des letzten Jahrhunderts zurück."

      signa.at/de/real-estate/berlin-hermannplatz/
      " Dem Wahren, Schönen, Guten "
    • Der Münchner wrote:

      as Gebäude, das von SIGNA zu einem flexiblen Multi-Use-Objekt umgebaut wird, erhält seine ursprüngliche Größe und sein Aussehen aus den 20ern des letzten Jahrhunderts zurück."
      Das habe ich schon auch gelesen. Aber wir alle kennen ja den "Marketing-Sprech". Denke nicht, dass der Text von einem Experten kommt - eher eben aus der Marketungabteilung . . . aber seien wir mal optimistisch. Wenn es so kommt. - und nicht nur die Kubatur - wäre es eine Sensation.
      "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"