Berlin - Karstadt am Hermannplatz

  • Wir sollten dem Veränderungsdruck widerstehen und diese Reko unbedingt verhindern. Es ist zu befürchten, dass im direkten Umfeld der Charakter des Kiezes verloren geht. Es werden viele Shishabars und Wettbüros verschwinden. Die entstuckten Gründerzeitler im Umfeld werden vielleicht renoviert und das ganze Viertel aufgewertet werden. Alles das sollten wir verhindern. Ironie aus.


    Hier noch ein anderer schöner Megabau - das Ullsteinhaus in Berlin-Tempelhof https://de.wikipedia.org/wiki/…lsteinhaus_march_2015.jpg

    MODERNExit: Mehr Altstadt wagen!

  • Und wenn's doch nichts wird am Hermannplatz, hat man in der Tegeler Gorkistraße zumindest ein kleines Karstadt als Reminiszenz errichtet. :zwinkern:



    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • „Nachdem die Pläne für Abriss und Wiederaufbau samt Rekon­struktion der ehemaligen Art-déco-Fassaden durch das Architekturbüro von David Chipperfield endgültig gescheitert sind, verspricht die Signa-Gruppe nun eine „Neugestaltung ohne Abriss“ sowie eine „Neuinterpretation der identitätsstiftenden Architektur des historischen Gebäudes“.“ (aus dem FAZ-Artikel)


    Bitter. Dann kann man sich wohl endgültig davon verabschieden.

  • Bitte, was?! :schockiert: Das war mir jetzt aber neu, dass eine Reko vom Tisch ist und Chipperfield auch? Wann ist das denn passiert?

  • Naja, das war doch schon bekannt, oder? Der Altbau wird nicht abgerissen sondern mittels Holzkonstruktion aufgestockt und die Fassade wird nicht mit Muschelkalk- bzw. ähnlich farbigen Betonplatten rekonstruiert, sondern erhält eine Backsteinfassade in Anlehnung an das Vorkriegskaufhaus.

  • campus solis Das war mir schon klar, aber in der FAZ steht, dass eine Rekonstruktion der Fassaden gescheitert sei (und es wird im gleichen Satz angedeutet dass Chipperfield nicht mehr an Bord sei). Beides stimmt demnach ja nicht, nur die Materialien und die Integration des jetzigen Baus weichen vom ursprünglichen Plan ab. Sorry für die Falschmeldung.

  • Quote

    Kahlfeldts Lob für die umstrittenen Pläne der vom österreichischen Milliardär René Benko gegründeten Signa Group für die Umgestaltung und teilweise Umnutzung des Karstadt-Areals am Hermannplatz lässt eine Investorennähe ahnen. »In vorbildlicher Weise hat der Bauherr entschieden, dass der Rohbau aus den 70er Jahren erhalten bleibt«, sagt Kahlfeldt. Das seien »wirklich zukunftsweisende, integrierte Planungen im zukunftsfähig Machen und sich tatsächlich ökologisch und nachhaltig zu verhalten«.

    In einem Punkt dürfte Petra Kahlfeldt zumindest in der Grundaussage auch mit den progressiven Kräften in der Stadt Einigkeit erzielen. »Wenn es ein wichtiges Thema für Berlin gibt, dann ist das die Frage der Klimaneutralität, und das Bauen hat einen wesentlichen Beitrag dazu zu leisten.« Die Frage nach einem Abriss von Bestandsbauten stelle sich da »fast gar nicht mehr«.

    Bauen ohne abzureißen

    Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt hält die Signa-Baupläne für Karstadt am Hermannplatz für vorbildlich

    https://www.nd-aktuell.de/arti…uen-ohne-abzureissen.html

  • "Wenn man keine Zeitung liest, ist man uninformiert. Wenn man Zeitung liest, ist man desinformiert." (Mark Twain) :biggrin:

    "Oder desillusioniert" (sagte soeben meine Frau)

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Echt ein absoluter WItz, dass diese Linksgrünen Öko-Clowns immer wieder ihren Willen durchgesetzt bekommen. Insgeheim hätte ich mir gewünscht, dass Signa an einem gewissen Punkt das ganze Vorhaben abgeblasen und den hässlichen Klotz weiter stehen gelassen hätte. Sollen sie doch ernten, was sie säen. Es ist einzig und allein Geldern und Initiativen von außerhalb zu verdanken, dass diese Stadt überhaupt noch als sehenswerte Weltstadt gilt.

  • Echt ein absoluter WItz, dass diese Linksgrünen Öko-Clowns immer wieder ihren Willen durchgesetzt bekommen. Insgeheim hätte ich mir gewünscht, dass Signa an einem gewissen Punkt das ganze Vorhaben abgeblasen und den hässlichen Klotz weiter stehen gelassen hätte. Sollen sie doch ernten, was sie säen. Es ist einzig und allein Geldern und Initiativen von außerhalb zu verdanken, dass diese Stadt überhaupt noch als sehenswerte Weltstadt gilt.

    Aus dem von Leviathan geposteten Zeitungsartikel geht doch hervor, dass die "linksgrünen Öko-Clowns" eben nicht ihren Willen durchgesetzt haben. Oder habe ich hier etwas grundsätzlich falsch verstanden? Wenn ja, bitte korrigiere mich, Urwestfale.

  • "Katalin Gennburg von den Linken beschreibt die Bereitstellung für Wohnraum und Gemeinwohl als strategisches Mittel großer Investoren, um Baupläne bewilligt zu bekommen."


    Klar, die Stadt kriegt es ja selbst auch nicht hin, für Wohnraum und Gemeinwohl zu sorgen. Und wenn es nach solchen Fantasten geht, soll schließlich gar nichts gebaut und die Stadt eingefroren werden.
    Dass dies nur eben alles noch teurer und die Stadt kein bisschen besser macht, haben die Linken im Stadtentwicklungs- und Wohnungssenat ja nun lange genug bewiesen, ebenso wie der grüne Baustadtrat in Fhain-Kreuzberg. Deren Politik der Verhinderung und des Einfrierens von Entwicklung bewirkt, dass immer mehr Druck auf den Kessel kommt. Man erkennt sowas auch gut an der Entwicklung Londons, New Yorks oder Stockholms. Auf kurze Phasen sozialistischer Verhinderungstaktiken folgten massive, wirklich massive Aufwertungen. Das ist wie ein Katalysator, weil sich Entwicklungspotenzial aufstaut.


    Neukölln wandelt sich sowieso und hat Aufwertungen auch dringend nötig. Wer mit offenen Augen durch die Viertel dort läuft sieht das. Karstadt am Hermannplatz ist da im Grunde schnuppe, es ist nur ein kleiner Mosaikstein.

  • Die Anwohner des Hermannplatzes haben also 6000 Unterschriften gesammelt, um den Aufbau des Karstadt zu verhindern. Man muss eben nur das richtige Stichwort nennen (Mieterhöhung) und die Leute unterschreiben alles. Daß aber der Platz und die Umgebung mit dem Bau aufgewertet werden und an Qualität gewinnen, interessiert nicht.


    Signa hat doch schon eine gute Nutzungsmischung im Angebot, über die man sich auch informieren kann:


    https://nichtohneeuch.berlin/


    Aber die üblichen Nörgler haben sich bestimmt nicht mal die Mühe gemacht, herauszufinden was da genau geplant ist.

    Ich bin erst beruhigt, wenn die Bauarbeiten zur Aufstockung sichtbar losgehen. Ansonsten rechne ich noch immer mit einer Verhinderung.


    Übrigens hat man den "Wald" auf der Dachterrasse auf der Visualisierung etwas entschärft. Damit dürfte es wohl etwas realistischer sein.


    Alte Visu:


    https://www.tagesspiegel.de/im…26152662/1-format1012.jpg


    Neue Visu:


    https://entwicklungsstadt.de/w…WS-SIGNA-HERMANNPLATZ.jpg

  • NIMBYs eben. Gibt's in jeder Stadt.

    Die Sorge vor "Gentrifizierung" ist ja durchaus verständlich. Diese findet im Altbau-geprägten, kiezigen Neukölln aber ohnehin zuletzt in hoher Geschwindigkeit statt. Das ist einfach das Ergebnis, wenn eine Stadt es nicht schafft, ausreichend neues Angebot zu machen, attraktive neue Viertel zu entwickeln. Blockrandquartiere und neue Kieze zu schaffen. Stattdessen werden Chancen fahrlässig verspielt, siehe Europaviertel, Quartier Heidestraße, Mediaspree, die Leere rund um Tempelhof, das Container-Dorf Tegel und so viele mehr...


    Rund um den Hermannplatz braucht es einfach eine würdigere, metropolischere Gestaltung. Aktuell ist die Ecke einfach eher in der Kategorie Trauerspiel bis Lachnummer anzusiedeln. (siehe Google Streetview)

    Die Partikularinteressen von Anwohnern stehen da den Interessen des gesamten Bezirkes als Ortszentrum und Teilen des angrenzenden Kreuzbergs hintenan. Im direkten Einzugsbereich sind schließlich über eine halbe Million Menschen, die diesen Ort wiederkehrend frequentieren. Zudem ist hier einer der größten und meistfrequentierten U-Bahnhöfe zu finden.