Berlin - Karstadt am Hermannplatz (Rekonstruktion)

  • Es gibt noch ein anderes Detail, das mich grübeln lässt. Nach einer Darstellung liegt neben dem Gleis unterm Hermannplatz noch ein Doppelgleis zum Parken unterhalb der Strasse am Karstadt. Außerdem ist ein Zugang zu den Gleisen von Süden heute nicht mehr in Betrieb. Mich würde die Bausituation der Ubahnstation unter dem Hermannplatz interessieren. Sicherlich wäre es sehr sinnvoll für die öffentliche Sicherheit einen Fussgängertunnel unter der Sonnenallee bis zur Weserstrasse zu bauen.


    Der Klunkerkranich zeigt ja klar das Potenzial für Dacheventorte in Berlin-Neukölln. Zum Verhängnis wurde dem Karstadt seine gute Erkennbarkeit als Orientierungspunkt für die russische Artillerie. Einfach mal den Klunkerkranich besuchen um zu sehen, was eine Dachterrasse leisten kann, in dem Fall das umgenutzte Parkdeck eines minderausgelasteten Parkhauses.


    Die äußere Fassade ist ja nicht so wichtig, es geht Investoren vor allem um die bessere Ausnutzung der Kubatur und das wäre natürlich ideal aber auch "billig". Die beiden Türme sind in den Spitzen nur Attrappe. Gleichzeitig bleibt zu hoffen, dass die Verkehrssituation für Fussgänger am Herrmannplatz verbessert wird.

  • Es gibt noch ein anderes Detail, das mich grübeln lässt. Nach einer Darstellung liegt neben dem Gleis unterm Hermannplatz noch ein Doppelgleis zum Parken unterhalb der Strasse am Karstadt.


    Gleisplan 1930:
    http://berliner-u-bahn.info/images/gleisplan_hp_1930.jpg



    Gleisplan heute (nicht genordet)
    http://berliner-u-bahn.info/images/bilder/tunsk_hp.jpg



    Der Raum der beiden Abstellgleise wurde im Krieg als Luftschutzkeller genutzt, nach dem Krieg wurden die Bunkeranlagen entfernt, der Tunnelstumpf existiert als leerer ungenutzter Raum wohl noch heute.


    Quelle: http://berliner-u-bahn.info/tun.php


    http://berlin-hermannplatz.de/u-bahn/index.htm

    "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski

  • Wenn das Bauwerk wiederkommt, einfach nur herrlich.
    Mitte 2016 habe ich mich an eine Projektermittlergruppe gewandt die Mall-Konzepte erarbeitet und gleichzeitig das Karstadtgebäude aus den 1920ern angesprochen. Mit Hinweis auf die damals bereits überdimensionierte und nie richtig genutzte Fläche für den Warenverkauf schlug ich ein Mischkonzept mit Hotel, Luxusappartments und Luxuswarenetage, sowie die Nutzung als Kaufhaus wie bisher vor.
    Jetzt finde ich ein ähnliches Konzept in der nunmehr federführenden Projektgruppe des Besitzers dieser Immobilie. Freut mich, dass ich mir nicht ganz so abwegig Gedanken gemacht habe.
    Wichtig ist, dass es abgesehen von kleineren Korrekturen auch wirklich so gebaut wird.
    Der Rest des alten Gebäudes an der Hasenheide läßt darauf hoffen.

    Ich bin sicher kein Verfechter der "Traditionelle um jeden Preis", aber ich bin gegen die "Trostlosigkeit und Langeweile im zeitgenössischen Bauen". dto.

  • der Tunnelstumpf existiert als leerer ungenutzter Raum wohl noch heute.

    Wenn das so ist, könnte man die karstadtseitige Strasse nicht teilweise unter die Erde legen am besten gleich vom Kottbusser Damm aus? Der Grund dafür ist, dass die Verkehrssituation am Ort nicht optimal ist und der Herrmannplatz eine ziemlich gefährliche Verkehrsinsel. Es wäre auch prima, wenn es einen Fussgängertunnel zur Weserstrasse gäbe.


    Anderer Punkt: Ist bei all der #meetoo Hysterie eigentlich schon wem das "Kunstwerk" auf dem Putzbunker auf dem Hermannplatz aufgefallen?

  • Hatten wir hier eigentlich schonmal die Information, dass das Berliner Karstadt-Haus am Herrmannplatz einen kleinen Bruder hatte?


    Das Karstadt-Haus in Hamburg-Barmbek, ein Jahr früher (1928) vom selben Architekten Philipp Schäfer erbaut und erinnert ebenso an die amerikanischen Wolkenkratzer der damaligen Zeit. Leider wurde das Gebäude ebenfalls im 2. WK wie alles in Barmbek zerstört.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Es gibt die ersten Bilder des neuen Karstadt am Hermannplatz - meiner Meinung nach wurde einen wunderbare Chance vertan. Zwar kommen die beiden markanten Türme mehr oder weniger wieder zurück, aber die Fassade macht nicht wirklich etwas her. Die alte Karstadt Fassade mit seinen Türmen war ein Hinkucker. Das neue Karstadt wird uns nicht vom Hocker reissen. Gerade von einem Investor al la Sigma hätte ich mehr wirklich bei Weitem mehr erwartet (aber vielleicht wurde es auch nur "gelüschert" und man hat den Bauherrn nichts tolles machen lassen - kennen wir ja leider):


    https://www.berliner-woche.de/…7387#image-navigation-top

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Na zum Glück sind es Bilder vom neuen Karstadt in Tegel - für den Hermannplatz wäre es wirklich etwas zu kleinstädtisch.

  • Vielen Dank für die Aufklärung! Dann bleibt also hoffentlch noch Hoffnung für den Hermannplatz?

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ich habe auf der Expo Real mit einem Projektentwickler von der Signa (Eigentümer Karstadt) gesprochen!


    Die alte Kaufhausfassade plus der beiden Türme soll 1:1 wieder rekonstruiert werden! Von der Nutzung wird nur ein (großer) Teil wieder Kaufhaus werden. Rest wird andere (gewerbliche) Nutzung bekommen. Genialst, ich freue mich schon auf diese Hammerrekonstruktion, die von enormer Größe sein wird!



    Quelle: monath-menzel.de (Geniales Modell, dass ich im Netz hierzu fand!)

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

    Edited once, last by Exilwiener ().

  • Das ist ja mega. Was für eine spektakuläre Rekonstruktion. Das wird den ganzen Platz fundamental verändern und sicherlich ein absoluter Hingucker werden.


    Dass es eine 1 zu 1 Außenreko wird war nicht zu erwarten. Ich liebe diesen New York Style der 20-er und 30-er Jahre. Wieder etwas was wir so in Deutschland noch nicht haben. Dafür liebe ich Berlin :thumbsup:


  • Dass es eine 1 zu 1 Außenreko wird war nicht zu erwarten. Ich liebe diesen New York Style der 20-er und 30-er Jahre. Wieder etwas was wir so in Deutschland noch nicht haben. Dafür liebe ich Berlin :thumbsup:

    Ja, ich habe es so verstanden und explizit noch einmal nachgefragt, ob wirklich auch die Türme und die Fassade rekonstruiert werden sollen.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Wow, das wäre ja tatsächlich der absolute Wahnsinn! Wer den Hermannplatz heute kennt, sowohl bei Tag als auch bei Nacht, der weiß, wie wenig ansprechend Platz und Bebauung heute sind. Die Rekonstruktion würde tatsächlich wieder ein wenig des Berliner Charmes der 20er Jahre zurückholen und sowohl Tag als auch Nacht ein absoluter Blickfang werden. Sehr sehr stark. Hoffentlich wird das Projekt zügig angegangen und umgesetzt, bevor man auf andere Ideen kommt. ;)

  • Und man weiß jetzt schon, dass der Bau dann für den ein oder anderen Film herhalten müsste :thumbsup: bei Babylon Berlin hätte man sich sicher über diesen Bau gefreut.


    Er wird auf jeden Fall sehr sehr viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen und bestimmt auch Touristen in diesen Teil Berlins locken. Aber ich denke das ist ja auch beabsichtigt :thumbsup:


    Es wird ein win-win-win für alle. Den Eigentümer, die Stadt, Fans der Architektur der Goldenen Zwanziger, für die Medien und das Image. Freuen wir uns drauf.

  • Hier mal die öffentliche Verlautbarung der Signa-Gruppe:

    Quote from Signa

    Eine Projektentwicklung der besonderen Art ist die als „Karstadt Hermannplatz“ bekannte Warenhausimmobilie im Bezirk Kreuzberg/Neukölln. Das Gebäude, das von SIGNA zu einem flexiblen Multi-Use-Objekt umgebaut wird, erhält seine ursprüngliche Größe und sein Aussehen aus den 20ern des letzten Jahrhunderts zurück. Der heutige Mieter Karstadt bleibt zentraler Bestandteil der Immobilie.


    Zur Zeit seiner Errichtung im Jahr 1929 war das Warenhaus mit 72.000 m² und sieben Geschossen das größte Kaufhaus auf dem europäischen Kontinent. Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Teile des Gebäudes zerstört und ab 1950 – wenn auch nicht vollständig – sukzessive wiederaufgebaut.


    Im Rahmen der Projektentwicklung wird das Bestandsgebäude neu errichtet und um ca. 1/3 auf rd. 126.000 m² Bruttogeschoßfläche erhöht. Die Rekonstruktion des Gebäudes erfolgt in der alten Kubatur im klassischen Art déco Stil.

    https://www.signa.at/de/real-estate/berlin-hermannplatz/


    Diese Aussagen bestätigen die Informationen von Exilwiener und lassen auf eine Wiedergeburt dieses Baus hoffen. :D:D

  • Ich freue mich sehr, dass ich das noch erleben darf! Große Teile vom Schloss, Karstadt am Hermannplatz - alles wieder da - wow, nur schade, dass man am Potsdamer Platz so schnell war und die Chance für das "Haus Vaterland" verspielt wurde.

  • Fantastische Nachricht! :) Schade nur, dass das Haus so weit ab vom Schuss liegt, und in einer ziemlich verrufenen Gegend. Viele Berlinbesucher werden es eher nicht zu Gesicht bekommen.


    Wäre schon toll, wenn das Haus anstelle des heutigen KaDeWe an der Tauentzien stünde...