Hagenau/Haguenau (F) (Galerie)

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    • Hagenau/Haguenau (F) (Galerie)

      Der Ort Hagenau wurde von Friedrich dem Einäugigen, Herzog von Schwaben, gewählt, um gegen 1130 eine Wehranlage zu errichten. Sein Sohn, Kaiser Friedrich Barbarossa, baute anschließend, nach 1170, eine der schönsten Residenzen/Kaiserpfalzen der Zeit, auf einer Insel gelegen, von dem Flüsschen Moder umgeben. Die kleine Siedlung um die Kaiserpfalz diente als notwendige Infrastruktur. Sie wurde 1164 zur Stadt erhoben. Heinrich VII. befestigte sie, wie auch die Vorstadt Königsau, um 1230. Die häufigen Aufenthalte Barbarossas, Heinrich VII. und Friedrichs II. sind belegt. Anfangs des 14. Jh. umgab sich die Stadt mit einer zweiten Mauer und hatte damals 6.000 Einwohner. Nach dem Beitritt zur Dekapolis (dem Schutz- u. Trutzbündnis der 10 elsässischen Freien Reichsstädte) teilte die Stadt das Schicksal der umliegenden Gebiete. Invasion der Armagnacken aus Innerfrankreich, Vorbeizug der burgundischen Truppen. Im 30-jährigen Krieg wurde die Stadt vom Grafen von Mansfeld gebrandschatzt, 1632 von den Schweden besetzt. Mit dem Vertrag von Münster 1648 setzte der Niedergang ein. 1673 mussten die Befestigungswerke durch die Hagenauer geschleift werden. 1677 mussten die Bürger von Hagenau schweren Herzens auf Befehl des Sonnenkönigs Louis XIV. die geliebte und in aller Welt bewunderte, prächtige Kaiserpfalz abreißen. Vielleicht konnte Ludwig XIV nicht ertragen, dass der Glanz eines anderen (Kaiser Friedrich Barbarossa) auch nach Jahrhunderten noch größer war, als der eigene. Die Steine der einstigen Kaiserpfalz dienten als Baumaterial zum Bau des 25 km entfernt am Rhein gelegenen Forts Louis. 1678 schließlich brannten die Franzosen zu allem Überfluss die Stadt Hagenau nieder. Nur die 2 Kirchen St. Georg und St. Nikolaus überstanden den Brand.
      Schließlich wurde die Stadt Hagenau 1944-45 durch amerikanische Bombardierungen stark in Mitleidenschaft gezogen. Man verzeihe mir bitte die lange Vorrede, doch war es mir wichtig, die einstige Bedeutung und das Schicksal von Hagenau aufzuzeigen. Es ist jedenfalls dadurch erklärlich, dass es in Hagenau aus der Zeit vor dem Brand von 1678, mit Ausnahme der genannten Kirchen, kaum noch Gebäude gibt.


      Das Rathaus ist durch Restaurierung im Historismus geprägt. Heute befindet sich im Gebäude ein elsässisches Museum:


      Die Fassadenmalerei verweist durch den Adler auf die ehemalige Freie Reichsstadt. Das Stadtwappen von Hagenau zeigt die Heckenrose:



      Die Stadtkirche St. Georg:








      Das sehr filigrane Sakramentshäuschen im Chor von St. Georg:









      Blick durchs Mittelschiff. Die Joche des Mittelschiffs bzw. der Hochschiffswände sind noch romanisch. Das Gewölbe allerdings aus der Spätgotik:





      Der Aufgang zur Kanzel zeigt St. Georg auf dem Pferd, den Patron der Ritter:



      Seitenaltar aus St. Georg:









      Bürgerhäuser aus dem 18. Jh.:






















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