Populismus-Vorwurf in der Architektur

  • Ihr könnt euch rechts drehen und wenden, wie ihr wollt, aber nichts in diesem Interview entkräftet den Verdacht, dass Kollhoff ein eindeutig antisemitisch konnotiertes Zitat eines pathologischen Judenhassers im Faschismus im Platz mindestens toleriert, wenn nicht gar befördert hat.

    E. Pound ist die Kategorie wie Bobby Fisher. Das was er dementsprechend geäußert hat, war wirres Zeug, er ist ncht umsonst in der Klapse gelandet statt in den USA hingerichtet zu werden. Pound und Fisher sind geniale Künstler


    Das Zitat ist nun:


    „Bei Usura hat keiner ein Haus von gutem Werkstein / die Quadern wohlbehauen, fugenrecht, / dass die Stirnfläche sich zum Muster gliedert.“


    ein eindeutig antisemitisch konnotiertes Zitat? Nein.


    eines pathologischen Judenhassers? Ja, mit Betonung auf pathologisch.


    Zusatz: Es ist zwar zutreffend, dass das Wort Usura lateinisch oft Zinsen bedeutet. Oder mit Wucher übertragen werden kann. Was bei manchen Personen dann strukturell antisemitische Konnotationen wecket. Aer auf Italienisch bedeutet Usura auch einfach Abnutzung und Verschleiß. Es wird auffallen, dass nur die letztere Bedeutung Sinn macht im Kontext. Vergleiche auch im Französisch "usure rapide", die Verschleißanfälligkeit. Und der "Guerre d'usure" ist nicht der Krieg des Wuchers sondern der Zermürbungskrieg.https://dict.leo.org/französisch-deutsch/guerre

    Edited once, last by Agon ().

  • Sein O-Ton wirkt aber schwer alttestamentarisch.

    Vielleicht ist er von Yeats, dessen Privatsekretät er sieben Jahre lang war, beeinflusst. Yeats wiederum sah sich in der Tradition irischer Barden.


  • Nochmal ein zwischenruf zum Pfalzquartier von Oliver Junk




    Ich möchte kurz darauf eingehen und letzten Endes meine Ethik als Moderator erklären, warum ich nicht gegen die Aussage "nationalkonservativ" vorgegangen bin.



    Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes ein Kind der CSU und habe die CSU mit der Muttermilch in den 80er aufgesogen. In den frühen Neunzigern schickten unsere Eltern uns Kinder jedes Jahr auf die Seminare der Hans-Seidel-Stiftung im wunderschönen Kloster Banz. Die Referenten stammten noch aus Franz-Joseph-Strauß-Ära und viele sind wahrscheinlich schon tot. Das Wichtigste was ich dort lernte, war die Meinungsfreiheit, war immer die Meinungsfreiheit zu verteidigen. Auch eine Jugendliche von den Bündnis90/den Grünen nahm daran teil und man empfand es als richtig und gut. Auf Debattierschulungen bekamen wir z.B. die Aufgabe gestellt, eine Meinung zu vertreten , die sehr weit weg von der Eigenen war und trotzdem musste man sie verteidigen. Obwohl ich später keinen konservativen Weg eingeschlagen habe, bin ich dankbar, dass ich diese Zeit erleben durfte und zehre bis heute davon.


    Deshalb verstehe ich nicht, dass man nach solchen Mittel greift, wie den Fall Lübcke zu erwähnen, um uns zu diskreditieren.


    Mit dem Aufruf haben wir nichts zu tun, um Gottes Willen! Wo fand er statt? Ich weiß es nicht. Wir wissen das nicht.


    Nochmals: Stadtbild Deutschland stellt dieses Forum zur Diskussion zur Verfügung. Die Meinungen der User, vertreten nicht die Ansicht des Vereins! Bitte bringt da nichts durcheinander!

  • Ein weiterer Artikel in der unendlichen Geschichte der Causa Trüby...


    Dieses Mal bieten die Badischen Neuesten Nachrichten in Vorankündigung der trinationalen Architekturtage am Oberrhein am 1. Oktober 2019 um 18:30Uhr in der Schalterhalle der Volksbank Bühl dem zweifelhaften, umstrittenen und kryptischen Professor der Stuttgarter Universität ein Podium und just bricht auf der Facebookseite von Stadtbild Deutschland um dessen Aussagen, Deutung sowie den Umgang damit Streit aus.
    Und so man die unteren Abschnitte dieses Artikels liest, bekommt man auch den Eindruck, dass es Trüby genau darum geht: Er sagt, er möchte bewusst polarisieren und dass eine kontroverse, von "guten Argumenten" getragene Architekturdebatte in Deutschland seit langem fehle. "Diese Kultur des öffentlichen Diskurses wünscht sich Trüby auch in der Bundesrepublik. Nicht zuletzt deshalb ist sein Vortrag in Bühl nicht nur für Architekturfans, sondern für jeden politisch interessierten Menschen Pflicht."


    Quelle: https://bnn.de/lokales/buehl/s…JatjHT4PPCxS9DqIYLVdjk3y4


    Mit den guten Argumenten ist das so eine Sache. Bei Trüby finde ich sie nicht...

  • "Architekturtheoretiker"...kein Mann der Praxis also und diese hat bereits mehrmals bewiesen, dass er mit seinen Thesen leider irrt. Sicherlich, schwer für Herrn Trüby einzugestehen, aber für mich sinnlos, was er da dauernd krampfhaft versucht zu theoretisieren. Sein nächstes Waterloo wird er wohl in Offenbach erfahren. Aber bei Ideologen und Gläubigen (jeglicher "Religion" wie auch FfF a la Greta et cetera) helfen eben keine Argumente.


    In diesem Sinne: Die meisten Theorien sterben in der Praxis ;-)

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

    Edited 2 times, last by Exilwiener ().

  • Trüby hat auf jeden Fall die Debatte vergiftet. Wer die Altstadt schön findet, muss sich mittlerweile im Internet bepöbeln lassen oder unsinnige Aufkleber im Frankfurter Stadtbild mit dem Slogan FCK ALTSTD (von der Optik her gibt es diese Aufkleber auch als FCK AFD) ertragen.
    Trüby hätte seinen Fokus lieber auf die Protagonisten der Nachkriegsmoderne legen sollen, die teilweise schon im 3. Reich an den Schalthebeln saßen und nach dem Krieg die Stadt brutalmodern umformten.

  • Diese Aufkleber sind der geistige Tiefpunkt einer linksradikalen Szene, die zu keiner ausformulierten Argumentation fähig ist. In Zeiten der hashtags scheint diese Kompetenz wohl auch nicht mehr erforderlich zu sein. Was kommt als nächstes? Farbbeutelattacke auf die Goldene Waage?

    In dubio pro reko

  • Beschwöre es mal nicht. Aber diesen kriminellen Elementen ist alles zuzutrauen. Sie sind ständig auf der Suche nach irgendwelchen "Feindobjekten", um sich an diesen abreagieren zu können. Und diese aufzuwiegeln ist doch stets das Geschäft der geistigen Brandstifter, die sich danach die Hände in Unschuld waschen.


    Allerdings ist die Goldene Waage ihnen vermutlich dann doch nicht bedeutsam genug. Aktuell sind sie mit Attacken auf Autohäuser und mit Aktionen gegen die IAA beschäftigt.


    Natürlich ging es T. fast einzig und allein darum, die Debatte zu vergiften. Betonung auf "fast", denn es gibt ja ein klar selbstvermarktungstechnisches Element. Ein unbedeutender "Architekturtheoretiker", der es ohne nenneswertes wissenschaftliches Werk auf den Einfluss nehmenden Professoren-Posten geschafft hat, hat nach einem Thema zur Selbstprofilierung gesucht. Es wurde darin gefunden, sich an bestehende "Antifa"/"Anti Rechts"-Diskurse anzuhängen, diesmal garniert mit etwas Kunstszene-Schnickschnack.


    Und, simsalabim, plötzlich wird er gefragter Interviewpartner bei der gleichgesinnten Presse, Häuser wie der Mousonturm öffnen ihre Pforten für seine Vorträge, die vorher keine Sau interessiert hätten, er wird im Fernsehen befragt, neue Schriften können mit dem Zeugs gefüllt werden. Da haben sich Narzissmus und Polit-Strategie geschickt miteinander verbunden.

  • Problematisch finde ich aktuell die politische Ansage in den Kommentarspalten von Stadtbild Deutschland auf Facebook zu obigem Artikel der BNN über den Stuttgarter Professor. Dort wird abgesehen von der unerwünscht politischen Vereinnahmung undifferenziert der „Kampf gegen Rechts begrüßt“!?

  • Dazu ein Zitat von einem aktuellen Text von Matthias Matussek:


    „Tatsächlich sei den Deutschen eine neue Strategie zur Verdrängung des Nazi-Terrors eingefallen: Sie verharmlosen (bagatellisieren) ihn bis ins Unerträgliche. (Anm.: Damit ist der gedankenlose, inflationäre Gebrauch des „Nazi“-Begriffs und der immer hysterischere „Kampf gegen Rechts“ gemeint)
    ...
    Die Nazigefahr, sie spült ständig aus dem vergifteten Grundwasser in die Köpfe dieses Volkes hoch, eine intellektuelle und mentalitätsgeschichtliche Ökokatastrophe immensen Ausmaßes.“

    In dubio pro reko

  • linksradikalen Szene

    Aber diesen kriminellen Elementen ist alles zuzutrauen.

    Die Nazigefahr, sie spült ständig aus dem vergifteten Grundwasser in die Köpfe dieses Volkes hoch, eine intellektuelle und mentalitätsgeschichtliche Ökokatastrophe immensen Ausmaßes.

    Hat ja tatsächlich einige Wochen gebraucht, bis man das Thema wieder politisch weit nach rechts entgleiten ließ. Was hat das genau mit Architektur zu tun? Einige bekommen es einfach nicht aus ihren Köpfen...

    Kunsthistoriker, Webdesigner und Blogger

    Hat die Website für Stadtbild Deutschland erstellt und war eine Zeit lang als Webmaster für Forum und Website verantwortlich.

  • Was hat das genau mit Architektur zu tun? Einige bekommen es einfach nicht aus ihren Köpfen...

    Da musst Du bitte den "Architekturtheoretiker" Trüby fragen, der anscheinend keine anderen Probleme hat...

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ich möchte tegula bitten, Stellung zu nehmen zum politischen Hintergrund der Aufkleber mit "FCK ALTSTD". Werden die vielleicht von den "Identitären" verbreitet? Bellt unser technischer Administrator vielleicht schon wieder den falschen Baum an, wenn er Vorwürfe an uns Diskutanten richtet statt an die Urheber solch dämlicher Parolen?

    In dubio pro reko

  • Was hat das genau mit Architektur zu tun?

    Das möchte ich beantworten.


    "Königsbau" hatte folgende Frage gestellt:

    Quote from Königsbau

    Was kommt als nächstes? Farbbeutelattacke auf die Goldene Waage?

    Dazu hatte ich die Antwort gegeben, dass das bestimmten kriminellen Elementen zuzutrauen ist, denn sie suchen nach Objekten, um sich abreagieren zu können. Vor wenigen Tagen traf es zum Beispiel das Autohaus von Aston Martin in Kronberg, nicht weit von Frankfurt entfernt. Da ging es indes nicht um das Haus als Architekturobjekt, sondern um die Autos als Symbol für Klimawandel und Kapitalisten-Luxus.


    Allerdings, so habe ich eingeschränkt, vermute ich, dass diesen Leuten das Thema Altstadt doch etwas zu irrelevant ist. Derzeit sind andere Themen weit lohnenswerter, z.B. die IAA. Insofern habe ich die Aussage hinsichtlich der Goldenen Waage relativiert.


    Doch, unterschätzen oder für harmlos halten sollte man dieses Milieu nie. Man dürfte rasch eines besseren belehrt werden.


    Also: Die Goldene Waage ist Architektur. Der Aufkleber "Fck Altstdt" bezieht sich auf Architektur. Allerdings, wenn im Zuge der derzeit laufenden Kampagne mal wirklich etwas passieren sollte, höre ich mir gerne an, dass das gar nichts mit Architektur und schon gar nichts mit Politik zu tun hat.

  • Wenn ich in dem von Heimdall verlinkten Text schon lese, bei der Altstadt handele es sich um einen „ideologisch umkämpften Ort“, dann kann ich nur feststellen, dass diese Kampfansage einseitig von der linken Kulturszene ausgeht. Die Altstadtbefürworter, ganz gleich aus welcher politischen Ecke, wollen keinen Kampf, deren Anliegen sind geradezu pazifistisch. Warum drängt man ihnen also einen Konflikt auf, den sie gar nicht wollen? Die neue Altstadt wurde nicht geschaffen um politisch instrumentalisiert zu werden, daran sollten sich alle halten.

    In dubio pro reko

  • Erlebe ich im Alltag aber auch oft, bin eine sehr geduldige und nette Person, dort begegne ich aber auch oft Leuten die aufgehört haben mit dem Herzen zu handeln und nur noch wie Maschinen handeln. Es setzt bei denen der Tunnel Blick ein.


    Die Beschäftigung mit Geschichte ist ein sehr gutes Beispiel. Wer das ausgewogen und mit Sachverstand macht schaut sich dann erst mal die Fakten an und setzt daraus wünsche, Ideen und Interessen um, für die Zukunft im Bezug auf Architektur. Ich zb. Sehe im Kaisereich auch nicht nur gute dinge. Es gab Verfolgung anders denkender, Ausbeutung und als eher exotisches psp. Menschen schauen. Was ich für den Gipfel der Erbärmlichkeit halte. Es gab allerdings auch technischen Fortschritt , immer mehr Menschen kamen zu einem besseren leben und Architektur und Kultur Florierten wie nie zuvor und leider auch nie wieder danach. Für Ideologen gibt es halt immer nur eine Seite vom Keks sie sehen nur die Schlechten dinge und das gute wird als teil von dem schlechten verteufelt. Den kein Mensch kann mir ernsthaft sagen das, die Goldene Waage für ihn ein Nazi bau ist oder so ein Quark, jedoch gibt es auch gute Argumente der Gegner die sachlich sind zb. das Die Altstadt gerechnet auf die Fläche sehr teuer ist und das normal sterbliche sich dort keine Wohnung kaufen können.


    Für mich selbst ist es schwer mit Ideologen zu reden und zu Diskutieren, ich kann Ignoranz einfach nicht nachvollziehen.

  • So ein Schwachsinn Anhängern des Schönen Bauens Rechtes Gedankengut unterschieben zu wollen , das :gehtsnoch: Offenbart wie Krank dieser Staat ist , ansonsten keine Probleme in Links-Grünland vorhanden !?

  • So ein Schwachsinn Anhängern des Schönen Bauens Rechtes Gedankengut unterschieben zu wollen , das :gehtsnoch: Offenbart wie Krank dieser Staat ist , ansonsten keine Probleme in Links-Grünland vorhanden !?

    Der Staat sind wir alle, letztendlich sind wir es welche entscheiden in welche Richtung unser Land geht - wir können frei unsere Volksvertreter wählen und damit auch in gewisser Hinsicht die Richtung bestimmen. Für mich persönlich bedeutet pro Reko gleich konservativ.


    Die Problematik liegt hier also in einer völlig dekandenten Gesellschaft, welche es "hipp" finden gegen alles zu sein was sich über Jahrhunderte bewährt hat.

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Der Staat sind wir alle, letztendlich sind wir es welche entscheiden in welche Richtung unser Land geht - wir können frei unsere Volksvertreter wählen und damit auch in gewisser Hinsicht die Richtung bestimmen.

    Wie das Wahlvolk die Richtung bestimmen kann, sieht man an den beiden aktuellen Wahlen in Brandenburg und Sachsen.
    Große Teile des Wahlvolkes werden mit einer unglaublichen Ignoranz einfach übergangen und dafür krampfartig nach Koalitionen gesucht, deren inhaltliche Schnittmengen keine Rolle mehr spielen. Sie sind weiterhin so dumm, daß sie mit ihrem Kampf den Gegner noch stärker machen, statt demokratisch und somit vernünftig in den Diskurs zu gehen.