Populismus-Vorwurf in der Architektur

  • Man könnte dem Einzigen wirklich relevanten Kritikpunkt; Der Wohnungsnot und bezahlbarer Wohnraum ja entgegenstellen das genug gebaut wird heute aber inhalt die falsche klasse an Wohnungen nur Upper Class Apartments.


    Außerdem ist es ein zweifelbarer Fehler Ästhetik unter masse zu legen sonst kommen leerstehend Trabanten Städte heraus wie in China zb. Oder hier zu lande wo die meisten Gebäude wieder abgerissen werden, nicht weil hässlich sondern weil hinüber trotz pfleg und Nutzung.Ich könnte dahingehend noch Dutzend psps nenen zb, das die postmoderne nicht nur die sozialste sondern auch die beste nachkriegs Architektur ist.Doch dieser Artikel beschäftigt sich ja nicht mal mit unseren Themen die sehen ALT = BÖSE ohne neher hin zu sehen.
    Leider.


    Den wirklich böse oder arg un sachbezogen ist der Artikel nicht ansonsten. Nur wir werden in eine üble ecke gestellt zusammen mit der Rekonstruktion im allgemeinen. Ich werde nie verstehen wie sich Leute immer alles unreflektiert bieten lassen und das in allen Lebens bereichen.

  • Nur keine Aufregung. Ein Artikel in einer dezidiert linken Zeitung über angeblich "völkische" Umtriebe, das ist doch seit Trüby alles nichts Neues. In dem Text wird nur die übliche Suppe von den "Ewiggestrigen Fortschrittsfeinden" angerührt, die allenfalls diejenigen erreicht die ohnehin schon dasselbe Weltbild haben. Morgen ist der Artikel wieder vergessen. Und wir werden immerhin wahrgenommen, das ist eigentlich nicht schlecht (auch wenn von der Leserklientel des Standard sicher niemand zu uns stoßen wird).

  • Der Autor outet sich mit diesem Pamphlet als typischer Salon-Linker und zweiter Trüby. Argumentativ voll in dessen Fahrwasser. Nur platte Klischees und die üblichen Vorwürfe:

    Quote from Maik Novotny

    Trotzdem ist der Hinweis auf die Schnittmenge von rechter Politik und Stadtbilddebatten nicht unbegründet. Initiativen, die alles vor 1945 Gebaute in einen Topf mit "gut" und alles danach in einen Topf mit "böse" werfen, gibt es nicht nur in Frankfurt. Sie sind wesensverwandt mit der Idee eines Rückzugs in die Festung Europa, in die vermeintliche Homogenität einer Vergangenheit.

    Aha, so wird also die Arbeit von Stadtbild Deutschland bagatellisiert und diffamiert. Der Autor ist nicht einmal in der Lage zwischen konservativ und "rechts" (der Totschlag-Kategorie par excellence) zu unterscheiden. Intellektuell genauso dürftig und erbärmlich wie Trüby. Konservativ zu sein heißt für mich (und ich denke ich spreche hier im Namen aller Foristen) in Architektur- und Städtebaufragen, die Experimente und Sünden der Wiederaufbau-Generation und der 68-er kritisch zu hinterfragen und sie revidieren zu wollen. Das ist alles. Die ganze penetrante Politisierung und Moralisierung von Architektur geht von den Trübys und Novotnys aus, nicht von uns.

  • Ihr bringt alle gute Argumente, nur nützt dies nichts, wenn wir und unser Anliegen in der Öffentlichkeit zum wiederholten Male - und noch dazu in einer der größten deutschsprachigen Zeitungen - als "völkisch-nationalistisch" gebrandmarkt werden und wir es so kaum schaffen werden, eine breitere Öffentlichkeit und vor allem politische Entscheidungsträger auf unsere Seite zu ziehen... das ist eine unglaublich schlechte PR!!

  • "Leonhard", was willst Du denn gegen diese schlechte PR machen?
    Nur jammern? Oder soll Stadtbild jetzt ein Fest für Flüchtlinge aus Afghanistan organisieren? Oder soll das Stadtbild-Forum in Zukunft BdA-Kisten über alle Maßen loben? Oder eine Sammelaktion für die "Antifa"? Oder öffentliche Selbstanklage a la Stalin-Zeit? Oder möchtest Du eine Vereins-interne "Säuberungsaktion", so dass nur noch gestandene SPD-Mitglieder übrig bleiben?


    Wir leben in einer Zeit zunehmender Polarisierung und eines Kulturkampfes auf allen Ebenen. Dem kann man immer weniger entgehen. Entweder man nimmt die Herausforderung irgendwie an (möglichenfalls, weil man nicht anders kann) oder man sollte sich ins Privatleben zurückziehen. Tagesschau gucken, zur Arbeit gehen, am Wochenende auf den Fußballplatz, für den Urlaub sparen - und möglichst wenig anecken. Das machen genug Leute in Deutschland. Es steht jedem frei.


    Ein Zitat ist von diesem wiederholten "Antifa"-Aufguss Maik Novotnys hervorzuheben. Natürlich ist das Teil der Kampagne gegen "rechte Räume", die Trüby am Köcheln halten wird, um weiter im Gespräch zu bleiben...

    Quote

    Dieser politische Kampf geht Hand in Hand mit der Aneignung von Räumen, ob symbolisch, virtuell oder in Hektaren

    Nehmen wir mal an, es gäbe wirklich diese Aneignungs-Strategie. Dann ist sie völlig legitim. Denn sie macht diese Räume nur jenen streitig, die sie seit Jahrzehnten besetzt halten. Davor haben doch die Trübys und Novotnys Angst, nämlich dass es eine Revolte geben könnte, die ihre als absolut sicher geglaubten Stühle zum wackeln bringen könnte. Insofern, ja, diese Leute halten viel zu lange Räume besetzt, sie halten Universitätsstellen besetzt, sie halten Zeitungsseiten besetzt. Sie überplanen die Räume, in denen wir leben müssen, mit ihren Erzeugnissen, ihren Kisten. Und darin müssen sie endlich beschnitten werden.

  • Wir sollten froh sein, dass Stadtbild Deutschland e.V. tatsächlich wahrgenommen wird. Wer kriegt heute denn schon eine ausgewogene, objektive Presse?! Wir sind Ausdruck eines eigentlich selbstverständlichen Pluralismus innerhalb einer freiheitlichen Gesellschaft. Wenn antipluralistische Pseudo-Journalisten nur ihre eigene Meinung als demokratisch akzeptieren können, darf das nicht unser Problem sein. Wir dürfen aber sagen, was das ist: Salon-Faschismus! Gebt ihnen ihre eigene Rhetorik zu schmecken: Nicht zurückweichen, nicht anpassen, sondern einen Keil auf den groben Klotz setzen. Das ist der Herzschlag der Demokratie.

  • Sehr schön gesagt für seine Überzeugungen stehen. Heist auf Basis von sinnvollen Argumenten zu Diskutieren und gegebenenfalls auch zu Streiten. Alles schon erlebt, ich bevorzuge allerdings Diskutieren. Denoch lasse ich mir mein Hobby und meine Interes an Geschichte nicht Maddig reden, nur weil manche Leute aus der Laune eines Zeitgeistes heraus sagen es ist falsch.

  • Unsere Facebook-Seite scheint ja sehr gut zu laufen und macht immer mehr Leute auf unseren Verein aufmerksam. Allerdings habe ich keine Ahnung, wie genau die Kommentare dort kontrolliert und moderiert werden. - "Bitte veröffentlicht die Namen der Stadträte, die damals dafür gestimmt haben!", ist ja tatsächlich etwas grenzwertig (falls diese Aussage überhaupt unserer Facebook-Seite entstammt). Als nächstes kommt dann der Aufruf die Autoreifen zu zerstechen.


    Wir sollten uns unbedingt eine gewisse Seriosität bewahren. Damit bieten wir möglichst wenig Angriffsfläche und stehen in der Öffentlichkeit nicht so sehr als pöbeliger Verein von Wutbürgern da. Zwar werden die Gegner immer irgendeinen Punkt zum Nörgeln finden. Aber wir müssen es ihnen ja nicht zu einfach machen. Die Unterscheidung zwischen guten und eher negativen Facebook-Kommentaren, ist natürlich ein äußerst kniffeliges Thema.

  • Heimdall, ich habe natürlich keine konkreten Vorschläge, was man gegen diese schlechte PR machen kann, ich habe nur mein Entsetzen darüber ausgedrückt, dass wir in der Öffentlichkeit so dargestellt werden. Außerdem habe ich niemandem hier einen Vorwurf gemacht. Man könnte aber zumindest überlegen, wie man unsere Außendarstellung in den offiziellen Kanälen gestaltet, damit wir in Zukunft nicht mehr so leicht angegriffen werden können.
    Ihr habt aber natürlich recht, dass es Teil eines Kulturkampfes ist, der zur Zeit ausgetragen wird. Nur wäre es äußerst schade, wenn in der großen Öffentlichkeit vorwiegend Negatives über unsere Initiative hängenbliebe.

  • Ich habe auch mal einen Kommentar geschrieben - keine Ahnung ob es was bringen wird...



  • Richtig, es wurde bereits genügend begründet und sich konstruktiv beschwert, aber das will man alles nicht hören.
    Stattdessen werden dann soziale Netzwerke durchkämmt, um irgendetwas zu finden. Wie erbärmlich!


    Außerdem, warum muss man als Bürger immer alles begründen?
    Es soll doch der Job der Professoren sein, wissenschaflich herauszufinden, wo der Mensch sich wohlfühlt und nicht nach Maßstäben lehren, was sich schnell und billig verkaufen lässt.
    Das Problem ist, dass seit 80 Jahren versucht wird, das Rad neu zu erfinden. 2000 Jahre Architekturgeschichte warf man über Bord. Man ist ja so viel schlauer.

  • Leider haben wir uns hier ja selbst auferlegt bestimmte Themen nicht mehr zu debattieren. So z.B., aus welchem ganz speziellen politischen Milieu solche Schmähschriften und Rufschädigungen stets hervorgehen, welche Zusammenhänge da mit dessen grundsätzlichem Verhältnis zur kulturellen Identität bestehen. Die Antwort kennt jeder.
    Aber man will sich's ja mit niemand verderben, stimmts.

  • Mein Kommentar ist weniger angriffslustig. Er soll nur richtigstellen, wofür unser Verein steht.


    Quote from Ich

    Guten Abend! Die Darstellung des Vereins Stadtbild Deutschland e.V., ist hier nicht ganz korrekt. Für uns ist keineswegs alles, das früher (vor dem Krieg) gebaut wurde gut, und alles was danach kam, automatisch schlecht. Es geht dem Verein um ästhetischen Städtebau. Natürlich gab und gibt es auch nach 1945 sehr gelungene und ansprechende Architektur. Der Verein wählt übrigens jedes Jahr das "Gebäude des Jahres". Dabei werden auch attraktive Neubauten ausgezeichnet und gewürdigt. Auf einer Facebook-Seite kann jeder (fast) alles schreiben und seine Meinung äußern. Das repräsentiert jedoch nicht unbedingt die Ansichten des Seitenbetreibers. Ich würde mir manchmal etwas mehr Gewissenhaftigkeit bei der journalistischen Recherche wünschen.

  • Danke an euch alle für die erstklassigen Kommentare im Forum des Standard. Die meisten Kommentare dort scheinen auf unserer Linie zu sein. Aber der Geschmack der Mehrheit interessiert solche Leute wie Novotny natürlich nicht. Die wissen ja bekanntlich alles besser. In seinem volkspädagogischen Traktat schreibt er mit totalitärem Habitus:

    Quote from Novotny

    Mit dem Argument "Die Menschen wollen das so" lässt sich heute Zuspruch gewinnen, ob in der Architektur oder der Politik. Doch die populistische Instrumentalisierung von Geschmacksfragen wird dann gefährlich, wenn es um Lebensraum geht.

    Geht's noch ? :gehtsnoch::gehtsnoch:


    Aber wenn von den Trübys und Novotnys ständig gegen Rekonstruktionen und traditionelles Bauen in überregionalen Medien gestänkert und gegiftet wird, wird dann nicht Zeit, dass sich die Repräsentanten des Vereins auch einmal in einem solchen Medium mit ein paar deutlichen Worten zu Wort melden ?? stickpoke:)
    .

  • Ich habe den Artikel eben gelesen und kann nur schulterzuckend den Tab schließen. Ja, der Verein scheint groß genug geworden zu sein, um einen Hetz-Artikel eines großen linken Blattes zu kassieren. Ich sehe das eher als Grund zum Feiern, denn der mündige Leser wird sich seine eigene Gleichung aufstellen, also kostenlose Werbung für uns.


    Nur weil jemand allgemein über "die Rechte" palavert, ist das noch lange kein Abbild des Vereins, geschweige denn ein Attributsvermerk. An der einen Stelle spricht man über "zwei Personen mit Naheverhältnis zur Neuen Rechten", an der anderen Stelle kommt der Author komplett vom Thema ab und schreibt über AfD und Stichwörter wie "Festung Europa" was mit glanzvoller Architektur wenig am Hut hat.


    Kurzum: Netter Versuch der Diffamierung und es wird auch ein paar wenige Intelligenzkrümel geben, die das Gift schlucken, doch solange wir fest von unserem Vorhaben überzeugt sind und weiter unseren Weg gehen, kann nichts schief gehen. Der kritische Leser kann sich rundum die Uhr ein Bild von dem Verein machen.


    Auf ein gutes 2019! :)

  • Die Diffamierungen könnten uns in der Tat egal sein. Trotzdem muss man sehen, wo diese Hetze der ewiggestrigen Modernisten hinführt. Vor einigen Wochen wurde ein harmloser Post eines APH OV bei Facebook geteilt. Was danach folgte war eine übelste Beschimpfung, bei denen die Worte Rechtsradikal (für Vertreter des APH) noch die harmlosesten waren. Facebook hat dann (nach Meldung) den User gesperrt. Trotzdem sehr bedenklich, wenn mittlerweile schon persönliche Angriffe im Netz stattfinden. Der Hetzer hatte sich übrigens auf den Trüby-Text und die Petition zum Reko-Watch berufen.

  • Ich vergleiche die (aktuelle) Lage mit dem Aufstieg eines Flugzeugs bei schlechtem Wetter. Auf dem Weg nach oben rüttelt und ruckelt es, Turbulenzen bringen einen auf und ab, der Sitznachbar hinter einem tritt vor Verzweiflung gegen die Rückenlehne und nach langem Gezedere stößt man mit voller Wucht durch die Wolkendecke. Von jetzt auf gleich ist es nahezu still, friedlich und ruhig mit wunderbarer Sicht über die Dinge im ruhigen Gleitflug – und der Bordservice kann beginnen. ;)

  • Es ist alles ganz einfach: schöne, traditionelle Architektur ist identitätsstiftend, also gleich "Nazi". Denn in der heutigen "No Borders, No Nations"-Gesellschaft darf sowas eben nicht sein, ganz besonders in der post-brandt'schen BRD. Es ist also eigentlich ein Wunder, dass es in den letzten Jahrzehnten immer noch große Rekoprojekte gegeben hat in der BRD. Sogar mehr als irgendwo sonst! :)

  • (...) Was danach folgte war eine übelste Beschimpfung, bei denen die Worte Rechtsradikal (für Vertreter des APH) noch die harmlosesten waren. (...)

    Im Jahre 2003 ist mir so etwas auch schon passiert. Als ich einen Beitrag im Gästebuch des Historischen Rathauses in Wesel geschrieben hatte, wurde ich von einem Leser als Nazi beschimpft. Denn nur ein Nazi kann sich die Wiederholung der Vergangenheit wünschen.


    Die Vorsitzende der Bürgerinitiative, Frau Ewert-Kruse, hat mich dann noch im Gästebuch verteidigt. Aber solchen Leuten kann man auch mit guten und einleuchtenden Argumenten nicht begegnen. Manchmal ist das reine Zeitverschwendung. Idioten wird es immer geben. (Kann sich nun angesprochen fühlen, wer will).

  • Ich sehe es so wie die Vorredner. Natürlich können wir es Blättern wie dem "Standard" nicht recht machen. Umgekehrt: würde der "Standard" wohlwollend über uns oder ein von uns gefördertes Projekt berichten, könnt ihr euch sicher sein, dass da was auch grundlegend falschem Gleis läuft.
    das Problem besteht mE auch darin, dass einige hier auf der anderen Seite zu stehen scheinen. Wer dem anderen dauernd den Mund verbieten will, führt nichts Gutes im Schilde. de facte findet hier eine beträchtliche Unterwanderung statt, die dem Reko-Gedanken nichts Gutes will.
    wir sollten stolz sein, "wer" zu sein und vielleicht weniger versuchen, mit Argumenten (das bringt nichts), sondern mit Spott und Hohn zu kontern. Die Gegenseite bewegt sich nämlich auf recht dünnem Eis, hat aber die Deutungshoheit. Argumente werden umgedreht, aber gegen Verhöhung und karikaturhafte Überspitzung sind sie ziemlich machtlos. zb: Endlich geht mir ein Licht auf in Sachen Warschauer Altstadt! Dass in Polen das faschistische Gedankengut noch lange nicht tot ist, sieht man ja an ihrer heutigen Politik! Mit der Rekonstruktion der Warschauer Altstadt hat in Wahrheit alles begonnen! Wehret den Anfängen, kann man da nur sagen!
    sicher gibt es bessere Möglichkeiten, wenn man länger nachdenkt.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

    Edited once, last by ursus carpaticus ().