Neue Charta der Denkmalpflege

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Seinsheim schrieb:

      Weiß jemand mehr? Und wie seht ihr das?
      hier ein interessanter Artikel dazu:

      nytimes schrieb:

      A Controversial Restoration That Wipes Away the Past

      CHARTRES, France — The pilgrim did not find what he was searching for. As a child, Patrice Bertrand heard his mother recount details of her visit to the shrine of the famous Black Madonna of Chartres Cathedral, 60 miles southwest of Paris. Now Mr. Bertrand, 41, of Nantes, was following in her footsteps. But he was perplexed by what he discovered: “The statue I came to see is not here anymore,” he said. The Black Madonna had become white.

      The decision to remove what a plaque in the cathedral calls the “unsightly coating” from the 16th-century wooden icon has come to symbolize the contested transformation of Chartres, which has been undergoing a decade-long restoration. For almost 500 years, pilgrims worshiped the Virgin’s dark visage, and it accrued the kind of mythic currency integral to Catholic worship. To some critics, the repainting has erased a cultural memory from a building its restorers say they are saving.
      [...]

      Ms. Woods emphasized that what appeared “fake” to some is, in fact, faithful to the original. The bony white colonettes and the multicolored ceiling keystones may seem garish, but they were aspects of the medieval cathedral (along with opulent wall hangings and portal statues painted in vivid colors). Yet we do not have medieval eyes, and we cannot see the world as pilgrims of that era did.
      [...]

      The restoration seeks to reconstitute a temple of light, to challenge the popular perception of Gothic dejection. But in doing so, it raises an intriguing question: What happens when our inherited assumptions about the past come into contact with layers of accumulated myth?

      Then there are some inconsistencies in the medieval restoration: The cathedral has electric lighting (although the brighter interior actually minimizes the need for artificial light), the elegant but uneven stone floor remains untreated and the apse boasts restored baroque marble. It is a challenge to identify at what point an innovation is consecrated into tradition, and which version of Chartres ought to be conserved.
      nytimes.com/2017/09/01/arts/de…ration-controversial.html

      auch der Link zu einem weiteren Artikel ist sehr interessant:

      nybooks schrieb:

      A Scandalous Makeover at Chartres
      [...]

      In fact, medievalists have been alarmed for some time about this approach to renovation, which despite its recent vogue in France seems to violate international conservation protocols. France is a founding member of the 1964 Charter of Venice, an international agreement on the preservation and restoration of ancient monuments and sites. But the art historian C. Edson Armi—a scholar of medieval Chartres and author of The “Headmaster” of Chartres and the Origins of “Gothic” Sculpture (1994)—maintains that “Those in charge [at the Monuments Historiques] today do not accept the principles of the Charter, which decries covering over or permanently altering original stonework in the process of restoring it.”
      [...]
      nybooks.com/daily/2014/12/14/scandalous-makeover-chartres/

      Dazu ergänzend sei auf diese Doku hingewiesen, die sich zwar generell um Kathedralen dreht, aber auch explizit auf die Restaurierung in Chartres und den ungewohnten Anblick eingeht, so ab Minute 11:
      youtube.com/watch?v=hVzlU6Pfxq0

      Derselbe Chef-Restaurator der in Chartres tätig wurde, war auch schon mal davor tätig:

      Basilique du Sacré Coeur in Paray-le-Monial
      vorher und nacher
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von thommystyle™ ()

    • Hm, Frankreich scheint von seinem Schmuddelimage, was den Zustand vieler Kirchen (vor allem im ländlichen Raum angeht) herunterkommen zu wollen. Und wir Deutschen sollten uns bei diesem barock anmutenden neuen Chartreuser Interieur fragen, wenn wir dem ablehnend gegenüber stehen, ob wir noch dem romantischen Bild einer "Abtei im Eichwald bei Morgengrauen und Nebel" verhaftet sind. Sieht doch gut aus, aber wie schon gesagt wurde, es wirkt sehr barock und das berühmte Chartreuser blaue Licht hat nun gewaltig Konkurrenz bekommen. Erster Eindruck war, na das ist nicht mehr meine Kathedrale von Chartres (die ich 1998 das erste Mal besuchte, mit Freunden an einem ganz frühen Morgen, waren wir die ersten und ganz für uns in diesem phantastischen Raum, der sehr geheimnisvoll wirkte) , ... jetzt zeigt der Raum gleich alles und sehr viel.
      Aber eins ist doch gewiß, oder? ... daß mittelalterliche Räume farblich gestaltet waren, also z.B.die Quaderung auf farbigen Grund aufgemalt war, zumindest das wäre mittelalterich korrekt. Und die Marmorierung ist der barocken Gestaltung des Chores geschuldet.

      Was ich hier in diesem Faden bereits anführen wollte ist ein Beispiel lockeren Umgangs mit Denkmalsschutz im Sinne einer rückführenden Rekonstruktion am Beispiel der Abteikirche Schwarzach im Oberrheintal.
      Dieses Umgestaltungsprojekt der 60er und 70iger Jahre steht noch teils im Geist der "verbessernden" Rückführung alter ursprünglicher Bauzustände des 19.Jahrhunderts und gleichzeitig auf der Grundlage und der Betonung exakter bauhistorischer Forschung und archäologischer Grabungen- Ein barockisierter Raum wurde weitgehend auf den romanischen Idealzustand rückgeführt, ohne alle barocken Zustände vollständig zu entfernen. Orgel und Hauptaltar und Chorgestühl blieben erhalten.
      Ausführlichst habe ich Schwarzach hier vorgestellt!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von SchortschiBähr ()

    • Ebrach und die Nicolaikirche in Leipzig würde ich natürlich niemals antasten. Etwas fragwürdig finde ich es allerdings, die verlorengegangene Spätbarockfassung einer frühgotischen Kathedrale wiederherzustellen. Natürlich ergibt diese Fassung gerade im Zusammenspiel mit dem Hochaltar, den Bronzedraperien an den Chorschranken und den korinthischen Pilastern an den Seiten der Scheidarkaden Sinn. Aber es nimmt dem Gesamtraum seine Einheitlichkeit. Und die Fenster verlieren gewiss an Wirkung.
      Was also waren die Kriterien, die diese Maßnahme rechtfertigten?
      - die Wiederherstellung einer Farbfassung, ganz gleich, wie alt sie ist?
      - die stärkere Einbeziehung des spätbarocken Hochaltars (doch warum nimmt man dann die Ausgrenzung gotischer Bilderzyklen in Kauf)?
    • Seinsheim schrieb:

      Etwas fragwürdig finde ich es allerdings, die verlorengegangene Spätbarockfassung einer frühgotischen Kathedrale wiederherzustellen.
      Wurde sie denn tatsächlich wiederhergestellt im Sinne einer Rekonstruktion oder wurden dort tatsächlich nur gereinigt und die Verschmutzung war so stark, das alles unter einer einheitlichen Schmutzschicht verborgen war?
      bei dieser Aufnahme aus dem zweiten Weltkrieg ist die Marmorierung jedenfalls deutlich sichtbar. Generell war der Eindruck damals relativ hell: man hatte wohl schon die kostbaren mittelalterlichen Fenster ausgebaut, um sie in Sicherheit zu bringen. Hier finden sich Bilder vor der Sanierung. Auch hier sieht man das die barocke Fassung nie weg war, sondern nur mehr oder weniger unter Schmutz verborgen.
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • thommystyle™ schrieb:

      Wurde sie denn tatsächlich wiederhergestellt im Sinne einer Rekonstruktion oder wurden dort tatsächlich nur gereinigt und die Verschmutzung war so stark, das alles unter einer einheitlichen Schmutzschicht verborgen war?
      Nach Sichtung der Aufnahmen scheint es mir tatsächlich so zu sein, dass hier kein nicht mehr existenter Zustand rekonstruiert wurde, sondern lediglich Farbfassungen gereinigt und vielleicht stellenweise ergänzt wurden. Alles andere hätte mich in der heutigen Zeit auch erstaunt. Somit ist an den Maßnahmen nichts auszusetzen.
    • Von den zwei Stimmen jeden Baudenkmals


      Das Berliner Schloss beginnt zu leuchten, und damit wird seine Stimme jeden Tag klarer und schöner. Sie erzählt uns viel von Schlüter, Eosander, Böhme und vom Krummen Fritz und seinem Streben nach Anerkennung. Dann ziehen wir alte Bilder heraus: Das Stadtschloss von einst – aus der Zeit der Schwarzweiß-Fotografie. Welche Geschichten sind es, die sie uns erzählen?

      Von Schlüter? Eosander? Nur sehr versteckt, kaum hörbar hinter ganz anderen Tönen: Wir begreifen rasch: Zur Stimme des Planers und Erbauers, die nur kurz rein und einstimmig erklang, tritt rasch eine komplexe zweite, die nicht die Botschaft der damaligen Zeit erzählt oder die des Erbauers. Hier hören wir die Geschichte der Veränderungen des fertigen Bauwerks über Jahrhunderte hinweg bis zu uns.

      Das schwarze Schloss: Die Zeit der Kohleheizungen, der Stadtbrände, der Dampfmaschinenhallen, der Industrie. Die Zeit der Aufmärsche und Revolutionen mit Einschüssen und Kerben, deren Reparaturen sich sogar in Spolien, eingebaut im heutigen Schloss, erhalten haben. Von unzähligen Reparaturen, Angleichungen, Anpassungen an neue Nutzungs-Notwendigkeiten, an Geschmacksveränderungen wie der Steinsichtigkeit ist die Rede, vernehmbar oft nur für Kundige. Vieles ist erneuert und nicht mehr aus der Zeit von Schlüter und redet, z.B. durch die Kuppel, von Meistern, die sich ganz besondere Mühe gegeben haben mit diesem ganz besonderen Bauwerk, wie Schinkel, Stüler, Schadow und andere. Da wäre auch die Rede vom Zweiten Weltkrieg, aber die Sprengung hat alle Stimmen des Bauwerks selbst vernichtet.

      Dabei bleiben wir ja nur im Äußeren der Fassaden, im Inneren der Räume von Kulturdenkmälern sind wechselnder Geschmack und Stil der Auftraggeber ja sehr viel häufiger.

      Zwei Stimmen! Die Stimme der Meister und ihrer Zeit – die eigentliche Substanz jeden Bauwerks. Und die Stimme der Geschichte des Baues selbst, der Reparaturen, der Änderungen und Zutaten.

      Schon die Entscheidungen, die sich bei jeder Reparatur aus der Geschichte des Bauwerks selbst ergeben, sind sehr schwer und schwerwiegend, wie oben in Chartres gezeigt wird. Regeln und Normen lassen sich da schwer finden – jedes Bauwerk ist sein Individuum wie ein Mensch.

      Jedes originale Bauwerk besitzt beide Stimmen, oft einander überlagernd, manchmal bis zur Unkenntlichkeit einer der beiden. Aber es sind diese zwei Stimmen, die das Original unersetzbar machen.

      Aber wenn nun das Original verloren ist: Die Rekonstruktion eines Bauwerks wird fast immer nur auf die eine, die früheste Stimme achten können, auf die des ehemaligen Neubaus, wie er vor Zeiten entstanden ist.

      Warum aber gerade diese erste Stimme eines Bauwerks, wir haben sie seine Substanz genannt, gar nicht mehr hörbar gemacht werden soll oder sie als minderwertig eingestuft wird, ist mir unerfindlich.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Bentele ()

    • Bentele schrieb:

      Danke SchortschiBähr.

      Auf dem ersten der beiden Bilder vom Kloster Neresheim ist über der Dachkante gerade noch der romanische Fries des Turmes zu erkennen. Während die beiden obersten Geschosse des Turms barock gestaltet sind, ist der übrige Schaft des Turms „romanisch“, zeigt also den Stil der Vorgängerkirche.

      Ob Balthasar Neumann oder ein früherer Baumeister des Barock, die Historiker sind sich nicht ganz einig: Fest steht, der Turm wurde nach dem Abbruch der romanischen Kirche in der Zeit des Barock in romanischem Stil errichtet - nicht als Rekonstruktion, sondern als stilistisch romanische Neuschöpfung des längst vergangenen Stils, um zumindest künftige Generationen an die jahrhundertealte Geschichte des Klosters und seiner Bauten zu erinnern. Viele Besucher glauben daher wirklich, es handle sich noch um einen erhaltenen romanischen Klosterturm.

      So viel zu den ständig wiederholten Behauptungen, zu allen Zeiten hätten die Baumeister ausschließlich im Stil ihrer Zeit gebaut. Deshalb dürfe auch heute nur modern gebaut werden.
      Zur Verdeutlichung, was Bentele meint hier nochmal ein Bild des Turmes der Neresheimer Abteikirche.



      Eigenes Foto
    • Als Student, ich schrieb es schon in einem anderen Strang, dachte ich tatsächlich, die Romanik sei echt und im Frühbarock aufgestockt worden. Allerdings hatte ich mich immer über die eigenartigen Figurennischen an der Westseite, das gotische Fenster unter der Uhr mit dem frühbarocken Sprenggiebel sowie die obeliskenartiken Aufsätze gewundert, hielt das aber für spätere Überformungen. Nur die Ecklisenen mit den Halsringen konnte ich mir nicht als nachträgliche Überformungen erklären.
      Ich glaube, ein Ziel des Baumeisters war es auch, die historische Kontinuität des Klosters über mehrere Epochen hinweg sinnfällig zu machen- wie etwa in Mariä Himmelfahrt in Köln : gotisierendes Westfenster, gotisierender Chor, Renaissanceportal, drei romanisierende Türme, gotisches Gewölbe, barocke Ausstattung, aber alles 17. Jh.





      Von © Raimond Spekking /, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10761886
      CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=109033
      CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=536303
    • Hier ein Beispiel, das die Frage aufwirft, wie man mit alter Bau-'Substanz' umgeht. Die Oper in Lyon wurde vor einigen Jahren bis auf eine Galerie entkernt und aufstockt. Aus denkmalpflegersicher Sicht blieb die erhaltenswerte Substanz gewahrt. Man kann sich jedoch fragen, ob das Gebäude noch seine geistige Substanz besitzt, ob es noch der 'Substanz' des Genius Loci entspricht, ob es in die städtebauliche Substanz passt. Ich würde alles drei verneinen.









    • Neu

      Abschreckendes Extrembeispiel. Da würde ich auch alle drei von Dir genannten Punkte verneinen. Die alte Oper wurde vergewaltigt. Das neue Dach, wohl nötig aufgrund des Einbaus moderner Bühnentechnik zeugt von mangelndem Form- und Proportionsgefühl und damit nicht vorhandenem Einfühlen in den alten Bau. Allein wie die Linie der Dachtraufverkleidung "wackelt" sagen wir Bildhauer, ... !
      Der schwarze Horrorraum des Innern hat auch nur die Ränge mit einem alten Zuschauerraum gemeinsam. Ansonsten "Draculas Leichenhalle". Am besten Licht aus und auf auf die Bühne geguckt. So isses wohl auch gedacht.
      Da ist der Stuck im Foyer eher Feigenblatt und für rein gewaschenes Gewissen noch da, ganz so schlimm habe man ja die Oper nicht (her)ge-richtet ... ! Der Genius Loci ist besetzt.
    • Neu

      Seinsheim schrieb:

      Als Student, ich schrieb es schon in einem anderen Strang, dachte ich tatsächlich, die Romanik sei echt und im Frühbarock aufgestockt worden. Allerdings hatte ich mich immer über die eigenartigen Figurennischen an der Westseite, das gotische Fenster unter der Uhr mit dem frühbarocken Sprenggiebel sowie die obeliskenartiken Aufsätze gewundert, hielt das aber für spätere Überformungen. Nur die Ecklisenen mit den Halsringen konnte ich mir nicht als nachträgliche Überformungen erklären.
      Ich glaube, ein Ziel des Baumeisters war es auch, die historische Kontinuität des Klosters über mehrere Epochen hinweg sinnfällig zu machen- wie etwa in Mariä Himmelfahrt in Köln : gotisierendes Westfenster, gotisierender Chor, Renaissanceportal, drei romanisierende Türme, gotisches Gewölbe, barocke Ausstattung, aber alles 17. Jh.





      Von © Raimond Spekking /, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10761886
      CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=109033
      CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=536303

      Dies ist eigentlich nicht das einzige Beispiel dafür, dass in späterer Zeit romanische Architektur gebaut wird. Unten sehen Sie ein Beispiel der St.-Paraskeva-Kirche aus Lemberg\Lviv.








      Das erste Gebäude wurde irgendwann im 13. Jahrhundert gebaut und war eine typisch byzantinisch-romanische orthodoxe Kirche. Im Jahre 1623 wurde die Kirche jedoch bei einem Brand massiv beschädigt. Der Wiederaufbau der Kirche wurde 1644 abgeschlossen und mit einem neuen Westturm versehen. Trotz des Baus in der Mitte des Barock wurde der gesamte Wiederaufbau jedoch in romanischer Tradition (mit einem Hauch von Renaissance) durchgeführt.

      Der barocke Turmhelm wurde 1908 tatsächlich errichtet.
    • Neu

      Ein weiteres schönes Beispiel dafür, dass man auch historisierend bauen kann - um dem Genius loci oder der Geschichte des Orts Rechnung zu tragen. Für mich sind das Präzedenzfälle, mit denen man auch begründen kann, dass Anbauten an historische Monumente sich nicht in Material und Design abheben müssen, wie die derzeitige Denkmalpflege es fordert, sondern dass man um der harmonischen Gesamterscheinung willen sich stilistisch auch anpassen darf.
    • Neu

      Leonhard hat gerade Fotos von Kloster Ettal eingestellt. Bei den barocken Klosterumbauten in Schwaben und Bayern, wie auch in Österreich läßt sich feststellen, daß man nicht nur hier und da im alten Stil neu gebaut hat, sondern die Abrißwut durch den Bauwurmbb von der Achtung der historischen Kontinuität und dem Genius Loci auch gebremst wurde. Sehr schön in Ettal zu sehen. Die gotische Eingangshalle samt Portal erhalten als bescheidenes Entree in einen grandiosen, weiten und luftig leichten, zentralen, sakralen Kuppel-Theaterraum des Rokoko. In (hinter) der Westfassade lugt als ein Einsprengsel der alte "Leutkirchenturm!?" hervor!
      hier:
      Oberbayerische Barockklöster (Galerie)
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      So spannend das ist, doch hier driftet es ja recht stark in eine allgemeine Denkmalpflege-Diskussion ab.
      Sollte das noch dringend nötig sein, dann vielleicht in einem anderen Diskussionsfaden?!

      Denn hier soll es ja konkret um die Ausgestaltung zentraler Punkte einer neuen Denkmalpflege-Charta für das 21. Jahrhundert gehen.