Dresden - die Pirnaische Vorstadt

  • Ich habe auf der Seite der Stadt Dresden die Projektvorstellung gefunden: Sanierung Torhaus Lingnerallee


    " [...] Der Einbau einer öffentlichen, kostenfreien und barrierefreien WC-Anlage ist ebenfalls Teil des Projekts und stellt eine zukünftige Bereicherung für das Fördergebiet dar. Mit der Gebäudesanierung und- umnutzung als Skateverleih sowie der Bereitstellung einer öffentlichen kostenfreien Toilette werden mit der EFRE-Förderung vor allem soziale, aber auch städtebauliche, wirtschaftliche und umweltschutzbezogene Ziele verfolgt. [...]"


    Direkt neben dem Gebäude ist eine Skateanlage mit Rampen und Grindschienen. Kann man sich auch gut im Google-Earth anschauen.


    Ein schönes, etwas kleineres und dadurch eventuell umsetzbares Projekt wäre die Reko oder eine vereinfachte Wiederherstellung des zweiten Torhauses. So wie das vorhandene da steht, wird einem die ehemalige Funktion erst einmal nicht bewusst. Kennt einer den ehemaligen Standort? Sonst würde ich ihn auf der anderen Seite der Lingneralle vermuten. Dort wäre im Bereich des Bebauungsplanes Nr. 389 B, Dresden-Altstadt I Nr. 45, Stadtquartier am Blüherpark wohl kein Platz?! Der B-Plan wurde kürzlich veröffentlicht, siehe hierzu S. 14-15 im Amtsblatt.

  • Das zweite Torhaus stand auf der gleichen Seite der Lingnerallee, sie bildeten einen Eingang zum Park der Sekundogenitur (Prinzenpalais). Mitten in diesem Park steht das Hygienemuseum. Den südlichen Teil des Grundstücks nimmt heute der Blüherpark ein.


    Das Prinzenpalais wäre übrigens selbst ein Rekonstruktionskandidat. Die Torhäuser hätten wegen des Hygienemuseums aber keinen Bezug mehr dazu.


    Der B-Plan 389 B ist übrigens erst in der Bearbeitung, es gibt bisher lediglich einen Aufstellungsbeschluss, der im Amtsblatt bekannt gegeben wurde.

  • Vielen Dank für Deine Richtigstellungen. D.h. für eine Wiederherstellung der Tor-Situation bestünde noch Hoffnung. Zusammen mit deinem Hinweis auf das Prinzenpalais, dessen Grundmauern ja auch noch stehen und der berechtigen Hoffnung auf den Semper-Bau sehe ich 3 Reko-Kandidaten, welche dieses künftig hoffentlich sehr lebendige Viertel deutlich attraktiver machen würden.

  • Da gibt es noch viel mehr Rekonstruktionskandidaten, z.B.

    • Palais Kaskel-Oppenheim an der Bürgerwiese (war sicher mit "Semper-Bau" gemeint)
    • das ehemalige Hôtel de Saxe an der Ecke Lingner-/Blüherstraße
    • ehemalige Schulgebäude am Georgplatz (Kreuzschule, Bezirks-/Bürgerschule)
    • Mohren-Apotheke am Pirnaischen Platz
    • Kaiserpalast am Pirnaischen Platz
    • Poststall Pirnaische Straße

    Überhaupt ist in der Pirnaischen Vorstadt theoretisch viel möglich, siehe auch meine bisher hier veröffentlichten Beiträge.


    Die Rekonstruktion des Prinzenpalais war übrigens schonmal Thema im Stadtrat, allerdings wegen Vorschlags von "den falschen" abgelehnt: https://www.dnn.de/Dresden/Sta…-wird-nicht-rekonstruiert - Ich glaube, der Vorschlag war auch nicht ganz zu Ende gedacht.

  • Das zweite Torhaus hätte durchaus einen Sinn, wenn die Robotronkantine abgerissen wird und dort der Blüherpark wiederhergestellt wird.

    So war ja auch der eigentliche Plan.


    Damals befand sich noch ein kleiner Teich an der Stelle der Robotronkantine.

    Zur besseren Vorstellung:


    1927 ohne Hygiene-Museum

    http://stadtplan2.dresden.de/spdd.aspx?permalink=CmYDtpx


    1941 mit Hygiene-Museum

    http://stadtplan2.dresden.de/spdd.aspx?permalink=28qEPKob

    Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

  • Die Ratsvorlage enthält übrigens eine interessante Fotodokumentation zum zu sanierenden Torhaus. Auf der ersten Seite ist eine Ansicht beider Torhäuser zu sehen, allerdings mit einer Jahresangabe "um 1960", obwohl im Text der Vorlage steht, dass "eines davon [...] im Krieg vollständig zerstört [wurde]".

  • Da gibt es noch viel mehr Rekonstruktionskandidaten, z.B.

    • Palais Kaskel-Oppenheim an der Bürgerwiese (war sicher mit "Semper-Bau" gemeint)
    • das ehemalige Hôtel de Saxe an der Ecke Lingner-/Blüherstraße
    • ehemalige Schulgebäude am Georgplatz (Kreuzschule, Bezirks-/Bürgerschule)
    • Mohren-Apotheke am Pirnaischen Platz
    • Kaiserpalast am Pirnaischen Platz
    • Poststall Pirnaische Straße

    Überhaupt ist in der Pirnaischen Vorstadt theoretisch viel möglich, siehe auch meine bisher hier veröffentlichten Beiträge.


    Die Rekonstruktion des Prinzenpalais war übrigens schonmal Thema im Stadtrat, allerdings wegen Vorschlags von "den falschen" abgelehnt: https://www.dnn.de/Dresden/Sta…-wird-nicht-rekonstruiert - Ich glaube, der Vorschlag war auch nicht ganz zu Ende gedacht.

    Alle diese Projekte wäre sofort durchführbar, da alle Grundstücke unbebaut sind.

    Da zeigt sich mal wieder die absolute Unfähigkeit und Ignoranz der Dresdner Stadtführung.

    OB Hilbert träumt von einer sanierten Robotronkantine. Mehr ist ihm wohl auch nicht zuzutrauen.

  • man traut sich wohl nicht den überarbeiteten Entwurf nochmal öffentlich zu zeigen.


    Finde ich auch auffällig. ....Habe mir das Pamphlet (die von Dir gepostete pdf-Datei) mal eben ansgesehen.

    Acht Seiten nur Gelaber. Kein einziges Bild davon, wie das Ergebnis denn nun aussieht.


    Immer dann, wenn "Baukünstler", Politiker und "Experten" sich nicht trauen den eigenen Entwurf vorzulegen (weil er so hässlich ist?), muss man fragen, welche Stadtzerstörung hier schon wieder geplant ist.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Wer hat damals die Genehmigung für den Bau des Hygienemuseums an dieser Stelle erteilt? Die "Cocker-Wiese" wäre z.B. dafür geeigneter gewesen und man hätte so nicht den gesamten Schlosspark ruiniert.

  • Ich nehme an, dass es sich bei der Jahresangabe um einen Tippfehler handelt. Es sollte wohl der Vorkriegszustand dargestellt werden. Ich habe auf keinem Foto nach dem Krieg ein zweites Torhaus sehen können (allerdings auch immer reichlich von Bäumen bedeckt, z.B. hier oder hier oder hier) und es wurde ja auch im Text beschrieben, dass nur eines den Krieg überlebt hat. Im Schadensplan sind die Torhäuser beide nicht eingefärbt, wurden also nicht aufgenommen.


    Das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft konnte sich (in Person von Ines Pochert, Leiterin für Planung) 2017 übrigens

    [...] sogar vorstellen, dass das andere Torhaus wieder errichtet wird, wenn sich ein Investor dafür findet. Beispielsweise sei die Nutzung als Café denkbar.

  • Was mich dennoch wundert, ist der ungepflegte Zustand (Pflanzenbewuchs) vor den Torhäusern, die zugemauerten Fenster und die fehlenden Vasen auf den beiden Sockeln vor den Torhäusern. Solche Vasen sind im Blüherpark zu finden und sollten meines Erachtens vor dem Krieg auch noch auf den beiden Sockeln gestanden haben. Für ein Vorkriegsszenario halte ich das für sehr untypisch im ansonsten doch recht gepflegten Stadtbild Dresdens vor dem Krieg. Ich weiß nicht, ob dies eventuell doch ein Bild aus den 1960iger Jahren ist.

  • Ich habe mal beim Stadtbezirksamt angefragt, was nun stimmt (Jahresangabe oder Begründungstext). Wenn es eine Antwort gibt, werde ich das Ergebnis hier mitteilen.

  • Danke.


    Für meine Theorie spräche noch, dass die Befreier ja gern solche Vasen oder Statuen von Konsolen so mancher Häuserfassade mitnahmen, um sie dann im Vorgarten ihrer Datscha oder irgendwo aufm Land in Kansas hinzustellen. Manche sind auch nach dem Krieg von ideologischen Bilderstürmern abgebaut worden, Bismarcks usw. Solche leeren Konsolen sieht man heute noch. Interessant wäre da mal ein eigener Strang mit der Dokumentation heute noch erhaltener Häuser und leerer Konsolen und wenn möglich der Figuren, welche darauf einst standen. Mir fallen da spontan die Gründerzeitler am Bahnhof Mitte ein, an welche sich das Nöfer Projekt anschließen soll.