Dresden - die Pirnaische Vorstadt

  • Mir wäre es viel lieber, wenn die "Aufreger" und Sticheler, wie du, Mattielli, sich lieber vor Ort begeben würden, um gemeinsam mit der GHND vor Ort Basisarbeit zu leisten.


    Da hat er allerdings recht. Nur, wenn man nicht vor Ort ist, ist das schwierig.


    Ich hatte vorhin überlegt, ob ich einen Brief an die Gateway schreibe, das Neubau-Projekt lobe, aber darauf hinweise dass es ohne das Palais Oppenheim nicht geht - und it meinen ungewöhnlichen (aber gut klingenden) akademischen Titel unterzeichne.


    Andererseits dachte ich: Bringt das etwas? Ich könnte mir vorstellen, dass diese Leute sehr verbissen an ihren Vorgaben festhalten, jemand erwähnte ja den Preis des Grundstücks , und dass sie mit dem Palais Geld verlören.



    Wie sieht's denn aus, wenn man das ausrechnet und den Fehlbetrag durch Spenden etc. zusammenbrächte?

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Herr Wießner macht es genau richtig und bleibt gelassen...bei den "Ideen" der mittlerweile nicht mehr ganz dicht zu scheinenden "Gestaltungskommission", aber lest selbst und schüttelt Euren Kopf:


    https://www.neumarkt-dresden.d…er-aufwertung-in-den-weg/


    Ich möchte ja nichts sagen, aber schön langsam müsste doch auch der Politik aufgefallen sein, dass diese mehr als umstrittene Gestaltungskommission besser aufzulösen ist als dass sie noch mehr Schaden anrichtet.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ich hatte jetzmal einen merkwürdigen Traum. In diesem lief ich am Terrassenufer lang und sah das Venetianische Haus. ich ging sofort hin und lief durch die offene Tür. und plötzlich stand ich auf dem Bussparkplatz und bemerkte das es gar kein Haus war, sondern nur ein risiges Plakat mit der aufgemalten Fassade.

    Währe es denkbar einen angagierten Künstler zu finden der soeine Scheinfassade als Kunstwerk für eine bestimmte Zeit da aufstellt und damit die Stadtbürger auf Herrn Wiesners Vorhaben sensibilisiert? Also ein bißschen ähnliche Taktik wie beim Berliner Stadtschloss. Ist so ein Gedanke realistisch?

  • Der Herr Sulzer ist doch derjenige der eher auf unserer Seite war, aber nun geht, nicht wahr?


    Auf wessen Seite bezüglich Dresden diese Dame steht, die ebenso Mitglied der Verunst....ähm Pardon, Gestaltungskommission ist, kann ich nicht genau sagen.


    Tatsache ist aber, sie ist ein wunderbares Beispiel für architektonische Phrasendrescherei. Sie macht sehr schöne Worte - wie so üblich bei Architekten, die ihre eigenen Arbeiten immer ganz toll finden. Ob viel dahinter ist, mag jeder selber entscheiden. Ich finde, hier sieht man - ein Bsp. aus Freiburg - lediglich drei Eier aus der Luft. Und viel tolle Worte dazu. Aber immerhin hat man "ein vorne und ein hinten" (Zitat). Na, wenigstens etwas!



    FUN FACT:

    Das Projekt erfüllt angeblich "die Erwartungen der Bürger".

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Oh je... also das schau ich mir lieber gar nicht nicht erst an.

    Die Bürger sind für sie die links-kulturellen Eliten und die Architekten. Sind ja schließlich auch Bürger dieses Landes......


    Lieber Peter, das ist genau die Dame, die ab nächstem Jahr die Vorsitzende der Gestaltungskommission sein wird. Beim Wettbewerb Neustädter Markt opponierte sie vehement gegen die finalen Sieger Albers und Jordi/Keller/Pellnitz. Damals gottseidank noch ohne Erfolg!


    Sie wird ab nächstes Jahr Dresden kräftig aufmischen und in das verschlafene Barock-Provinznest endlich einmal die "echte Moderne" bringen (mit 100 Jahren Verspätung). Um es abgewandelt mit KGE zu sagen "Dresden wir sich verändern - ich freue mich darauf"


    *würg*

  • …die Stadt wird nun sicherlich wieder „schöner den je…“.


    Wer bitte setzt solche bornierten Betonschädel aus dem vergangenen Jahrhundert an die Spitze einer Kommission, die sich um die Gestaltung einer Stadt kümmern sollte?! Lernt man denn nie aus Fehlern?

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Nein, du verstehst das nicht..... :tongue: Man will das so hier in Dresden

    Es sind immer die gleichen, fest miteinander verschworenen Kreise, die hier die entsprechenden Strippen ziehen. Die Politik hat da weitgehend keinen Anteil dran. Prof. Sulzer war der "Ausrutscher"

  • Das Büro Lederer Ragnarsdóttir Oei ist bundesweit bestens vernetzt.


    In Frankfurt realisierte es den Neubau des Historischen Museums. Der Bau ist nicht völlig ungefällig, aber man muss an die Entstehungszeit denken, dass damit weitere Altstadt-Rekonstruktionen an dieser Stelle verhindert wurden. Ich erinnere mich noch an eine Bürgerveranstaltung, bei der ein sichtlich genervter Lederer seinen Entwurf verteidigte, und ein Museumsleiter Jan Gerchow kritischen Wortbeiträgen ganz schnell das Rederecht entzog.

  • Nein, du verstehst das nicht..... :tongue: Man will das so hier in Dresden

    Es sind immer die gleichen, fest miteinander verschworenen Kreise, die hier die entsprechenden Strippen ziehen.

    Das ist total traurig! Warum läuft derzeit so gefühlt ziemlich alles falsch in Deutschland? Gibt es denn überhaupt keine guten Leute mehr mit Hausverstand (außer vielleicht in der GHND)?!!!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Das ist total traurig! Warum läuft derzeit so gefühlt ziemlich alles falsch in Deutschland? Gibt es denn überhaupt keine guten Leute mehr mit Hausverstand (außer vielleicht in der GHND)?!!!

    Nein , interessiert die Masse auch nicht , warum auch :!::?:

  • Nein , interessiert die Masse auch nicht , warum auch

    Wobei die Masse ja letztlich nie die konkreten Entscheidungen bestimmt. Es ist eben zu hoffen, dass irgendwann eine neue Generation heranwächst, die der immer gleichen Pfade des Modernismus überdrüssig geworden ist. Von dieser Generation muss es einzelnen Leuten gelingen, ins Innere des Apparats einzudringen, also Professorenstellen zu erhalten, einflussreiche Posten in Stadtplanungsämtern, bei Denkmalschutzbehörden, in Immobilienunternehmen usw. Das wiederum aber gelingt nur, wenn diejenigen, die heute diese Posten besetzt halten (und deren Zöglinge), irgendwann selbst innerlich mürbe geworden sind. Wenn sie also die Verteidigung der modernistischen Dogmen bereits ein Stück weit aufgegeben haben, somit auch das Bestreben, darüber zu wachen, dass keine Leute mit anderen Ideen in die Entscheidungs-Positionen gelangen. Es ist also ein gewisser "Marsch durch die Institutionen" nötig. Das kann aber noch lange dauern.


  • Wenn diese Dame Dresden "aufmischen" will - angesichts ihrer "es hat ein Vorne und Hinten" Architektur in Form von drei Eiern habe ich da so eine Befürchtung - vielleicht sollten dann umgekehrt die Bürger anfangen diese Dame aufzumischen?


    Mal im Ernst, das ist nicht mehr akzeptabel was hier läuft. Ich bin zwar nicht sicher, aber habe ja eine Vermutung wer du bist Resurrectus, and if so, dann kennen wir uns ja ä bissel ;)


    Du bist doch mehr als bestens eingeweiht in Dresdner Verhältnisse. Erstens lauschte ich deinen Ausführungen immer sehr wissbegierig schon seit Jahren, und zweitens sieht man das ja auch deutlich im Forum dass Du Ahnung hast über die Stadt.

    Frage: Wie ist denn die Hierarchie? Diese Verunstaltungskommission muss ja eine Art Vorgesetzten haben. Wer ist das? Untersteht sie direkt dem SPA oder dem Baubürgermeister?


    Ich frage deswegen, weil ich schriftliche Beschwerden vorbereite.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Ich hab mir das eben noch mal genau angehört was sie sagte.


    Diese Dame lobpreist einen Entwurf, der im Prinzip aus drei hochgradig banalen Gebäuden besteht, jedes der Charme eines Fabrikgebäudes. Aus der Luft sieht man drei Eier. Sorry, die Kompetenz dieses Büros haut mich nicht um. Und diese Frau, die offenbar eine verzerrte Vorstellung von Architektur und möglicherweise gar keine von Urbanität hat, will Vorsitz einer "Gestaltungskommission" werden für eine weltberühmte Barockstadt? Herr, hilf!


    Wichtig: Wer in Dresden wichtige bauliche Entscheidungen trifft, muss nicht zwangsläufig selber Dresdner sein , sondern er muss die Stadt lieben, oder von ihr fasziniert sein, und vor allem das Einfühlungsvermögen für eine kriegzerstörte Stadt haben. Ich behaupte mal, ich hätte alle drei Eigenschaften noch eher als ein Grossteil der Verantwortlichen, die diese Stadt verschandeln und wichtige Projekte (e.h. Neustädter Markt) blockieren wo sie nur können.


    Problem bei dieser Frau ist nicht nur ihre schräge Vorstellung von "Baukunst". Soweit ich weiss , war Island ab 1940 von den Briten besetzt. aber es gab keine Zerstörungen. D.h. diese Frau hat vermutlich weder in der Familie, noch in ihrem Land die brutale Realität des II. Weltkrieg erlebt. Und kommt nun nach Dresden, und will dort die Ergebnisse der brutalen Realität des II. Weltkriegs korrigieren.


    Am Terrassenufer, las ich vorhin bei der GHND, schlug sie Pflanzen vor. Sorry, dafür brauche ich keinen Architekten, um Blumenkübel dort aufzustellen wo eigentlich Wiederaufbau von Urbanität hingehört.


    Man muss sich wirklich überlegen, wie wir hier vorgehen. Ich glaube dass die Frau eine Katastrophe sein wird, ähnlich wie der Vorgänger Fessenmayer. Die muss gestoppt werden.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Modernismus benehmt sich wie ein Virus und erkrankt Menschen, so dass sie alles was "historismus" heisst ablehnen.

    Lieber eine langweilige Kiste oder abstössenden Klotz, dann ein schönes detailliertes gemütliches Gebäude.


    Dottir (Island) hat offenbar nichts von Dresden und seine wunderbare und schreckliche (1945) Geschichte verstanden. Die Stadt wurde furchtbar vernichtet. Und in unserer Zeit mit vielen Modernisten und überall Profit Denken soll, so viel wie möglich ist, geheilt werden um die Einwohner ihren Stadt mit ihren Geschichte wieder lebbar und lebendig zu machen. Das geschieht in Danzig und Warschau auch und hat riesige Erfolg.

    Florenz, Prag, Bologna, Siena und Rom sind so beliebt, weil es dort Modernismus kaum gibt oder sich in bestimmten Grenzen verhält. Wenn aber Städten schwerstens bombardiert sind, dann soll und muss der Gleichgewicht wieder herrgestellt werden. In Dresden sind das die (winzige) Neumarkt, Neustadt and die vielen Vororten. Aber riesige Viertel wie die Johannstadt sind noch weit von einer Heilung entfernt.

  • Hochhaus Pirnaischer Platz

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    Bildnachweis: © Visualisierung: Quarterback Immobilien AG


    Die Sächsische Zeitung berichtet über die Vorstellung der Entwürfe in der Gestaltungskommission durch Niederlassungsleiter der Quarterback Immobilien AG Steffen Funk und Architekt Frank Riebe. V.a. die Verglasung des Flugdaches als zusätzliches Wohngeschoss und die Verglasung der V-Stützen an der Grunaer Straße wurden kritisiert. Außerdem ging es um das Material der Balkonbrüstungen. Man darf gespannt sein, was sich am Entwurf noch verändert, denn

    Niederlassungleiter Funk stellte klar, dass das Sanierungsprojekt bereits genehmigt sei und aufgrund der nötigen Investitionen kein Spielraum mehr da sei, um auf vermietbare Flächen verzichten zu können.

    Das Dach sollte ursprünglich wie im Bild nur teilweise, im vorgelegten Entwurf nun aber vollständig verglast werden. Daran wird es laut Artikel auf jeden Fall noch Änderungen geben.

  • Hochhaus Pirnaischer Platz

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    Bildnachweis: © Visualisierung: Quarterback Immobilien AG


    Die Sächsische Zeitung berichtet über die Vorstellung der Entwürfe in der Gestaltungskommission durch Niederlassungsleiter der Quarterback Immobilien AG Steffen Funk und Architekt Frank Riebe. V.a. die Verglasung des Flugdaches als zusätzliches Wohngeschoss und die Verglasung der V-Stützen an der Grunaer Straße wurden kritisiert. Außerdem ging es um das Material der Balkonbrüstungen. Man darf gespannt sein, was sich am Entwurf noch verändert, denn

    Das Dach sollte ursprünglich wie im Bild nur teilweise, im vorgelegten Entwurf nun aber vollständig verglast werden. Daran wird es laut Artikel auf jeden Fall noch Änderungen geben.

    Früher stand auf dem Gebäude der Slogan "Der Sozialismus siegt". Vielleicht könnte man das aufgreifen und den aktuellen Entwurf mit "Der Plattenbau siegt" ergänzen. Alternativ könnte die Neustädter Freiheit sich auch mal an den Denkmalschutz wenden, ob man den Platz nicht auch gänzlich unter Schutz stellen sollte. Der Kontrast zur Altstadt könnte dadurch weiter bewahrt werden. <X


    Bildquelle: Wikipedia Commons)

  • Das Haus ist auf alle Fälle ein Schmuckstück, weswegen die Touristen scharenweise nach Dresden kommen. Der gesamte Pirnaische Platz (oder besser Pirnaische Brache) lädt überhaupt zum Bummeln, Shoppen und Flanieren ein. Ganz im Unterschied zur Vorkriegszeit! Danke Dresden!

  • Pressemitteilung der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) zum Hochhaus am Pirnaischen Platz: "Hochhausaufstockung zerstört Canaletto-Blick"

    Die GHND fordert die Denkmalschutzbehörden von Stadt und Land sowie den Stadtrat auf, endlich zu handeln. Notwendig wäre eine Verträglichkeitsprüfung des Dachaufbaus mit der geschützten Altstadt-Silhouette. Die GHND fordert die Denkmalschutzbehörden von Stadt und Land sowie den Stadtrat auf, endlich zu handeln. Notwendig wäre eine Verträglichkeitsprüfung des Dachaufbaus mit der geschützten Altstadt-Silhouette.