Die Pirnaische Vorstadt

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    • Wie auch immer...sicher dieses Hochhaus ist ein städtebaulicher Schandfleck in Dresden, wie übrigens fast die ganz "Altstadt" außerhalb des Neumarkts und das Schlimme ist, dass selbst die heute neugebauten Häuser in Dresden irgendwie genauso gammelig und lieblos daherkommen und sich im Prinzip dadurch wunderbar in die restliche Umgebung einfügen ;-). Wenn man schon etwas fürs Elbpanorama tun wollte, dann müsste man schon ein wenig mehr abreissen, als dieses einzige Teil. Das Interessante in DD ist eben, dass diese Stadt die für mich allerwunderbarsten architektonischen Schmankerln besitzt und unmittelbar daneben die versifftesten und ödesten Bröckerln auf Erden: Bürgerliche Hoch- und sozialistische Unkultur so nah und doch so fern.

      Wenn man bedenkt, welch traumhafte Häuser aus der kulturellen Blütezeit an dieser Stelle bis noch vor 7 Jahrzehnten hier standen (zB Gutbierschen Häuser et cetera), dann ist es sowieso einerlei, ob man hier eines unter vielen HH an der Elbe abreißt und durc h- zwar weniger hohen - aber dennoch antiurbanen und maßstabsentfesselten Bröckerlhusten ersetzt.
      "Man kann einen gesellschaftlichen Diskurs darüber haben, was Meinungsfreiheit darf. Oder man hat Meinungsfreiheit!"

      Meinungsfreiheit bedeutet aber mehr als nur das Recht auf eine eigene Meinung. Es bedeutet auch, nach den eigenen Ansichten leben und handeln zu dürfen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Exilwiener ()

    • Servus,

      was mir hier im Forum völlig unterzugehen scheint: WARUM war die Stadt für den Abriss??? Nur weil es ne Platte ist? Nur weil es ein Hochhaus ist? Mitnichten! Da hat Dresden genug...Das Problem war und ist aus städtebaulicher Sicht, das die beiden Hochhausscheiben (wovon die Schlimmere glücklicherweise abgerissen werden konnte) den Blick von der Brühlschen Terrasse, Schlossplatz, Theaterplatz zu den Höhenzügen in Loschwitz verstellen. Das geht mir in der Ganzen Diskussion irgendwie völlig unter, hier wie auch in der SZ! Ein Lösung könnte sein, das man, wie von Herrn Löser vorgeschlagen, dem Hotel die oberen drei Stockwerke nimmt und dem Eigentümer gestattet, diese auf dem Grundstück neu zu errichten. Dies könnte man ja vielleicht auch mit Städtebaulichen Fördermitteln dem Bauherren erträglicher machen? Vielleicht stockt man das Ganze auch gestaffelt ab - hängt vom zu findenden Umbauentwurf ab. Auf der Seite zur Elbe könnten es beispielsweise 1-2 Geschosse mehr sein, die man runter nimmt, als auf der anderen Seite nach Süden. Für die Blickbeziehungen in umgekehrter Richtung müsste man aber auch in der Johannstadt den Plattenbauten ein paar Geschosse herunternehmen. Dies ist aber in diesem und wohl auch im nächsten Jahrzehnt aufgrund knapper Wohnungen und im Verhältnis zu den Einkommen extrem steigender Mieten wohl nicht realisierbar.

      Ansonsten kann ich aber diese Schwarzweißmalerei, die hier von manchen betrieben wird nicht nachvollziehen. Die Gebäude um Altmarkt oder um die Weiße Gasse - ich denke es gibt genügend deutsche Großstädte, die sich über diese für die 50iger und 60iger sehr qualitätvolle Architektur freuen würden. Was die Vorstädte anbelangt - die sind im wesentlichen nicht schlechter oder besser, als das was man in anderen ehemals kriegszerstörten Großstädten findet. Das was Dresden und teilweise Leipzig von vielen westdeutschen Großstädten unterscheidet, ist, das es 70 Jahre nach dem Krieg immer noch erhebliches Brachland gibt - aber ich denke, das es gut ist, das diese eher langsam zuwachsen. Klar bleibt immer der Schmerz des Verlustes - aber der trifft eigentlich alle deutschen Großstädte. Das ist auch im Falle von Dresden nicht mehr reparabel - nach dem was sich morgen wieder jährt und nach der planmäßigen Abräumung unter Weidauer. Das muss man einfach mal akzeptieren und das Beste daraus machen und hier denke ich, das sich Dresden in der Summe der Dinge nicht eben dämlich angestellt hat, wenn ich mir überleg, was es alles so für Ideen gab.... Das Dresden durch den Lauf der letzten 70 Jahre vom Stadtorganismus her aus der Spitzenliga der europäischen Städte herausgefallen ist - damit muss Dresden leben. Was bleibt sind die Kunstsammlungen, wunderbare Einzelbauten und solche Platzanlagen wie der Theaterplatz und dereinst hoffentlich auch wieder der Neumarkt sowie der noch immer einzigartige Landschaftsraum des Elbtales. Weiterhin sollte man nicht vergessen, was es in Dresden mittlerweile wieder so an vorbildlich sanierter Bebauung des 19.Jh. gibt. Vor diesem Hintergrund ist mir diese Schwarzmalerei hin und wieder deutlich zu dick aufgetragen, den neben Negativem gibt es auch viel Gutes. Und auch im 19.Jh. gab es bauliche Verbrechen... Schon mal geschaut was für dieses Scheusal von Polizeipräsidium abgebrochen wurde? Oder der Abbruch des Brühlschen Palais oder der Umgang mit dem Neptunbrunnen oder die Vernichtung der Palais Schönburg oder Moscinska....

      Beste Grüße Andreas

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Arstempano ()

    • Das "Mercure" von Dresden bleibt stehen

      Servus,

      mit dem aus meiner Sicht leider gescheiterten Versuch die zweite Hochhausscheibe am Dresdner Elbufer zu entfernen, titelt die MAZ heute: Das "Mercure" von Dresden bleibt stehen. Schade! Für beide Städte! Eine städtebauliche Korrektur hätte aber wohl nur eine Chance gehabt, wenn man frühzeitig mit den Eigentümern / Betreibern einen Kompromiss und nicht die Maximallösung sowie für die Mitarbeiter der betroffenen Einrichtungen eine Lösung ohne Nachteil gesucht hätte. Dies hätte in Dresden vielleicht so aussehen können, das man nicht auf einen Totalabriss gesetzt hätte, sondern einen geschickten Teilabriss und Neubau mit angepasster Stockwerkszahl (5-6) auf dem Nachbargrundstück. Letztlich hätte man es so gestalten müssen, das sie für den Eigentümer nach Abzug der Kosten der ohnehin notwendigen Sanierung die Geschichte kostenneutral ausgegangen wäre. Aber vielleicht ist es hierzu ja noch nicht ganz zu spät. Da sieht es in Potsdam ungleich schwieriger aus, da ich mir dies Prinzip im Potsdamer Lustgarten nicht vorstellen kann. Wo sollte man die herunter zu nehmenden Geschosse den in Potsdam hin stapeln?

      Gruß Andreas
    • ...die Ewiggestrigen...!

      Liebe Freunde,

      das sieht man doch, wieviel "Ostalgie" und in der ostdeutschen Linken (früher auch SED genannt) steckt.

      Ich ziehe hier Parallelen zwischen der Stadtratsfraktion der Linken in Potsdam und der Stadtratsfraktion der Linken
      in Dresden. Statt sich am Wiederaufbau der Städte zu beteiligen wird hier um jede "Platte", um jede Magistrale gekämpft.

      Hier wird verhindert, dass Denkmäler (Berlin - Rathausbrücke) an ihren alten Platz kommen und Rekonstruktionen, die
      vorgenommen werden sollen, durch Leitbauten aufgeschoben werden (Staudenhof).

      Aber in den linken Köpfen heißt es zum Teil immer noch: "Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht"

      Ohne "die Linke" bzw. die Ewiggestrigen und ihren Anhängern wäre das Leben ein Stückchen leichter!

      Viele Grüße
      :lehrer:
    • Ich kann mich nicht daran erinnern, dass sich die Linke in Dresden bisher durch einen sonderlichen Kampfesgeist pro Ostmoderne ausgezeichnet hätte. Meiner Ansicht nach eine ziemlich windschiefe Gleichsetzung unseres Herrn Lampe!
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Es wäre doch auch wirklich völlig sinnlos gewesen, diesen (DDner) Bau abzureißen! Was hätte sich für das DDer Panorama geändert? Ein Plattenbau weniger? Ein überdurchschnittlich markanter Bau weniger? Ja, das stimmt, aber was soll daran gut sein? Diese Bauten bilden halt das Gesicht von Dresden außerhalb der kleinen Altstadt. Selbst wenn man all Platten niederreißt, kommt die historistische Vorstadt (und das war sie, eine Vorstadt nämlich, auch wenn sie nicht so hieß) nicht zurück.
      Dresden lebt makrostrukturell gesehen von diesem Nebeneinander. Sandstein gegen Beton, Barock gegen sozialistische Großstadt.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Servus

      @ ursus carpaticus, Entschuldige, wenn ich da entschieden widersprechen muss. Es ist eben nicht irgendeine Platte in Dresden. Für die Sichtbeziehungen von Brühlscher Terrasse, Theaterplatz zur Landschaft und den umliegenden Höhen gibt es aus meiner Sicht vor allem 3 große Problempunkte: dieses Hotel, das Hochhaus am Pirnaischen Platz und die drei 17-Geschosser in der Johannstadt. Diese Bauten schieben sich einfach mal dazwischen, wobei das Ding am Pirnaischen Platz hauptsächlich aus Richtung Marienbrücke für die Altstädter "Skyline" ein Problem darstellt. Es geht hier überhaupt nicht und in keiner Weise um die Rückgewinnung der Pirnaischen Vorstadt. Und aus eben dieser Perspektive ist das Ergebnis einfach mal Mist und das ist auch auf dem Bild in der MAZ schön erkennbar. Ein teilweiser Rückbau mit Kompensationsmöglichkeit an anderer Stelle hätte wie gesagt aus meiner Sicht gelangt - aber man wollte von städtischer Seite eben den Totalabriss. Mal sehen wie es weitergeht. Eine gewisse städtebauliche Neuordnung muss in dem Gebiet ohnehin irgendwann einmal sein - aber da gibt es halt noch wichtigere Ecken - beispielsweise den Ferdinandplatz oder den Postplatz.



      Gruß Andreas
    • Die fatale Ironie der Abrisse von DDR-Bausubstanz ist ja, dass nicht etwa die maßstabssprengenden Typenprojekte in den Innenstädten (Andreas hat im Falle Dresdens ja einige aufgezählt), sondern entweder nur Wohnbauten am Stadtrand oder architektonisch meist herausragende "Sonderbauten" geopfert werden, die einer kommerziellen Weiterentwicklung vermeintlich entgegenstehen. Da der Ersatz dafür meist noch unter dem Niveau der Altbauten (International, Centrum, Linde-Haus, Haus man Zwinger) zurückbleibt, erleben wir den eigentlichen Versuch der Stadtreparatur nicht selten als einen Akt der barbarischen Zerstörung.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • DasS Dresden durch den Lauf der letzten 70 Jahre vom Stadtorganismus her aus der Spitzenliga der europäischen Städte herausgefallen ist - damit muss Dresden leben.

      War es dort wirklich drinnen?
      Ich tu mich da bei den alten Bildern schwer, etwas wirklich besonderes herauszuerkennen (aber zugegeben: das trifft auf alles in Zusammenhang mit DD stehene zu, nicht nur auf die Pirnaische Vorstadt: man muss es in natura gesehen haben).
      Dicht bebautes Gründerzeitquartier ohne herausragende Leistungen.
      Gerade die heutige Situation mit ihrer Härte, ja Brutalität hat etwas einzigartiges.

      Das muss man einfach mal akzeptieren und das beste daraus machen und hier denke ich, daß sich Dresden in der Summe der Dinge nicht eben dämlich angestellt hat, wenn ich mir überleg, was es alles so für Ideen gab....

      Vielleicht wärs besser das gewesen, neue, sozialistische Zentrum ganz woanders hinzustellen und die alte Mitte in eine Parklandschaft zu integrieren (alles Nichtbarocke herum natürlich beseitigen). Das hätte hier wohl auch keine Freunde gefunden (obwohl es vom Ergebnis her "gefälliger" wäre).
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • ursus carpaticus schrieb:

      Es wäre doch auch wirklich völlig sinnlos gewesen, diesen (DDner) Bau abzureißen! Was hätte sich für das DDer Panorama geändert? Ein Plattenbau weniger? Ein überdurchschnittlich markanter Bau weniger? Ja, das stimmt, aber was soll daran gut sein? Diese Bauten bilden halt das Gesicht von Dresden außerhalb der kleinen Altstadt. Selbst wenn man all Platten niederreißt, kommt die historistische Vorstadt (und das war sie, eine Vorstadt nämlich, auch wenn sie nicht so hieß) nicht zurück.
      Dresden lebt makrostrukturell gesehen von diesem Nebeneinander. Sandstein gegen Beton, Barock gegen sozialistische Großstadt.

      Niemand will alle Plattenbauten abreißen! Nur die Schlimmsten sollten gehen, weil die eben total antiurban und Stadtraumzerstörend sind. Du kannst mir nicht erzählen, dass dieser Bau mitten im Elbpanorama so supertoll und erhaltenswert ist! Gib mal in ner Suchmaschine „Dresden“ ein und du wirst nicht ein Bild von diesem Plattenbauding sehen. Wegen sowas kommt NIEMAND nach Dresden. Was du ansprichst, das ist nicht Dresden, sondern DDR. Und der DDR kann man auch woanders als an dieser äußerst wichtigen Stelle gedenken. Und deswegen sollte man sowas nicht bauen oder gebaute Häuser abbrechen, wenn man deutlich besseres dort bauen könnte. Jetzt sollen auch noch Spielklötzchen um das Haus gebaut werden … Soll das der Anspruch Dresdens sein? Sei mal ehrlich zu dir selbst.
    • Hotel am Terrassenufer

      Die GHND hat eine Pressemitteilung zum Hotel am Terrassenufer veröffentlicht:

      neumarkt-dresden.de/pdf-dateie…ochhaus_Terrassenufer.pdf

      Diese wurde u.a. von der SZ aufgegriffen:

      sz-online.de/nachrichten/hotel…riger-werden-2780904.html

      Es ist halt die Frage, ob zur Zeit überhaupt ein gewisser Investitionsdruck besteht. Das Hotel scheint trotz des hohen Alters in baulich gutem Zustand und die Auslastung ist dem Vernehmen nach gleichfalls zufriedenstellend. Warum sollten die Trapps also Geld in die Hand nehmen?
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe

    • Vielleicht wärs besser gewesen, das neue, sozialistische Zentrum ganz woanders hinzustellen und die alte Mitte in eine Parklandschaft zu integrieren (alles Nichtbarocke herum natürlich beseitigen). Das hätte hier wohl auch keine Freunde gefunden (obwohl es vom Ergebnis her "gefälliger" wäre).


      Wenn man ein Zentrum woanders hinstellt, ist es ja kein Zentrum mehr.

      Und in die Mitte einer Stadt eine Parklandschaft, why not, man kann vieles tun. Wenn dort aber nur noch Grün ist, und kein Wohnen, kein Einkaufen, keine Schulen, keine Verwaltung, keine Infrastruktur, dann heisst das ganze nicht mehr "Stadt", sondern vielleicht ländliches Gebiet. Solche Vorschläge gab es ja bereits vor 1945 und später unter Alliierter Besatzung für ganz Deutschland, weg mit Grossstädten, zurück in die Steinzeit mit viel Grün und einigen Kühen dazwischen, z.B. vom Amerikanischen Finanzminister Henry Morgenthau.

      Dicht bebautes Gründerzeitquartier ohne herausragende Leistungen.


      Ich denke hier muss man gewaltig differenzieren, die zum Teil sehr einfachen GZ 3-Stöcker in der Neustadt und die gewaltigen Gründerzeit-Paläste z.B. am Kudamm in Berlin (bsp. Ecke Uhlandstrasse) sind ja in keinster Weise vergleichbar. Nicht weit von der Pirnaischen Vorstadt gab es den berühmten DÜRERPLATZ, ein unglaublich schöner und urbaner Platz. Wie beliebt ein solch elegantes Areal nur wenige Meter von der City wäre, so das Areal noch stünde, kann sich jeder denken, wäre vermutlich kaum bezahlbar. Die Tatsache, dass in deutschen Städten seltsamerweise immer die bösen Gründerzeitviertel zu den beliebtesten und vor allem zum Zentrum der Kultur- und Künstlerszene avancieren, zeigt doch, dass diese Architektur keineswegs eine belanglose "Leistung" ist sondern stets Kultur und Kunst anzieht. (Gerade die angeblich "modernen" Architekten wohnen mit Vorliebe "rückwärtsgewandt" unter viel Stuck). Im Prinzip war die Gründerzeit der letzte Höhepunkt der Baukunst und zeigte allerdings bereits Schwächen da zu exzessiv auf Vergangenes zurückgegriffen musste, und ab da ging's mit der Baukunst bergab. Ich halte nicht viel von Bauhaus, jede 60er Jahre Sparkasse in der Frankfurter Vorstadt sieht so aus wie das Ding in Dessau. Ich habe auch nichts gegen Bauhaus, es gibt einige sehr gute Werke darunter, aber eben sehr schlicht. Diese ganzen filigranen Arbeiten an den Gründerzeitfassaden sind ungleich schwieriger und detaillierter, selbst Stararchitekt Kolhoff gibt zu, dass unsere Baukünstler heute so etwas nicht mehr können.

      War es dort wirklich drinnen?
      Ich tu mich da bei den alten Bildern schwer, etwas wirklich besonderes herauszuerkennen (aber zugegeben: das trifft auf alles in Zusammenhang mit DD stehene zu, nicht nur auf die Pirnaische Vorstadt: man muss es in natura gesehen haben)


      Dresden war nicht nur drinnen in der Liga Europäischer Spitzenstädte, sondern weltweit. Ich finde man kann das auf einigen Aufnahmen schon erkennen.
      Wie würden Sie ein schönes Haus definieren? - Kollhoff : Ein schönes Haus ist ein schönes Haus. Es nimmt im Äußeren nicht nur Rücksicht auf die Umgebung, sondern ist dem Gemeinwesen verpflichtet, indem es dank seiner Konventionalität zur räumlichen und atmosphärischen Eigenart des Quartiers beiträgt.

      LobbyControl. Initiative für Transparenz und Demokratie
    • Aktueller Artikel aus der SZ:

      sz-online.de/nachrichten/hotel…riger-werden-2780904.html

      Interessant sind auch die Kommentare - vor allem einer, der fragt, weshalb die GHND sich hier positioniert, wo das HH doch nicht am Neumarkt steht. Ich persönlich denke, aber auch, dass in den kommenden Jahren eine Umbenennung der Gesellschaft stattfinden könnte. Sobald der Neumarkt fertigt wird, sollte man das "Neumarkt" aus dem Namen nehmen, um das Signal auszusenden, dass der Verein auch für geschundene Areale außerhalb des Neumarktgebietes eintreten kann und möchte. Spätestens beim Wiederaufbau des Neustädter Marktes wäre es dann doch soweit.
      "Man kann einen gesellschaftlichen Diskurs darüber haben, was Meinungsfreiheit darf. Oder man hat Meinungsfreiheit!"

      Meinungsfreiheit bedeutet aber mehr als nur das Recht auf eine eigene Meinung. Es bedeutet auch, nach den eigenen Ansichten leben und handeln zu dürfen.
    • Hotel am Terrassenufer

      Laut einem Bericht der DNN vom 04.04.2014, empfiehlt das städtische Rechtsamt auf weitere Rechtsmittel gegen das Urteil vom Februar 2014 zu verzichten.
      Falls der Stadtrat der Empfehlung folgen sollte, was in Anbetracht der Erfolgsaussichten eines möglichen Berufungsverfahrens wahrscheinlich sein dürfte, beraubt sich die Stadt ihres letzten Druckmittels gegen die Eigentümer der Immobilie. Diese streben eine Sanierung an, zeigen aber bisher kein Interesse an einem stadtbildverträglicheren Umbau des Gebäudes. Der Abriss mehrere Etagen des 12-Geschossers dürfte damit in weite Ferne rücken.

      Off-Topic:

      Vom Gebäudetyp existieren noch 4 im gesamten Stadtgebiet. Zwei der Hochhäuser befinden sich im sanierten Zustand am Strehlener Platz (Südvorstadt) und werden als Wohnheime genutzt. Ein weiteres steht an der Strehlener Straße (ebenfalls Südvorstadt) und dient einem Hotel (derzeit Days Inn). Es präsentiert sich noch im Zustand der Erbauungszeit.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Glaxo Dresden

      Laut einem Bericht der DNN vom 19.04.2014, hat der Impfstoffhersteller Glaxo-Smith-Kline seine vor etwa fünf Jahren präsentierten Pläne zur Erweiterung des Betriebsgeländes nördlich der Pillnitzer Straße auf Eis gelegt. Grund sei der ruinöse Wettbewerb durch die derzeitige Ausschreibungspolitik bei Grippeimpfmitteln.
      Für die Dresdner Wirtschaft ist der absehbare Verlust der 100-Millionen-Euro-Investition in der Tat bedauerlich. Ob der Bau der Büro-, Labor- und Produktionsgebäude jedoch auch einen städtebaulichen Impuls für das vollkommen ungeordnete Quartier geliefert hätte oder eher kontraproduktiv gewesen wäre, sei einmal dahingestellt. Durch die Rückstellung des Vorhabens sowie den Erhalt des Hochhauses am Terrassenufer, wird sich in der nördlichen Pirnaischen Vorstadt also auf absehbare Zeit nichts mehr bewegen. Aber Dresden hat auch andere Prioritäten zu setzen.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Heute, am 24.04.2014, beschäftigen sich die DNN mit dem Immobilien-Markt in Dresden und kündigen dabei ganz nebenbei neue Großprojekte an.
      So stünden mehrere Investoren in den Endverhandlungen mit den Alteigentümern mehrerer Liegenschaften im ehemaligen Robotron-Areal. Die Kaufverträge können wahrscheinlich in den nächsten Wochen abgeschlossen werden. Bis Mitte des Jahres 2015 rechne man mit Baurecht.
      Durch Sanierung und Neubau (Der Atrium-Komplex an der Petersburger Straße steht z.Z. fast vollständig leer) sollen Gewerbeflächen und etwa 250 Wohneinheiten entstehen. Vielleicht hatte ja auch der nette Mäckler-Entwurf etwas mit dem Vorhaben zu tun?!
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Die städtebaulich vollkommen verfehlte Bebauungskonzeption der "Sivia" scheint nun wohl hoffentlich vom Tisch zu sein.

      Schaut euch mal dieses Video an:

      dresden-fernsehen.de/Aktuelles…resden-stark-angestiegen/

      Ab Minute 1:20 sieht man eine schematische Darstellung mit groben Informationen zu den betreffenden Projekten.

      Aufgeführt sind:

      - Atriumkomplex Lingnerallee 3 (35.000 qm NF), heute City-Herberge, keine Angaben zur Zukunft
      - Parkplatz Ost (Brache zwischen Komplex Lingnerallee 3, Lennéstraße, SAB und Herkulesallee), Neubau Wohnungen (ca. 12.000 qm GF)
      - ehemaliges Rechenzentrum, heute Einrichtungshaus, Neubau Wohnungen und Gewerbe (ca. 10.000 qm GF)
      - Atriumkomplex Bürgerwiese (35.000 qm NF), heute weitestgehend leer, vor einigen Jahren Planung "Bürger-Rathaus" durch Eigentümer TLG, Wohnungen und Gewerbe geplant
      - Parkplatz Süd (Brache südlich Atriumkomplex Bürgerwiese), Neubau Wohnungen (ca. 8.000 qm GF)

      Spannend wird u.a. sein, was aus den architektonisch durchaus wertigen Atriumkomplexen wird. Sie scheinen, anders als das ebenfalls nicht uninteressante Rechenzentrum, ja noch nicht auf der "Abrissliste" zu stehen. Auf der anderen Seite ist natürlich zu befürchten, dass die bisher recht interessante Fassadengestaltung hinter einer "Allerweltslösung" verschwinden wird. Aber wir werden sehen.

      Hier ein Link zur Geschichte des Areals:

      das-neue-dresden.de/robotron-areal.html
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Die städtebaulich vollkommen verfehlte Bebauungskonzeption der "Sivia" scheint nun wohl hoffentlich vom Tisch zu sein
      Wie bitteeee??? Auf welcher Seite stehst du denn in diesem Forum????

      Spannend wird u.a. sein, was aus den architektonisch durchaus wertigen
      Atriumkomplexen wird. Sie scheinen, anders als das ebenfalls nicht
      uninteressante Rechenzentrum, ja noch nicht auf der "Abrissliste" zu
      stehen. Auf der anderen Seite ist natürlich zu befürchten, dass die
      bisher recht interessante Fassadengestaltung hinter einer
      "Allerweltslösung" verschwinden wird

      Ich nehme an, das war jetzt schwarzer Humor und Ironie deinerseits?????
      Hannover ist eine mittelmäßige Stadt, aber dort sind viele, die sich große Mühe geben, etwas Besonderes daraus zu machen.
      Dresden ist eine besondere Stadt, aber hier sind leider viele, die alles versuchen, etwas Mittelmäßiges daraus zu machen (M. Roth)