Die Pirnaische Vorstadt

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    • Richtig, das tun sie nicht und genau deswegen mache ich mir ja auch den Aufwand, um eine Alternative aufzuzeigen, die sich an den historischen Stadtgrundriss und traditionelle Architektursprache anlehnt. Der B-Plan 389, der das gesamte Gebiet umfasst, wird ja in Abschnitten neu definiert, so eben z.B. gerade B-Plan 389 C auf der "Cockerwiese". Aber meiner Ansicht nach muss man bei diesen Teilplanungen auch das große Ganze im Blick haben.
    • Diese Sichtachse halte ich persönlich für unnötig, zumal eine Bebauung auf dem Eckgrundstück Lingnerallee/Blüherstraße (und nur darum ginge es bei dieser Diskussion) die Sicht zum Rathausturm nicht komplett verstellen würde, zumindest nicht von der Lennéstraße aus: Google StreetView. Der Rathausturm würde über der Bebauung sichtbar bleiben. Und wenn man sich auf den südlichen Teil der Herkulesallee stellt, kann man sogar weiterhin an der Bebauung vorbei bis zum Rathaus blicken.

      Der ursprüngliche Bebauungsplan hat übrigens auch zum Ziel gehabt, die Pirnaische Straße endgültig aus dem Stadtgrundriss zu tilgen, indem zwischen Grunaer Straße und Lingnerallee Wohnblöcke entstehen sollen, die weder untereinander noch zur restlichen Stadt Bezug hätten. Sichtbeziehungen gäbe es dort gar keine und daher wohl auch keinen Anspruch an die Architektur.

      Insofern finde ich es absolut erfreulich, dass der historische Verlauf der Lingnerallee wieder in der Diskussion ist. Das ist meiner Ansicht nach die einzige nachvollziehbare Möglichkeit, dort zu bauen.
    • Das Modell bearbeite ich in SketchUp Make 2016, also nichts professionelles. Bei der Größe dauert aber z.B. das Rendern zu lange, weswegen ich bisher nur Screenshots der Bearbeitungsansicht machen kann.

      Die Gebäude stammen auch überwiegend aus einem Platzhalter-Generator. Vielleicht versuche ich mich auch mal an Entwürfen eigener Gebäude. Wenn jemand schöne (lizenzfreie) Modelle hat oder eine Quelle dafür kennt, würde ich mich über Tipps freuen.

      Danke für's gelungen finden. Vielleicht nützt es ja tatsächlich auch etwas.
    • Also ich bin der Meinung, dass man auf der Visualisierung von "Civitas Fortis" sehr gut sehen kann, welch unglückliche Situation da nun entstehen soll. Eine ganz profane Blockrand-Ecke gewinnt auf einmal an extremer Bedeutung, die an dieser Stelle völlig deplatziert sein wird.
      Die Fassade des Rathauses ist doch bereit genug und außerdem nahezu achssymmetrisch. Das Freihalten der Fläche davor und die Herstellung einer Sichtachse zum Großen Garten war doch städtebaulich sehr gut nachvollziehbar.
      Was steckt denn hinter dieser unsäglichen Planänderung?
    • Für diese Ecke gibt es noch gar keine Planänderung, der Bebauungsplan 389 C endet östlich an der Blüherstraße.

      Diese "profane Blockrandecke" bestand bis 1945 übrigens schon genau so und es geht um das Grundstück, auf dem Herr Wießner dieses Gebäude gern wiederaufbauen wollte - den aktuellen Stand dazu kenne ich allerdings nicht.

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    • Wie die Lage in der Sache momentan genau aussieht, weiß ich nicht. Mein letzter Stand ist, dass das SPA die Achse an der Herkulesallee favorisiert, im Bauausschuss aber die historische Parzellenstruktur bevorzugt wird.

      Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften wrote:

      Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften beauftragt den Oberbürgermeister, vom grundsätzlichen Ansatz der Baukante her für den Bereich westlich der Blüherstraße den Entwurf von Kister-Scheithauer-Architekten und für den Bereich östlich der Blüherstraße den Beitrag von Knoche-Architekten für die weitere Qualifizierung und Erarbeitung eines Entwurfes zu Bebauungsplänen zur Grundlage zu nehmen.

      [...]

      Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften bekräftigt seine Haltung, niedergelegt im Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan Nr. 389 DresdenAltstadt l/ll Nr. 43, Stadtquartier am Blüherpark gemäß V0026/14 vom 19. Februar 2015,dass eine Bebauung westlich der Blüherstraße direkt nördlich der Lingnerallee parzelliert,kleinteilig und gegebenenfalls schrittweise erfolgen soll.
      Das ist eine Entscheidung, die auf Grundlage des Ergebnisses des Werktattverfahrens Herkulesallee getroffen wurde.

      Herr Wießner hat hier, soweit ich weiß, einfach mit den Grundstückseigentümern gesprochen und eine Studie angefertigt, und das auch schon lange bevor hier offiziell etwas los ging.

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    • Die Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplan Nr. 389 C Dresden-Altstadt II Nr. 27 Stadtquartier am Blüherpark-Ost erfolgt doch online im sächsischen Beteiligungsportal: Einfach hier unten auf "Ihre Stellungnahme" klicken. Das geht noch bis zum 6. Dezember. Bisherige Stellungnahmen sind leider nicht sichtbar (nur die Anzahl).

      Ich habe meine Anmerkungen von oben (noch etwas detaillierter) dort abgegeben.

      Hier noch Bilder meines Modells, die ich ebenfalls mit eingereicht habe.

      Schrägansicht des Planungsgebiets (Luftbild: Datenquelle: Landeshauptstadt Dresden, dl-de/by-2-0 (www.govdata.de/dl-de/by-2-0), opendata.dresden.de)

      Variante einer auf historischem Stadtgrundriss bebauten südlichen Pirnaischen Vorstadt (Luftbild: Datenquelle: Landeshauptstadt Dresden, dl-de/by-2-0 (www.govdata.de/dl-de/by-2-0), opendata.dresden.de)

      Blick auf den Schulkomplex aus dem Eckgebäude Lingnerallee/Blüherstraße

      Blick auf den Schulkomplex aus dem Hotelgebäude an der Blüherstraße

      Blick auf den Schulkomplex aus der Pirnaischen Straße
    • Manuel Re wrote:

      Wir sollten deine Vorschläge schriftlich an die Fraktionen weiterleiten.
      Dagegen habe ich nichts einzuwenden. Es sollte ja wohl auch nicht unzulässig sein, eigene Stellungnahmen, die im Rahmen eines Beteiligungsverfahrens abgegeben wurden, auch anderweitig zu veröffentlichen oder an Dritte weiterzuleiten. Insofern kann ich meine ausformulierten Stellungnahmen auch gern dem Verein zur Verfügung stellen.

      Insgesamt, unter Betrachtung der hier in Arbeit befindlichen Planungen der gesamten südlichen Pirnaischen Vorstadt (B-Pläne 389 A-2, 389 B und 389 C) sowie der Vorplanungen für den Promenadenring Ost, wäre es evtl. sinnvoll, als Verein eine Gesamtplanung vorzuhalten, die während der einzelnen offiziellen Planungsphasen immer wieder als Diskussionsbeitrag eingebracht und vor allem auch veröffentlicht werden kann. Genau aus diesem Grund habe ich zunächst mit dem Entwurf von Kartendarstellungen und dann mit einem 3D-Modell begonnen. Ich habe nämlich den Eindruck, dass die Planungen nicht ausreichend öffentlich diskutiert werden, geschweige denn bekannt sind.

      Hier besteht eine sehr seltene Chance, Stadtreparatur durch "Wiedergewinnung der im 20. und 21. Jahrhundert durch Kriegseinwirkungen, fehlende Wertschätzung und behördliche Fehlentscheidungen der Nachkriegszeit verlorengegangenen bedeutenden historischen Stadtbilder und Stadtstrukturen" richtig zu machen (um mal die Satzung des Vereins zu zitieren). Hier geht es in der öffentlichen Wahrnehmung durch die Medien immer nur um Einzelobjekte, wie die Robotron-Kantine, das Eckhaus Lingnerallee/Blüherstraße oder das Palais Oppenheim - alles richtige Diskussionen - aber es fehlt mir an dem Bewusstsein für die Bedeutung des gesamten Quartiers.

      Die konkreten langfristigen Gefahren sind aus meiner Sicht:
      1. Nicht-Lösung der Frage der Sankt Petersburger Straße: Wenn hier nicht gleich mitgeplant wird, kann keine Verbindung zwischen Altstadt und Pirnaischer Vorstadt entstehen. Auch bei einer späteren Umplanung der Straße (nach evtl. Abschluss einer Bebauung östlich davon) bleibt eine Barriere auf dem Grundriss der breiten Schneise.
      2. Fehlende Bezüge zwischen den Teilbebauungsplänen: Es werden untereinander wenig in urbaner Verbindung stehende Quartiere entstehen, die weder in sich, noch als Ensemble im Bezug zur Altstadt attraktiv sein werden (im Bezug auf ein attraktives Stadtbild).
      3. Beplanung nach ahistorischen und wenig nachhaltigen Grundsätzen: Damit meine ich die - aus meiner Sicht unnötige - geplante Achse der verlängerten Herkulesallee, die wenig urban ist und an den überkommenen DDR-Planungen (die teils aus den Monumental-Planungen zu einem "Gauforum" von 1938/39 stammen) festhält. So nah an der Altstadt darf aus meiner Sicht kein solches Experiment gewagt werden; hier muss konsequent auf den historischen Stadtgrundriss zurückgegriffen werden, denn dieser ist die einzige nachhaltige, weil historisch erklärbare Variante, dort zu bauen.
      Ich finde übrigens auch nicht, dass meine Vorstellungen unrealistisch oder einseitig sind, es geht mir hier um eine Art historischen roten Faden, an dem sich auch z.B. das Projekt Lingner-Altstadt-Garten, der Schulkomplex auf der Cockerwiese oder der Erhalt der Robotron-Kantine und der Wohnhochhäuser an der Grunaer Straße integrieren lassen. Die Planungen der Stadt machen aber jeglichen historischen Bezug von vornherein unmöglich, und genau das muss kritisiert werden.

      Ergo: Ich würde gern Zeit und Aufwand sowie die Ergebnisse meiner Überlegungen dem Verein zur Verfügung stellen, um hier ein Stück historisches Dresden wieder erlebbar zu machen.

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