Kestenholz/Chatenois

  • Im Buch "Das Deutsche Dorf", erschienen 1914 ist ein Foto von Kestenholz im Elsass enthalten. Das Elsass gehörte damals zu Deutschland. Kestenholz, mundartlich Keschdeholz bedeutet Kastanienholz. Da Kastanie in der französichen Sprache châtenoi heißt, wurde bei der Umbenennung des Ortsnamens aus Kestenholz Châtenoi. Es handelt sich um eines der schönsten elsässischen Dorfer, was sicherlich auch aus der alten Aufnahme deutlich wird. Der Ort gehört zum Unterelsass und liegt am Übergang von der Ebene zum Gebirge der Vogesen:


  • Man hat, wohl erst ab den späten 1980 er Jahren mitten in Kestenholz einen offenen Bach verdolt, anscheinend um Parkplätze zu gewinnen, welche sich jetzt anstelle des Bächleins befinden. Damit sind auch die alten großen Steintische am und im Bach verschwunden, auf denen früher die Frauen des Dorfes Wäsche gewaschen hatten. Den alten Zustand mit dem offen fließenden Bach und den Waschsteinen hatte ich noch gesehen. Mit der Verdolung des Bächleins ist leider ein malerisches Stück von Kestenholz verschwunden. Übrigens wachsen dort an den Vogesenhängen viele wilde Esskastanien, vielleicht kommt der Ortsname daher.

  • Was mich mal interessieren würde: Gibt es in Dörfern wie "Kestenholz" noch eine deutschsprachige Bevölkerung, oder ist die mittlerweile ganz verschwunden?

  • Gute Frage! Vielleicht kann ich sie ein Stück weit mitbeantworten: Vermutlich mehr deutschstämmig als deutschsprachig.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)