Bremen - Essighaus

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Vielen Dank für die detaillierten Informationen, Pagentorn.

      Allgemein möchte ich sagen, dass man bei den ganzen Diskussionen nicht vergessen darf, dass Bremen eine Stadt mit über 500.000 Einwohnern ist, die obendrein Landeshauptstadt ist. Ein Vorgehen wie in einer deutlich kleineren Stadt ist also nicht nur unrealistisch, sondern auch gar nicht zwingend wünschenswert, ist es doch eines der herausragenden Merkmale Bremens, dass sich die Altstadt trotz ihrer Zerstörungen neben einem Charakter auch ihre Funktionen erhalten hat und das nur durch eine, sagen wir, gewisse bauliche Flexibilität.

      Man findet Dom, Rathaus, Landesparlament und Handelskammer vis-à-vis am Marktplatz, der Domshof nebenan ist traditionell und immer noch "Finanzzentrum" der Stadt, es findet ein täglicher, großer und gut besuchter Markt auf dem Domshof statt. Die Altstadt ist für die allermeisten Bremer immer noch Identifikationspunkt und wird stolz auswärtigen Besuchern gezeigt. Außer dem Wohnen, welches leider in der Tat erfolgreich aus der Altstadt vertrieben wurde (und nur langsam zurückkehrt) sind alle wichtigen großstädtischen Funktionen auf einem sehr kleinen Gebiet vereint. Welche deutsche Stadt dieser Größe (außer evtl. München und nun neuerdings vielleicht mehr und mehr Dresden?) kann so etwas von sich behaupten? Vielerorts sind zumindest ein Teil dieser althergebrachten Funktionen nach außerhalb der Altstadt verlagert worden, sei es das Rathaus (zumindest die Verwaltung), seien es der Rat/Landtag, seien es Handelskammern oder auch Finanzinstitute. Im Kern handelt es sich in Bremen immer noch um einen voll funktionsfähigen alten Kern, der alles andere als eine funktionsreduzierte Kulisse darstellt, trotz einiger kulissenhafter Fassaden.

      Was ich sagen will, ist, dass Bremen eben auch einen pragmatischen Blick auf die Altstadt braucht, so wie ihn die Hansestädter von jeher hatten. Man darf nicht vergessen, was alles schon vor dem Zweiten Weltkrieg einfach abgerissen wurde, siehe die für die Neue Börse weichenden Bauten am Markt, siehe all die gründerzeitlichen Großgebäude der Justiz- und Polizeiverwaltung im Osten und das Verwaltungsgebäude des NL im Westen. Auch in der Langenstraße sind bis zum 1. Weltkrieg immer wieder wertvolle Renaissancehäuser abgebrochen worden und durch banale Gründerzeitler ersetzt worden.

      Man wird diesen Pragmatismus nicht 70 Jahre nach dem Krieg aus der Stadt herausbekommen, wenn er schon die Jahrhunderte zuvor regiert hat, Bremen hat eine Historie von Abbruch und Ersatz sowie schon früh mit Transpositionen und anderen "Illusionen" experimentiert, nicht zuletzt die Böttcherstraße mit ihrer seltsamen Melange aus Altem und Neuem oder die Westzeile des Marktplatzes zeugen von dieser Tradition. Insofern halte auch ich Purismus an dieser Stelle für fehl am Platze, sondern freue mich über alle Lösungen, die das Stadtbild verschönern und gleichzeitig Funktionen erhalten. Selbstverständlich muss auch zeitgenössische Architektur ihren Platz in einer solchen Situation haben, auch hier finde ich den Trend positiv (siehe Landesbankgebäude, auch den Entwurf für den Neubau hinterm Essighaus). Ein so grauer Klotz wie der auf allen Bildern verschämt in den Hintergrund gerückte in der Langenstraße (P&C-Rückseite) wäre heutzutage nicht mehr möglich.

      Mehr geht natürlich immer, und auch ich ärgere mich über die vermeidbaren schlechten Nachrichten wie den Abbruch des Harms-Kaufhauses und den Kühne&Nagel-Neubau, der jegliche Stadtreparatur an der Weserfront nun wieder für 50 Jahre unmöglich macht - aber ich bin mir eigentlich sogar sicher, dass wir auch weiter gute Nachrichten hören werden aus Bremen. Bin gespannt, wie die Stadt in 5 oder 10 Jahren aussieht.
    • Schöne Grüße aus Macao...


      Bei dieser Diskussion werde ich innerlich wirklich furchtbar hin und her gerissen. Beide Positionen haben jeweils so Viel für sich. Und ich möchte hier keine wertgeschätzten Freunde düpieren. Einig sind wir uns Gott sei Dank ja alle darin, daß die Rückkehr des Essighauses, in wie vielen Etappen auch immer, einen großer Gewinn für die Altstadt darstellt. Ich kann wiederum nur ein Lanze für den Pragmatismus brechen, der - sofern nötig - auch über unsere eigenen Generationen hinausgehen kann. Wilhelm von Boddien, wenn es nicht vermessen erscheint, sich diesen großen Mann als Vorbild zu nehmen, hat jetzt die drei Barockfassaden, den Schlüterhof und die Kuppel zurückgeholt. Zukünftige Generationen können dann Innenräume und Ostfassade angehen. Warum also, sollte man nicht auch in Bremen derartig schrittweise vorgehen. Bei den jeweiligen Schritten muß man dann aber ganz konsequent sein, daß heißt hier: Keinen 3 D Druck, sondern klassischer Werkstein. Und wenn erst einmal - wie in Macao - die spätestens seit 1900 für Bremen ja ikonische Fassade wieder steht, dann kann man weiter sehen.
    • Heinzer schrieb:

      Als Einstieg nochmal die vorhandenen Visualisierungen (Quelle für alles: Weserkurier):


      Es wäre schon viel erreicht, wenn man bei der Seitenfassade auf zur Schaufassade passende Geschosshöhen achten würde. Dann wäre das Missverhältniss zwischen Vorderfassade und Hinterbau besser aufgelöst. Zudem würde sich dann vielleicht in Zukunft eine zumindest teilweise Rekonstruktion von Innenräumen ermöglichen, wenn daran einmal Interesse besteht, z.B. durch neue Nutzungen.
    • Axel Spellenberg schrieb:

      Mir sagt die detailliert kritische Bewertung von "Riegel" am ehesten zu, er schreibt mir quasi
      aus der Seele.
      Seelenverwandtschaft halt :) .



      Pagentorn schrieb:

      Letzteres erscheint wie aus der Straßenfront rückstandslos herausgeschnitten. (Quelle: wie oben).


      Wenn man bedenkt, wie filigran die Tragstruktur vor allem auf der Höhe der Utluchten war, und diese das Gewicht der massiven Obergeschosse zu tragen hatte, verstehe ich den Totalschaden.



      Von jemand wurde ein Vergleich mit der Weseler Rathausfassade angestellt, den ich nicht mal unpassend finde. Dort wurde aber bewusst eine massive, sich selbst tragende Fassade vor eine postmoderne Häuserzeile gestellt. Ein Abbruch stand dort nicht zur Disposition; auch ergab sich keine Ecksituation, sodass mindestens dieses Problem nicht auftrat. Eine Weiterführung jener Rekonstruktion ist für künftige Generationen somit möglich.

      Genau gleich verhält es sich auch mit der Pellerhof-Hinterhausfassade in Nürnberg.

      Ein Vergleich sei auch angestellt mit dem Braunschweiger Schloss. Dort wurde die historische Fassade unter Verwendung vieler Spolien vor einen Mehrzweckbau mit kulturellen Einrichtungen, Einkaufscenter und Parkhaus gesetzt. Viele Spolien wurden in der Tiefe abgefräst, weil die neue Fassade nicht in voller Tiefe gemauert wurde. Fassade und Nutzung des Innern haben nichts gemeinsam, was beim Berliner Stadtschloss mit der Nutzung als Humboldt-Forum besser gelöst ist. Der Braunschweiger Lösung kann ich nichts abgewinnen - genau wie ich mich nicht mit der vorgesehenen Lösung in Bremen anfreunden kann (nicht in Bezug auf die Spolien, sondern wegen der Nutzung und auch städtebaulich). Für viele Generationen ist jetzt in Braunschweig ein unbefriedigender Zustand zementiert.



      Faszinierend fand ich beim ursprünglichen Essighaus die Lichtführung des sehr schmalen und tiefen Grundstücks mit dem Lichthof. Gerade auf den Fotos der Gastwirtschaft sieht man die Wirkung des Lichthofes auf die Räumlichkeiten - weniger des Lichteinfalls wegen, sondern viel mehr der unbewussten Wahrnehmung, überhaupt neben einem Fenster zu sitzen. Solche Lichtführungen wären heute noch realisierbar, aber für die meisten Leute unvorstellbar. Somit möchte man jetzt möglich viele Fenster auf der Seitenfassade realisieren, was auch verständlich ist.

      Wäre es nun nicht ein Kompromiss, so wie es Heimdall vorschlägt, mindestens eine vernünftige Raumtiefe im Rohbau (inkl. Dachform) der zu rekonstruierenden Vorderfassade anzupassen? Und beim entsprechenden Teilbereich der Seitenfassade keine (oder mindestens ein kleines Eckfenster) zuzulassen? Somit bestünde dereinst die Möglichkeit, Jahre später Teile der Innenräume zu rekonstruieren - so wie es beim Berliner Stadtschloss für einzelne Räume schon vorgesehen wurde. Quadratmetermässig würde so kein nennenswerter Verlust bei den Vollgeschossen entstehen, und für das Stadtbild würde eine gute Gesamtwirkung erreicht.
    • Riegel schrieb:

      Ein Vergleich sei auch angestellt mit dem Braunschweiger Schloss. (...) Fassade und Nutzung des Innern haben nichts gemeinsam, was beim Berliner Stadtschloss mit der Nutzung als Humboldt-Forum besser gelöst ist.

      Das stimmt allerdings nicht ganz. Im Gegensatz zum Berliner Stadtschloss wurden in Braunschweig einige Räume teilrekonstruiert und für ein Museum zur Geschichte des Schlosses genutzt. Insofern haben hier die Fassade und die Nutzung im Inneren eigentlich mehr mit der Historie zu tun als in Berlin.

      schlossmuseum-braunschweig.de/
      (siehe unten: Rundgang mit Bildern)
    • In der Böttcherstraße wurde auch ein historischer, hier gotischer, Giebel in einem backsteinexpressionistischen Ensemble eingefügt. Hier stimmen die Proportionen und Materialien des Hauses hinter dem Giebel überein, und die der umliegenden Häusern auch. Beim Balgequartier sollte auch erreicht werden, daß der Giebel des Essighauses nicht bloß ''aufgeklebt'' wirkt. Das heißt, daß der Gebäudeteil direkt hinter dem Giebel dieselben Geschoßhöhen wie der Giebel hat, und ein traditionelles Satteldach hat, damit der Giebel nicht im Leeren steht. Zudem sollte hier die ungünstige Konkurrenz der expressionistischen Dachaufbauten vermieden werden. Für Backsteinexpressionismus ist an den geplanten Häusern/Gebäudeteilen rechts des Essighauses genügend Platz, denn hier gibt es in der Erdgeschoß- und 1. Obergeschoßzone an den Giebeln nichts als zu großen Schaufenstern und kahle Wandteile.
      Der Rückkehr des Giebels des Essighauses an sich ist natürlich eines der größten Rekonstruktionsdesiderate in den kriegsverstümmelten deutschen Städten, und deshalb in fast jedem Kontekst zu begrüßen. Wie Niederländer zu recht bemerkte, ist eine solche Rekonstruktion in kunstgeschichtlich wichtigeren Städten wie Hildesheim (Pfeilerhaus) und Nürnberg (Pellerhaus-Vorderfassade) wohl aus ideologischen Gründen immer noch nicht möglich. Deshalb ist das Projekt in Bremen auf jeden Fall sehr erfreulich, aber der Entwurf müßte im übrigen noch ein Mal überarbeitet werden.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Keine Preisgabe des ‚Hauses von Arnd von Gröpelingen’

      Dank des Hinweises von Mantikor habe ich die diesjährige Ausgabe der Schriftenreihe der Bremer Denkmalpflege hinsichtlich des Essighauses zu Rate gezogen und bin dabei auf folgende Angaben von Uwe Schwarz gestoßen:

      „Der rückwärtig zur Obernstraße belegene Bauteil ist wohl ein deutlich älterer [Anm.: älter als 1600] Massivbau, vielleicht sogar noch ein ‚Steinernes Haus’ des Mittelalters, in das sich der Eigentümer bei drohender Gefahr zurückziehen konnte.“
      (Schwarz, Uwe: (Nicht mehr als) Erinnerung: Verlorene Bauwerke der Renaissancezeit in Bremen. In: Denkmalpflege in Bremen. Schriftenreihe des Landesamtes für Denkmalpflege Bremen, Band 15 – Renaissance. Bremen 2018. Edition Temmen, S. 62.)

      „Im Inneren sind noch einige der Ausstattungsstücke der ‚Sammlung Essighaus’ als Versatzstücke vor Ort erhalten, […]. Vom alten Essighaus sind noch die Reste der Utlucht an der Langenstraße und Teile des aufgehenden Mauerwerks des Hinterhauses erhalten. Wo die nach dem Krieg geborgenen Sandsteinelemente der Fassade geblieben sind, ist unbekannt.“
      (Schwarz, Uwe: (Nicht mehr als) Erinnerung: Verlorene Bauwerke der Renaissancezeit in Bremen. In: Denkmalpflege in Bremen. Schriftenreihe des Landesamtes für Denkmalpflege Bremen, Band 15 – Renaissance. Bremen 2018. Edition Temmen, S. 68.)

      Dieses ‚aufgehende Mauerwerk des Hinterhauses’ ist am nördlichen Teil der freiliegenden Westfassade des heutigen ‚Essighaues’ als Mauervorsprung mit folgender Rundung erkennbar, beides Elemente, die – da ja funktionslos – dagegensprechen, daß es sich bei ihnen um Strukturen des nüchternen Neubaus der 50er Jahre handelt.

      Vom Nordende der Großen Waagestraße aus blickt man von Osten her auf eine Gebäudeformation, die bis zum 2. Weltkrieg wohl ein Hintergebäude des östlichen Nachbarhauses des Essighauses (damalige Hausnummer 12) darstellte.

      Aufgrund seines archaischen Aussehens – man beachte den markanten ‚Strebepfeiler’ – könnte man in diesem einen Teil jenes von Uwe Schwarz erwähnten mittelalterlichen ‚Steineren Hauses’ sehen, der eventuell ursprünglich zusammen mit dem Hinterhaus des Essighauses eine Einheit bildete.

      Es ist, auch wenn dies jetzt natürlich nur Spekulation ist, nicht ausgeschlossen, daß es sich bei diesem ‚Steinernen Haus’ um den Rest des Patrizierhauses des Ratsherrn Arnd von Gröpelingen handelt, von welchem man belegbar weiß, daß es sich in der Nähe der späteren Stadtwaage befand. Arnd wurde im Schlafgemach (welches sich im sichersten Teil seines Anwesens – also eben im ‚Steinernen Haus’ befand) im Jahre 1304 von politischen Gegnern ermordet. Diese Tat hatte einige Auswirkung auf die Geschichte der Stadt. Die Grab-Tumba Arnds befand sich in der St. Ansgarii-Kirche. Der Tumba-Deckel mit der vollplastischen Liegefigur des Getöteten ist heute im Focke Museum zu bewundern.

      Was will ich damit sagen ? Einfach nur Folgendes: Der mögliche ‚Tatort’ des historischen Mordes an einem für die Stadtgeschichte nicht unwichtigen, mittelalterlichen Ratsherrn, darf nicht den ökonomischen Interessen des Investors weichen, sondern muß vor Ort ungeschmälert erhalten werden ! Zumal Bremen ja ansonsten über nur sehr wenige hochmittelalterliche Profanbaukunst verfügt...

      Auf der Denkmalkarte des Landesamtes ist das – gegenwärtig immer noch auf zwei Grundstücken gelegene – ‚Steinerne Haus zwar als unter die Erhaltungssatzung fallend (hellrote Färbung), aber nicht als eigentliches Denkmal (tiefrote Färbung – wie z.B. Stadtwaage, Utluchten der Essighaus-Fassade, Giebel der ehem. Sonneapotheke rechts neben dem Essighaus) gekennzeichnet. Hier besteht somit Handlungsbedarf ! Das ‚Steinerne Haus’ muß höherrangig geschützt werden !

      Denkmalkarte des Landesamtes.





      Aktuelles Luftbild mit überblendeter historischer Katasterkarte und Grundriß des Essighauses.





      Blick auf die Westseite des heutigen Essighauses. Oben: Blick von Süd nach Nord – vom Vorder- zum Hinterhaus. Unten: Entgegengesetzte Blickrichtung. (Wie alle folgenden Farbphotos: von mir; AD 2000).





      Mauervorsprung und Rundung.





      Blick von der Großen Waagestraße auf die Ostseite des möglicherweise mittelalterlichen ‚Steinernen Hauses’.





      Der ‚Strebepfeiler’.





      Der Tumbadeckel des Grabes von Arnd vonGröpelingen.



      Das 'Steinerne Haus' Arnds auf einem später zweigeteilten Grundstück ?

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    • @Brandmauer

      Noch etwas nebenbei: der Giebel des Essighauses erinnert mich immer wieder an Teile der leidener Rauthausfassade! Ansonsten sind mir kaum vergleichbare Fassaden bekannt. Ist aber auch logisch: die Fassade des leidener Rathauses wurde von Lüder von Bentheim aus Bremen erbaut, und am Essighaus, dass kurz nach seinem Tod erbaut wurde, hat dann höchstwahrscheinlich einer seiner Schüler gearbeitet.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Niederländer ()

    • Pagentorn schrieb:

      Aufgrund seines archaischen Aussehens – man beachte den markanten ‚Strebepfeiler’ – könnte man in diesem einen Teil jenes von Uwe Schwarz erwähnten mittelalterlichen ‚Steineren Hauses’ sehen, der eventuell ursprünglich zusammen mit dem Hinterhaus des Essighauses eine Einheit bildete
      google.com/maps/@53.0763409,8.….66h,32.05t/data=!3m1!1e3

      Vielleicht ist das hier auch interessant. In dem kleinen weißen Hof gibt es wohl auch soetwas wie drei Strebepfeiler.
      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski
    • Sehr geehrte Kaoru,

      Vielen Dank für Ihren Hinweis !

      Da es sich bei dem Gebäudetrakt, an dem sich diese 'Strebepfeiler' (oder was es auch immer sein mag) befinden, wahrscheinlich um denjenigen über den Krieg gekommenen Teil des Hintergebäudes (oder sollte man besser sagen, des Nebenflügels) handelt, in dem seit dem Umbau durch Albert 'Dunkel der Speisesaal und darüber das Rokoko-Zimmer angesiedelt waren, kann es schon sein, daß hier auch noch am Außenbau alte Strukturen erhalten geblieben sind. Jedenfalls ist beim Abgleich des Luftbildes mit dem alten Grundriß festzustellen, daß dieser Trakt vor dem Krieg und auch heute einen ganz leicht trapezförmigen Grundriß aufweist.
    • Man muss sich halt immer die Frage stellen, was die realistische Alternative zum Angebotenen ist...
      Zugegeben, die sich ergebende Ecksituation ist gewagt*. Aber deshalb auf diese Fassade verzichten?
      Was wollen wir eigentlich? Bislang gab es keine Option für das Essighaus. Und der heutige Zustand ist wahrlich nicht erhaltenswert - bis auf die Partie um den Strebepfeiler natürlich, hier wären Forderungen zu stellen.
      * es wäre allerdings zu überlegen, inwieweit in diesem Zusammenprall nicht auch eine gewisse Qualität liegen würde - jedenfalls eine Einzigartigkeit.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Korrekturen am Spatzen

      Sehr geehrter ursus carpaticus,

      ich tendiere ja auch eher zu der Ansicht, nach der es ratsamer ist, den 'Spatz in der Hand' zunächst einmal festzuhalten, bevor man der 'Taube auf dem Dach' nachsteigt.

      Das bedeutet andererseits aber nicht, daß keine 'Nachbesserungen' am 'Spatzen' wünschenswert wären. Ich glaube über diese Notwendigkeit einer Überarbeitung des Entwurfs sind wir uns hier ja so ziemlich alle einig.

      1. Dachbereich

      Zuvörderst stören sich viele an den Staffelgeschossen. In meinen Augen erinnert der 'Spatz' mit seinen dergestalten 'Aufbauten', an den Rücken einer bedrohlichen Urzeitechse oder einen australischen Igel. Beides eher abweisende und nicht gerade einladende Vorstellungen...

      Wer einmal vergleichen möchte:



      Folglich wäre es schön, wenn Christian Jacobs und seine Architekten sich zu einem klassischen Satteldach mit Pfannendeckung durchringen könnten.

      2. Seitenfassade

      Dem - berechtigten - Kritikpunkt, nach dem die historische Fassade 'wie aufgeklebt' wirke, könnte man dadurch abhelfen, daß man die lange Seitenfront mit Sandstein verkleidet. Fassade und dahinterliegendes Haus wären dadurch
      ein optisch einheitlich erscheinender Baukörper.

      3. Schluß der Baulücke

      Das Problem mit der Seitenfassade würde sich allerdings erst gar nicht stellen, wenn die Stadt bereit wäre, die - ahistorische und eigentlich nicht wirklich benötigte, zudem namenlose - Seitengasse aufzuheben und wieder als Baufläche auszuweisen. Denn im Grunde braucht die Fassade, um richtig wirken zu können, eine Fassung auf BEIDEN Seiten !
    • Das Beste wäre wohl tatsächlich die Aufgabe der namenlosen Gasse und eine Lückenbebauung bis zum Parkhaus... vielleicht könnte daneben ja das Meiersche Haus (ehem. Langenstraße 16), welches heute auf dem Grund des Parkhauses stünde, als Fassade rekonstruiert werden (träum ;).

      Bleibt das Problem der Belichtung des neuen Baukörpers... trotzdem, eine gute Idee. Ich weiß aber nicht, ob nicht an dieser Stelle eine Tiefgarageneinfahrt geplant ist, das würde sonst nirgends anders an dem Gebäude gehen.
    • Visualisierung der Lückenbebauung

      Eine Tiefgarageneinfahrt wäre - bei entsprechendem guten Willen auf allen Seiten - eventuell auch im Wege eines Durchbruchs vom benachbarten - pottenhäßliche - Parkhaus aus realiserbar ? Nur eine Frage...

      Im Übrigen habe ich hier einen - natürlich total amateurhaften - Visualisierungsversuch, der die Wirkung einer Lückenbebauung auf Essighaus und Straßenbild illustrieren soll. Danach würden die oberen Teile der gegenwärtigen Essighaus-Fassade mit den vom ehemaligen Haus 'Caesar' am Domshof stammenden Schmuckelementen einfach nach links verschoben. Die Erdgeschoßzone mit den Gauben hat man sich natürlich wegzudenken und sich statt dessen eine Backsteinfront mit Portal vorzustellen. Meinem Ermessen nach, wäre dabei sogar noch Raum für die Beibehaltung eines ganz schmalen Gäschens, zwischen diesem Neubau und dem Parkhaus.

      - Bild aufgrund des Hinweises von Stuegert entfernt -

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