Bremen - Essighaus

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    • Bremen - Essighaus

      SENSATION IN BREMEN!

      Im Zuge der Aktivitäten von Christian Jacobs im Quartier Langenstraße (er hat die Stadtwaage gekauft und das alte Jacobshaus an der Obernstraße abreißen lassen) passiert nun noch mehr auf dem Weg zum "Brückenschlag zur Weser".

      Die Fassade des Essighauses wird rekonstruiert:


      Quelle: Weserkurier

      Ich bin richtiggehend aufgeregt, eine solche Überraschung hatte ich mir niemalss träumen lassen. Es ist zwar nur eine Fassade, und man kann sich über die Neugestaltung der Nachbarhäuser sicher trefflich streiten, aber dass so etwas überhaupt passiert, ist ein Wunder, sicherlich auch inspiriert durch viele tolle Rekoprojekte der letzten 10 Jahre und durch Euch, den Verein. Dank auch an Christian Jacobs, der sich natürlich auch ein Denkmal setzt - Bremen kann froh sein, solche ihm wohlgesonnenen Mäzene, deren Familien in und mit der Stadt reichgeworden sind, noch zu haben.

      Wahnsinn.... ich brauch erstmal einen Kaffee.

      Zwei Links:

      Weserkurierartikel 1

      Skalecki (Stadtdenkmalpfleger und erklärter Rekonstruktionsgegner) stimmt murrend zu:

      Weserkurier-Artikel II

      So, etwas heiß gestrickt, aber das ist ein richtiger Kracher und verdient sicher einen eigenen Thread im Verlauf....
    • Eine wunderschöne Fassade! Danke für die erfreuliche Nachricht aus Bremen!

      Auch der Rest des Hauses scheint gut zu werden. Endlich einmal kein 90er Jahre Erguss mit verschobenen Strichcodefenstern im Betoneinheitslook. Solche Projekte sind für eine Stadt immer wichtig, da sie zeigen, was alles möglich ist und das Verlangen nach Schönem befruchtet.
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Merkel, Krieg und Denkmalschutz“!

      Treffendes Lied über deutsche Architektur!
    • Sehr schön finde ich auch, daß das lange Kontorhaus zwei historische Giebel erhält. Das wird sicher toll aussehen.

      Hier sieht man die aktuelle Situation:

      binged.it/2PVJ3Wv

      Nur beim Essighaus und den rechten Nachbarn habe ich Schwierigkeiten, mir das Ergebnis vorzustellen. Laut der Visualisierung, ist direkt neben dem Essighaus ein weiterer Schmuckgiebel. Dann erst kommt rechts ein moderner Bau.

      In der Realität sieht das aber etws anders aus. Da ist zwischen dem Essighaus und dem zweiten Giebel nur ein Dach. Wird der erhaltene Giebel also ein Haus nach links versetzt?

      Hoffentlich zieht dieses Projekt noch andere Verschönerungen nach sich. Leider wird es aber noch einige Jahre dauern, bis es richtig losgeht. Da bin ich immer etwas ungeduldig. Denn in den Jahren kann sich auch noch eine unschöne Entwicklung ergeben.
    • So ist die heutige Situation in der Langenstraße.

      Im Vordergrund die Stadtwaage


      Der anschließende Bau mit dem translozierten Giebel aus der Sögestraße


      ''Pagentorn' hatte in diesem Beitrag unter Punkt 2 bildlich die Veränderungen dargestellt. Die wohl vorgesehene erneute Translozierung des Giebels hat demnach seinen Grund offenbar in einer Annäherung an die Vorkriegssituation.

      Das Essighaus




      Insgesamt bin ich durchaus angetan von der Planung, allerdings ist diese Staffelgeschosspyramide auf dem Essighaus m. E. ein wenig zu mächtig geraten.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mantikor ()

    • Auf den zweiten Blick sind da natürlich auch einige Ärgerlichkeiten dabei. So handelt es sich beim Neubau um einen kaum kaschierten monolithischen 6000qm-Klotz, der natürlich prinzipiell der Idee von Kleinteiligkeit zuwider läuft. Auch kann ich mir die Fassade zur Langenstraße mit diesen drei Giebeln noch nicht so recht vorstellen, v.a., warum man die Fassade des mittleren Hauses mit dem zu translozierenden Giebel dann unten noch modernistisch zu entstellen meinen muss, wo sie jetzt "nur" harmlos-schmuckloser früher Wiederaufbau ist.

      Trotzdem ist das ganze Ding ein absoluter Kracher, an den "ganz großen" Weserrenaissancefassaden fehlt in Bremen dann nur noch das Kornhaus (womit ich keineswegs bestreiten möchte, dass auch wahnsinnig viel Wertvolles der "zweiten Reihe" verloren gegangen ist und fehlt). Ein weiteres Zeichen dafür, dass die punktuellen Rekonstruktionen in Bremen nach dem Krieg doch noch spürbar machen, was fehlt. Wenn das Umfeld noch nicht ganz versaut ist, fällt es eben leichter, noch nachzuarbeiten.

      Insgesamt ist das ganze Projekt inkl. der rekonstruierten Giebel des Kontorhauses und der allgemeinen Aufwertung der gesamten Straße inkl. einheitlichen Pflasters etc. natürlich eine Riesensache für Bremen, etwas schöneres ist hier wohl seit dem (hart umkämpften und immer wieder auf der Kippe stehenden) Wiederaufbau der Stadtwaage nicht mehr passiert in Sachen Stadtbild. Und man sollte die Ausstrahlung nicht vergessen. Wenn das erstmal steht, die Disneyquäker verstummt sind, kommt vielleicht auch wieder Bewegung in andere Dinge. Am wichtigsten scheint mir zunächst mal die Entstehung eines "Nukleus" der Aufwertung, der evtl. weitere Rekonstruktionen zulässt inkl. möglicher weiterer Translozierungen von weiteren verstümmelten Fassadenresten (z.B. dem "Wohnhaus Martinistraße 27 --> Wikipedialink, mittlerweile umklammert vom Hotelneubau "Atlantic"), die anderswo in der Stadt ein trauriges Schicksal fristen.
    • Ich persönlich finde es etwas schade das ausgerechnet ein vergleichsweise schöner bau der Abrissbirne zum opfer felt wenn man sich die Umgebung anschaut gäbe es da viel bessere Kandidaten zum platt machen zb. das grauenvolle ding links.Das der Essliger wiederkehrt ist natürlich traumhaft diese ecke von Nachkriegsbau kann man bedenkenlos ersetzen,was passiert eigentlich mit dem Sandstein gilbel teilen beim nachkriegs essighauses ,das landet doch hoffentlich nicht auf der müll kippe dafür ist es noch zu neu.Am neubau teil ist interessant das dieser sehr wertig wirkt und mit Backstein arbeitet.
    • Findet ihr das wirklich gut? Das ist doch eine totale Verballhornung dieser historischen, wiederkehrenden Fassade! Ich kenne die Baustimmung in Bremen zwar nicht, aber wenn ich die jetzige Dachlandschaft betrachte, ist dieser Häuserblock noch das einzig Annehmbare in der Umgebung. Nun sollen also auch diese Dächer irgendwelchen "Staffelgeschossdächern" mit maximaler Ausnützung weichen. Und als Zückerchen soll die rekonstruierte Essighaus-Fassade an den Neubau vorangeklebt werden...

      Historische Architektur haben diese Leute offenbar nicht verstanden. Weshalb kann die Seitenfassade nicht einfacher sein? Gestaltungswille vermissen wir ja generell zu oft in diesem Forum, aber bei diesem Projekt passiert genau das Gegenteil. Ein Blick auf wenigstens fünf vergleichbare Bauten offenbarte doch Vieles - die Seitenfassaden sind meistens sehr einfach gemauert und nicht mit einem Schmuckkleid versehen. Aber hier wird eine Konkurrenz zur Vorderfassade geschaffen, was völlig unnötig und nicht hinnehmbar ist.

      Dasselbe gilt auch für die Dachzone: auf den zweieinhalbgeschossigen Giebel mit sieben Obelisken wird mit einer viergeschossigen Staffeldachorgie und über hundert "angeklebten" Fiälchen geantwortet.

      Das Rekonstruktionsniveau von (Berlin), (Dresden), Frankfurt und Lübeck wird hier nicht mal annähernd erreicht, und ich würde mich anhand dieses Beispiels aus Bremen niemals mit einem Rekonstruktionsgegener auf eine Diskussion einlassen! Da sind sogar die umstrittenen Markthäuser in Mainz noch besser, weil die von vorne wenigstens noch anständige Dächer besitzen. So schön auch die wiederkehrende Essighaus-Fassade sein mag, aber dieses Wiederkehren würde ich künftigen Generationen mit mehr Respekt vor dieser Fassade überlassen.

      Vergrössert bitte die Visualisierung recht kräftig und schaut auch Teilbereiche an. Somit wird klar, dass die rekonstruierte Fassade absolut nichts mit dem dahinterliegenden Neubau zu tun haben wird. Hier wird Neo-Expressionismus (aber guter, wie ich finde!) auf Renaissance stossen und keine Verbindung eingehen. Keine einzige(!) Geschosshöhe stimmt mit der andern überein. Während auf der Seitenfassade bodentiefe Schaufenster hinkommen sollen, zeigt die originale Hauptfassade vergitterte Kellerfenster.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Riegel ()

    • Schon der bloße Rückgewinn der kompletten Fassade ist ein nicht zu unterschätzender Wert an sich - zumal in Bremen !

      Sehr geehrter Riegel,

      viele Rekonstruktionsbefürworter hier in Bremen sehen die Seitenfassade ähnlich kritisch wie Sie. Auch ich tue das prinzipiell. Vielleicht wird ja die sicher noch zu erwartende Überarbeitung des Entwurfs hier eine Abhilfe in unserem Sinne schaffen. Wenn nicht, dann heißt es, mit pragmatischer Geduld vorzugehen.

      Einerseits kann man auf Zeit setzten und darauf hoffen, daß zwar die -nach dem unerfindlichen Abbruch der Rekonstruktionsarbeiten in den 60er Jahren nach Erreichung der Oberkante des Erdgeschosses - endlich wieder in voller Höhe hergestellte Fassade des Essighauses ein gesetztes Faktum sein wird, welches jeder zukünftige Bauherr wird berücksichtigen müssen (dies ist der zweifellose Qualitätssprung, der mit den aktuellen Planungen verbunden ist), daß aber der dahinterliegende Neubau sicherlich nicht diesen Ewigkeitsstatus erlangen wird. Man hat ja oft genug erlebt, welch kurze 'Halbwertzeit' hochgefeierte Neubauten dann tatsächlich nur hatten.

      Andererseits kann man den Blick auf die weniger gelungene Seitenfront einfach dadurch beseitigen, indem man die - erst nach dem Krieg entstandene und heute als zugiger Durchgang und Fahrradparkplatz genutzte - Baulücke mit einem gleichhohen Gebäude schließt. Dies wäre ohnehin ein berechtigtes Anliegen, da das historische Essighaus niemals eine freigestellte linke Flanke besaß.

      Schließlich sollten wir gerade in Bremen nicht agieren wie die letztlich glücklose Gemahlin im Märchen vom 'Fischer und seiner Frau', die mit den unverhofftem materiellen Zugewinn nicht zurecht kam und immer schneller, immer mehr haben wollte. In dieser bisher so rekonstruktions-feindlich gesonnenen Stadt wie Bremen, ist die Vollendung der Essighaus Fassade tatsächlich - wie Heinzer schreibt - eine 'Sensation'. Und sie ist noch viel mehr, nämlich ein bisher völlig unerwarteter und undenkbarer potentieller Eisbrecher für weitere Projekte, wie das Kornhaus und selbt St. Ansgarii..

      Was in der Tat wirklich gruselig wäre, wäre eine Ausführung der Fassade in '3-Druck'. Hier gehört vielmehr traditionelle Steinmetzkunst angewandt !
    • Kompromisse müssen gemacht werden ab und zu, aber faule Kompromisse wie hier?

      Nein, ich kann davor nur warnen. Dem Rekonstruktionsgedanken wird hier kein Gefallen getan, sondern er wird nur lächerlich gemacht, und unserem allseits "beliebten" Wort - beginnend mit einem grossen "D" - nur Vorschub geleistet.

      Verballhornung (den Begriff habe ich in meinem vorigen Beitrag verwendet):

      https://de.wikipedia.org/wiki/Verballhornung schrieb:

      die absichtliche oder unbewusste Neubildung bekannter oder unbekannter Wörter und Redewendungen.
      [...]
      Der Duden gibt zu verballhornen die Bedeutung „(ein Wort, einen Namen, eine Wendung o. Ä.) entstellen“ an. Dies erfolgt auch zu parodistischen Zwecken.

      Ein Kompromiss wäre, die ahistorische Lücke wieder zu schliessen, aber dann hätte der Bauherr - sprechen wir lieber vom Investor oder Gebietsentwickler - viel weniger Fensterflächen, und das möchte er wohl nicht. Hier die historische Situation, mit beidseitig eingebundenem Essighaus:


      Quelle:bildindex.de

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Riegel ()

    • Aber was müssen wir denn sonst machen? Das heutige Provisorium unter Denkmalschutz stellen, ähnlich wie in Emden, Hildesheim, Frankfurt und Nürnberg (bin eigentlich sogar verwundert, dass dies hier noch nicht der Fall ist)? Dann wird die Fassade garantiert nie mehr wiederkommen, wie auch das Salzhaus, das Emdener Rathaus, das Pfeilerhaus am hildesheimer Andreasplatz, und sogar das Vorderhaus des Pellerhauses. Also bin ich jetzt einfach nur froh, dass zumindest diese einmalige Fassade jetzt höchstwahrscheinlich wiederkommt. Hoffentlich kann dann das Ganze später nochmal verbessert werden.
    • @Niederländer: Doch, das Haus steht unter Denkmalschutz, auch die aktuelle Variante, aber der Landesdenkmalpfleger Georg Skalecki war von Anfang an in die Planungen miteingebunden und musste wohl angesichts der Übermacht an Befürwortern bis in den Senat hinein einfach zustimmen. In einem der verlinkten Zeitungsartikel ist auch eine Aussage von ihm zu finden, warum er mit der Sache -obwohl erklärter Rekogegner- doch leben kann. Es geht um noch vorhandene Spolien etc.

      @Riegel: Alles, was Du sagst, ist richtig - und doch finde ich die Sache richtig gut. Es ist genau, wie Pagentorn schreibt. Bremen hat keine Rekonstruktionstradition (seit 1960/1961 zumindest, davor wurde ja sogar noch eine ganze Menge rekonstruiert). Wir werden Kompromisse eingehen müssen. Allein die Wiederauferstehung dieser Fassade ist mir das alles wert. Natürlich ist die Seitenansicht nicht sehr gut, natürlich ist der Bau zu groß, klobig, massig, hoch. Trotzdem, is mir egal ;).

      Für Bremen geht es natürlich auch um mehr, um einen allgemeinen Aufbruch, gerade in der Altstadt. Und das Projekt umfasst ja auch noch das Kontorhaus, an dem ebenfalls zwei Giebel rekonstruiert werden und die Stadtwaage, die zwar umwerfend schön, aber auch ein bisschen verschlossen und unternutzt in der Langenstraße "herumstand". Der ganze Bereich, den man jetzt etwas polemisch als Wurmfortsatz einer Parkhauszufahrt bezeichnen könnte, wird eine massive Aufwertung erfahren, es werden sich weitere Investoren anderer Gebäude annehmen, und vielleicht ist auch Christian Jacobs noch nicht "fertig". Es war z.B. mal die Rede vom "Pressehaus" gegenüber, einem misslungenen Nachkriegsgebäude, in dem der Weserkurier residiert und das als Barriere gegenüber der erhofften Öffnung zur Weser gilt. Auch hier könnte noch etwas passieren... aus einer auch regionalwirtschaftlichen Sicht ist das alles einfach ein Jackpot für Bremen, auch wenn es natürlich mit der reinen Lehre nichts zu tun hat. Am Ende werden das dann dieselben Diskussionen wie ums Braunschweiger Schloss.

      Ich bin vorbehaltlos für die Umsetzung dieser Sache, trotz all der unbestrittenen Unerfreulichkeiten. Und Du hast Recht, das Bürogebäude ist an sich ebenfalls recht gut gestaltet, das ist allgemein so ein Stil in Anlehnung an den Klinkerexpressionismus, der hier fröhliche Urständ feiert, auch das ein nicht zu verachtender Aspekt, denn ich mag ihn, wie auch am Beispiel der Bremer Landesbank zu sehen ist. Es entwickelt sich hier wirklich viel, und ich hoffe auch, dass Zech, der letztlich den nochmals viel größeren Eingriff in der Innenstadt plant, sich etwas abschaut von Christian Jacobs.

      Insgesamt, dabei bleibe ich, kann man sich die Bedeutung dieses Projekts für Bremen kaum ausmalen. Ich will jetzt trotz der Parallelen (beides Kaufleute, die (oder deren Familien) in Bremen mit Kaffee reichgeworden sind) zu Ludwig Roselius nicht völlig davonfliegen, aber das hier hat das Zeug zu einer neuen Böttcherstraße in klein für Bremen.
    • Anbei ein kleines Essighaus-Triptychon



      Und noch'n Gedicht:

      (1901 vom Bremer Malerfürsten Arthur Fitger anläßlich der Wiedereröffnung des Gebäudes als 'Alt-Bremer-Haus' -eines renommierten, von der Weinimportfirma Reidemeister & Ulrichs betriebenen Speiselokals - getextet. Der Architekt des seit 1897 inklusive Fassaden-Sanierung durchgeführten Umbaus war Albert Dunkel)

      Die daran kritisierte Geistehaltung dürfte uns hier recht bekannt vorkommen (ich sage nur 'Herrschaft von Winkelmaß und Lineal...)

    • Lieber Niederländer,

      das ist das sog. 'Meier'sche Haus' ('Langenstraße Nr.16), welches von ca, 1610 -1620 erbaut wurde und damit so ziemlich gleichaltrig mit dem Essig-Haus (von 1618) war. Hierzu finden Sie noch einige Informationen im Themenstrang 'Bremen-Kornhaus' unter der laufenden Nummer 25.

      Und leider nein, soweit ich weiß, existieren von diesem Gebäude keine Spolien mehr.
    • Spellenberg-Entwurf

      Architekt und Baumeister Axel Spellenberg hat einen Alternativ-Entwurf für das Essighaus-Ensemble vorgelegt, der uns Allen hier sicherlich deutlich besser gefallen würde, als die in der Lokalpresse veröffentlichte Planung. Der Alternativ-Entwurf geht wesentlich behutsamer mit dem Baugedanken des ursprünglichen Essighauses um, nicht zuletzt durch das vorgesehene, Gauben-bestückte Satteldach und die Übernahme der Fenster-teilenden Säulen von der Fassade auch an der Längsseite. Würde dieser Entwurf umgesetzt, hätte Bremen in diesem Areal in der Tat ein Stück Altstadt-Atmosphäre mehr. Wir bräuchten mehr Spellenberg und weniger Investoren-Architektur !
    • Anstelle des Gründerzeithauses links vom Essighaus, wo heute die ahistorische Baulücke besteht, stand ein weiterer qualitätsvoller Renaissancebau. Möglicherweise verbarg sich dahinter ein älterer Bau aus der Gotik, wenn man die niedrigen Geschosse betrachtet. Wohl wegen letzteren wurde dieses Haus gegen 1900 durch den Gründerzeitbau ersetzt. Interessant ist aber, dass der Schweifgiebel nicht ans neue Haus transloziert wurde, was zu jener Zeit bereits gemacht wurde, sondern ein einfacherer Giebel an seine Stelle trat. Gab es um 1900 in Bremen noch so viele Schmuckgiebel, dass der Verlust eines einzelnen nicht so schwer wog?


      Ungelaufene Ansichtskarte um 1900, links der Vorgänger des Gründerzeitbaus.


      Beim Bildindex habe ich noch ein Bild mit den Überresten des Oculus-Fensters über der Haustür gefunden, welches bei der Rekonstruktion nicht mehr eingebaut wurde. Vielleicht liegen die Steine immer noch in einem Depot?


      Quelle: bildindex.de
    • Sehr geehrter Riegel,

      in der Tat war das Essighaus bis zur Jahrhundertwende zur Linken von einem Renaissance-zeitlichen benachbart.

      Anbei eine Photo-Collage welche einen Teil der Nordseite der Langenstraße (links) vor und (rechts) nach dem Abbruch selbigen Hauses zeigt:



      Im Übrigen mag das originale Oculus-Fenster in der Tat noch existieren und eine der Spolien sein, die für den Wiedereinbau vorgesehen sind. Unsere hiesige Denkmalpflege hat schon ihre verschwiegenen und teilweise geradezu verträumten Lagerstätten für Derartiges ...

      Zum Abschluß für Heute noch ein Blick in das Innere des Essig-Hauses in seiner Nutzung als Restaurant ab 1901. Es war seinerzeit, neben dem Bremer Ratskeller, das mit Abstand beste Speiselokal der Stadt. Im Michelin hätte es heute mit Sicherheit mehrere Sterne...
      Jedenfalls hat hier z.B. nachweislich - vor einer Überfahrt in die USA - kein Geringerer als Sigmund Freud getafelt !