Saarbrücken Teil 5: Mainzer Straße und Villenviertel Am Staden (Galerie)

  • @SevenUp freut mich, dass Dir die Serie gefällt. Im Teil 4 zu St. Johann und dem Nauwieser Viertel findest Du auch viel gründerzeitliche Bebauung :)


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    Noch ein paar Detailaufnahmen von diesem interessanten Mietshaus:










    Gegenüber in der Heinrich-Böcking Straße, dieses ein wenig verrückte postmoderne Eckhaus:




    Neben den Jugenstilhaus, die Sparkassenfiliale, 1929 von Karl Kremer und Theodor Schröer:







    Rechts daneben, eine Fassadenreko eines Hauses, welches in den 60er Jahren mit Fliesen verschandelt wurde. Nun wieder im Stil der 1920er inklusive EG:





  • @Heimdall ja das stimmt, es gibt leider zu viele Ecken, die immer noch von so Taugenichts-Leuten beschmutzt werden, es gab aber noch eine Periode, die viel schlimmer war!

    Das ist bei uns ähnlich. Es hat etwas abgenommen mit dem Geschmiere. Das hat zum Einen mit der verbesserten Polizeiarbeit in dem Bereich zu tun (die erwischen und identifizieren auch immer mal Leute, deren Tun sie in ihrer Foto-Datenbank gespeichert haben), zum Anderen kann es sein, dass Graffiti ganz langsam seinen Ruf verliert, "cool" zu sein. Jenseits der Szene war es das ohnehin nie, aber womöglich trocknet die Szene langsam etwas aus, weil der Nachwuchs weniger wird. Viele Jugendliche sind heute rund um die Uhr mit ihrem Smartphone beschäftigt und in der virtuellen Realität bzw. in sozialen Netzwerken aktiv. Da verliert sich womöglich ein wenig das Interesse, nachts mit einer Farbspraydose durch die Straßen zu ziehen. Wollen wir es hoffen. Es wäre mal ein positiver Aspekt der Digitalisierung aller Lebensaspekte.

  • Genau das habe ich mir auch gedacht: die hängen ja nur noch an den Mobiltelefonen rum,das könnte eine Erklärung sein :lachentuerkis:


    Die Nachbarhäuser, zt. gründerzeitlich:



    Oder (entstuckte) Zwischenkriegsbauten:




    An der Ecke zur Lessingstraße, diese Bausünde (Das Finanzamt: es war vorher aber ganz schwarz und hässlich)




    Schauen wir uns nun die besser erhaltene Nordseite an. Ecke Hellwigsstraße:






    Neben der Parkhauseinfahrt, das ehem. Traditionslokal "St. Johanner Glocke", jetzt "Table Dance Club"... :peinlich:







    Daneben der ehem. Geschäftskomplex mit Rewe, jetzt ist hier ein Fitnesscenter. Es wurde im postmodernen Stil errichtet, ganz stadtbildtauglich durch die Glaserker mMn:









    Hinter der Parkhausausfahrt, fängt schon die gründerzeitliche Pracht mit diesem Bauwerk, 1909 von Albert Pitz errichtet, an:



  • Architekturdetails:





    Das linke Nachbarhaus, 1906 von Wilhelm Werner, ist ebenfalls im Jugendstil angehaucht, von der Gestalt aber konservativer:











    Das rechte Eckhaus zur Lessingstraße ist komplett im roten, pfälzischen Sanstein, 1909 von Franz Mader erbaut worden und sticht somit dem Ensemble hervor:







    Sein westlich liegendes Parallelstück, 1910 von Hermann Kopf und Rudolf Uebel. Zugleich läutet es den Beginn der Arndstraße ein:





  • In der nördlichen Lessingstraße finden wir eine sehr geschlossene, historistische Bebauung:+






    Zur linken Seite, Nr. 45 von 1908 von Josef Fink:





    Ebenso das rechte Nachbarhaus: selber Baumeister, selbes Jahr:









    Nr. 49, 1908 von Wilhelm Noll:





    Anschließend, ein Mietshaus, 1909 von Georg Keller, teilweise neogotisch:








  • Blick von der Kreuzung zur Großherzog-Friedrich Straße:



    Gegenüber, das schon vorhin gezeigte Eckhaus 1911 von Johannes Zeiger:


    Details:






    Nr. 48, 1906 von Otto Büch und Kieser in neogotischen Formen:





    Daneben, von 1906 Baumeister Kieser:


  • Nr 44, 1908 von Otto Büch ist wieder strenger gebaut:




    Rechts davon, ein Wohnhaus,ebenfalls selber Architekt, aber wieder mit angepasster Fassade (Erkerbetonung):








    Sein Nachbar wiederum hat exakt die selbe Geschichte aufzuweisen, und trotzdem ist er wieder komplett verschieden!




    Kommen wir zurück zur Mainzer Straße. An der Gabelung zur Arndstraße, dieses perfektionische Eckhaus, total eklektizistisch gehalten, aber sehr harmonisch. Für mich eines der gefälligsten Gebäude des ganzen Viertels:




  • Daneben, ein Komplex aus der Postmoderne:





    Sowie 2 Häuser weiter, die selbe Epoche der 1980-90er:




    Insgesamt finde ich bildet es aber ein halbwegs vernünftiges Ensemble mit den Altbauten:




    Gegenüber, zunächst "Neue Sachlichkeit" der 1920er Jahre sowie Expressionismus:







  • Typisch expressionistisch das graue Haus:






    Der "Zickzackstil" gut erkennbar am Treppenhaus:





    Die Nachbarhäuser sind wohl etwas älter, wohl 1910er. Was mir neben den hübschen Details und Fesken gefällt ist die vielfältige Farbgestaltung sowie die Lage der Häuser im Straßenknick. Es wirkt sehr großstädtisch:










  • Nachbarhäuser u.a. bez. 1912:













    Leider haben die Modernisten vor Kurzem mit eineen grauen Wohnbunker diese ganze schöne Ecke sabotiert... Davor befand sich dort eine Autowerkstatt also kein Verlust zum Glück an Bausubstanz.





    Direkt rechts daneben, das Wohnhaus oberhalb von der Bäckerei "Steigleiter". Auf den ersten Blick ziemlich unspektakulär, aber die bunten Details wie die Früchte und Blumen in den Medaillen machen was her!









  • Zurück an der Mainzer Straße, neben den fürchterlichen Finanzamt, ganz eingequetscht zwischen Neubauten, dieses Neorenaissancehaus:



    An der Ecke zur Heinestraße, die ehem. Wohnungen der Postbeamten aus den 1920ern :





    Hinter einer Tanke...




    ... befindet sich die neoklassizistische Villa Sehmer von 1881, die vom berühmten Sternekoch Klaus Erfort als Gästehaus benutzt wird:







    Rechts angebaut, die modernistische, gläserne Küche:





  • Daneben, ein Kom0plex aus den 1920er Jahren:





    Etwas weiter ein Wohnhaus 1909 von Hermann Kopf und Rudolf Uebel im neobarocken Stil erbaut:







    An der westlichen Ecke zur südlichen Uhlandtraße, ein leider grauer und eher heruntergekommener Gründerzeitler 1911 von Hermann Kopf und Rudolf Uebel:






    Das rechte Nachabrhaus, Mainzer Straße 65, ist wieder gepflegter:







  • Daneben, ein historistisches Mietshaus, 1899 von Hermann Schulz:





    Daneben, ein wundervolles Eckhaus mit Turm zur Goethestraße:





    Leider wurde die EG Zone durch einen Ladeneinbau verhunzt:






    Und sein gegenüberliegender Bruder:










    Die Details der Fliesen unterhalb der Fenster:





  • Lieber Fachwerkliebhaber,


    das zuletzt von dir gezeigte Eckhaus ist ein Paradebeispiel dafür, wie man Giebel von Gründerzeitgebäuden oft "vereinfacht" hat. Es gibt 2 steinerne Giebel, der rechts hat als Abschluss zunächst einen rechteckigen Stein und darüber in Haustein einen Halbkreis, in welchen der Steinmetz eine große Muschel gemeiselt hat. Der oberste Stein mit dem Muschelornament ist auf der Rückseite mittels einer Stange am First des Giebels befestigt. Dies gab es häufig bei Häusern der Neorenaissance. Der linke Giebel hingegen wirkt plump und massiv. Sowohl der rechteckige Stein, als auch der runde Abschluss mit der Muschel sind beim linken Erker völlig verschwunden. Warum wohl? Dafür vermute ich folgenden Grund: Es kann sein, dass Teile des weichen Sandsteins herunter gefallen sind. Da kein Geld da war, oder man keines dafür ausgeben wollte, kam man zu dem Entschluss, den obersten Abschluss des linken Giebels einfach zu entfernen, da dies die billigste Lösung war. Schade, dass der Idealismus zur Erhaltung eines solch schönen Hauses offenbar selten geworden ist. Allerdings sieht man die letzten Jahre Gott sei Dank auch andere Beispiele, die einem Hoffnung machen.

  • @Villa1895 interessante Beobachtung, so genau habe ich mir das Haus gar nicht angeschaut! Ja es sprechen Gründe dafür, dass der linke Giebel verändert wurde (aus Bequemlichkeit?) oder auch durch Kriegseinwirkung. Aber es kann auch sein, dass es so von Anfang an vom Baumeister beabsichtigt war, da die Seitenstraße weniger wichtig war zur Repräsentation wie die Hauptstraße und man sich daher mit einen Krüppelwalmdach als Abschluss begnügte (noch dazu weil es kein Erker abschließt wie zur Mainzer Straße).


    Weiter gehts die Mainzer Straße entlang bis zu unserem Ausgangspunkt, der Kreuzung mit der Paul-Marien Straße. Dieser Abschnitt wird eher von Gründerzeitlern des späten 19. Jh. geprägt:









    An der Ecke zur Oberen Lauerfahrt, dieses Mietshaus von 1910 ungefähr:










    Daneben noch ein wenig geschlossene Gründerzeitbebauung:




    Drehen wir uns nun um und schauen uns genauer die restliche Nordseite der Mainzer Straße an:





  • Daneben ein Haus aus den 1930ern:



    Asnchließend, ein Mietshaus im Reformstil, 1913 von Christian Burgemeister:



    Vor über 5 Jahren war es ein Sanierungsfall und wurde vorbildlich restauriert:




    Rechts davon, dieses ekletizisitsche Anwesen:






  • Hinter einer größeren Hauslücke, hinter der sich ein Supermarkt befindet, steht das sog. Ferrumhaus, 1924 von Otto Büche als Geschäftshaus der Eisen- und Maschinen-Handelsgesellschaft m.b.H. in Jaumontstein (aus der Umgebung von Metz) errichtet:



    Es wurde gerade saniert, da an der Ecke zur Uhlandstraße es mit dem Neubaut zu einer Wohneinheit zusammengefasst wird siehe hier: Saarbrücken




    Der Neubau von der Uhlandstraße gesehen im Bau:



    Die nördliche Uhlandsraße besteht hauptsächlich aus Gebäude der 20er und 30er Jahren sowie Nachkriegsbauten:









    Ein Hotel...