Saarbrücken Teil 4: St. Johann (Altstadt) und Nauwieser Viertel (Galerie)

  • Schauen wir uns nun die Basilika von der Altstadt von St. Johann an. Sie wurde von Friedrich Joachim Stengel für die damals katholische Minderheit auf Drängen des frz. Königs errichtet, und wurde 1758 geweiht. 1763 wurde der Turm erst vollendet:



    Einige Außenansichten zunächst:







    Die nördlich anschließende neobarocke Sakristei von 1907 passt sich wunderbar an den Bestand an:







    Noch ein paar Details der Südfassade:









  • Treten wir nun ins Innere ein. Es wurde komplett nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg in den 1970er Jahren rekonstruiert:







    Die Saalkirche umfasst eine Stuckdecke:






    Mit der Sonne als goldener Schmuck ähnlich wie bei der Ludwigskirche:





    Details von den Rokoko-Beichtstühle:



  • Die Kanzel wurde vom Zimmermeister Hackspill und dem Bildhauer Graner im Jahr 1764 fertiggestellt.








    Der linke Seitenaltar ist der Jungfrau Maria gewidmet. Er wurde in den 1970er rekonstruiert nach Vorbildern des Nikolausaltars in Saargemünd nachempfunden:







    Der zentrale Altarbereich:



  • Dadrüber die Taufergruppe:





    Die Emporen sind sehr geschickt an der Seite "versteckt":









    Die gesamte Ausstattung ist im barocken Stil bis zum Stuhl:









    Der rechte Seitenaltar, der Ludwigsaltar, ist ebenfalls eine Rekonstruktion. Er besitzt Figuren des hl. Ludwig von Frankreich (Mitte), außerdem den hl. Hubertus (links) und den heiligen Wendelin (rechts), welceh Originale sind von 1764:










  • Die Orgel (letzte Erneuerung im Jahr 2000)







    Das Taufbecken:



    Der heilige Nikolaus:




    Die Hauptempore wird von Stuckmarmorsäulen getragen:








    Franz von Assisi:



    St. Antonius:




  • @ Fachwerkliebhaber,


    zunächst ganz herzlichen Dank für deine vielen und wunderschönen Bilder aus Saarbrücken und all die Arbeit, welche du dir damit machst. Die sehr festlich wirkende kath. Kirche St. Johann zu Saarbrücken erinnert mich, obwohl von Stengel, an viele Kirchen, die nach Plänen von Balthasar Neumann errichtet wurden, insbesondere die Fassade mit dem Turm.


    Dass der Innenraum dem im II. Weltkrieg zerstörten Original so getreu wie möglich wieder erichtet wurde, ist aller Ehren wert. Andernorts hat man sich für völlig unbefriedigende morderne Lösungen entschieden (ich denke hierbei vor allem an den im Innenraum mit völlig unbefriedigendem Wiederaufbau der Schlosskirche zu Bruchsal).


    Als ich vor wenigen Jahren in Saarbrücken war, meinte ich beim Besuch dieses Gotteshauses, es habe den II. Weltkrieg unbeschadet überstanden, so überzeugend ist die Rekonstruktion gelungen. Eine Frage hätte ich noch an dich: Besaß die Decke des Kirchenschiffs von St. Johann vor der Kriegszerstörung ein Deckengemälde? Wenn ja, von wem wurde dieses geschaffen und gibt es davon historische Aufnahmen?

  • Verlassen wir nun die Kirche:



    und gehen in die Kaholisch-Kirchstraße. Sie besteht aus einer Mischung von Bauten des 17. bis 19. Jh.






    Gegenüber, direkt links von der Kirche:





    Der linke Nachbar, die Nr. 22 ist ein Wohngebäude des 17. Jh. Von vorne sieht man es dem Gebäude überhaupt nicht an:





    Doch der Innenhof birgt die wahre Überraschung. Die Hinterfassade besteht nämlich komplett aus Fachwerk und wurde im 17. Jh. errichtet, somit das älteste Fachwerkhaus der Stadt:




    Alte Ansicht;




    Und vor ein paar Tagen (der Innenhof ist im Sommer vollkommen mit Efeu zugewuchert, im Winter ist der Blick auf die alten Balken und den Holzgalerien frei):








    Schräges Fenster des Renaissancetreppenhauses:



    Nebengebäude:


  • @Villa1895 vielen Dank für das Lob :) Bin noch lange nicht fertig mit der Galerie!
    Ja die Basilika wurde im Inneren prächtiger und wärmer gestaltet als die ev. Ludwigskirche, wohl, da die Katholiken mehr den "vergoldeten Prunk" bevorzugten!


    Zu Deiner Frage: da muss ich zugestehen, dass ich es nicht weiß, wie die Decke damals dekoriert war vor dem Krieg. Wikipedia zumindest meint, dass in den 1970er Jahren der Urzustand des Jahres 1757 wo der Innenraum von Michael Krieger konzipiert worden war, wiederhergestellt wurde. Werde aber mal genauer recherchieren in den nächsten Tag!

  • Auch ich möchte mich herzlich bedanken deine Galerie ist Richtig schön und die Kirche ist echt gut rekonstruiert, nix was auf die Erbauung in der nach krigs zeit hinweist verblüffend.

  • Lieber @Villa1895


    es gibt im Internet praktisch keine einzige Aufnahme von der Kirche im Inneren. Selbst der Bildindex des Bildarchivs Marburg hatte nichts passendes. Schließlich habe ich auf der Seite der Pfarrei nachgeschaut https://www.pfarrei-st-johann.de/st-johann.html und dort findet man eine Kirchenbroschüre von 1933 auf Seite 9, die eine Fotographie das damaligen Zustandes im Inneren zeigt. Damals war die Ausstattung nicht wirklich stilgerecht, anstelle der Seitenaltäre befanden sich Orgeln mit Figuren und alles in dunkleren Echtholz gehalten. Von daher ist der heutige Zustand der nächstliegende zum Original!

  • Weiter gehts mit der Katholisch-Kirch Straße:



    Die Rückseite der Stadtgalerie:





    Etwas weiter diese eher dürftigen Häuser:






    Gegenüber:





    Angeblich im Kern um 1600.



    Links daneben ein barockisierendes Mietshaus von 1939–43 von Heinrich Glückert errichtet:





    Blick zurück zur Basilika:





  • In der Kappenstraße gehören die meisten Wohngebäude dem 19. Jh. an. Nur zwei stammen aus dem 18. Jh.








    Das oberste Geschoss wurde hier in der Postmoderne aufgestockt...







    Das umgestaltete und schon gezeigte Haus zum Markt:






    Gegenüber:





  • Daneben noch ein Neubau, der wie eine Keil wirkt inmitten der Altbauten:




    Anschließend, ein Barockhaus des 18. Jh.







    Die Kaltenbachstraße mit recht ähnlicher baulicher Zusammensetzung. Sie gilt aufgrund ihrer vielen Kneipen und Imbisse als "Fressgasse":





  • Gegenüber, ein sehr verwinkeltes Haus, womöglich, da es an der ehem. Stadtmauer anbauten:




    Zur Gerberstraße zu entdecken wir an der Ecke zum Rathaus dieses Gründerzeithaus:




    Der nordwestliche Teil dieser Straße wird dominiert von Bauten der Postmoderne:




  • Der östliche Teil der Gerberstraße wird rechts von einem 30er Jahre Komplex begrenzt:







    Gegenüber das hässliche Parkhaus:



    Hinter dem Parkhaus, der Neubau, der schon mal ausschließlich hier gezeigt wurde: Saarbrücken





    Anschließend zwei neobarocke Gebäude. Das nördliche von 1909 von Wilhelm Noll als Kindergarten errichtet:









    Das südliche, im Kern aus dem 18. Jh., und ebenfalls 1907 von Gustav Schmoll umgebaut und sehr passend zur Basilika ausgeführt:







    Beide als Gesamtansicht vom Kirchbezirk:



  • Etwas weiter, schon am Gerberplatz, an der Einmündung zur Türkenstraße, die klassizistische alte Schule von 1864:










    In der Bleichstraße:






    Ein Mietshaus von 1893 von Christian Burgemeister in Neorenaissanceformen:






  • Daneben ein freier Blick auf die Basilika und die Fachwerkbauten der Türkenstraße:





    Eckhaus zur Obertorstraße:








    Links davon wieder der modernistische Komplex:






    Er dehnt sich bis zur Kreuzung hinter dem Staatstheater aus. Dort wird ein Teil der Betonbauten in Wohnungen umgebaut:



    In der Obertorstraße, diese Nachkriegsbaracke:



    Auf der gegenüberliegenden Seite der Bleichstraße die "Garage" aus den 1920er Jahren, jetzt Konzerthaus:



  • Rechts danbeben beginnt an der Ecke zur Mainzer Straße die westliche Vorstadt von St. Johann mit zwei Zwillingsbauten erbaut 1792 von Balthasar Wilhelm Stengel:







    Von der Mainzer Straße: