Hamburg - Alt und Neu

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    • Heimdall schrieb:

      Heinzer schrieb:

      es gibt nicht einmal Reste einer mittelalterlichen oder frühneuzeitlichen Altstadt, es gibt keine barocken Stadterweiterungen
      Ich denke, dass zumindest die Häuser am Nikolaifleet noch eine Altstadt-Traditionsinsel bilden. Sie stammen aus dem 17.-19. Jahrhundert.de.wikipedia.org/wiki/Nikolaif…g_Nikolaifleet_01_KMJ.jpg
      Hast Recht, das hab ich unterschlagen.... und es gibt natürlich auch noch in zahlreichen eingemeindeten Dörfern ältere Gebäude, aber die Grundaussage, dass Hamburg arm wie kaum eine zweite Stadt an Architektur aus der Zeit vor dem 19. Jahrhundert sein dürfte, bleibt ja bestehen - ändert aber eben imho nichts an ihrer Attraktivität, die natürlich eine andere als die Münchens, Erfurts oder Lübecks ist.
    • Ich erlaube mir mal, ein paar Bilder beizusteuern. Ich habe eine kurze Zeit in Hamburg gewohnt und aus dieser Zeit hab ich noch ein paar Ansichten parat. Es kann sein, dass das ein oder andere mittlerweile anders aussieht; so wie sich diese Stadt an manchen oder besser vielen Stellen wandelt, ist atemberaubend. Den Anfang macht das "Weisse Haus" in Altona am Fischmarkt.





    • Block III der ehemaligen Victoria Kaserne von 1878 in Altona.




      Das Withuis an der Elbchausse.



      Wohnhaus in Nienstedten.



      Villa an der Elbchauseee von 1928. Wer Interesse hat, die ist gerade zu verkaufen für 5,2 Mio. ;)



      Das Dockland am Hafen.




      Die schwedische Gustaf-Adolfs-Kirche von 1907 am Hafen.

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    • Ein paar Eindrücke aus Eimsbüttel:








      Hauseingänge der Stadtvillen im Generalsviertel.




      Das Generalsviertel. Ein fast geschlossenes Ensemble bestehend aus 7 Strassen benannt nach preussischen Generälen. Erbaut ab ca. 1880; 6 Straßen parallel mit hohen Gebäuden, eine quer mit Stadtvillen aus der Zeit. Ein Alptraum für Parkplatzsuchende. ;)





      Einige Bombenlücken sind zu beklagen; diese wurden meist mit sowas gefüllt.

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    • Das hier meinte ich:

      miro schrieb:


      Hochallee in Rotherbaum
      von diesem Stil gibt es in der Ecke richtig viel.... bin da mal etwa von der Sierichstraße mit nem Kumpel zum Dammtor gelaufen die Hochallee entlang und da ist mir einfach die Spucke weggeblieben. Mag an dem schönen Sommerabend gelegen haben und an ein, zwei Bier - aber so etwas habe ich in dieser Dichte in keiner anderen deutschen Stadt je gesehen, auch die Seitenstraßen Augenweiden soweit man kucken kann. Da muss ich nochmal hin ;).
    • Deine Fotos bestätigen, was ich an anderer Stelle schon mal geschrieben habe: Die Kultur des Etagenwohnhauses hat vor der "Zeitenwende" des 1. Weltkriegs in Hamburg einen Zenit erreicht, zu dem man in keiner anderen deutschen Stadt (Ausnahme evtl. Leipzig) Ebenbürtiges findet. Ein Rundgang durch Roterbaum, Harvestehude, Eppendorf, z.T. auch Eimsbüttel und Winterhude entschädigt für endlose frustrierende Touren durch sonstige deutsche Städte. Nur in Trauer mag man sich vorstellen, wieviel solcher reifen Stadtarchitektur durch die gigantischen Flächenbombardements im Hamburger Osten verlorengegangen ist. Aber noch immer kann eine künftige Architektengeneration sich von solchen Vorzeigevierteln inspirieren lassen für eine architektonische Kehrtwende.

      Übrigens sind auch die Hamburger Wohnanlagen der Zwischenkriegszeit Spitzenleistungen, die von Fritz Schumacher u.a. gestalteten Stadterweiterungen in Barmbek, Dulsberg, Jarrestadt und vieles mehr.
    • So ist es.... absoluter Wahnsinn, was da noch alles rumsteht, auch geschlossen und in einer Dichte, die ihresgleichen sucht. Ich erinnere mich an einen Strang bei skyscrapercity, in der jemand ein Werkzeug hatte, mit dem man auf beliebigen Flächen die Bevölkerungsdichte messen konnte (ich kann den Strang leider einfach nicht mehr finden). Der Bereich Hamburgs nördlich/nordwestlich der Alster hatte dabei die höchste Bevölkerungsdichte in ganz Deutschland - und ist gleichzeitig ein extrem beliebtes und teures Wohnviertel. Dicht und beliebt klappte damals, anders als in den ganzen Nachkriegssiedlungen, die weder beliebt noch besonders dicht waren. Sogar die übelsten Hochhaussiedlungen der frühen 70er kommen nicht auf diese Dichte wegen der vielen notwendigen Freiflächen zwischen den Hochhäusern.

      Mangels besserer Fotos hier nochmal mein qualitativ sehr magerer Beifang aus Hamburg...hier in der Isestraße ist das zu erahnen, so geht es in dieser Ecke dort über Kilometer zu:



      zufälliger Blick in eine Querstraße:



      eine hier ebenfalls schonmal gezeigte Hamburgensie sind diese Versätze im Blockrand in den Geschäftsstraßen...



      ich stimme vollkommen zu, dass der großstädtische kaiserzeitliche Geschosswohnungsbau in Hamburg wohl zu seiner Blüte gekommen ist.... unglaublich, was damals alles zerstört wurde im Osten der Stadt. Berlin und Leipzig (die wohl einzigen mithalten könnenden Städte) hat es da natürlich viel weniger hart getroffen.

      Hier ein Beispiel aus den weniger pompösen Arbeitervierteln in Altona... auch nicht schlecht, etwas älter, historistischer und weniger "besonders" bis auf die vielen Balkone vor den Häusern, so was gibts natürlich auch in Hannover oder Dortmund noch:



      Auch Recht hast Du mit den grandiosen Klinkersiedlungen der Zwanziger, die immerhin großenteils überlebt haben, Barmbek, Teile des nördlichen Wandsbeks, auch das sehr sehr ordentlicher Städtebau.

      Alles in allem bleibt mir der hier tlw. schlechte Ruf Hamburgs ein Rätsel, zumindest bei Leuten, die große Städte mögen.