Nürnberg - realistisch in Bildern (Galerie)

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    Jahreshauptversammlung 2019: 1. und 2. Juni in Balingen/Zollernalb. Mach mit!

    • nothor wrote:

      Was und warum soll man hier also verbessern?
      Diese Frage ist die Kernfrage dieses Forums.

      Um auch eine Antwort zu geben:
      Was?... Bessere Funktionsmischung. Abriss der Großblöcke zugunsten einer kleinteiligeren Neubebauung. In der Neubebauung inbegriffen eine Neukonzeption von (heute nicht vorhandenen) Erdgeschosszonen. Hierzu gehören Fenster, Hauseingänge, Schaufenster. Architektonische Gestaltung im Nürnberger Stil, als mit Sandstein-Verkleidungen, steilen Dächern, eventuell Chörlein. Dazwischen können einzelne Anlieferpunkte in neuer Gestaltung erhalten bleiben. Dass das nur langfristig realisierbar ist, ist mir bewusst.

      Warum?... Um die städtebauliche, architektonische und Aufenthaltsqualität auch in dieser Gasse qualitativ zu stärken. Vor allem, weil wir uns hier nicht in New York oder einem Gewerbegebiet am Stadtrand, sondern in der Nürnberger Altstadt befinden.

      Und wenn wieder jemand mit "warum?" nachfragt: Keine Gasse, kein Platz wird aufgegeben. Keinen Milimeter jenen, die sagen, da sei alles "doch eh egal" oder da "können sich die Architekten mal austoben". Das habe ich nun Jahrzehnte gehört, und eine solche Achselzuck-Mentalität führt zu gar nichts.
    • Allerdings.

      Die kleinen Gassen, verträumt und urban, niedlich und süß, sind es, welche die deutschen wie europäischen Altstädte erst ausmach(t)en.

      Sich diesbezüglich der "Neuen Welt" auf der anderen Teichseite anzupassen bzw. diese zum Vorbild für eine Verhinderungsargumentation zu gebrauchen, verbietet sich nun wirklich völlig. Wenn ich von Amerikanern, die durch Europa schlendern, höre, dass gerade die historische Aura unserer Altstädte Gründe für ihre Besuche sind, mutet es doch aberwitzig an, gerade diese nach amerikanischem Vorbild infrage zu stellen.

      Hier ist doch Intelligenz gefragt: Wollen wir einem anderen Land etwas nachmachen, was in den Augen derer Bewohner als völlig gescheitert gilt?

      Das erinnert mich an nicht mehr und nicht weniger, als die Motivation unserer "Stadtplaner", permanent die Nachkriegsfehler zu wiederholen und Klötze gegen Klötze auszutauschen.

      Fazit: Ich will sympathische Gassen und keine Schluchten, in denen sich Menschen im Winter an brennenden Mülltonnen die Hände wärmen. Lieber sind mir verträumte Wirtschaften, in denen es würziges Bier aus der Region gibt!

      Kann man das ehrlich anders sehen? Ich meine, gerade in einer Stadt wie Nürnberg nicht.
    • New

      Ja, aber solche Maximalforderungen sind realitätsfremd und in summa sogar eher schädlich als nutzbringend. Da sind wir schon wieder bei Polemiken à la Edouard von wegen "ganz rekonstruierter Altstadt". Ganz abgesehen davon, dass mein ästhetisches Empfinden nicht viel Differenzierung kennt zwischen einer rein aus gefälliger, aber belangloser Anpassungsarchitektur und solchen Betonwüsten. Beides wird der ästhetischen Bedeutung des Vorzustandes nicht gerecht. In offenbar flächig zerstörten Stadtteilen bestand keine realistische Chance auf das Wiedererstehen solcher Gassen, damit muss man sich abfinden.
      Man wird auch nicht an dieser Stelle das Problem der "autogerechten Stadt" lösen können.
      Man muss dort ansetzen und Forderungen stellen, wo es sich auszahlt, und wo mit vglws geringem Aufwand viel zu gewinnen ist.
      Nicht misszuverstehen: natürlich muss man die Frauengasse, gerade wie in einem Strang wie diesem, thematisieren. das realistische Nürnberg sieht heute eben so aus. Es ist wirklich nicht schön, und von einem gelungenen Wiederaufbau zu sprechen, ist klassische Realitätsverweigerung.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)