München - Digitale 3D-Rekonstruktion von Gebäuden um 1900

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    • München - Digitale 3D-Rekonstruktion von Gebäuden um 1900

      Hallo zusammen,

      nachdem mir empfohlen wurde, für die ScreenShots meines Projekts einen eigenen Thread zu eröffnen, tue ich das hiermit.
      Zuerst wollte ich den Thread im Forum "Galerien" eröffnen, habe dann aber festgestellt, dass man dort keinen Text schreiben kann - der ist mir aber wichtig. ;)

      Ich habe vor einigen Wochen - eher als "Zwischendurch-Projekt" - begonnen, den alten Hauptbahnhof nachzubauen. Nachdem sich da ziemlich bald recht viel Interesse gezeigt hat, hat sich das inzwischen zu einem richtigen Projekt entwickelt, das ich allerding noch immer nebenbei betreibe (ich muss leider "nebenbei" arbeiten...)

      Ich werde im Laufe der Zeit (ca. alle 1-2 Wochen) Bilder von Gebäuden posten, die ich erstelle. Mein erstes Etappenziel ist es, den Hauptbahnhof und die Gegend rundherum vollständig zu bekommen; die weitere Richtung wäre dann der Glaspalast mit Garten und dann würde ich "rechts" abbiegen und mich in Richtung Karlsplatz und Sonnenstrasse vorarbeiten.

      Wenn jemand Anregungen hat bzw. jemandem Fehler auffallen, der ist herzlich eingeladen, diese hier zu hinterlassen.

      Viel Spaß!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sybaris ()

    • Sybaris schrieb:

      Zuerst wollte ich den Thread im Forum "Galerien" eröffnen, habe dann aber festgestellt, dass man dort keinen Text schreiben kann - der ist mir aber wichtig. ;)
      Ich glaube, da warst Du im falschen Bereich unterwegs, vermutlich hier: stadtbild-deutschland.org/forum/gallery/

      Der richtige Bereich wäre hier: stadtbild-deutschland.org/foru…93-by-reg-bez-oberbayern/

      Vielleicht möchte jemand von der Moderation die Beiträge dahin verschieben. Danke!
      Herzliche Grüße

      Bilder von mir finden sich auch bei Wikimedia.
    • Es gibt mittlerweile Digitalisate von einigen Historischen Architekturzeitschriften, in denen oft auch Baupläne (Grundrisse, Schnitte, Ansichten) veröffentlicht wurden. Da sind bestimmt auch viele Münchener Bauten dabei. Z. B.:

      opus4.kobv.de/opus4-btu/solrse…htype/collection/id/16230

      digital.zlb.de/viewer/toc/14688302/1/-/

      Außerdem sollen die Akten der Bauordnungsbehörde in München bis ins 18. Jahrhundert zurück erhalten sein. Wenn die entsprechenden Gebäude im 2. Wk zerstört wurden, dürfte es kein Problem mit dem Datenschutz geben (aktuelle Bauordnungsunterlagen dürfen nur mit Einwilligung des Gebäudeeigentümers von Dritten gesichtet werden). Vielleicht hilfreich für dein Projekt...
      Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...
    • Hier ist das übrigens das alte Model von Patrick Brose noch online, das er vor einigen Jahren mal im Zuge der Diskussion um den Neubau des Hauptbahnhofs erstellt hat:
      denkmaeler-muenchen.de/hbf/index.php
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • So, jetzt habe ich wieder eine - nein, genauer zwei - Knobelaufgaben...

      Die erste hat mit einem Häuschen zu tun, das vor dem Bahnhof stand und bei dem ich bis gestern nicht wusste, wofür es ist:



      Da die Fotos im Stadtarchiv auch hochauflösend verfügbar sind, konnte ich auf diesem Bild erkennen (am Schild über dem Eingang), dass es sich um einen "Trambahn-Warteraum" handelt. (Ein nettes Gebäude übrigens...)
      Was mich allerdings erstaunt, sind die beiden Abgänge links und rechts neben dem Häuschen. Auch auf anderen Fotos sind sie ziemlich eindeutig als Treppen "nach unten" erkennbar. Wo führten die hin? Ging es da tatsächlich nach unten?

      Die zweite Frage ist eher elementar. Auf dem nachfolgenden Plan von Bürklein ist unten am Bildrand so etwas wie ein Maßstab erkennbar.



      Der Einteilung und den Proportionen zufolge würde ich davon ausgehen, dass es sich bei den größeren Strichen um jeweils 2m-Abstände handelt. Das würde allerdings bedeuten, dass die Säulen des Arkadengangs etwa 2m hoch gewesen sein dürften, was mich sehr wundert, weil ich eigentlich auf allen Fotos (auch auf dem obigen) die Säulen als eher 4m hoch einstufen würde. Und ich gehe davon aus, dass Bürklein gewusst hat, was er da zeichnet - immerhin hat er den Bahnhof gebaut...
      Kann das jemand aufklären? Ist das eine andere Maßeinheit? Fuß?

      Beste Grüße und Dank im Voraus!
    • Beim Trambahn-Wartehäuschen dürften die Treppen höchstwahrscheinlich zu im Untergeschoß befindlichen öffentlichen Bedürfnisanstalten geführt haben. Deshalb auch zwei separierte Treppenabgänge für die damals bekannten zwei Geschlechter ;)
      Wurden nicht noch bis in die 50er- und 60er- Jahre hinein neuerrichtete Trambahn-Wartehäuschen in München häufiger mit öffentlichen Bedürfnisanstalten kombiniert?
      Macht ja durchaus Sinn...
    • Da die Zeichnung von Bürklein auf 1845 datiert ist, ist der Maßstab in Fuß angegeben. Denn erst...


      Am 29. April 1869 führte Bayern per Gesetz zum Jahreswechsel 1872 das metrische System ein. Der bayerische Fuß wurde hierbei auf 0,291859206 Meter festgelegt.


      de.wikipedia.org/wiki/Alte_Ma%C3%9Fe_und_Gewichte_(Bayern)
      Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...
    • etinarcadiameo schrieb:

      Beim Trambahn-Wartehäuschen dürften die Treppen höchstwahrscheinlich zu im Untergeschoß befindlichen öffentlichen Bedürfnisanstalten geführt haben. Deshalb auch zwei separierte Treppenabgänge für die damals bekannten zwei Geschlechter ;)
      Wurden nicht noch bis in die 50er- und 60er- Jahre hinein neuerrichtete Trambahn-Wartehäuschen in München häufiger mit öffentlichen Bedürfnisanstalten kombiniert?
      Macht ja durchaus Sinn...
      :) :) :)

      Ja, das hatte ich schon vermutet, konnte mir aber irgendwie nicht vorstellen, dass man damals sowas schon unter die Erde verlegt hat... Heute bräuchte man ja auch deutlich mehr Treppen...
    • Jeder Staat (Preußen, Bayern, aber auch Hannover, Sachsen, Schaumburg-Lippe...) hatte sein eigenes Maß- und Gewichtssystem bis etwa zur Gründung des Kaiserreiches 1871... Und bis zum 18. Jahrhundert hatte sogar jede Stadt ihre eigenen Maße und Gewichte. Das hat den Europäischen Binnenhandel schon erheblich erschwert, Kaufleute brauchten mehrere hundert Seiten dicke Tabellenbücher zum Umrechnen. (Im Rahmen eines privaten Forschungsprojektes über Kirchenglocken, in dem ich auch historische Kirchenrechnungen erschlossen habe, musste ich mich mal damit beschäftigen, da z. B. das Hannoversche Pfund - will man die heutigen Gewichtsangaben daraus ermitteln - mehrfach im Laufe der Geschichte variierte...)
      Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...
    • In Deutschland wurde das metrische System durch die Maß- und Gewichtsordnung von 1868 für den Norddeutschen Bund und zum 1.1.1872 für das Deutsche Reich eingeführt. Auf Bauplänen von 1874 für ein bürgerliches Wohnhaus in Stuttgart waren die Angaben sowohl in württembergischen Ruten und Fuß, als auch in Metern und cm angegeben. Diese doppelte Maßangabe des alten und neuen Maßes wird wohl in den ersten Jahren nach Einführung des metrischen Systems häufig vorgekommen sein, da die Leute ja zunächst noch im alten vertrauen Maß dachten.
    • Goethe soll dereinst gesagt haben: "Um die Einheit Deutschlands ist mir nicht bange, dafür wird schon die Eisenbahn sorgen". Ob dieser Ausspruch Goethes nun tatsächlich von ihm stammt oder nicht, mag dahingestellt bleiben. Jedenfalls ist doch klar, dass bei der damaligen Zersplitterung Deutschlands in 39 souveräne Staaten, an jeder Landesgrenze der Zug hätte warten müssen, bis alles verzollt gewesen wäre. Den Fahrplan einzuhalten, wäre somit unmöglich gewesen. Man denke mal nur an Thüringen, das in sehr viele kleine und kleinste Fürstentümer bzw. Herzogt(h)ümer aufgeteilt war. Dazwischen gab es dann auch noch preußische Gebiete, wie z. B. Erfurt.

      Ähnlich war es mit den vielen verschiedenen Währungen. Wilhelm von Kügelgen (1802-1867) schreibt in seinen Lebenserinnerungen, dass er als Kammerherr des letzten Herzogs von Anhalt-Bernburg auch die Aufgabe gehabt habe, die Reisen des Herzogs zu planen, zu begleiten und die Reisekasse zu führen. Vielmehr musste v. Kügelgen auch die Reisekasse führen und in jedem Staat des Deutschen Bundes die Kurse umrechnen und ggf. Umrechnungen von gewerbsmäßigen Geldwechslern überprüfen, damit ein evtl. Wechselbetrug vermieden würde. Diese Reisen seien für ihn oft eine schwere Last und Bürde gewesen.

      @ Sybaris, schön, dass dir das alte Haus gefällt, vielen Dank. Es gibt bei Architectura Pro Homine unter Döbern einen Eintrag mit Bildern unserer alten Villa mit dem Verlauf der Rekonstruktion der Dachüberstände und der Schwebegiebel. Nur weiß ich offen gestanden, gar nicht mehr so genau, wo. Es wird sich aber über die Suchfunktion wohl finden lassen. Derzeit sind wir dabei, eine zum Haus passende Garage zu errichten. Sobald diese endlich fertig ist, werde ich davon Bilder einstellen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Villa1895 ()

    • Ihr wohnt in diesem "Häuschen"?!?
      Das ist ja eine Frechheit!
      Naja, vielleicht hätte ich "was gscheits" lernen sollen...
      Ich habe schon sehr früh in meiner Schullaufbahn entschieden, einen "anderen Lebensweg einzuschlagen" (=ich war mit 16 Schulabbrecher).

      Ja, ich liebe solch alte Häuser; ich bin Wiener und habe in meiner Sturm-und-Drang-Periode in Wohnungen solcher Häuser gewohnt - mit 6 Meter hohen Wohnräumen; um Leonhard zu zitieren: Mir fehlt bei modernen Wohnungen die "Patina".

      Meine Freundin und ich suchen schon seit Jahren einen neuen "Lebensmittelpunkt" - vielleicht sollten wir uns in Brandenburg umsehen...

      Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, war es Bismarck, der mit "sanftem Druck" viele dieser Einschränkungen aufgehoben hat.
      Ja, die Karte von Thüringen um 1900 kenne ich - ich habe in einem Privatprojekt mal die Europa-Karte zu dieser Zeit rekonstruiert - da musste ich einzelne Pixel herumschieben; da war ja quasi jedes Dorf ein eigenes "Hoheitsgebiet"...

      @Villa1895: Danke für deinen ausführlichen Post!
    • Wo hast du bitte in Wien gewohnt, wenn du 6m hohe Wohnräume hattest?! Im Palais Liechtenstein oder in Schönbrunn?
      In Wien gibt es aber eine unglaublich große Menge an tollen Altbauwohnungen, nur leider sind die auch inzwischen irrsinnig teuer geworden. Am besten gehst du weiter nach Osten, auf den Balkan, da findet man noch kleine Preise für alte herrschaftliche Häuser :)
    • Schönbrunn? nicht ganz... ;)

      Halbgasse, 7. Bezirk, Seitengasse von der Burggasse. Die Wohnung lag im Erdgeschoß - nicht sehr groß, aber in die Hälfte der Wohnung war mit einer Holzkonstruktion ein Halbstock eingezogen - unten Küche, Wohnzimmer, Abstellraum, oben Schlafzimmer, zweites Wohnzimmer, Badezimmer. Auf beiden Ebenen konnte ich ohne Probleme aufrecht stehen und hatte sogar noch "Luft nach oben".
      Eine entzückende Wohnung, da sie allerdings in einen kleinen Innenhof ging, wurde es dort nie richtig hell... War aber nicht so schlimm, da ich damals sowieso fast nur in der Nacht gelebt habe... :)

      Hmm... Balkan ist nicht so meins... Aus verschiedenen Gründen... Ich hatte in Wien viel Kontakt mit "Balkan"...
      Wenn ich mich recht erinnere, hat es schon Fürst Metternich gesagt: Am Rennweg fängt der Balkan an...