München - Digitale 3D-Rekonstruktion von Gebäuden um 1900

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    • Hört sich gut an... aber wenn es eine Erdgeschosswohnung war, dann war es wohl ursprünglich ein Laden oder ein Lager, wofür man eine größere Raumhöhe eingeplant hatte. Bei normalen Wiener Wohnungen übersteigt die Raumhöhe meines Wissens selbst bei den edelsten Ringstraßenwohnungen nicht 4m, meistens ist es sogar eher um die 3,50 - 3,70 (außer bei Dachgeschosswohnungen, die es aber in der alten Zeit eh noch nicht gab). 6m hohe Altbau-Wohnräume hab ich außer bei einigen Adelspalais oder Schlössern noch nie gesehen, deswegen hab ich gefragt ;)
      Ich kenne einige Länder des Balkans sehr gut, vor allem Rumänien und Bulgarien, weil ich da oft konzertiert habe (ich bin Pianist) und da gibt es sehr schöne Landstriche und viele alte Häuser :) allerdings sind die Umstände schon oft unsicher und chaotisch, das gebe ich zu. Aber preislich sind die dortigen Angebote sicher recht attraktiv ;)
    • Hallo zusammen,

      ihr wart aber lange weg... :(
      Aber ich finde es gut, dass ihr euch nicht unterkriegen lasst! :)

      Bei mir hat sich einiges getan. Zuerst habe ich den gesamten Bahnhof überarbeitet, weil ich aufgrund von Fotos und Plänen feststellen musste, dass die ganzen Proportionen nicht stimmen. Dabei sind aber auch eine Menge Details dazugekommen, vor allem bei den Texturen, die nun den charakteristischen Ziegel-Look haben. Außerdem haben sie - auf besonderen Wunsch - "Patina" bekommen:





      Und - last but not least - hat das Projekt nun eine eigene Web-Seite: Muenchen1900.de

      Ich werde Fortschritte und Screen-Shots weiterhin hier posten, mehr Screen-Shots und Detail-Informationen wird es allerdings auf meiner Seite geben.

      Beste Grüße und Gratulation zur Wiedergeburt!

      G.
    • Ich habe mich in den letzten zwei Tagen (neben dem Bauen von neuen Gebäuden, Haltestellen, Trams/Tramen (?)) vor allem mit Licht und Schatten beschäftigt. (Das ist jetzt nicht auf die derzeitige politische Situation bezogen...).

      Inzwischen bin ich soweit, dass ich verschiedene Tageszeiten emulieren kann, was der ganzen Angelegenheit völlig neue Perspektiven eröffnet.

      Das Folgende sind 8 verschiedene Bilder - zwei Perspektiven, jeweils mit Sonnenaufgang, Vormittag, Nachmittag und Sonnenuntergang.
      Da ich auf der Suche nach einem neuen Bild für die FrontPage bin, würde mich interessieren, welches euch am besten gefällt. (Perspektive 1/2, Sonnenaufgang, Vormittag, Nachmittag, Sonnenuntergang)

      Sorry für den Bilder-Spam...

      #1:



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    • Ein Bahnhof, wie schön :D
      Da du gefragt hast welches Licht / welche Perspektive: Ich denke, das beste ist, wenn der Bahnhof im Sonnenlicht liegt, Gegenlicht oder Schatten auf dem Gebäude sind in meinen Augen für die generelle Präsentation nicht so geeignet.
      Bei der Perspektive würde ich die Draufsicht wählen, also wäre #7 mein Favorit. Wobei man vielleicht etwas weiter rauszoomen könnte wie auf diesem Bild:


      Ich sehe auf dem Foto, da fehlen noch ein paar Details, ich hoffe die kommen zeitnah dazu ;) .

      Darf man fragen, mit welcher Software du das konstruierst?
    • Grundsätzlich sind alle Aufnahmevarianten sehr schön, weil Du eine super Grundlage geschaffen hast!

      Es kommt drauf an, welche Stimmung Du erzeugen willst. Die Ansicht 5 ist vielleicht für eine Architekturpräsentation nicht so geeignet, weil die Architekturgliederung im Schatten verschwindet - also fast schon schade um deine Arbeit. Hingegen erinnert sie mich ans frühmorgendliche Aufstehen, wenn ich als erstes einen erhöhten Blick über die Altstadt in Richtung Osten habe, und alle Blech- und Ziegeldächer vom frühmorgendlichen Tau im Gegenlicht der Sonne glänzen - immer eine fantastische Stimmung, die schon den halben Tag rettet! Allerdings wird man diese Ansicht nie so sehen, denn da müsste die Sonne von Nordwesten her scheinen. Ich würde deshalb grundsätzlich nur Sonnenstände wählen, die auch der Wirklichkeit entsprechen.

      Die Plastizität der Architektur kommt am besten zur Entfaltung, wenn die Sonne mit knapp 90° zur Blickrichtung scheint. Dann hast Du kein Gegenlicht, und ein Teil der Fassaden und vorspringenden Gliederungen stehen dann im Schatten, was ein schönes Licht/Schatten-Spiel erzeugt. Diesbezüglich gefällt mir Ansicht 3 am besten. Allerdings ist der der Anteil der verschatteten Seitenfassaden gegen hinten zu gross im Verhältins zu den besonnten Frontfassaden, weshalb das Bild ein bisschen düster wirkt. Hier könntest du den Betrachterstandort ein bisschen weiter rechts wählen und erhieltest dadurch wahrscheinlich das beste Resultat. Der Fotograf des Ansichtkartenbildes hat diesen Effekt wunderbar getroffen.

      Eine Kritik hierzu auf höchstem Niveau: sind die hellen Fensterumrandungen nicht zu stark hervortretend gegenüber dem Original, und dafür die Fensterleibungen zu wenig tief? In deinem Modell haben beide dasselbe Mass, aber in Wirklichkeit dürften die Fensterumrandungen höchstens 5 -10 cm hervorstehend gewesen sein, und die Leibungstiefen der Fenster und Türen zwischen 15 und 25 cm betragen haben.

      Am stimmungsvollsten ist Ansicht 4, denn wer schätzt nicht die frühmorgendliche Sonne oder das Abendrot (Alpenglühen)? Das verstärkte Rot und Gelb der Backsteinfassaden erinnert sehr an Italien und damit an Reisegelüste, was doch zu einem Bahnhof passt.

      Das Tüpfchen auf dem i sind aber die verschiedenen "Acessoires", die einem Bild erst Leben geben, auch wenn es nur eine blöde Stange mit darangeschraubten Schildern und Abfallkübel ist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Riegel ()

    • Hallo Centralbahnhof! Schöner Name... Und so passend... ;)
      Und willkommen im Forum!

      Ach, die Details... In meiner Branche (bin SW-Entwickler) gibt es einen schönen Spruch: 10% der Kleinigkeiten am Ende kosten 90% der Zeit...
      Wir sind gerade aus Nürnberg zurückgekommen, wo ich gestern im Archiv des DB-Museums einige Original-Pläne, Aufrisse und Zeichnungen des Bahnhofs abgestaubt habe. (Beeindruckend übrigens, mit Original-Zeichnungen und Plänen von 1850-1870 herum zu hantieren...) Ja, die werde ich im Laufe der nächsten Tage einarbeiten - oder auch Wochen...

      Bei der ganzen Sache ist mein Hauptproblem, die Balance zwischen Detailreichtum und Machbarkeit in einer endlichen Zeit zu finden. Mit den Details könnte ich mich monatelang beschäftigen...
      Auf jeden Fall werde ich über's Wochenende die Fenster und Türen neu machen - da ist es am Auffälligsten. Dann muss ich schauen, was ich noch umbaue...

      Und das "Rauszoomen" bringt mich dann zum nächsten Problem: Wenn ich rauszoomen würde, würde man sehen, dass man nichts sieht bzw. dass rundherum noch keine Gebäude existieren, was mich dann zum ersten Punkt bringt, dass ich nämlich zu viel Zeit mit Details verbringe... ;)

      Ich verwende Unity 3D, mit dem ich schon seit gut 6 Jahren immer wieder in meiner Freizeit herumbastle. Ist recht einfach zu bedienen, hat inzwischen einen brauchbaren Umfang und produziert brauchbare Ergebnisse.

      Besten Dank für deinen Kommentar! Ich werde in den nächsten Tagen Ergebnisse posten.
    • Hallo Riegel!

      Danke!

      Gestern, als wir mit dem Zug nach Nürnberg gefahren sind, ist mir urplötzlich aufgefallen, dass die Sonne eigentlich nicht hinter dem Bahnhof aufgehen kann, weil dort Westen ist... Ja, also werde ich die ganze Szenerie um 180 Grad drehen...
      Die Sonnenstände sind korrekt (ist ein Unity-Plugin, dass die Sonnen- und Mondstände garantiert korrekt berechnet), aber der Bahnhof steht falsch... Zum Glück kann ich den leichter drehen als der gute Bürklein... ;)

      Ja, ich werde mit den Lichtverhältnissen noch herumexperimentieren müssen.
      Die Variante mit der aufgehenden Sonne hinter dem Bahnhof hat mir am besten gefallen, weil sie am realistischsten aussieht - dummerweise ist sie falsch... Aber natürlich kommt alles plastischer, wenn es möglichst viele Schatten gibt...
      Ich fürchte, ich werde demnächst noch eine Reihe von Varianten posten müssen...

      Noch zu den Details - besonders denen, die eigentlich nichts mit dem Bahnhof selbst zu tun haben: Ein größeres Problem sind die Autos. Es gibt nicht all zu viele 3D-Modelle von Autos aus der Zeit. Und die Dinger selbst zu basteln, dauert endlos... (Nebenbei baue ich ja an einer Tram Typ A herum, aber schon das artet ziemlich aus...)
      Auch Personen, die entsprechend angezogen sind, sind nicht leicht zu finden. Das wird ein eigenes Kleinprojekt...

      Eine Kritik hierzu auf höchstem Niveau: sind die hellen Fensterumrandungen nicht zu stark hervortretend gegenüber dem Original, und dafür die Fensterleibungen zu wenig tief? In deinem Modell haben beide dasselbe Mass, aber in Wirklichkeit dürften die Fensterumrandungen höchstens 5 -10 cm hervorstehend gewesen sein, und die Leibungstiefen der Fenster und Türen zwischen 15 und 25 cm betragen haben.

      Mist, da hat einer genau hingeschaut... ;)
      Ja, stimmt exakt. Die Fenster sind "aufgeklebt" wie die Türen. Wie schon in meinem vorigen Post erwähnt, werde ich die Türen und Fenster neu machen (habe ja jetzt Aufrisse der Front, wo ich die Fenster und Türen genau habe) und auch entsprechend "zurücksetzen". Gerade das wird sehr viel von der "optischen Tiefe" ausmachen.

      Das Tüpfchen auf dem i sind aber die verschiedenen "Acessoires", die einem Bild erst Leben geben, auch wenn es nur eine blöde Stange mit darangeschraubten Schildern und Abfallkübel ist.

      Ja, die Haltestelle zeigt ja sehr deutlich, um wieviel lebendiger eine Szene wird, wenn es solche Details hat. Aber solche Details halten mich eben von allen anderen Dingen ab...

      Nur ein kurzer Auszug aus meiner elendslangen Liste von Dingen, die am Bahnhof noch zu machen sind:

      • Die oberen Fensterreihen haben zwischen den Fenstern noch kleine Säulen mit noch etwas Kleinkram oben und unten.
      • Die (Sandstein-)Bögen - sowohl bei den Fenstern als auch bei den Arkaden - waren nicht flach, sondern hatten eine Art Relief.
      • An einigen Stellen fehlen noch die Rosetten über den Fenstern.
      • Oben, zwischen den Fenstern wurde auf die Ziegeln noch ein um 45 Grad gedrehtes rotes Quadrat gemalt.
      • Dummerweise habe ich bis heute keine Fotos gefunden, an denen erkennbar wäre, was an den Rückwänden der Arkadengänge tatsächlich war. Auf einigen Fotos ist andeutungsweise zu sehen, dass da wohl die vordere Säulenreihe dupliziert war und dass in den Zwischenräumen wohl Türen von Läden waren; später wohl auch Plakate.
      • Die Brüstung über den Arkadengängen bestand nicht aus schlichten Säulen, wie in meinem Entwurf, sondern aus wohl aus Sandstein-Formen, die ich allerdings nirgends im Detail finden kann. Zudem prangt in der Mitte der Säulenreihen jeweils ein großer Block mit einer Aufschrift, die ich bisher auch nicht entziffern konnte.


      usw. usf...

      Herzlichen Dank auch für deinen Post!

      G.
    • Am Rande: Ich habe mir die Tage einen Fotoband gekauft - "Altmünchen" - mit gemalten Bildern der "Sammlung Neuner".
      Sehr interessant, vor allem, was die Farben der Gebäude angeht, die auf SW-Fotos meist recht schwer erkennbar sind...

      Sehr auffallend dabei: Fast alle darin gemalten Gebäude wurden zwischen 1870 und 1910 abgerissen. Anders gesagt: an diesem Übergang von München von einer "ländlichen Stadt" zu einer "königlichen Hauptstadt" ist wohl die halbe Stadt abgerissen worden...

      G.
    • Wunderbare Visualisierungen!

      Wie es wohl möglich wird, dass wir damit noch die Neubauplanungen beim Hauptbahnhof in München beeinflussen?

      Ich war gerade erst wieder dort, der Nachkriegsbau ist wirklich potthässlich - und das was uns erwartet wird kaum besser. Wenn auch zeitgenössischer und moderner natürlich.
    • Hallo zusammen,

      das hat nun doch eine Weile länger gedauert als gedacht…
      Dafür gibt es auch einiges Neues…

      Das Wichtigste zuerst: es gibt eine begehbare Version, die auf meiner WebSite heruntergeladen werden kann. Damit kann jeder selbst im Bahnhof herumlaufen: München 1900 Downloads

      Die ZIP-Datei umfasst ca. 110 MB. Es ist keine Installation erforderlich. Einfach die ZIP entpacken und die darin befindliche EXE starten. Damit kann das Programm auch wieder restlos entfernt werden – einfach durch Löschen des Verzeichnisses.

      Beim Starten kann eine „Graphics Quality“ eingestellt werden. Es empfiehlt sich, es am Anfang mal mit „Fantastic“ zu probieren;sollte es zu sehr ruckeln, mit niedrigeren Einstellungen versuchen.

      Das Programm kann jederzeit mit ESC beendet werden. Mit den Tasten „W“ und „S“ kann man sich vorwärts und rückwärts bewegen; mit der Maus kann man sich umsehen – und man läuft immer der Nase nach, also immer in die Richtung, in die man gerade blickt.

      Der vordere Teil des Bahnhofs ist in großen Teilen begehbar. Der hintere (neuere) Teil ist im Moment nur ein Prototyp. Auch die große Eingangshalle kann schon besichtigt werden, allerdings ist das noch die größte Baustelle. In beiden Eckhäusern können über ein Stiegenhaus beide Wohnungen im1. und 2. Stock betreten werden. Im ersten Stock sind verschiedene Tapetenangebracht – eigentlich nur zum Testen, ist also nicht final.

      Es empfiehlt sich, den Bahnhof auch mal über die seitlichen Eingänge an den Eckgebäuden zu betreten…
      Der linke Droschkenhof (hinter der Front – durch die linke Durchfahrt laufen) bietet einen recht netten Blick auf die Eingangshalle von außen; der rechte Droschkenhof ist noch „Baustelle“.

      Wenn jemand Probleme hat, bitte melden – nur so kann ich sie beheben!

      Wenn jemanden Präferenzen hat, in welche Richtung ich die Sache weitertreiben soll, würde mich das interessieren. Eher in Richtung Spiel? Mehr Details an existierenden Gebäuden? Mehr Gebäude?
      Ansonsten freue ich mich über jeden Kommentar.

      Hier noch ein paar Screen Shots der aktuellen Version:







    • Herzlichen Dank für die vielen "Mögens" (=Likes)!

      Ganz konkret hätte ich eine Frage an die Architekten: Gibt es eine WebSite für "architektonische Grundkenntnisse"? Ich bräuchte vor allem Grund-/Aufrisse/Zeichnungen etc. von Türen, Fenstern, Leibungen, Zäunen, Gittern, Säulen, Zierleisten, naja, von allem was ein Architekt (vor allem des 19. Jhdts) an Grund-Rüstzeug so brauchen würde.

      Wir sind gerade von einem einwöchigen Urlaub aus Marienbad und Karlsbad zurückgekommen (kann ich jedem nur wärmstens empfehlen - vor allem, wenn man Jugendstil mag! Sehr hübsche Häuser und fast flächendeckend...) und da habe ich schon eine Menge an Fotos mitgebracht... Aber ich bräuchte die Grundlagen...
      (Übrigens: Leute schauen einen teilweise schon recht ungläubig an, wenn man vermeintlich belanglose Türen, Fenster, Zierleisten oder im schlimmsten Fall einfach nur eine kahle Wand - wegen der Textur - fotografiert…)

      Ach ja, noch eine Frage: Ich habe lange gerätselt, wie das Dach des Centralbahnhofs "gedeckt" war. Inzwischen bin ich mir relativ sicher, dass es Zinkdächer waren; witzigerweise haben wir festgestellt, dass in Marienbad und Karlsbad fast alle Dächer Zink- (oder Kupfer-) dächer sind (dort sind fast alle Häuser zwischen 1890 und 1910 entstanden). Das scheint damals wohl Mode gewesen zu sein...? Weiß jemand, was das für einen Grund hatte? Sogar Fenstervorsprünge, Simse und Zierleisten waren mit Zinkblech belegt.
    • Marienbad und Karlsbad liegen in der Nähe des Erzgebirges, wo u. a. Zink gefördert wurde und sich eine entsprechende Industrie (Blechherstellung und -Verarbeitung) etabliert hatte.

      Es gibt viele Musterbücher z. B. für Tischler, Eisenkonstruktionen, Dachdeckeungen usw., die mittlerweile digitalisiert sind und im Netz frei verfügbar. Auch einige Architekturzeitschriften des 19. Jahrhunderts wurden mittlerweile digitalisiert. Z.B. (Stichwörter für google): Deutsche bauzeitung, Zentralblatt der Bauverwaltung, Zeitschrift des Bayerischen Architekten- und Ingenieurvereins, Zeitschrift des Architekten- und Ingenieuervereins für das Königreich Hannover usw.
      (Mir fehlt leider gerade die Zeit, hier passende Links zu suchen und einzustellen...)
      Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...
    • Sybaris schrieb:

      Sogar Fenstervorsprünge, Simse und Zierleisten waren mit Zinkblech belegt.
      Architekturgliederungselemente aus Stein waren im Historismus in Hülle und Fülle vorfabriziert zu erhalten. Was aber, wenn jemand ein verputzes Holzgebäude aus Fachwerk oder Blockbau mit solchem Zierrat aufhübschen wollte? Da bildete der Zimmermeister dieselben Formen einfach in Holz nach. Da damals ein reger Handel mit solchen Elementen florierten, wollten auch die Klempner (Spengler) an diesem Geschäft teilhaben, und boten ihrerseits solche Produkte aus Blech an.


      Zwei Beispiele aus meinem Umfeld:

      Herisau AR (CH), Schmiedgasse 30:
      Ein Strickbau/Blockbau, wahrscheinlich aus dem 17./18. Jahrhundert. Dieser wurde im ausgehenden 19. Jahrhundert vollständig mit Blech eingekleidet. Die Vorderseite erhielt eine Backsteinimitation und Fensterarchitekturen aus Blech. Die Rahmen und Brüstungen sind aber aus Holz. Die Seitenfassade hat wiederum die gewohnten Fenstereinrahmungen aus Holz, aber die Wandfläche ist mit Rundschindelpanelen aus Blech verkleidet.

      Vorderansicht:
      goo.gl/maps/9Jdwa7EdLHB2

      Seitenansicht:
      goo.gl/maps/WorTFCiTJgR2


      St. Gallen (CH) "Tigerhof", Tigerbergstr. 2:
      Ein früher Industriebau von 1849 aus konstruktivem Fachwerk. Dieser wurde 1866 zu einer Appretur vergrössert und aufgestockt, wiederum in Fachwerk. Um 1890 wurde daraus ein Wohn- und Geschäftshaus. Zwecks einem repräsentativeren Aussehen erhielt die Fassade damals Architekturelemente aus Blech.