Auf den Spuren des alten Berlins (Galerie)

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    • Lieber Fachwerkliebhaber, vielen Dank für die schönen und interessanten Bilder von Berlin! Der Nikolaiplatz muss ja sehr schön sein.
      Was mich am meisten beeindruckt und auch wundert, ist, dass ausgerechnet die sozialistische DDR so viele alte Bauten rekonstruiert hat! Normalerweise möchte man ja meinen, dass die Kommunisten als "Erneuerer" der Gesellschaft eigentlich weniger für bürgerliche und adelige Zeugnisse der Vergangenheit übrig haben und eher neue, ideologiegerechte Bauten schaffen als alte rekonstruieren. Aber so kann man sich täuschen...
    • Das ist eigentlich ziemlich leicht beantwortet,es kommt auf die richtigen Leute an den richtigen stellen an.Die End zeit DDR began grade endlich zu sich selbst zu finden als sie dann unter ging.Selbes ist ja heute, die BRD ist eigentlich eine Repräsentative Demokratie, das alles ist über die Jahre mehr zu einer art Oligarchie mit Mix aus Kontroll staat geworden.Das alles nur weil wenige viel entscheiden können, die eigentliche Sterke der direkt Endscheidung ohne große Wahlen und Klimbim zu jedem Thema wird immer mehr zu grössten schwäche in zb. der BRD das ist ja nicht nur bei der Flüchtlings Kriese ein Proplem sondern auch im reko bereich. Einer oder eine Minderheit hat die macht der Rest muss es hinnehmen zähne knirschend und ein anderer teil setzt sich zu wehr.Mich würden mal Wahlen zu solchen Themen interessieren.
    • Die DDR legte Wert darauf, als souveräner Staat anerkannt zu werden. Deshalb wollte man in Berlin eine Traditionsinsel, wohin man mit Staatsgästen gehen könnte. Durch die Zerstörungen des II. Weltkriegs und die Abrisse danach, denen auch das Stadtschloss der Hohenzollern zum Opfer gefallen war, war aber im Zentrum Berlins kaum mehr etwas da, was man Staatsgästen hätte zeigen können. So kam es dazu, dass das Nicolaiviertel in seiner jetzigen Form errichtet wurde. Etwa zur gleichen Zeit, in den 1980 er Jahren, wurde dann auch das Denkmal Friedrichs d. Gr. auf der Straße "Unter den Linden" wieder aufgestellt, wohl aus den nämlichen Gründen.

      Man sollte aber nicht vergessen, dass für die Errichtung des Nicolaiviertels in Berlin-Mitte ein hoher Preis bezahlt wurde oder bezahlt werden musste. Alle vorhandenen Mittel, Baumaterial und finanzielle Mittel wurden in den Aufbau des Nicolaiviertels gesteckt und dort konzentriert. Für die Unterhaltung und Sanierung von Baudenkmälern im Gebiet der übrigen DDR blieb deshalb nichts mehr übrig. Hier beschleunigte sich der Zerfall und der Niedergang rasant, viele wertvolle Bauten gingen dadurch letztlich verloren.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Villa1895 ()

    • Hallo Leonhard,

      freut mich, dass Dir die Galerie gefallen hat ;) . Ja Villa1895 hat es sehr gut erklärt, und aus diesem Blickwinkel habe ich es gar nicht gesehen, dass die DDR das Viertel für repräsentative Zwecke gebraucht hatte!

      Meine Vermutung war davor aber, dass die Führung und allgemein der letzte Rest des Bildungsbürgertums dem Komplettabriss der Altstadt unter Ulbricht bereut haben mit der Zeit. So kann man auch allgemein die halbwegs "traditionellen" Platten der Postmoderne der späten 80er Jahre verstehen. Aber nicht nur das Nikolaiviertel war eine Antwort auf die Bauverbrechen nach dem Krieg, sondern auch die Plattenbauten in der Nähe vom Gendarmenmarkt wie zb das heutige Hilton Hotel, oder auch die berühmten Plattenbauten in der Wilhelmstraße mit ihren charakteristischen Erkern. Muss man zwar wie die von mir gezeigten Platten im Nikolaiviertel, nicht mögen, aber es war ein interessanter architektonischer Umschwung ausgerechnet am Ende dieses maroden Staates!
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    • Danke für die hervorragende Galerie FW-Liebhaber! Ich hatte selbst noch ausführlich das Nikolaiviertel abgeknipst neulich, doch so kann ich mir die Veröffentlichung wohl weitgehend sparen.

      ursus carpaticus schrieb:

      Ich denke aber, Däne hat dahingehend recht, dass die mäßige Bedeutung des bereits sehr modern durchwachsenen Vorkriegszustandes keine besondere Perspektive für rekonstruktives oder im weitesten Sinne traditionelles Bauen zulässt.
      Das ist strukturkonservatives Denken á la DDR-Ostalgiker, Lüscher und Lompscher. Ohne Mut, Saft und Kreativität.
      Hier ist viel möglich. Dieser Freiraum bietet großartige Chancen.

      Bei der Gesellschaft Historisches Berlin gibt es hervorragende Ideen, wie hier im Groben neuklassisches Bauen umgesetzt werden kann: ghb-online.de/images/downloads/GHB-Neuer-Markt.pdf

      Inspirierende Ansätze gibt es also. Das MEF selber kann ja davon unberührt bleiben, das wäre nicht betroffen. Nur die Fläche zwischen Marienkirche, Rotem Rathaus und Fernsehturm, die dringend mehr Fassung benötigt. Jeder, der diesen Ort einmal live erlebt hat, spürt das. Die Weite vermittelt hier nichts Positives, nur Leere, Trostlosigkeit und Tristess. Ähnlich wie am toten und zerfurchten Molkenmarkt.