Die Königsschlösser Neuschwanstein, Hohenschwangau, Linderhof und Herrenchiemsee

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    • Die Königsschlösser Neuschwanstein, Hohenschwangau, Linderhof und Herrenchiemsee

      Nun möchte ich auch mal ein paar Fotos meines letzten Bayernbesuchs einstellen. Die Route ging über Bayreuth (Markgräfliches Opernhaus) über Schloß Schleißheim, Herrenchiemsee bis Füssen (Graswangtal mit Linderhof und natürlich Neuschwanstein)

      Wie man nach den Veröffentlichungen der letzten Jahre nun weiß, war Ludwig II. nicht, wie sein Bruder Otto, geisteskrank und alleine nicht mehr lebensfähig und auf Hilfe von Pflegern angewiesen, sondern eine sehr tragische Figur der Geschichte. Eine, auch heute sehr verbreitete Krankheit besaß er jedoch und zwar eine Suchterkrankung. Es war nicht der Tabakkonsum, auch nicht eine Alkoholsucht, nein es war die Bausucht. Er gab kurz vor der Entmündigung und Festsetzung offen zu, dass das Bauen das einzige ist, was seinem Leben noch Freude bereitet. Die Kasse des Königshauses (nicht die Staatskasse) war dadurch erheblich ins Minus gerutscht und einige Banken drohten zuletzt sogar mit Pfändung von Herrenchiemsee. Ludwig war wegen der Finanzen im engen Briefkontakt mit Bismarck, doch wurden seine Verhandlungen immer mehr von den eigenen Ministern blockiert.

      Durch seine exzentrische Lebensweise (er hasste jubelnde Menschenaufläufe und zog sich deshalb im Laufe des Lebens immer mehr in die Berge und in die drei Schlösser Linderhof, Hohenschwangau (früher Schwanstein) und Neuschwanstein zurück), wurde es für seine Gegner Prinzregent Luitpold und dem von der Absetzung bedrohten Ministerpräsidenten Lutz (Ludwig II wollte ihn ersetzen) leicht, ihn mit Hilfe eines gut bezahlten Irrenarztes, der ohne den König zu untersuchen die Regierungsunfähigkeit wegen fortgeschrittener Geisteskrankheit bestätigte, zu entmündigen und gefangen zu nehmen.
      Auch die Todesursache "Selbstmord duch Ertrinken" kann heute Dank der vielen neuen Erkenntnisse angezweifelt werden. Es gibt zu viele Widersprüche und merkwürdige Auffälligkeiten: In Guddens Geldbörse fand man nach dem Tod eine ungeheure Geldsumme. Die beiden Uhren (Von Ludwig und Gudden) blieben nicht zur gleichen Zeit stehen, sondern im Abstand von über 70 Minuten, was bedeutet, dass Gudden über 70 Minuten nach dem Tod des Königs in den See gelegt wurde oder dort um kam, aber von wem? Warum wurden wichtige Beweisstücke am Tatort unmittelbar danach beseitigt? Warum wurden wichtige Zeugen vereidigt über diese Nacht für immer zu schweigen? usw.. Je mehr man sich mit den Fakten beschäftigt, um so mehr Fragen und Ungereimtheiten kommen auf.

      Aber wollen wir nun die Bilder genießen.
      zuerst der Bauherr:

      Ludwig im Laufe des Lebens:
















      Das erste Schloß was er ab 1869 errichtete war ein Jugendtraum. Schloß Neuschwanstein. Leider blieb es unvollendet. In diesem Schloß befand er sich, als er von der Fangkommission festgenommen und nach Schloß Berg gebracht wurde.


      So sähe Neuschwanstein heute aus, wenn er noch ein paar Jahre mehr Zeit gehabt hätte (ersten beiden Bilder):






































      Im Inneren besteht leider Fotografierverbot.


      Das zweite Schloß was er sich errichten ließ ist zugleich auch das kleinste. Eigentlich mehr eine königliche Villa, doch das Innere ist von unvorstellbarer Pracht. Auch hier nur Außenansichten, da innen nicht fotografiert werden darf.


      Dieses Schloß steht an der Stelle, wo er als Kind mit seinem Vater oft gewesen ist. Daher liebte er diesen Ort und baute sich hier sein kleines Versailles im französischen Stil. Ursprünglich wollte er hier das Schloß Herrenchiemsee (Versailles) als Denkmal des Französischen Absolutismus unter Ludwig 14. errichten, doch das Tal ließ es nicht zu.

      Schloß Linderhof ist auch das einzige der drei Schlösser, was vollendet wurde. In diesem intimen Schloß lebte Ludwig die meiste Zeit.















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    • Ich habe auch noch ein paar Bilder von meinem letzten Besuch der Königsschlösser:

      (Ad Mod: Ev kann man den Strang noch erweitern um Herrenchiemsee und Hohenschwangau?)

      Da man für Neuschwanstein ewig warten muss, wenn man nicht so klug war und im Internet bereits eine Zeitkarte vorbestellt...sollte man in der Zwischenzeit Hohenschwangau besichtigen und auch die Marienbrücke, von wo man einen grandiose Aussicht auf das Märchenschloss genießen darf:























      wunderbare Häuser auch im Ort...




      Leider war es nicht möglich, dass man auch innen fotografieren darf, aber wer noch nicht dort war, der sollte die Königschlösser unbedingt machen! Es war eine meiner schönsten Reisen in der letzten Zeit. Herrenchiemsee wird auch noch bei Zeiten folgen. Leider war das Königshaus am Schachen noch geschlossen, aber das ist wenigsten ein Grund, um auch in Zukunft wieder in diese herrliche Gegend zu fahren!
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Merkel, Krieg und Denkmalschutz“!

      Treffendes Lied über deutsche Architektur!
    • Ich habe die Überschrift bereits geändert. Fotos von Herrenchiemsee habe ich auch, aber an dem Tag war es dort leider regnerisch, daher glaube ich, dass andere bessere Fotos haben.
      Aber stimmt. Den Schachen muss ich auch noch besichtigen. Die Gegend dort um Neuschwanstein und Linderhof ist traumhaft und unbedingt eine Reise wert. Das märchenhafte Neuschwanstein fügt sich wunderbar in die wildromantische Bergwelt ein und lässt einen träumen. Dazu passt Musik die auch Ludwig geliebt hat. z.B. das Vorspiel von Lohengrin, was wie aus einer anderen Dimension zu sein scheint und einen (mich zumindest) bis in die tiefste Seele ergreift:
    • Ich liebe die gesamten Vorspiele, auch von Tannhäuser, Tristan und Isolde, das wie Erinnerungen auf einen wirkt und Parsifal, mit überirdischen Klängen. Aber auch die Vorspiele von Rheingold und Walküre sind genial!
      Wagner war der größte Emotionskomponist. Bei Tristan und Isolde sind sogar schon zwei Dirigenten während der Aufführung gestorben.
    • Ja, Wagner hat eine unglaubliche Emotionalität und Intensität in seinen Werken, es ist zeitweise fast hypnotisch.
      Ich liebe auch vor allem seine Orchestervor- und zwischenspiele, viel mehr als die Gesangspassagen und die theatrale Gesamtkonzeption seiner Opern... ich weiß, dass ihm diese Aussage gar nicht gefallen hätte, aber ich kann halt nicht aus meiner instrumentalen Haut...