Straßburg (F) - Straßburger Städtetouren, Teil 15, vom Bürgerspital über den katholischen Bahnhof bis zu Petite France

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    • Straßburg (F) - Straßburger Städtetouren, Teil 15, vom Bürgerspital über den katholischen Bahnhof bis zu Petite France

      Bevor ich weitere Fotos zu den Architekten poste, noch ein kurzer Rundgang gewissermaßen als "Nebenprodukt" meiner Fototour vom Wochenende.

      Diese Tour führt vom Börsenplatz über das weitläufige Areal des historischen Bürgerspitals im Südwesten der Stadt zum sogenannten "katholischen Bahnhof", einer großen Anlage des sozialen Wohnungsbaus für katholische Bahnmitarbeiter, und von dort aus am ehemaligen Elektrizitätswerk und Schlachthof vorbei wieder an den Rand der Altstadt.

      Bei der Anreise mit dem Fernbus oder der Straßenbahn einfach den Börsenplatz auf der linken Seite überqueren und dem Großen Straßendurchbruch folgen - danach nach links abbiegen, der Turm des Bürgerspitals als erstes Ziel ist weithin sichtbar.



      Hier das Spitaltor, das einzige verbliebene Stadttor der heutigen Stadt Straßburg (die beiden anderen Tore im Süden befanden sich an der Zitadelle bzw. am heutigen Place d'Austerlitz, dem Metzgerplatz):



      Gleich links daneben schließt sich das große Hauptgebäude des Bürgerspitals (Hôpital civil) aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts an:







      Auf Höhe des Tors endete Straßburg selbst noch Anfang des 20. Jahrhunderts, hier ein Foto von 1910:

      Bürgerspital 1910

      Die gründerzeitliche Erweiterung des Straßburger Südens war eines der letzten Erweiterungsprojekte, die in der deutschen Epoche bis 1918 noch angegangen wurden, zu einer wirklich geschlossenen Bebauung kam es aber nicht mehr - häufig wurden jedoch bis in die 50er Jahre die alten Pläne umgesetzt, ergänzt noch durch die Fertigstellung des schon mehrfach angesprochenen Straßendurchbruchs, der ja am Börsenplatz sein Ende erreichte.

      Hier nun einige Fotos der gründerzeitlichen Erweiterung des Spitalgeländes nach Süden. Dies müsste das Anatomisch-Physikalische Institut sein:





      Leider waren die Gebäude teilweise kaum zugänglich, der bauliche Zustand war oft eher unterdurchschnittlich.

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    • Wir erreichen nun den Rhein-Rhône-Kanal und folgen diesem nach Westen. Vorbei am Neubau der Kliniken ...



      ... und an der Straßburger Hauptmoschee, die nach jahrelangen Bauverzögerungen ungefähr 2012 fertiggestellt wurde ...



      ... überschreiten wir die Ill ganz im Süden und können beim Blick zurück auf das Spital noch auf der linken Seite das Gebäude der Ill-Schule sehen, einen Bau von Paul Bonatz und Fritz Beblo von 1912.



      Hier erreichen wir nun das ausgedehnte Areal des Katholischen Bahnhofs:



      Das unpassende Gebäude mit der abweichenden Dachform und den Balkonen ist auf den Wiederaufbau nach der teilweisen Zerstörung 1944 zurückzuführen.

      Architekt des 1908 fertiggestellten Komplexes war der Schweizer Architekt Albert Nadler, der eine ganze Reihe von Bauten in Straßburg errichtete und unter anderem ja auch der Architekt der Spachhäuser war, eines anderen Projekts des sozialen Wohnungsbaus von 1903 (in diversen Rundgängen zum Fünfzehnerwörth schon vorgestellt).

      Unmittelbar gegenüber liegt die erhaltene alte Werder-Kaserne, die durchaus einen ästhetischen Kontrast darstellt:



      Hier nun weitere Fotos des Komplexes, in dem teilweise auch Bürger untergebracht wurden, deren Wohnungen bei der Realisierung der ersten Phase des großen Straßendurchbruchs abgerissen wurden:







      Blick in Richtung der Werderkaserne:

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    • Blick in den Innenhof:



      Und der Blick in der entgegengesetzten Richtung, wo gerade die ab 1920 errichteten verbliebenen Gebäude der Kaserne Marcot renoviert werden:



      Von hier aus geht es weiter Richtung Norden und dann wieder zurück zur Altstadt. Die Verbindungsstraße (Molsheimer Straße, heute: Rue de Molsheim) weiß durchaus mit gründerzeitlichen Fassaden zu überzeugen -







      Kurz vor dem Erreichen der Margaretenkaserne ist auf der rechten Seite die verbliebene Fassade des Elektrizitätswerks von 1910 zu sehen. Nach schweren Kriegsschäden 1944 und Teilabrissen dient das vollständig entkernte Gebäude als Hotel bzw. Wohngebäude, in Anlehnung an das daneben befindliche Kunstmuseum als Modern'Art bezeichnet:

    • Etwas weiter nördlich endet dann die historische Bebauung - allerdings befand sich hier früher nur das Areal des Schlachthofs.

      Nördlich an das reizlose Accor-Hotel schließt sich das Kunstmuseum "Musée d'art moderne et contemporain de Strasbourg" oder kurz MAMCS an, das von 1993 bis 1998 errichtet wurde und auch von Petite France aus gut sichtbar ist.







      Vorbei am Gebäude der ENA ...



      ... erreichen wir über die Schlachthofbrücke den Henckerturm und somit wieder die Altstadtinsel:



      Lediglich direkt am Ufer ist hier noch historische Bebauung erhalten, unmittelbar dahinter erhebt sich ein großer Gebäudekomplex, der ab 1973 errichtet wurde und stark an die Bebauung südlich der Martinsbrücke erinnert.

      Historische Bebauung:



      Bebauung der 70er Jahre:







      Dahinter nach wie vor die einzige echte Brache der Altstadt, die als Parkplatz genutzt wird:





      Nur wenige Schritte entfernt befinden sich die bekannten Fachwerkhäuser von Petite France:



      Daß ausgerechnet hier am malerischsten Ort Straßburgs nur noch eine einzige Häuserzeile steht, finde ich persönlich ziemlich enttäuschend, hier fehlt es einfach an Tiefe:

    • Das hat mich jetzt auch enttäuscht.
      Nur noch eines:
      Was, in aller Welt, ist ein "katholischer Bahnhof?"
      Verkerhen dort nur katholische Züge?
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)