Zweibrücken

  • In der früheren Residenzstadt Zweibrücken zeichnet sich ein größeres innerstädtisches Bauprojekt ab. Das Betriebsgelände der Park-Brauerei wurde verkauft und soll zu einem gemischten Quartier mit Wohnungen, Gewerbe und Dienstleistern umgestaltet werden. Die bestehenden Gebäude werden wohl dem Abrissbagger weichen müssen, was in meinen Augen allerdings keine Verlust darstellt.




    Quote from Die Rheinpfalz

    Das Brauereigelände (oben) soll über den Herzogplatz und die die Herzogstraße mit der Innenstadt verbunden werden. Das fordern mehrere Stadtratsfraktionen. ( Foto: Steinmetz)


    Alte Park-Brauerei bald Geschichte

  • Naja, die meisten Gebäude sehen so aus, als hätten sie schon den 2. Weltkrieg überlebt... ich freue mich immer, wenn Projektentwickler gerade bei Industriebrachen auch Wege finden, wenigstens ein paar der Gebäude zu integrieren und so den ehemaligen Charakter wenigstens ein bisschen zu erhalten. Klappt aber leider selten.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Wie so ein Schmuckstück 20 Jahre leerstehen kann und sogar über einen Abriss nachgedacht wurde... Ich bin gespannt auf das Ergebnis.

  • Der Käufer des Geländes der ehemaligen Park-Brauerei plant zusätzliche Wohnfläche und möchte hierzu ein kleines Wäldchen roden. Diese Pläne stoßen nicht nur bei der Politik auf Skepsis.


    Pfälzischer Merkur 1
    Pfälzischer Merkur 2


    In den Artikeln finden sich auch Luftbilder der Nachkriegszeit und eine Visualisierung der Neubebauung.

  • Im Jahr 1894 ließ der aus Saarbrücken stammende Nagelfabrikant Adolph Schwinn in Zweibrücken eine herrschaftliche Villa im Neurenaissance-Stil errichten. Die Villa (Gutenbergstraße 41) soll nun saniert und von umtehenden Gebäuden befreit werden. Hiervon sind in erster Linie belanglose "Schuppen" der Nachkriegszeit betroffen, aber wohl auch die Remise, in der sich eine Fahrschule befindet. Es gibt jedoch glücklicherweise auch Bestrebungen diese unter Denkmalschutz zu stellen.


    Neue Häuser um alte Villa


    Ein Zitat aus dem oben aufgeführten Artikel:

    Gries fügt dann „provokant“ hinzu: „Müssen wir jeden Kuhstall, jeden Kutscherunterstand und jeden alten Baum unter Schutz stellen, damit alles so bleibt wie es ist und wie es war? Oder finden wir gemeinsam Lösungen, um in einem zukunftsfähigen grünen Zweibrücken in modernen, ökologisch gebauten Wohnungen neben schönen Denkmälern zu wohnen.“


    Das liest sich nicht nur provokant, sondern in meinen Augen auch etwas...dümmlich (man verzeihe mir den Ausdruck). Grün und ökologisch heißt für mich nachhaltig, da es lange Bestand hat. Wieso sollte man dann ein 125 Jahre altes Gebäude, das sogar genutzt wird und aus natürlichen Materialien gebaut wurde, abreißen?


    Zweibrücken: Saarländer entwickeln Gelände um Villa Schwinn

    "Ein großer fehler, der sich heute rächt"


    PS: Die Villa Schwinn steht übrigens gegenüber dem Brauereigelände, welches von mit im ersten Beitrag angesprochen wurde. Auf dem Foto ist sie sogar am äußerst rechten Bildrand zum Teil zu erkennen. Auf dem Foto sind auch einige Nebengäude zu sehen, denen niemand eine Träne nachweinen wird.


  • Zwar steht der Artikel bezüglich der Sanierung des Hilgardhauses hinter einer Bezahlschranke, aber die aktuellen Fotos sind trotzdem zu sehen:


    Die ersten Mieter ziehen 2020 ein


    "Die neuen historischen Fenster sollen noch im Januar geliefert und dann gleich eingebaut werden."

  • Und es geht weiter im Fall der Remise der Villa Schwinn:


    Weiter Streit um Abriss der Remise der Villa Schwinn


    "Wie Herz argumentiert dagegen auf Merkur-Anfrage Roswitha Chéret, Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz: „Die Remise ist eindeutig Bestandteil der Villa Schwinn. Sie ist aus dem gleichen Material, man kann sie nicht einfach wegnehmen!“ Kein Problem habe sie damit, wenn die ehemalige Tankstelle und andere neuere Bauten wie vom Investor geplant auf dem Gelände entfernt würden: „Die sehen eh wie Fremdkörper aus.“


    In zwei Wochen soll es von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (obere Landesbehörde für Denkmalpflege) eine Stellungnahme geben, ob die Remise nun stehen bleiben muss oder nicht.


    Eine Aufschrift der Villa Schwinn: Nicht Müh, nicht Fleiss, nicht Arbeit nützt, wenn Gott der Herr den Bau nicht schützt.

  • Irgendwie kann ich nicht verstehen, weshalb es für einen Investor unwirtschaftlich sein soll, statt vier nur drei Wohn-Neubauten zu errichten. Er hat weniger Verkaufsfläche, aber auch weniger Baukosten. Er wird weniger Gewinnmarge erwirtschaften, aber ein Verlust dürfte dennoch nicht entstehen, sonst wäre es für Leute, die ein oder zwei Wohnhäuser bauen, stets ein Verlustgeschäft. Insofern geht es doch hier offenbar nur darum, das Maximum an Profit aus einem Grundstück herauszupressen. Wenn sich unter solchen Bedingungen ein Investor zurückzieht, war das ohnehin nicht der richtige für eine Stadtbild-verträgliche Entwicklung. Soll er in China bauen.


    Wenn nun von der CDU gejammert wird, die Villa müsse nun in einigen Jahren abgerissen werden, dann sollte vielmehr deren Eigentümer (die Stadt?) in die Pflicht genommen werden, diese zu sanieren und als Wohnraum nutzbar zu machen. Optisch wirkt sie auf mich jedenfalls nicht einsturzgefährdet.