Bremen - Peterswerder (Galerie)

  • Diesen Stadtteil hatte ich hier schon einmal im "Außerhalb der Innenstadt"-Strang präsentiert, aber ich habe nicht mehr alle Fotos von damals und kann ihn daher nicht so wiederbeleben, wie ich das bei den anderen Threads gemacht habe. Also Neustart. Peterswerder schließt sich östlich an den nur "Viertel" genannten Stadtteil an, von dem ich hier in der Galerie schon die Teile Ostertor und Fesenfeld gezeigt habe und mit denen ich auch noch nicht fertig bin. Früher wohnten hier hauptsächlich Angestellte und Selbständige mit kleinen Betrieben, mittlerweile werden die Alteingesessenen aber mehr und mehr von jungen Akademikern in der Familiengründungsphase verdrängt. Der Stadtteil wird stark von Werder Bremen geprägt, das hier sein Stadion hat und auch die vereinseigenen Sporthallen etc. betreibt. Das Weserstadion steht als eines der wenigen Bundesligastadien quasi mitten in einem Wohngebiet, entsprechend viel ist im Stadtteil an Spieltagen los.


    Aus dem Steintor kommend ist dies der Eingang in den Stadtteil mit seinen beiden Hauptachsen Hamburger Straße (rechts abgehend) und Am Schwarzen Meer (links hinten abgehend):



    Die Hamburger Straße ist im vorderen Teil auch wegen der Stadionnähe gesäumt von Restaurants und Kneipen:



    und öffnet sich zum für Bremer Verhältnisse großen "Admiral-Brommy-Platz", linkerhand angeschnitten:



    Die Oranienstraße, ebenfalls am Brommyplatz beginnend:



    In der Hemelinger Straße:




    Jugendstilschulgebäude hinter ergrünenden Bäumen:




    Blick in die Achimer Straße:



    Ensemble an der Hoyaer Straße:



    Die Bückeburger Straße:



    Fortsetzung folgt.

  • Vielen Dank, Bostonian, geht ja erst los. Peterswerder hat wieder einen ganz anderen, vorstädtischeren Charakter als z.B. das recht dicht bebaute Fesenfeld und ist von der baulichen Struktur vielleicht eher mit Schwachhausen zu vergleichen, wenngleich die Grundstücke kleiner sind - dafür ist es aber über weite Strecken geschlossener erhalten.


    Wir verlassen fürs erste die Gegend um die Hamburger Straße und fangen wesernäher an, hier an der Ecke Lüneburger/Celler Straße dieses schon mal gezeigte Eckhaus:



    Die Celler Straße selbst ist als eine der wenigen des Stadtteils in ihrem vorderen Abschnitt im zweiten Weltkrieg zerstört worden und erst im östlichen Teil wieder sehenswert:




    hier mal jugendstilig daherkommend, im Stadtteil seltener als in Schwachhausen:



    Am Osterdeich ist die Bebauung wieder gemischter, aber immernoch durchsetzt von schönen Häusern:



    Ecke Osterdeich/Celler Straße:



    Die Straße "Auf dem Peterswerder", die dem Stadtteil ihren Namen gibt:



    hier mal die Westseite entlang fotografiert, rechts im Bild eine original erhaltene Parkgarage aus den Zwanziger Jahren, ich hoffe, sie steht unter Denkmalschutz:



    Und ein Blick vom Osterdeich gen Innenstadt:



    Die Braunschweiger Straße ist an ihrem westlichen Ende zwar nicht so schön geschlossen wie weiter östlich, hat aber durchaus interessante Architektur zu bieten, wie etwa dieses für den Bremer Historismus atypisch gestaltete Eckhaus:



    Hier mal eine gestalterisch seltene Variante des Bremer Hauses, von der Erscheinung her historistisch, von der Fassadengestaltung Jugendstil, man beachte, dass 2 der 3 Wintergärten rekonstruiert sind:



    Weiter östlich geht es so weiter:



    oder so im Abendlicht:


  • Weiter in der Braunschweiger Straße, wir fangen an ihrem östlichen Ende in der Verdener Straße an:



    Etwas um die Ecke:



    Die Südseite:



    Der schöne Rhythmus der Bremer Häuser, die trotz wechselnder Traufhöhen und Geschosszahlen sehr gut im Ensemble funktionieren:



    Und die Nordseite:



    Blick in die Harzburger Straße, im Hintergrund das Weserstadion:



    Die Ilsenburger Straße:



    Und immer wieder der Osterdeich zwischen diesen kleinen Straßen



    Unfassbar schöne Magnolie in Vollblüte, ebenfalls am Osterdeich:



    Nach rechts geschwenkt mit Blick Richtung Braunschweiger Straße durch die Harzburger Straße hindurch:



    Benachbarte Stadtvilla am Osterdeich:



    Und die den Stadtteil genauso wie das Weserstadion prägende Weser an einem schönen Frühlingsabend:



    Blick nach Südwesten:



    Und das Weserstadion in neuer Pracht:



    Verzaget nicht, es geht noch weiter.... ;)

  • Zurück an der Hamburger Straße dieses Eckhaus:



    Straßenszenen in der Hamburger Straße:





    Durchblick von der Hildesheimer zur Hamburger Straße:



    Typisches Bremer Potpourri in der Hildesheimer Straße, manchmal eben auch etwas piefig daherkommend:



    Verdener Straße/Ecke Hamburger an einem schönen Frühsommerabend:



    etwas weiter in die Verdener Straße hineingelaufen, leider nicht mehr im Frühsommer:



    Andere Straßenseite:



    Die Nienburger Straße mit der typischen Bremer Baustruktur von 3-geschossigen Mehrfamilienhäusern an den Ecken und straßenbegleitend dann Bremer Häuser:



    Die Achimer Straße mit diesen frühen Siedlungshäusern, selbst für Bremer Verhältnisse sehr klein, stehen unter Denkmalschutz:



    Die nächsten Beiträge werden sich mit den sehr schönen Verbindungsstraßen zwischen Osterdeich und Hamburger Straße beschäftigen, hier mal als Einstieg ein Bild der Wernigeroder Straße:


  • So, es geht weiter.... die Querstraßen zum Osterdeich tragen alle die Namen von Städten im oder um den Harz herum... gibt hier immer so Straßennamengruppen in bestimmten Bereichen, die bis jetzt behandelten Bereiche trugen die Namen niedersächsischer Städte, aber mit der Ilsenburger und der Harzburger Straße hatten wir schon die ersten zwei der "Harzstraßen".


    Next up also die Wernigeroder Straße, hier konsequent ohne Umlaut geschrieben:


    Der "Eingang" von der Hamburger Straße aus gesehen:



    Die Westseite in der Morgensonne:



    Mal ein paar Häuser näher dran:



    Blick zurück zur Hamburger mit der Ostseite:



    Nochmal Ostseite Richtung Osterdeich:



    Eckhaus am Osterdeich:



    Das andere Eckhaus:



    Nochmal der Blick zurück:



    Hamburger Straße:




    Nächste Straße: Blankenburger Straße:




    Die etwas gemischtere Westseite:




    Fortsetzung folgt.

  • Heute Abend ist Zeit, weiter an der Peterswerder-Galerie zu arbeiten. Wir befinden uns nun allmählich im östlichen Teil des Stadtteils. Es folgt die Treseburger Straße:






    Clausthaler Straße:




    Osterdeich:




    Hamburger Straße:




    Schierker Straße:






    Blick in die Stolberger Straße:


  • Zwei Frühlingsgrüße aus der schönen Östlichen Vorstadt mit den in den letzten Tagen in Vollblüte stehenden Vorgärten:



  • Von mir an dieser Stelle auch eben das ein oder andere Foto, das ich quasi en passant bei Erledigung anderer Angelegenheiten geschossen habe. Zugegebenermaßen nicht direkt aus dem Peterswerder, aber nahbei.


    Mitunter habe ich auch eine kleine Wohnwagensiedlung in einem Innenhof zwischen zwei Häuserreihen abgebildet - die Bewohner mögen es mir verzeihen. Schön, dass es hier solche freien Gemeinschaften noch gibt.

  • Ein kleine, unscheinbare Straße im Stadtteil, die Herzberger Straße... alles andere als großbürgerlich geplant, bewohnt ursprünglich von Handwerkern, gehobenen Angestellten, Ladenbesitzern. Es ist die östlichste der vom Osterdeich abgehenden Straßen des Stadtteils, die Architektur gemischt etwa zwischen 1910 und 1925. Und doch ist gerade die Ostseite eine Augenweide in ihrer Heterogenität. Wie gesagt, für sich genommen nichts wahnsinnig Aufregendes, aber das ist vielleicht gerade ihre Stärke. Die ersten Häuser auf der Ostseite sind eindeutig nach dem ersten Weltkrieg errichtet, aber qualitativ trotzdem sehr gut, wenn nur die westdeutsche Fensterkrankheit nicht wäre. Die Bilder zu zwei verschiedenen Zeitpunkten aufgenommen.



    Danach folgt eine typische Bremer Hausreihe:



    mit schönen Ensembles:



    Besonders dieses Haus wohl im weitgehenden Originalzustand hat es mir angetan:



    Sehr interessant ist auch das Ende der Reihe mit diesen Häusern:



    Diese Häuser sind insofern atypisch, als dass die Fenstergrößen nochmal größer als ohnehin schon bei Altbauten sind, dadurch bekommen sie auch mit den Erkern etwas Niederländisches oder Englisches.


    Wie gesagt, noch nicht mal eine besonders klassisch schöne Straße oder beispielhaft für Bremer Häuser, gegenüber auch ein paar hässliche Nachkriegsbauten, kaum echte Pracht - aber doch eine Straße von enormem Abwechslungsreichtum ohne beliebig zu wirken und sehr repräsentativ auch mit ihren Ärgerlichkeiten für Bremer Wohnstraßen.

  • nicht mal eine besonders klassisch schöne Straße

    Das finde ich gar nicht. Die Straße ist doch sehr schön. Es ist klassische, aber ornamental reduzierte Architektur in bester Tradition des Reform- bzw. Heimatschutzgedankens.

  • Ja, das ist sehr schön, aber eben aufgrund der Zielgruppe nicht sehr prachtvoll. Prachtvoller Reformstil sieht so aus in Bremen:



    Ich wollte eben zeigen, was für eine hohe Qualität damals auch Wohnstraßen, die nicht fürs Bürgertum konzipiert waren, hatten. Solcherlei Straßen gibt es zu Dutzenden in Bremen, nur oft in einem noch schlechteren "Renovierungs"-Zustand, also noch mehr Plastikfenster, noch mehr Waschbetonvorgärten etc. - da liegt noch eine enormes Potenzial begraben hinter Außenrolläden und Aluhaustüren.

  • Was Atypisches aus Peterswerder: Eine Wohnanlage aus der Zwischenkriegszeit, die eher an die genossenschaftlichen Bauten aus Berlin erinnert, im Blockinneren ein typischer grüner Innenhof:






    Seite zur Stader Straße:


  • Was Atypisches aus Peterswerder: Eine Wohnanlage aus der Zwischenkriegszeit, die eher an die genossenschaftlichen Bauten aus Berlin erinnert, im Blockinneren ein typischer grüner Innenhof:

    Lieber Heinzer,


    hier muss ich Dich korrigieren. Es handelt sich nicht um eine Wohnanlage aus der Zwischenkriegszeit, sondern, soweit ich mich erinnere (nicht, dass ich da schon geboren worden bin.....) um eine ehemalige Kaserne von 1865, 1875....irgendwas in die Richtung. Achtzehnhundert Plus.....

  • Nee, Baujahre ab 1924 laut Wikipedia:


    Der größere und angrenzende Gebäudekomplex Stader Straße 41 bis 55 wurde ab 1924 errichtet und bis 1945 mit Nr. 35 gemeinsam genutzt. Danach wurde er zu Wohnungen umgebaut.


    Das ältere Gebäude, das Du meinst, ist die Stader Straße 35, das ist in der Tat vor dem Ersten Weltkrieg entstanden und war ursprünglich ein Waisenhaus, danach ist es zusammen mit dem 1924 neu gebauten Komplex zuerst als Polizeikaserne und später militärisch genutzt worden.

  • Nee, Baujahre ab 1924 laut Wikipedia:


    Der größere und angrenzende Gebäudekomplex Stader Straße 41 bis 55 wurde ab 1924 errichtet und bis 1945 mit Nr. 35 gemeinsam genutzt. Danach wurde er zu Wohnungen umgebaut.


    Das ältere Gebäude, das Du meinst, ist die Stader Straße 35, das ist in der Tat vor dem Ersten Weltkrieg entstanden und war ursprünglich ein Waisenhaus, danach ist es zusammen mit dem 1924 neu gebauten Komplex zuerst als Polizeikaserne und später militärisch genutzt worden.

    Na, da habe ich ja einen kapitalen Bock geschossen, glatt um 50 Jahre versehen. Die Gebäude wirken auf mich wie Neobarockbauten aus der Zeit des Historismus.

  • Ich muss Dir sagen, dass ich den Komplex auch eher in der späten Kaiserzeit verortet hätte, mein Tipp wäre wäre so 1912 gewesen, genau aus denselben Gründen wie Du. Sehr stark historisierend für 20er Jahre - zeigt aber eben auch wieder nur, wie variabel dieser Übergang von Historismus zu Moderne dann lief, der Prozess hat sicherlich 30 Jahre von etwa 1900 bis etwa 1930 gebraucht in seiner Gänze.


    Das Design der Haustüren und ihre Farbigkeit waren aber im Nachgang ein Hinweis darauf, dass das 20er Jahre Bauten sind - musste ich aber auch erst nachlesen.

  • Was ich nicht auf dem Schirm hatte, war die Tatsache, dass der Historismus - mit seinen verschiedenen Stilrichtungen - bis weit in die 1930er-Jahre bestand. Ein Beispiel für diesen über das 19. Jahrhundert hinausreichenden Historismus mit einer barockisierenden Architektursprache ist die Gepäckstation des Norddeutschen Lloyd hinter dem Bremer Hauptbahnhof, Baujahr 1912.


    Ich fahre ja ca. alle zwei Wochen im Rahmen meiner frühabendlichen Fahrradtour an diesen ehemaligen Polizeikasernen vorbei und bin jedes mal sehr angetan. Es ist mir immer wieder eine Freude, diese Gebäude zu betrachten. Oft dachte ich schon, so könnte man doch heute ruhig weiterbauen. Die Fassaden sind schön, aber nicht aufwändig gestaltet. Es gibt Giebel, verzierte Türen, warum nicht einige Beispielbauten in diesem Stil, von mir aus auch 2 Etagen höher. Gespräche mit Bewohnern in der Vergangenheit zeigten mir immer wieder, dass die dort gerne wohnen, die Häuser mit den gestalteten Fassaden fanden alle gut.


    Früher sahen Kasernen aus wie Wohnhäuser, heute sehen Wohnhäuser aus wie Kasernen.

  • Was mir bei dieser tollen Galerie (fast im Alleingang Heinzer, wirklich :thumbup:) auffällt ist, dass meine Toleranz für gestalterische Fehlgriffe deutlich höher ist, als bei formenärmeren Quartieren. Probiert es mal selber aus, geht durch die Fotos durch und versucht immer Elemente zu finden, die schlecht entworfen wurden. Erleichternd kann man sich die Frage stellen, wenn das Haus nun entworfen und neu gebaut würde, würde man das genau so bauen? Dann sieht man z.B. ah diese Gaube dort würde man niemals neu so bauen oder jener Wintergarten wahrscheinlich nicht mehr so tief usw.

    Ich hoffe, dass es verständlich wird, es so nicht nur mir so geht, und dass Ihr entsprechend auch eine große Masse an im Detail unschönen Gestaltungen ausmacht.


    Diese höhere Toleranz weise ich aber keineswegs einer Voreingenommenheit oder gar Alterungsrelativierung zu, sondern es muss mit der Gestaltung selbst dieser Gesamtkomposition an Fassaden zusammenhängen. Deren Details ,,verschlucken" solche kleinen Anomalien irgendwie.

    Wenn sich das für alle Beobachter bestätigen ließe, wäre das für mich eine herausragende Qualität der Gestaltungsform, der es gelingen würde, immer vorkommende Imperfektion aufzunehmen und in Wohlgefallen aufzulösen. Moderne Bauten hingegen sind in dieser Interpretationsweise extrem erbarmungslos bei schlechten Gestaltungselementen. Jedem fällt auch ohne Hilfsgriffe, wie ich sie einführend beschrieb, sofort bei einem modernen Bau auf, wenn der Architekt sich vergleichbare Patzer erlaubt bzw. was es eben erst problematisch macht, fühlt die Fehler.