Rekonstruktion Feilnerhaus (Karl Friedrich Schinkel)

  • Rekonstruktion von Karl Friedrich Schinkels Feilnerhaus in Berlin-Kreuzberg. Das Gebäude, das auch als Feilnersches Wohnhaus bekannt war, gilt als Vorgänger von Schinkels berühmter Bauakademie. Das Gebäude ist in Schinkels berühmten Buch "Sammlung Architektonischer Entwürfe" skizziert und beschrieben.
    Die Fassade besteht vollständig aus Backstein und verzierten Terrakottaplatten. Die roten Backsteine werden von Bändern aus lilafarbenen, glasierten Backsteinen durchzogen. Fenster und Türen sind nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel in Holz gearbeitet. Sie sind von massiven Faschen aus Terrakotta eingefasst. Der Bereich unter den Fenstern wird von Terrakotta-Reliefs geschmückt. Auf der Rückseite des Gebäudes befinden sich große Balkone.
    Dornow Baukunst plant in Zusammenarbeit mit örtlichen Projektentwicklern eine Rekonstruktion dieses bedeutenden Gebäudes an anderer Stelle in Berlin. Es ist geplant, 6-8 großzügige Wohnungen zu realisieren.


    https://www.dornow-baukunst.de/häuser/stadthäuser/stadthaus-feilnerhaus/

    In dubio pro reko

  • Dornow Baukunst plant in Zusammenarbeit mit örtlichen Projektentwicklern eine Rekonstruktion dieses bedeutenden Gebäudes an anderer Stelle in Berlin

    Wieso an anderer Stelle in Berlin und wo genau? Da hat der Projektentwickler bisher nichts verlauten lassen. Sosehr ich ja Rekonstruktionen begrüße, und erst recht Bauten von Schinkel, so skeptisch bin ich gegenüber anderen Orten. Wenn das Gebäude zusehr vom Ort abweicht, dann haben wir wieder das berühmte Unwort von amerikanischen Vergnügungspark im Raum stehen.

    " Dem Wahren, Schönen, Guten "

  • Im Zweiten Weltkrieg brannte das Gebäude aus. Die Ruine wurde 1962 abgerissen und eine Seniorenresidenz auf dem Grundstück gebaut. Zumindest steht es im gleichen Kiez ....

  • Ja, eine Reko an einem anderen Standort (= nicht nur ein paar Meter) ist immer ein bisschen problematisch bzw. macht das Ganze ein wenig angreifbar, obwohl es etwa in Berlin-Mitte ja auch ein paar "translozierte" Häuser gibt, die in Wahrheit mehr oder weniger auch nur Rekonstruktionen an anderer Stelle sein dürften. Aber ansonsten ein schönes Projekt.

  • obwohl es etwa in Berlin-Mitte ja auch ein paar "translozierte" Häuser gibt, die in Wahrheit mehr oder weniger auch nur Rekonstruktionen an anderer Stelle sein dürften.

    Ja, da gibt es Einige im Nikolaiviertel. Ich finde solche Projekte auch Klasse, aber ein wenig auf Authentizität sollte man schon achten. Dennoch ist das Ganze natürlich zehnmal besser als irgendeine neue Investorenkiste oder ein kritischer Bruch.

    " Dem Wahren, Schönen, Guten "

  • Ist das ein solitäres Gebäudes von Schinkel gewesen, mit Einmaligkeitscharakter und auf den Ort bezogen, oder eher ein Entwurf für eine Bürgerhausfassade, die er auch wiederholt am anderen Ort hat bauen lassen oder es so gedacht war!? Ich neige zu Zweiterem. Dann ist es doch voll in Ordnung, wenn dieser Fassadenentwurf wieder gebaut wird, auch am anderen Ort und gerne mit Modifizierungen weitere!

  • Prinzipiell stimmt das mit dem Ort und der Authentizität, in diesem Fall jedoch nicht. Wie Schortschi schon mit "Einmaligkeitscharakter und auf den Ort bezogen" schrieb ist der Kontext des Hauses relevant. Und nach dem ursprünglichen Zustand und den jetzigen Planungen zufolge bleibt dieser erhalten, nur die Adresse ändert sich. Das ist aber ein Fall der nicht oft vorkommt.


    Mit dem Nikolaiviertel lässt sich das meiner Meinung nach auch nicht vergleichen. Die Häuser dort stehen innerhalb des Viertels und gegenüber seiner städtebaulichen Umgebung einem völlig neuen Kontext gegenüber.

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.