Bochum - Marienkirche

  • Für alle, die auch mitlesen wenn es mal nicht um Leipzig, Dresden, Berlin oder Potsdam geht:


    Heute stand ein Artikel in unserer Lokalzeitung in dem es über Abriß und Umnutzung von Kirchengebäuden ging. Mit großem Schreck musste ich da über einen Fall in Bochum lesen:



    Aufgrund rückläufiger Kirchenzahlen und Sanierungskosten von etwa 2 Millionen € plant die Stadt Bochum die Marienkirche abzureißen.


    Doch hierbei handelt es sich nicht um einen Nachkriegsbunker sondern eine neugotische Kirche des 19. Jh's, vielleicht nicht so bedeutend wie mittelalterliche Kirchen aber dennoch von Schönheit geprägt.
    Interessanterweise steht der Bau aber nicht unter Denkmalschutz
    obwohl der Turm das Stadtbild prägt und die Kirche ein für Bochum (ca. 70% Nachkriegsmist und Abschreibungsarchitektur) sehr, sehr altes und historisches Gebäude ist und die Kirche ein selten gutes Beispiel für den Wiederaufbau im Ruhrgebiet ist, da sie nach alten Plänen wiederrichtet wurde (nur mit Kleinigkeiten wie ein fehlender Dachreiter etc. hat man gespart).


    Es gibt allerdings einen Verein:
    Förderverein Pro Marienkirche Bochum Mitte


    ... doch irgendwie glaube ich es nicht, dass sie es schaffen die Kirche zu retten.


    Hoffentlich gibt es doch noch eine Rettung für das Gebäude!


    BTW: Sieht gar nicht mal so schlecht aus, der Turm macht sich sicher gut in der Skyline (weiß zwar nicht genau welcher es ist, aber in Bochum Mitte sieht man noch mehrere Kirchtürme, ist 'ne relativ hochhausfreie Zone.



    Quelle: http://www.foerderverein-pro-marienkirche-bochum-mitte.de\r
    www.foerderverein-pro-marienkirc ... m-mitte.de" onclick="window.open(this.href);return false;

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Ich wußte gar nicht, daß Bochum in der DDR liegt...


    Und daß Walter Ulbricht noch lebt (lebt denn der alte Sprengwalter noch...?).


    Beschämend...ich weiß nicht, was ich sagen soll.
    Ich habe vor knapp 10 Jahren mal in Montpellier dem Abriß einer schönen Kirche (vermutlich auch 19. Jh.) zugesehen. Damals dachte ich, sowas machen nur die Franzosen, der streng laizistische Staat, der zudem keinerlei Kriegszerstörungen zu beklagen hatte... :traurigboese:

  • Es ist eine wunderschöne Kirche, die sich aus der Nachkriegstristesse ihrer Umgebung positiv heraushebt. Es wäre ein Frevel, sie abzureißen.

  • Wenn es ein Kirchenbunker aus den 70ern gewesen wäre, hätte man
    es ja verstehen können und für gut befunden. Aber eine neogotische
    wunderschöne Kirche ? Die Sprengmeister sollten sich schämen !

  • Ich weiß jetzt wieder wo sie liegt (gut, dass ich in Bochum ab und zu ins Theater gehe, der wohl schönste Nachkriegstheaterbau Deutschlands... zwar nicht so schön wie die alten Schauspielhäuser der Kaiserzeit etc. aber wenn man sonst nix hat was dann?)...
    ... sie liegt einen Handwurf vom Stadtring und der Königsallee entfernt und bildet mit einer zweiten Kirche aus dieser Zeit ein schönes Turmensemble.


    Hauptsache, man schafft es die Kirche zu retten.


    Wenn ich es bei Nachforschungen richtig verstanden habe, will das Bistum die Kirche so schnell wie möglich abreißen um dort etwas neues hinzubauen, kirchliche Altenwohnanlage oder so, während das Stadtplanungsamt sich noch nicht so ganz damit abfinden will...


    Und die Mitglieder der Kirchengemeinde wurden mit dem Beschluß vor die Wand gefahren.

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    Karl Kraus (1874-1936)

  • Vielleicht baut dann die islamische Gemeinde eine Moschee an gleicher Stelle mit extra großem Minarett. :zwinkern:


    Die Dummheit und Beschränktheit und die ungleich größere Ignoranz sterben leider nie aus.

  • Ich hoffe du meinst mit Dummheit und Beschränktheit nicht die Muslime... dann würd ich mich echt drüber aufregen.


    Das schlimme ist ja: Die Kirche hat noch eine Gemeinde, nur halt eine ziemlich kleine aber wenn man die Wohnungen aus der Innenstadt verdrängt wundert es mich nicht, dass die Kirchen auch leerer werden.


    Wie wär's denn einfach mal mit Mischnutzung im Kernbereich, sprich mehr Wohnungen, weniger Büros??

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    Karl Kraus (1874-1936)

  • na ja, so berauschend finde ich die kirche nicht. aber wenn sie für bochumer verhältnisse schön und wichtig ist, sollte man schon versuchen, sie zu erhalten. in berlin gibt es ja auch beispiele, wo aus kirchen wohngebäude wurden. und für ältere gemeindemitglieder wäre es sicher traumhaft, nach einem umbau dort ihren lebensabend verbringen zu können. so könnte man zwei fliegen mit einer klappe schlagen - wenn man das geld dafür hätte...

  • Und selbst wen sie 'ne Disco oder ein Fitneßstudio dort hineinpacken würden - wäre zwar nicht gerade eine besonders würdige Nutzung, aber immer noch besser als abreißen.


    Daß gerade das Bistum den Abriß will, macht die Sache eigentlich noch skandalöser.....

  • Wer sitzt denn in der Leipziger Stadtverwaltung?


    U.a. auch ein bereits genannter Bochumer - Dr. Ulrich Brieler, zuständig für Grundsatzfragen bei Herrn Tiefensee.


    Zuständig u.a. auch für die Duldung des Planungspfusches der Universität Leipzig im Jahre 2001 in Vorbereitung des damaligen Wettbewerbes, wo die Universitätskirche, Goldener Bär, Fürstenhaus etc. gar nicht vorkommen. Gratulation!


    Es ist also ein praktisches Beispiel der deutschen Einheit.

  • Dem Foto nach zu urteilen, wäre es gewinnbringender, die umliegenden Gebäude abzureißen.


    Die Kirche ist schön und muß erhalten werden. Wer sie abreißen läßt, des Lebenszeit wird nicht ausreichen, diesen Frevel wiedergutzumachen.

  • Dem Artikel zufolge sieht es düster aus:


    Die Abrißbirne hängt immer tiefer



    Ein paar Zitate:


    Quote

    Ein Glaspalast in den Formen der noch stehenden vollkommen intakten Marienkirche soll es werden – sogar mit einem Turm. Darin sollen die vier wertvollen Glocken eingebaut werden, die jetzt im 70 Meter hohen Kirchturm hängen, der das Stadtbild prägt.



    Quote

    Das Grundstück der Kirche wurde von zwei Bochumer Familien – Schulte–Oesterloh und zur Nedden – für den Bau einer Kirche geschenkt.


    Der jetzige Stadtbaurat Martin zur Nedden – ein Ururururenkel des Stifters – schert sich aber nicht um das Erbe seiner Familie.


    Quote

    Trotz des sehr störenden Verhaltens der Abrißbefürworter und des zuständigen Kirchenvorstandes war eine eindeutige Mehrheit des Plenums für den Erhalt der Kirche. Das war deutlich wahrnehmbar, zumal der Beifall für die Kirchenschützer immer stärker wurde.


    Quote

    Die Marienkirche ist das viertälteste Bauwerk in der Innenstadt und steht dennoch nicht auf der Liste der städtischen Denkmäler. Es gibt kein Gutachten zur Marienkirche – nur eine kurze Reisenotiz der oberen Denkmalbehörde zu Münster.
    ...
    Andere Bundesländer und deren Denkmalpfleger beurteilen die Marienkirche eindeutig als Denkmal.


    Quote

    Abbruch–Propst Bittern sagte in einem Interview: „Die Abrißgenehmigung ist sowieso schon unterschrieben seitens der Stadt. Nächste Woche Mittwoch am 25.05.05 ist die Sitzung des Stadtbauausschusses und dann können wir endlich abreißen!“


    Quote

    Bürger und Gläubige der Stadt Bochum sind – so die Abrißgegner – über die Säkularisierung und Entchristlichung der Bochumer Innenstadt entsetzt, die von der katholischen Stadtkirche und dem Bistum Essen mit großem Engagement betrieben wird:


    „Der Bischof und die Zuständigen schwingen schon freudig die Abrißbirne!“

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    Karl Kraus (1874-1936)

  • Also, dass irgendwer im Bistum freudig die Abrissbirne schwingt bezweifle ich aber ganz stark!
    Ein Bischof hätte wohl naturgemäß mehr Freude an der Errichtung neuer Kirchen, als Ausdruck in der Gesellschaft verankerter Religiosität.
    Die Realität (nicht nur im Bistum Essen) sieht aber leider anders aus. Die haben keine andere Wahl. Wer mal die Zahlen vergleicht, wer Nutzen und Kosten mal vergleicht, der wird begreifen, wieso solche Entscheidungen zustande kommen.
    Wer den Baum von seinen Wurzeln trennt, der darf nicht verwundert sein, wenn die Früchte verderben. Es ist also auch eine Frage an die Gesellschaft. Die Kirche wurde mal gebaut, weil das Volk sie wollte und brauchte. Jetzt wird sie abgerissen...Angebot und Nachfrage? Es jammern meist leider genau die am lautesten (nicht nur bei Abrissen von Kirchen, sondern auch bei der Schließung kirchlicher Einrichtungen, wie Kindergärten etc.), die selber durch Kirchenaustritt, Gleichgültigkeit und absolut indifferente Lebenseinstellung genau diese Entwicklungen mitverschulden müssen! Kirchengebäude dürfen nicht nur aus kunsthistorischen Gesichtspunkten bewahrt werden und dann zu einem Etikettenschwindel einer säkularen Gesellschaft verkommen. Ein Kirchengebäude hat einen ganz klaren Zweck: es ist ein kultischer Raum, ein sakraler und für den Gottesdienst reservierter Raum, der nicht so einfach "umgenutzt" werden kann. Nur ein architektonisches Konstrukt, das seines Sinnes und Inhaltes beraubt ist, zu erhalten, halte ich für falsch.
    Ich bedauere zutiefst, dass die Marienkirche nun verschwinden soll! Ich bedauere sogar jede Betonkirche, die künftig abgerissen wird. Nicht um ihrer Architektur willen, aber weil jede abgerissene Kirche zum Ausdruck einer neuen Gesellschaft wird, die Gott scheinbar nicht mehr braucht. Ich bedauere, dass wertvolle Architektur, stadtprägende Gebäude verschwinden sollen. Ich bedauere aber vielmehr die Gründe, die dazu geführt haben.
    Vielleicht wird es ja den einen oder die andere geben, die sich durch solch ein trauriges Ereignis zum nachdenken anregen lässt und sich fragt, ob unsere Gesellschaft noch auf einem guten Weg ist!? Dann wäre selbst aus solchem Tun noch Gutes erwachsen.
    Gott gebe, dass in unserem Land wieder Zeiten kommen mögen, da wir Kirchen erbauen und freudig erhalten, weil sie nicht nur in unseren Stadtbildern, sondern vor allem in unserer Lebensgestaltung einen wesentlichen Platz und eine wichtige Funktion haben!

  • "Ein Kirchengebäude hat einen ganz klaren Zweck: es ist ein kultischer Raum, ein sakraler und für den Gottesdienst reservierter Raum, der nicht so einfach "umgenutzt" werden kann. Nur ein architektonisches Konstrukt, das seines Sinnes und Inhaltes beraubt ist, zu erhalten, halte ich für falsch. "


    wir hatten ja die diskussion schon. ich habe überhaupt kein problem mit der umnutzung der kirche, solange sih die neue nutzung halbwegs mit der ursprünglich angedachten nutzung des baus verträgt. bibliothek, ateliers, wohnungen, restaurant, museum, kita, schule - das sind alles nutzungen, die für eine kirche i.o. wären, und tausendmal besser als der abriss.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • habe ich auch vor kurzem erst in der zeitung gelesen. traurig und eine schande ist der abriss dieser kirche.
    eine umnutzung ist wünschenswert, denn (nur) als kirche kann diese kirche finanziell nicht mehr bestehen - leider.

  • Wie gesagt, ich bedauere den Abriss wenigstens genauso wie viele andere. Aber für mich ist es absolut nicht einsichtig, warum eine Bibliothek oder gar ein Restaurant etwas mit der ursprünglichen Nutzung gemein haben sollen. Ich weiß ja nicht welcher Konfession ihr seid. Aber katholischerseits ist die Frage eindeutig. Eine Kirche ist eben kein multifunktionales Gemeindezentrum in dem alles was nur irgendwie mit Gemeinschaft zu tun hat, Platz hätte. Auf protestantischer Seite sieht das anders aus. Da gibt es keine kultischen Räume. Da ist Umnutzung einfacher. Für mich ist es aber ein Greuel ,mir vorzustellen, wie irgendwo und irgendwann Leute an der Stätte des Messopfers, an der Stelle, an der sich Himmel und Erde verbanden, ihren Gaumenfreuden frönen. Ankommen würde das extravagante Ambiente jedenfalls bestimmt.
    Wir haben wohl total verlernt zwischen sacrum und profanum zu unterscheiden. Es gibt nur noch horizontales Denken, kein vertikales mehr. Nur noch diesseits und kein Jenseits. "Hic est Domus Dei et porta caeli" (Hier ist das Haus Gottes und die Pforte des Himmels) steht über vielen alten Kirchenportalen - ich weiß nicht, was das mit einem Restaurant, einer Bibliothek, einer Kita oder was auch immer zu tun hat...
    Hauptsache der Bau bleibt stehen und die eigentliche Wunde wird nicht sichtbar. Ich halte das für verlogen und dekadent. Der einzige Grund eine Kirche zu erhalten, die in ähnlicher Situation wie St. Marien ist, wäre eine lebendige, glaubende Gemeinde. Auch wenn viele Eurer Umnutzungvorschläge kirchennahe Dinge sind, so ist eine Kirche dennoch keine Kita etc. Äpfel sind Äpfel und Birnen Birnen...(frei nach Loriot)
    Die Weihe hat diesen Raum ein für allemal aus der andersartigen Nutzung ausgesondert. "Hic est Domus Dei et porta caeli"
    Vieleicht müsste mancher einfach mal einer Kirchweihe beigewohnt oder irgendwo gesehen haben um zu verstehen, was ich meine.

  • Quote from "Steelenser"

    ... Eine Kirche ist eben kein multifunktionales Gemeindezentrum in dem alles was nur irgendwie mit Gemeinschaft zu tun hat, Platz hätte.....


    In Lübeck gibt es solch eine veränderte Kirche - noch dazu eine sehr große.
    In ihr finden keine Messen mehr statt, nur irgendwelche Flohmärkte und
    Ausstellungen. Hauptattraktion in der Kirche ist übrigens jetzt die
    Aussichtsplattform oben auf dem Turm. Der Zugang dorthin ist
    natürlich noch mit Stahltreppen und Aufzügen umgestaltet worden -
    damit auch wirklich jeder den Rundumblick genießen kann.

  • Quote from "Steelenser"

    Wie gesagt, ich bedauere den Abriss wenigstens genauso wie viele andere. Aber für mich ist es absolut nicht einsichtig, warum eine Bibliothek oder gar ein Restaurant etwas mit der ursprünglichen Nutzung gemein haben sollen. Ich weiß ja nicht welcher Konfession ihr seid. Aber katholischerseits ist die Frage eindeutig. Eine Kirche ist eben kein multifunktionales Gemeindezentrum in dem alles was nur irgendwie mit Gemeinschaft zu tun hat, Platz hätte. Auf protestantischer Seite sieht das anders aus. Da gibt es keine kultischen Räume. Da ist Umnutzung einfacher. Für mich ist es aber ein Greuel ,mir vorzustellen, wie irgendwo und irgendwann Leute an der Stätte des Messopfers, an der Stelle, an der sich Himmel und Erde verbanden, ihren Gaumenfreuden frönen. Ankommen würde das extravagante Ambiente jedenfalls bestimmt.
    Wir haben wohl total verlernt zwischen sacrum und profanum zu unterscheiden. Es gibt nur noch horizontales Denken, kein vertikales mehr. Nur noch diesseits und kein Jenseits. "Hic est Domus Dei et porta caeli" (Hier ist das Haus Gottes und die Pforte des Himmels) steht über vielen alten Kirchenportalen - ich weiß nicht, was das mit einem Restaurant, einer Bibliothek, einer Kita oder was auch immer zu tun hat...
    Hauptsache der Bau bleibt stehen und die eigentliche Wunde wird nicht sichtbar. Ich halte das für verlogen und dekadent. Der einzige Grund eine Kirche zu erhalten, die in ähnlicher Situation wie St. Marien ist, wäre eine lebendige, glaubende Gemeinde. Auch wenn viele Eurer Umnutzungvorschläge kirchennahe Dinge sind, so ist eine Kirche dennoch keine Kita etc. Äpfel sind Äpfel und Birnen Birnen...(frei nach Loriot)
    Die Weihe hat diesen Raum ein für allemal aus der andersartigen Nutzung ausgesondert. "Hic est Domus Dei et porta caeli"
    Vieleicht müsste mancher einfach mal einer Kirchweihe beigewohnt oder irgendwo gesehen haben um zu verstehen, was ich meine.


    das ist mit viel zu dogmatisch gedacht. wenn man stinknormale steine heilig sprechen kann, dann wird man sie wohl auch wieder zu stinknormalen steinen machen können. außerdem werden schon seit es kirchen gibt, solche im laufe der zeit umfunktioniert. im grunde könnte man alles beliebige in eine _ehemalige_ kirche packen, meine vorschläge sollten lediglich ausdrücken, dass ein gewisser respekt vor der alten nutzung bei einer neuen nutzung nicht schaden kann.
    dass man alle kultischen gegenstände vorher entfernt ist doch klar.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Ich glaube auch fest daran, dass die katholische Kirche wieder einmal wachsen wird. Momentan sind war an einem Tiefpunkt aber wenn wir jetzt alle Kirchen abreißen müssen wir sie irgendwann neubauen... und wie die dann aussehen weiß der Himmel. Dann kann man sie doch besser umfunktionieren und irgendwann wieder als Kirche nutzen.


    Ich bin auch gläubiger Katholik, habe aber nichts gegen die Umnutzung einer Kirche. Bin sogar fest davon überzeugt, dass die modernen oder wiederaufgebauten Kirchen durch ihre Nacktheit einen kleinen Teil dazu beigetragen haben, dass weniger Leute diese besuchen. Meine Gemeinde hat auch eine Kirche von 18hundertirgendwas, aber im Laufe der Zeit immer weiter "versachlicht", heute ist sie langweilig mit hellen, großen Holzbänken mit Polsterung (Sofas), Bodenbelag und Orgel aus den 70ern, die alte hölzerne Orgelbühne wurde aus dem Turm herausgerissen. Wenn ich dann die weitgehend erhaltenen Kirchen unserer Nachbargemeinden ansehe blutet mir das Herz. Denn dort wirkt alles deutlich sakraler und mehr nach Kirche.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • ein beispiel: die schlosskirche hernes war soweit ich weiß jahrhundertelang eine kirche, wurde dann zu einem stall, jahre später zu einem lazarett und nach dem 2. wk wieder zur kirche (neu)geweiht.



    rein aus interesse @ booni
    wie kommst du darauf, dass die katholische kirche wieder wachsen wird?
    (diese frage ist überhaupt nicht ironisch oder wertend gemeint, sondern rein aus interesse gestellt)