Bremen - Neustadt

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    Jahreshauptversammlung 2019: 1. und 2. Juni in Balingen/Zollernalb. Mach mit!

    • Bremen - Neustadt

      In einem neuen Themenstrang möchte ich den bisher unterbelichteten Stadtteil Neustadt in den Fokus rücken.

      Bis 1978 gab es in der Mainstraße/Ecke Moselstraße eine Mädchenschule, die in einem 1903 errichteten Haus untergebracht war. Das schlanke hohe Gebäude war mit einer auffälligen Jugendstilornamentik verziert. Ab 1977 ging´s dann richtig zur Sache: Zuerst wurde das 1896 erbaute Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite abgerissen, dann die nach vorher vergeblichen Anläufen zwischenzeitlich als Jugendzentrum genutzte Mädchenschule.



      Dafür entstanden die bis in den letzten Winkel genutzen Neubauten, die das ganze Quartier zerstören und wie Fremdkörper wirken.

      The post was edited 1 time, last by findorffer ().

    • Oh alte Burschenherrlichkeit wohin bist du entschwunden ?

      Anbei einige Bilder, die das traurige Schicksal des von 1903 bis 1906 unter der Leitung des Architekten Hugo Weber an der ‚Kleinen Allee’ in der Neustadt errichteten neuen ‚Technikums’ (des heutigen Kernbaus der ‚Hochschule Bremen’ – bitte nicht mit der Universität Bremen zu verwechseln !) illustrieren sollen:

      Abbildung 01
      Das rot markierte Technikum auf der Stadtkarte von 1938.



      Abbildung 02
      Ansicht des Technikums von Südwest vor 1914. Ein schöner Turmzweiklang mit St. Ansgarii !



      Abbildung 03
      Das Technikum während des Zweiten Weltkriegs. Turm und Mittelgiebel stehen noch - trotz Bombenschadens im Dachbereich. (Roter Pfeil NICHT von mir.)



      Abbildung 04
      Luftbild des Technikums aus Richtung Südwest in der Gegenwart.



      Abbildung 05
      Technikum von Nordwest vor 1914



      Abbildung 06
      Technikum von West in der Gegenwart. Eine buchstäbliche Verflachung !



      Darauf einen Trauersalamander:
      Ad exercitium salamandri in honorem et pro laude !
    • St. Pauli

      Das 1679 bis 1682 an der Osterstraße in der Neustadt errichtete Gotteshaus war die erste Kirche, welche nach der Reformation in Bremen neu erbaut wurde. Sie spiegelte die Bedürfnisse des reformiert-calvinistischen Gottesdienstes wieder: Kein wesentlicher Schmuck und alleinige Ausrichtung auf das Wort Gottes und damit auf die Kanzel. Dieser reformierte Predigtsaal war nicht nur die Mutterkirche vieler Gemeinden im Bremer Süden, sondern auch der Prototyp vieler gleichartiger rechteckiger Kirchen im Bremer Lande, wie der alten Michaeliskirche beim Doventor, der alten Rembertikirche, sowie der Kirchen von Rablinghausen und Grambke. Entfernt läßt sich auch eine Ähnlichkeit des Kirchenschiffs zu denjenigen der (natürlich jüngeren) Garnisonkirchen in Berlin und Potsdam erahnen. Mit dem Verzicht auf den möglichen Wiederaufbau hat die Bremische Evangelische Kirche - neben St. Ansgarii - eine weitere ihrer baulichen Wurzeln verloren. Unser Forums freund Prianteltix hatte im Übrigen ja schon in dem von ihm begründeten Themenstrang zu den verschwundenen Kirchen Bremens kurz auf dieses Gotteshaus hingewiesen.

      Abbildung 01
      St. Pauli auf der Stadtkarte von 1938 (rot markiert).



      Abbildung 02
      Blick nach Osten in die Osterstraße mit dem Giebelhaus des ‚Marthasheims’ (links) und der Kirche St. Pauli (rechts).



      Abbildung 03
      Ansicht der Kirche von Westen (vor dem Bau der neuen Brücke über die kleine Weser).



      Abbildung 04
      Südseite der Kirche mit den beiden Eingangsportalen (gezeichnet von Rudolf Stein).



      Abbildung 05
      Grundriß der Kirche.



      Abbildung 06
      Innenansicht der Kirche nach Südost. Rechts im Bild der Kanzelaltar.



      Abbildung 07
      Eines der beiden Portale der Kirche.



      Abbildung 08
      Der Dachreiter der Kirche. Blick nach Westen.



      Abbildung 09
      Blick vom Dachreiter auf die Altstadt und die neue Brücke über die kleine Weser.



      Abbildung 10
      Die alte – östlich der Kirche anlandende – Brücke über die kleine Weser um 1905.



      Abbildung 11
      Die neue – westlich der Kirche anlandende – Brücke über die kleine Weser nach 1905.



      Abbildung 12
      Die Neuplanung der Weserquerung nach dem Krieg. Sie machte den Abriß der Kirchenruine erforderlich.



      Abbildung 13
      Vergleich der Luftbilder aus der unmittelbaren Nachkriegszeit und der Gegenwart. Als Ausgangspunkt des Vergleichs fungiert das einzig erhalten gebliebene Vorkriegshaus in diesem Bereich, welches mit einem roten Punkt gekennzeichnet ist (links unten auf den Fotos).



      Abbildung 14
      Vergleich des Blicks aus der Osterstraße in Richtung des Kirchengrundstücks.



      Abbildung 15
      Entwicklung der Bebauung des Kirchengrundstücks im 20. Jahrhundert. Auf dem östlichen Drittel erhebt sich heute, das sich noch weiter nach Osten erstreckende ‚St.Pauli-Stift’, welches auch die Bremische Schwesternschaft vom Roten Kreuz beherbergt.

    • Zu der St. Pauli - Kirche in Bremen -Neustadt kann ich sogar gerne noch etwas ergänzen:

      Die Orgel ging in ihrer ursprünglichen Substanz auf den berühmten Orgelbauer Arp Schnitger zurück. Dieser hatte neben dieser Orgel ja auch die Instrumente im Dom und St. Stephani erbaut.
      Die Orgel in St. Pauli wurde leider im zweiten Weltkrieg zerstört, bis auf das große Schnitzwerk, welches sich bis dahin unterhalb des Orgelprospektes befand. Dieses hängt heute in der neuen St. Pauli - Kirche!

      Zu dieser Orgel gibt es die folgenden Bild. Diese stammen aus einem Buch, welches im Hausschlid Verlag erschienen ist. Die Autoren des Buches sind Cornelius H. Edskes und Harald Vogel. Das erste Bild ist aus dem Archiv Fock, das zweite Bild ist von Reinhardt Menger.
      Images
      • Bremen St_Pauli Orgel_1.pdf

        453.36 kB, 450×600, viewed 24 times
      • Bremen St_Pauli Orgel_2.pdf

        590.48 kB, 605×454, viewed 17 times
    • Das Arbeitshaus

      Auf dem Areal des 1739 infolge Blitzschlages explodierten und als Pulvermagazin genutzten ‚Braut-Kastells’ entstand in den Jahren 1830 bis 1831 nach den Plänen von Friedrich Moritz Stamm das sog. ‚Arbeitshaus’ welches die Aufgabe hatte, verdienstlose alte Menschen in Brot zu bringen aber auch Arbeitsscheue zwangszubeschäftigen. 1922 wurde es geschlossen und zum städtischen Bauhof umgebaut, also dem Sitz der Bauverwaltung. 1944 brannte es infolge Bombentreffers aus. Nach 1948 wurde es niedergelegt.
      Die Sandsteinmedaillons von der Nord-Fassade wurden beim Abbruch geborgen und befinden sich gegenwärtig im neuen Dienstgebäude des Bausenators. Die Figur der ‚Brema’ (der Personifikation der Stadt) vom Giebelfirst wurde nach Bremen-Grohn, in den Park des dritten Seefahrtshofs versetzt.
      Die ‚Herrlichkeit’ hat mit diesem edlen klassizistischen Gebäude ihr individuelles Gesicht verloren. Und die Altstadt entbehrt dieses würdigen Pendants auf der anderen Weserseite !

      Abbildung 01
      Das Arbeitshaus auf der Stadtkarte von 1938 (rot markiert)



      Abbildung 02
      Luftbild aus der Vorkriegszeit. Das Arbeitshaus ist rot eingekreist.



      Abbildung 03
      Luftbild welches die Ostseite des Arbeitshauses noch deutlicher erkennen läßt.



      Abbildung 04
      Grundriß des Ergeschosses des Arbeitshauses.



      Abbildung 05
      Ansicht der Nordfassade des Arbeitshauses, welches auch seine Schauseite war, auf der Entwurfs-Zeichnung von Friedrich Moritz Stamm.



      Abbildung 06
      Die von 1839 bis 1841 erbaute Große Weserbrücke war in ihrem Verlauf direkt auf die Mittelachse des Arbeitshauses ausgerichtet.



      Abbildung 07
      Das Arbeitshaus mit seinen Nachbarhäusern an der Straße ‚Herrlichkeit’.



      Abbildung 08
      Der giebelbekrönte, ganz minimal vorkragende Mittelrisalit des Arbeitshauses. Auf dem Giebelfirst thronte die von einem Löwen begleitete ‚Brema’. Zwischen den Rundbögen von Portal und Erdgeschoßfenstern waren Medaillons mit Porträtköpfen griechischer Gottheiten eingelassen.



      Abbildung 09
      Artemis und Zeus.



      Abbildung 10
      Aphrodite und Poseidon.



      Abbildung 11
      Die beim Abbruch der Fassade ausgebauten Medaillons in der heutigen Baubehörde. (Fotos von Quarz.)



      Abbildung 12
      Die Große Weserbrücke von 1895 und das Arbeitshaus. Die Brücke war stromaufwärts verlegt worden, sodaß die neue Straßenverbindung nun östlich am Arbeitshaus vorbei in die Neustadt führte.



      Abbildung 13
      Farbfoto mit dem Blick von der Altstadt über die Weser auf die Herrlichkeit und das Arbeitshaus (oberhalb des Schlepper-Schornsteins).



      Abbildung 14
      Die Rückseite des Arbeitshauses (langes rotes Dach) an der kleinen Weser. Blick auf die Brautbrücke vor dem Bau der Kleinen Weserbrücke.



      Abbildung 15
      Blick vom Dachreiter der St. Pauli Kirche nach dem Bau der Kleinen Weserbrücke über die Rückseite des Arbeitshauses auf die Türme der Altstadt.



      Abbildung 16
      Blick durch das südliche Brückenportal der Kleinen Weserbrücke auf die Rückseite des Arbeitshauses (Sorger-Farb-Dia, September 1939).



      Abbildung 17
      Blick von der Altstadt auf die ‚Herrlichkeit’: Links: Arbeitshaus vor 1914. Mitte: Arbeitshaus 1948. Rechts: Die neue Bebauung des Areals nach 1960.



      Abbildung 18
      Blick über die Große Weserbrücke auf das leere Areal des abgeräumten Arbeitshauses.



      Abbildung 19
      Die Giebelfigur der ‚Brema’. Links im beschädigten Zustand in der Nachkriegszeit (wohl noch auf dem Areal des Arbeitshauses stehend). Die Renovierte Brema (allerdings ohne den nicht rekonstruierten Löwen) in Bremen Grohn, im dortigen (dritten) Seefahrtshof.



      Abbildung 20
      Wo einst das Arbeitshaus stand…







    • Hagensburg



      Die Hagensburg, fast an der Spitze der Teerhofhalbinsel zwischen kleiner und großer Weser gelegen, wurde 1897/98 vom Architekten Johann Rippe (dem Erbauer der Friedenskirche in der Humboldtstraße) als Kontorhaus für die Firma A. Hagens errichtet. Beim 137. Luftangriff auf Bremen, am 6. Oktober 1944, schwer getroffen, wurde das Gebäude nach dem Kriege – nun für die Firma Kaffee Schilling – offenbar komplett neu errichtet, wobei die eigentümlichen, erkerartig fundierten Flankentürme des Tores wegfielen und auch die Geschoßzahl reduziert wurde. Gegenwärtig beherbergt das Gebäude, wie auch die östlich anschließenden, zuletzt ebenfalls von der Firma Schilling genutzten, ehemaligen Packhäuser, das ‚Museum Weserburg’ für zeitgenössische moderne Kunst. Die Unzufriedenheit mit dem aktuellen Bauzustand hat zu Überlegungen einer Modifizierung des Erscheinungsbildes geführt, an denen sich auch Baumeister Axel Spellenberg beteiligt hat.

      Abbildung 01
      Die Hagensburg auf der Stadtkarte von 1938 (rot markiert).



      Abbildung 02
      Luftbild der Hagensburg und der anschließenden Packhäuser (Blick nach Osten).



      Abbildungen 03 und 04
      Beitrag in ‚Bremen und seine Bauten 1900’ zur Hagensburg.





      Abbildung 05
      Blick auf die Westfront der Hagensburg, die ihren torartigen Charakter, als westliche Einfahrt zum Teerhof, deutlich macht.




      Abbildung 06
      Blick von der Neustadt über die (zweite) Kaiserbrücke und die Hagensburg auf den Turm von St. Ansgarii.



      Abbildung 07
      Blick aus einer sehr ähnlichen Perspektive in der Nachkriegszeit. Nicht nur die Flankentürme der Hagensburg sind verschwunden.



      Abbildung 08
      Blick auf das nun ‚Weserburg’ genannte, unscheinbare Nachkriegs-Gebäude. Im Hintergrund der St. Petri Dom.


      Abbildung 09
      Die Hagensburg im Wandel der Zeiten(von links nach rechts):
      Vorkrieg; nach dem 137. Luftangriff auf Bremen vom 6. Oktober 1944 (Quelle: Online Kriegsschadens-Dokumentation des Staatsarchivs Bremen); gegenwärtiger Zustand; Entwurf Axel Spellenbergs für eine Wiederannäherung an das historische Erscheinungsbild.



      Abbildung 10
      Der Spellenberg-Entwurf für die revitalisierte Hagensburg.





    • Da einige jetzt sicher und zurecht neugierig geworden sind, anbei das komplette, sehr überzeugende Exposee von Architekt Axel Spellenberg:


      MUSEUM WESERBURG
      Die Hagensburg. Eine Neugestaltung.



      Weserburg


      Wiederherstellung des nordwestlichen, burgartigen Torbaus in architektonisch neuer, reizvoller Interpretation, der „Hagensburg“, die 1897-98 durch den Bremer Architekten Johannes Rippe für die Tabak- und Zigarrenfirma Hagens & Co. erbaut wurde.



      Bild oben: die Wiederherstellung des Burgcharakters ist mit relativ wenigen Mitteln möglich. Der heutige Torbau wird um 1 Geschoß aufgestockt, die runden Tortürme werden vorgemauert, mit einem steilen Dach gedeckt und 2 neue, separate Dachgeschoße mit Steildächern errichtet. Eine Rekonstruktion der ursprünglichen, in flämischer Gotik erbauten Hagensburg ist nicht vorgesehen. Lediglich Teile der ehemaligen Torausschmückung werden zitiert.


      Die beiden weseraufwärts stehenden, stark modernisierten Speicher werden in den ursprünglichen Fassaden wiederhergestellt, die Fensterverglasungen auf die Museumsnutzung abgestimmt
      (Bild oben).



      Grundriss Erdgeschoß, Plan oben: der heutige Grundriss wird in Teilen verändert und neu gestaltet. Eine entscheidende Veränderung ist der neue Haupteingang, der nahe zum nordwestlichen Torzugang liegt und – zudem durch die Belichtung des Innenhofs - attraktiver wird. Das Café bleibt am bisherigen Ort und wird als Burg-Café neu gestaltet. Neu ist auch das Restaurant Weserburg im südöstlichen Speicherbau mit reizvoller Weser-Aussenterrasse. In der Kinder-Burg zwischen den gastronomischen Einrichtungen können Eltern ihre Kinder in betreuende Hände geben und in Ruhe Kunst genießen. Die Kinder können malen, zeichnen, spielen, lesen und Vorführungen lauschen. Die heute abseitig dunkle und unwirtliche Passage wird an Wänden und Decke neu und heller gestaltet, geschoßhohe Glaswände geben reizvolle Einblicke in die Museumsräume und Licht in die ca. 50 Meter lange Passage.

      Eingangsfoyer


      Im umgebauten, nordwestlichen Torflügel sind der neue, mit Aufzug barrierefreie Haupteingang und das Eingangsfoyer attraktiv gelegen (Grundriss oben, Bild unten). Empfang und Information sind rechterhand, die Treppe im neuen Torturm und der Aufzug führen zum Museums-Shop im 1. Obergeschoß. Toiletten und Garderoben sind bequem erreichbar. Die Ausstellung beginnt bereits dort, wo sich heute das Treppenfoyer mit Museum-Shop befindet.


      Es gibt gänzlich neue, reizvolle Durchblicke und Raumsituationen (Bild oben und unten).


      Der perspektivische Blick vom Garderobenfoyer zum Eingangsfoyer und – durch die offene Galerie – zu den Ausstellungsräumen des 1. Obergeschoßes (Bild oben). Die Galeriebrücke, links oben, führt zum Museums-Shop.


      Grundriss 1. Obergeschoß, Plan oben: hier sind einige Änderungen zu sehen. Die Ausstellungsräume sind mit offenen Galerien attraktiv gestaltet, die Ausstellungswände zum Teil verändert. Vom Treppenfoyer gelangt man nach dem
      Rundgang durch das Haus über die Galeriebrücke in den neuen Museums-Shop (Bild unten, Blick aus dem Museums-Shop).



      Der neue Museums-Shop mit den Treppentürmen. Vom Museums-Shop gelangt man über die im Plan untere Turmtreppe 1 Stockwerk tiefer direkt in das Burg-Café. Die 2. Turmtreppe führt nach unten in das Eingangsfoyer, nach oben in die Verwaltungs- und Büroräume (Plan unten).



      Im aufgestockten 2. Obergeschoß sind die Leitungs- und Verwaltungsräume mit Konferenzraum und Aufenthaltszone/WC/Teeküche geplant. Die Turmtreppen führen in die Dachgeschoße, die separiert sind (Plan unten).


      Im, im Plan unteren, Dachgeschoß sind zusätzliche Büro- und Lagerräume geplant. Im gegenüberliegenden, separaten Dachgeschoß ist ein hoher, heller Saal für Kunstvorträge, Multi-Mediazwecke, Fortbildung usw. eingerichtet (Bild unten).



      Zusammenfassung.
      Das spektakuläre Tor-Bauwerk von Architekt Johannes Rippe auf dem Teerhof wurde nach der Kriegszerstörung schwer beschädigt, stand aber in wesentlichen Teilen noch. Wie in vielen Fällen, wurde auch dieses eindrucksvolle Bauwerk nach dem Krieg vollends abgeräumt, der Wiederaufbau erfolgte in erheblich reduzierter, bauhistorisch nicht mehr authentischer Form. Die beiden neogotischen Türme sorgten an der damaligen Kaiserbrücke (heute Bürgermeister-Smidt-Brücke) für Aufsehen. Durch das Tor und die Türme wirkten der Bau und die sich anschließenden Kontor- und Speicherbauten tatsächlich wie eine Burg. Aufsehen könnte der wiederhergestellte Torbau mit den markanten Türmen auch nach einer architektonisch neuen Interpretation wieder erregen. Die Burg wird ganz sicherlich eine neue Sehenswürdigkeit am Teerhof werden – sie wird Besucher, Bremer, ihre Gäste und viele Touristen als ein gänzlich neuer Hingucker in den Bann ziehen - und auch das neue Museum Weserburg wird in einem hohen Maße von der Burg profitieren. Burgen sind immer ein Besuchermagnet.

      Idee und Entwurfskonzept: axel spellenberg dipl. ing. architect Bauernreihe 4 27726 Worpswede

      tel.: 04792-9564343 e-mail: axel.spellenberg@ewe.net
    • Anbei noch den Forums-Freunden das folgende - auszugsweise - Schreiben von Axel Spellenberg:

      Lieber Pagentorn,

      [...]

      Traurig ist, dass sich das Museum Weserburg und Bauämter, bislang nicht zu diesem Vorschlag geäußert haben, aber das bin ich von den Verantwortlichen inzwischen mehr als gewohnt. Je mehr digitales Zeitalter, desto weniger Interesse, Resonanz, Antwort, desto mehr Ignoranz. Nicht einmal eine Dankantwort als Form der Höflichkeit für die aufgebrachte Leistung findet man i. d. R. heute noch. Es ist nur noch zum Heulen. Womit ich nicht mich meine, sondern die interesselosen Adressaten sollen über sich selber heulen.

      [...]

      Herzlichen Gruß, Ihr

      Axel Spellenberg
    • Auch wenn ich mich hier wiederhole: Es ist mitunter grotesk, was diese Stränge hier so alles ans Tageslicht bringen.

      Jüngster Spross dieses nie enden wollenden Absurditätenkabinetts ist die Weserburg bzw. die ehemalige Hagensburg, die du, mein lieber Pagentorn, hier so wunderbar thematisierst.

      Ich frage mich schon seit meiner Kindheit, warum die Weserburg eigentlich den Namen Weserburg trägt, da sie doch so wenig von einer Burg zeigt, wie man sich als Kind eben eine Burg vorstellt: Burggraben, Zugbrücke, runder, mächtiger Wehrturm, kleine, filigrane und runde Türme, aus denen gleich das holde Burgfräulein winkt.
      Die Weserburg hat aber so gar nichts, was einem romantischen, kindlichen Vorstellungsvermögen gleichzusetzen wäre.
      Erst mit dem heutigen Tage, als ich die alten Fotos von der Hagenburg sah, verstehe ich, wieso die Bremer noch immer verklärt von einer "Burg" sprechen: Es war tatsächlich mal eine Burg, eine Wasserburg (von der großen und der kleinen Weser umspült), mit filigranen Türmen und einem Tor, das einer Zugbrücke gleichzusetzen war.

      Wenn man das heutige Ergebnis des Wiederaufbaus und die alten Fotos von damals vergleicht, fragt man sich, weshalb die Stadt bzw. die zuständige Behörde diese offensichtliche Amputation am Stadtbild zugestanden bzw. gebilligt hat. Angesichts des "Ist-Zustandes" wäre es vielleicht besser gewesen, den entstellten Rumpf gleich ganz zu entfernen, ansonsten verbleibt nur eine skurile Karikartur vor Ort, die das Stadtbild entstellt - und in späteren Jahrzehnten unangenehme Fragen aufwirft; wie heute.
      Dass diese Selbstamputation in Bremen groß in Mode war, bewies uns Pagentorn ja schon am Polizeihaus am Wall, sowie am Ostturm des Gerichtsgebäudes. Diese Selbstverstümmelung hier an der Weserburg löst bei mir das größte Kopfschütteln aus.

      Kopfschütteln auch in einem anderen Fall, und da ich mir sicher bin, dass Axel Spellenberg hier regelmäßig als Besucher mitliest, sage ich ihm: Es ist anscheinend ein Bild der Zeit, in der Integrität und Anstand längst vergessene Tugende sind. Ich habe das jüngst bei Bewerbungen, selbst bei Initiativbewerbungen (heute meist alles bitte online), zu spüren bekommen. Die Firmen, die eine Rückmeldung schicken, die Bewerbung sei angekommen, sind rar gezählt. Ich untertreibe nicht, wenn man sich die Anzahl solcher Firmen an einem Finger abzählen kann. Die, die es dennoch tut, ist als kostbar anzusehen. Die, die es nicht tun, sind es nicht wert weiter Beachtung zu bekommen. Also grämen Sie sich nicht, Herr Spellenberg. Ihre Zeit wird noch kommen. In Bremen halten sich Staaträte nicht einmal länger als achtzehn Monate. Da können Sie sich ja ausrechnen, wie lange sich die Leitung der "Weserburg" in Bremen halten wird...

      The post was edited 1 time, last by Jakku Scum ().

    • Ja, und es hat nur am Willen gelegen! Man wollte eben einfach nicht und man will nach wie vor nicht - um sich ja keinen Fehler einzugestehen! Dabei haben die großen Fehler die gemacht, die längst unter der Erde sind oder bereits auf dem Wege dorthin!

      Warum nur am Willen? Wenn man sich das wesentlich finanzschwächere Polen nach 45 ansieht, so haben sie dort so vieles wieder errichtet... Nicht überall aber doch in wichtigen Städten!

      Wie gesagt - hier WOLLTE man nicht. Bremen wollte modern sein! Ist aber auch dabei auf halben Wege verreckt!