Was in Dresden zu rekonstruieren wäre

  • Dresden muss endlich mal seinem Ruf als schöne, historische Stadt gerecht werden

    Ich weiß nicht, ob dir bewusst ist, dass es das "alte Dresden" nicht mehr gibt. Die ehem. Innenstadt wurde auf einer Fläche von 15 qkm völlig zerbombt und danach planiert. Das, was in der innersten Altstadt zw. Oper und Kurländer Palais aus den Ruinen wiederhergestellt bzw. rekonstruiert wurde, war ganz klar als die "Quintessenz der Quintessenz" von Dresden eine Art "Ersatzmaßnahme" um dem überbordend viel Neuem auf der "bescheidenen Restfläche" die Legitimität, hier in Dresden zu sein, gab. Ohne diesen innersten Kern (mitsamt den kostbaren Sammlungen!) würde Dresden ästhetisch (und wohl leider auch von der Bedeutung her) kollabieren.

  • Ich weiß nicht, ob dir bewusst ist, dass es das "alte Dresden" nicht mehr gibt.

    Das "alte Dresden" -vom innersten Kern mal abgesehen, also in seinen Vorstädten - war auch nur Ergebnis einer ca. 50-60 Jahre währenden, qualitätvollen Stadtplanung und hochwertiger Architektenausbildung. Es fiel nicht wie Manna vom Himmel. Es kann daher in Teilen wieder entstehen, wenn sich die Stadtplanung auf diese gestalterischen Prinzipien neu berufen würde. Da dies dank einiger dort derzeit versammelter, ideologisch verblödeter Gurkentruppen nicht machbar ist, sind Rekonstruktionen derzeit der EINZIGE Weg, diesen Schritt zumindest partiell zu gehen. Rekonstruktionen als ästhetische Korsettstange, die vorbildgebend sein sollen für weitere, neue Gebäude. Ich weiß nicht, was daran nach über 30 Jahren Debatte immer noch nicht verständlich sein sollte?

  • Es muß uns schon bewußt sein, daß es in der jetzigen Form unmöglich ist, den Überblick zu behalten.

    Selbstverständlich nur solche Gebäude, die heute praktisch sinnvoll nutzbar wären und mit heutigem Aufwand zu realisieren wären. Vorerst also nur gründerzeitliche Blockrandbebauung.

  • Städtebaulicher Wiederaufbau Dresdens (und das ist bei den unendlich vielen verstellten Straßen schon schwer genug) : meine vollste Zustimmung. Aber nochmals: dir wird niemand auf der Welt in einer Neubauwüste einen Gründerzeitbau rekonstruieren.

  • Aber nochmals: dir wird niemand auf der Welt in einer Neubauwüste einen Gründerzeitbau rekonstruieren.

    In einer Neubauwüste sicher nicht -in Prohlis oder Gorbitz wäre es ja auch wirklich anachronistisch und EINER wäre zu wenig. Aber wenn es Anschlussgebiete gibt oder aufzuwertende Platzsituationen, dann sehr wohl.

  • Wo soll man solche Ideen und Wünsche denn bitte sonst diskutieren, wenn nicht hier? Zumal in einem Thema, das "Was in Dresden zu rekonstruieren wäre" heißt.

    dir wird niemand auf der Welt in einer Neubauwüste einen Gründerzeitbau rekonstruieren.

    Ähnliche Projekte werden aber weiter östlich von Dresden durchaus gemacht, in Polen, Ungarn, Ukraine usw. Ich finde das in einem Totalausfall wie den Dresdner Vorstädten ohne Ankerpunkte sehr begrüßenswert. Sonst bringt auch Blockrandbebauung wenig. Die gibt's im Quartier Heidestraße auch (beim Berliner Hbf), trotzdem keine Kiez- oder Aufenthaltsqualität dort.

    In Berlin nehme ich auch immer die wenigen Altbauten oder Rekos in der Plattenbauwüste als wahre Wohltat wahr, etwa das Märkische Ufer gegenüber der Hochhaus-Einöde der Fischerinsel. Spannende Kontraste und so!

  • Ähnliche Projekte werden aber weiter östlich von Dresden durchaus gemacht, in Polen, Ungarn, Ukraine usw. Ich finde das in einem Totalausfall wie den Dresdner Vorstädten ohne Ankerpunkte sehr begrüßenswert. Sonst bringt auch Blockrandbebauung wenig. Die gibt's im Quartier Heidestraße auch (beim Berliner Hbf), trotzdem keine Kiez- oder Aufenthaltsqualität dort.

    In Berlin nehme ich auch immer die wenigen Altbauten oder Rekos in der Plattenbauwüste als wahre Wohltat wahr, etwa das Märkische Ufer gegenüber der Hochhaus-Einöde der Fischerinsel. Spannende Kontraste und so!

    Das sehe ich genauso wie du. Aber wenn wir es hier in dem Strang immer nur mit Nörgeleien zu tun haben, die jede sachliche Diskussion erstmal mit wolkigen Allgemeinplätzen zu ersticken versuchen, dann kann man leider mit solchen Leuten nicht diskutieren.

    Es geht um eine ganz und gar pragmatische Herangehensweise: 1.) Wo geht es? 2.) ist es wirtschaftlich leistbar, zumindest mittelfristig? 3.) Wie? Bei dem Wie sehe ich nur eine einzige Option: Über den Stadtrat und über die B-Pläne. Ganz schlicht.

    Das Versäumnis der Stadträte beim Oppenheim, die Fassade nicht im B-Plan gefordert zu haben, zeigt eigentlich die Achillesferse der ganzen Bemühungen an, zeigt aber auch, was in Zukunft getan werden muss. Und nur darüber würde ich gerne diskutieren und meine Zeit nicht mit weiteren Seufzereien oder Allgemeinplätzen verschwenden.

  • Ein Beitrag musste deaktiviert werden. Bitte im Diskurs die Höflichkeit beibehalten. Arroganz ist fehl am Platz.

    Niemand wird hier gezwungen zu diskutieren.

    Beauty matters!

  • Schlage vor: die Vorstädten neu zu bauen mit Rekonstruktionen und historisierende Neubauten der verschwunden wunderbaren und sehr urbane Gründerzeitbauten (sehe ehemalige Ferdinand und Sachsen Platz mal an). Absolut der Hammer.
    Wird Dresden wieder grossartig darstellen wie Einst.
    So wie heute in Potsdam gemacht wird. Sehr attraktiv.
    Auch das Rezept für die verschwunden Berliner Mitte.

  • Schlage vor: die Vorstädten neu zu bauen mit Rekonstruktionen und historisierende Neubauten der verschwunden wunderbaren und sehr urbane Gründerzeitbauten (sehe ehemalige Ferdinand und Sachsen Platz mal an). Absolut der Hammer.

    Bitte konkretisieren. Dieser Vorschlag ist wirklich zu allgemein und dürfte von jedem Dresden-Liehaber HIER vorbehaltlos unterstützt werden. Aber wo anfangen?

  • Vielleicht sollte man realistisch sein: die Baugenehmigungszhalen in Dresden sacken unter 1.000 Neubauwohnungen, Tendenz fallend. Der Quadratmeter Wohnungsbau kostet ca. 4.000 Euro, plus Grundstück und Finanzierung - da ist bei anspruchsvollen Bauten eine Miete von ca. 20 Euro/kalt die Rechengröße.

    Wie soll jemand, der das nicht aus Liebhaberei macht, in diesen Zeiten etwas rekonstruieren? Bestenfallls, weil er dann 25 Euro/qm Miete bekommt, aber sicher nicht als Massenphänomen.

  • Wie soll jemand, der das nicht aus Liebhaberei macht, in diesen Zeiten etwas rekonstruieren? Bestenfallls, weil er dann 25 Euro/qm Miete bekommt, aber sicher nicht als Massenphänomen.

    Es geht im Grunde wirklich nur darum, durch die Reko einfachster Fassaden der Gründerzeit für etwas (!) Qualität zu sorgen. Also sowas wie da in Hamburg mit unserem Gebäude des Jahres auch punktuell in Dresden durchzusetzen. Es geht nicht um den Kaiserpalast!

  • Hier im Forum schwärmt aber niemand für "einfachste Gründerzeitfassaden" , sondern gerade (fast) jeder (ich nicht) für die "großen Klopper", und zwar allem voran den Kaiserpalast. Das ist ja das Dilemma.

  • Hier im Forum schwärmt aber niemand für "einfachste Gründerzeitfassaden" , sondern gerade (fast) jeder (ich nicht) für die "großen Klopper", und zwar allem voran den Kaiserpalast. Das ist ja das Dilemma.

    Ich bin eine Ausnahme. ~:-[] Und ich denke, die wirtschaftliche Notwendigkeit, kleine Brötchen zu backen, versteht sich für jeden Realisten von selbst. Alles Andere, was hier geträumt wird, kann man doch getrost als Phantasterei abtun. Jedenfalls im Moment.

  • Qualitätvoller Städtebau ist überall auf der Welt möglich. In Deutschland versucht man ständig Extrawürste zu braten.

    Einfach mal inspirieren lassen von den Tausenden Bauten dort:

    The Atlas of New Traditional Architecture
    Interested to see the geography of new traditional architecture? This google map layer lets you see where in the world new vernacular, organic and classical…
    www.newtrad.org
  • Qualitätvoller Städtebau ist überall auf der Welt möglich. In Deutschland versucht man ständig Extrawürste zu braten.

    Die gegenwärtigen deutschen Baukosten sind keine Extrawürste, sondern hierzulande leider eine Realität, die sich in anderen Ländern vielleicht doch etwas entspannter darstellt?

  • Na genau das meine ich doch damit. Durch unsere ganzen Extrawürste ist das Bauen viel zu teuer und minderwertig.
    Da macht man es sich in anderen Ländern deutlich leichter und damit ist auch mehr Qualität pro €/$/£ usw. möglich.
    Möge wenigstens der Gebäudetyp E endlich mal ein paar Vereinfachungen bringen.

    Aber das führt alles etwas zu weit vom Thema hier weg. Guten Städtebau und gute Proportionen in der Architektur gibt es erstmal so ziemlich für lau, da muss man anfangen.