Architektur in der Schweiz und Deutschland im Vergleich

Die Wahl des Gebäudes des Jahres 2020 findet statt. Bis 28.02. habt ihr Gelegenheit abzustimmen. Vereinsmitglieder schauen mal in ihrem Email-Postfach nach, Forenmitglieder können hier im Forum auf Abstimmung des Gebäudes 2020 abstimmen.
  • upload.wikimedia.org/wikipedia…en)_-_Panoramaansicht.jpg


    Ein gleichermaßen idyllisches Bild lässt sich zum Beispiel direkt an der Grenze zur Schweiz im deutschen Laufenburg finden. Jetzt mal im Ernst, ich weiß, wir Deutschen reden uns gerne unser Land mies, aber solche Ansichten gibt es in Deutschland noch genügend.

    Da gebe ich dir recht, Triforium! Wir brauchen uns überhaupt nicht zu verstecken, wenn es um Altstädte geht. Gerade die vielen Kleinstäde und Mittelstädte mit historischer Stadtkern, das macht unser Land aus! Und wer ein wenig "alemannische Atmosphäre" atmen möchte, braucht auch nicht unbedingt in die Schweiz zu fahren. Gerade im Süden vom Bundesland Baden-Württemberg gibt es eine Menge Städte mit "alemannischer Bautradition", dh. mit traufseitigen Dächern, enge Gassen, Renaissancelemente oder auch ein wenig Fachwerk. Zb nicht weit von Laufenburg ist Bad Säckingen sehr sehenswert mit seiner hölzernen Brücke (gut die ist aber auch halb schweizerisch :lachentuerkis: )


    http://www.quermania.de/baden-…ingen/badsaeckingen1k.jpg



    https://upload.wikimedia.org/w…ckingen_Muensterplatz.jpg



    Dann ist natürlich die Innenstadt von Konstanz nahezu prädestiniert dafür, "schweizerische Gefühle" auszulösen:



    https://www.bodensee.de/extens…-Konstanz_front_large.jpg



    https://encrypted-tbn0.gstatic…KemaosBAD33ilxtbZTRNjRpiA


    https://www.nuernbergluftbild.…s/luftbild/M08271529d.JPG



    Auch Waldshut-Tiengen gehört auf die Liste (hier haben die Häuser auch die typisch langezogenen Dächer zur Traufe zu):



    http://www.waldshut-tiengen.de…/pics/Gruppenfuehrung.jpg



    Aber nicht nur direkt an der schweizerischen Grenze lassen sich solche Stadtbilder finden, sondern auch nördlicher:



    Engen ist besonders hervorzuheben:



    http://halloleo.de/db_P179_Engen-Altstadt_29-05-20051.jpg


    https://www.wochenblatt.net/fi…ltstadt_21_89ce10f6ce.jpg



    Am Bodensee Radolfzell:



    http://www.ferienwohnungen-bru…c59-f9eb-56ad9e616a44.jpg



    https://encrypted-tbn0.gstatic…8idwA2OM0f_qXINvRfUk-SX36



    Überlingen



    https://media-cdn.holidaycheck…42-3ba9-9f54-645fbeebac69



    Lindau



    http://deutschland.yakohl.com/…tstadt-lindau-1882015.jpg



    Markdorf:



    https://www.gastgeberverzeichn…orf/markdorf-altstadt.jpg



    Bermatingen hat Ähnlichkeiten mit Fachwerkdörfern im Thurgau:



    http://www.bermatingen.de/file…ngen_Mende_GESCHICHTE.jpg



    Etc...




    Im Grunde ist die heutige Staatsgrenze ziemlich künstlich gewählt aus kultureller Sicht wie man an den Stadtbildern feststellt!


    Aber in der Schweiz sind die Altstädte doch noch ein Tick sauberer :)

  • @Triforium, Zeno: Laufenburg hat mit seiner Wasserseite (wunderbar der Blick zum schweizerischen Großlaufenburg, kurz vor der Zughaltestelle Laufenburg) was italienisches, finde ich. Allerdings sind die Städtchen zum Flanieren nicht so schön, sie leiden an Auszehrung der Geschäftsinfrastruktur und Leerstand. Dafür hat das deutsche (Klein-)Laufenburg eine wuchernde Peripherie (Laufenburg-Ost) mit großen Hallen und Parkplätzen drumrum... anders als in Waldshut (Säckingen kenne ich kaum) scheint die Innenstadt kein Ziel von Schweizer Einkaufs- oder Ausflugstouristen zu sein, so daß sich nicht viel Gastronomie halten kann. Im schweizerischen Laufenburg sah es bei einem Spaziergang vor einigen Jahren am kläglichsten aus (1 Restaurant und 1 Café fanden wir, das erste sehr teuer und das andere zu), es scheint dort niemand das Geld zu haben, um auswärts essen gehen zu wollen. Es ist, als ob das Laufenburg "in ein Loch" (nicht nur Funkloch, das hat man dort auch) fallen würde. Vielleicht ist es die strukturelle Grenze zwischen Peripherie Basel und Peripherie Zürich (Waldshut gehört eindeutig zur äußersten Peripherie von Zürich, Bad Säckingen ist eher nach Basel orientiert).

  • Dieser Debattenbeitrag passt hier auch gut rein:


    Eine sehr berechtigte Frage ist das:


    Wie kann man verhindern, dass die Schweiz verschandelt wird?

    «Wir sollten uns Schönheit etwas kosten lassen»


    Städte und Landschaft werden hierzulande durch neue Bauten verschandelt. Der Architekt und Stadthistoriker Vittorio Magnago Lampugnani äussert sich zu Problemen der Stadtplanung in Zürich und der Schweiz.
    NZZ, von Gerhard Mack, 17.2.2018



    Siehe auch: Schweizer Pendant zu "Stadtbild Deutschland e.V."

  • Also wer bei Olten die Nase rümpft, der war noch nie in Essen. ;)

    Oder in Zuffenhausen, Feuerbach, Cannstatt, Untertürkheim...



    Ernsthaft: Gerade diese Zersiedlung wie bei Olten zerstört sehr viel. Wir als "Touristen" können natürlich die Altstadt aufsuchen und fotographieren, der durchschnittliche Bewohner verlebt vielmehr seine Zeit in diesen seelenlosen Vororten, die kilometerweit alles in ihrer Kulturlosigkeit verwüsten.


    Ich danke insgesamt für dieses Thema, da ich schon lange nicht mehr in der Schweiz war. Ich hätte die Stadtbilder insgesamt als deutlich gepflegter eingeschätzt.
    Es ist "interessant"/erschreckend, wie auch ohne Krieg Innenstädte umgebaut und mit fetten vielspurigen Straßen durchzogen werden können. Da wirkt Österreich, erst Recht Böhmen, wesentlich näher an der Historie orientiert.

  • Ein ganzheitlicher Vergleich der Architektur beider Länder finde ich bereits aus regionalen Unterschieden schwierig. Am interessantesten dürfte ein möglicher Vergleich in direkter Nachbarschaft der Landesgrenze sein, da sie hinsichtlich der geschichtlichen Entwicklung hin zu einer gemeinsamen Baukultur ursprünglich eine untergeordnete Rolle spielte. Und so lässt sich an den genannten Stadtbeispielen wie Kleinlaufenburg (auf deutscher Seite), Waldshut oder Konstanz sowohl die positive Ausstrahlung auf deren Altstädte durch die unmittelbare Nähe zur Schweiz feststellen, aber in bestimmten Aspekten eben auch explizite Mängel wie sie nur auf deutscher Seite zu finden sind.
    Dass die Schweizer Altstädte im alemannischen Raum durch höhere Sauberkeit punkten, mag ich nicht voranstellen. Jedoch überzeugen sie durch harmonische, homogene Strukturen wie die der Dachlandschaften, einen qualitätsvollen Umgang mit der unzerstörten historischen Bausubstanz sowie eine insgesamt gelungene Abstimmung auf das jeweilige Ensemble. Heterogene, unstimmige Elemente - abgesehen von den üblichen modernen Brüchen in beiden Ländern - sind eher ein Erkennungszeichen rechtsrheinischer deutscher Altstädte. Das mögen aus deutscher Sicht zu vernachlässigende Unterschiede sein, aber sie machen den kleinen und feinen (!) Unterschied Schweizer Altstädte aus, woran sich die deutschen Nachbarn gern ein Beispiel nehmen dürfen...


  • zeitlos
    Uberzeugt die wirklich die Umgang mit die Altstadte in Basel und St Gallen? Wenn man uberlegt die geringe Zerstorungen dann bin ich uberrascht wie hasslich viele Ecken sind - geht mal weg von die Altstadte dann ist Schweiz nicht besser als Stuttgart...die Grunderzeitvierteln sind oft komplett Verhunzt und vollgestellt mit 70iger Betonbauten - wenn ich sehe wie mann mit Altbauten in Gorlitz oder in Wismar dann kommt Schweiz nicht auf eine gute Platz.

    Schaut mal Freiestrasse in Basel
    https://goo.gl/images/CfHPYi

  • @johan v2 Großlaufenburg auf Schweizer Seite möchte ich gerade nicht mit St.Gallen oder Basel gleichsetzen, zumal ich auch schrieb "abgesehen von den modernen Brüchen" wie wir sie tatsächlich sowohl in der Schweiz als auch im deutschen Südwesten finden. Ich spreche gezielt die Gestaltung der erhaltenen Bausubstanz in direkter Nachbarschaft an und da sehe ich offensichtlich besagte Unterschiede.
    Selbst das von Dir zu recht kritisierte Basel entlang der Freiestrasse weist am Münsterplatz, am Spalenberg und in bekannten, erhaltenen (!) Altstadtgassen eine Qualität auf wie ich sie in direkter Nachbarschaft auf deutscher Seite mit vergleichbarer erhaltener Substanz nicht vorfinde. Görlitz und Wismar sehe ich aus genannten Gründen für einen Vergleich als ungeeignet an.


    Jeder, der sich die Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.
    www.archicultura.ch

  • Deine Beispiele aus Zug betreffen den vorstädtischen Bereich und nicht die Qualitäten der Altstadt.


    Wo findet sich solch eine herrlichen Dachlandschaft im deutschen Südwesten oder sogar weitergehend in Bayern bzw. in ganz Deutschland vom Standard einer Vielzahl Schweizer Altstädte, um nur einen von mir genannten Aspekt herauszustellen:
    https://img.myswitzerland.com/…uehne/zug_city_summer.jpg


    Nicht mal das zugegebenermaßen fernere, aber von mir ob seines Anspruchs geschätzte Dinkelsbühl weist diese Qualität in seiner Dachlandschaft auf:
    http://www.fotocommunity.de/ph…-oben-tinchen-95/36029034

  • Hervorragend? Findest Du, ich nicht. Ich würde sagen zu viel und mit deutscher Reinlichkeit saniert, wo wir beim Vergleich wären: Im Schweizer Beispiel werden lediglich kaputte Dachziegel bestenfalls gegen neue ausgetauscht oder bei Bedarf in einer harmonischen Mischung neu gedeckt. Im deutschen Beispiel landet offensichtlich alles auf dem Schuttberg und wird durch eine monochrome Dachlandschaft ersetzt.Just an diesem (deutschen) Erscheinungsbild habe ich aus qualitativen und gestalterischen Gesichtspunkten etwas auszusetzen.

  • @johan v2 Großlaufenburg auf Schweizer Seite möchte ich gerade nicht mit St.Gallen oder Basel gleichsetzen, zumal ich auch schrieb "abgesehen von den modernen Brüchen" wie wir sie tatsächlich sowohl in der Schweiz als auch im deutschen Südwesten finden. Ich spreche gezielt die Gestaltung der erhaltenen Bausubstanz in direkter Nachbarschaft an und da sehe ich offensichtlich besagte Unterschiede.
    Selbst das von Dir zu recht kritisierte Basel entlang der Freiestrasse weist am Münsterplatz, am Spalenberg und in bekannten, erhaltenen (!) Altstadtgassen eine Qualität auf wie ich sie in direkter Nachbarschaft auf deutscher Seite mit vergleichbarer erhaltener Substanz nicht vorfinde. Görlitz und Wismar sehe ich aus genannten Gründen für einen Vergleich als ungeeignet and

    Ich bin beruflich oft unterwegs im Schweiz und muss eher sagen dass abgesehen von oft sehr kleine Altstadten besteht Schweiz von eine Masse von neubauten. Fur eine Kriegsverschonte Land ist Schweiz erstaunlich voll von Neubauten. Zug Altstadt ist ungefahr drei wunderschone Strassen - die restliche Stadt sieht aus wie Pforzheim. Klar die 5 procent von die gesamte Stadt ist wunderschon - die rest ist einfach eine Katastrophe.


    Und warum soll die Altstadt in Luzern besser aussehen als die in Konstanz - in Luzern gibt es sogar mehr Betonhauser als im Konstanz?


    Falkenplatz
    https://www.google.co.uk/maps/…!2e0!7i13312!8i6656?dcr=0


    https://www.google.co.uk/maps/…!2e0!7i13312!8i6656?dcr=0


    Grendelstrasse
    https://www.google.co.uk/maps/…!2e0!7i13312!8i6656?dcr=0


    Ich werde einfach sagen dass viele Bereiche von Schweiz sieht sogar schlechter aus als Baden Wurttemberg. Viele Landstrichen sind einfach sehr industriell und es gibt halt viele unnattrative Mietshauser weil freistehende Hauser einfach zu teuer sind. Die meiste meine Freunde in Schweiz wohnen halt in teure aber bequeme Betonwohnungen.


    Das hier ist auch Zug
    https://www.google.co.uk/maps/…o100!7i12000!8i6000?dcr=0


    Oder hier im Basel
    https://www.google.co.uk/maps/…fo100!7i6656!8i3328?dcr=0

  • @johan v2


    Weil mir explizit die Altstädte in direkter Nachbarschaft von Deutschland und der Schweiz zum Herausstellen der Unterschiede dienlich sind. Ich habe weder von den Vorstädten noch von den Landstrichen geschrieben. Bitte beim Thema Altstadt bleiben, wenn Du argumentierst und nicht davon abweichen.


    Nicht die Anzahl der Betonhäuser oder die Betonhäuser an sich, welche es hier wie dort gibt, sondern die Qualität der Gestaltung erhaltener historischer (!) Häuser ist in den Schweizer Altstädten aus genannten Gründen höher.


    Wenn Du Luzerner und Basler Betonhäuser auflistet, solltest Du zumindest im Falle Konstanz auch diese aufzeigen - in der Altstadt:


    http://www.dm-aktie.de/dmaktien/karstadt_konstanz.jpg


    http://www.mmarc.ch/projekte/woolworth-konstanz/


    https://www.competitionline.co…28bd57f9321684ddf49_1.jpg


    https://www.akbw.de/architektu…ichtleichtbeton-3545.html


    Und in direkter Peripherie:
    https://s3-media4.fl.yelpcdn.c…wpx48ays1rFD7LnAslw/o.jpg


    Jeder, der sich die Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.
    www.archicultura.ch

    Edited once, last by zeitlos ().

  • Ich habe noch nie behauptet dass Konstanz perfekt ist oder das B-W pflegt seine Altstadten. Leider sind wirklich Luzern oder St Gallen auch nicht perfekt.


    Du bist diejenige die behauptet dass Schweiz eine Altstadt- und Traditionsnirvana ware. Genau so wie uberall anders wissen auch die Schweizer wie man ein Platzensemble zerstoren kann. Aus irgend ein Grund sollte die Baukultur in Schweiz so viel besser sein. Ich bin oft genau so bedruckt uber die Gebauden in Schweiz wie in B-W.


    St Gallen


    https://www.google.co.uk/maps/…!2e0!7i13312!8i6656?dcr=0


    https://www.google.co.uk/maps/…!2e0!7i13312!8i6656?dcr=0


    https://www.google.co.uk/maps/…!2e0!7i13312!8i6656?dcr=0


    Letztendlich gibt es eine ahnliche Kultur wie im Baden und Schwaben. Ich bin ja gerade erstaunt dass trotz keine Kriegzerstorung so gibt es in Schweiz so eine lieblose Baukultur.


    Und warum nur uber die Altstadten reden - die meiste Altstädten, abgesehen von Basel, Zurich und Bern sind ja nicht besonders gross. Es gibt auch selten eine schone erhaltene Grunderzeitbebaunng. Also hat man eine sehr kleine Kern und drum rum Beton.

    Edited once, last by johan v2 ().